Gottesmörder – Gottesmörder

GOTTESMÖRDER sind einfach anders. Es ist eine Black Metal Band, deren Konzerte nicht von der Antifa boykottiert werden, sondern die nun sogar bei Alerta Antifascista ihr erstes Full-Length rausbringen. Es ist eine Black Metal Band, die in besetzten Häusern und autonomen Zentren zu Hause ist. Wo die Stilistik frei von Klischees wie Corpse Paint, Leder und langen Haaren gespielt wird. Auf der Bühne wirkt das italienische Trio fast wie ein paar Hipster. Und vielleicht wird ihr Sound auch deswegen zu Recht als “Hipster Black Metal” von einigen spöttisch, von anderen selbstironisch tituliert. Auf jeden Fall ist ihre Musik episch, kraftvoll – und einfach anders.
Im autonomen Underground erfreuen sich GOTTESMÖRDER einer großen Beliebtheit. Ausgiebige Touren (u.a. mit Lightbearer) und ausverkaufte Tonträger sprechen eine deutliche Sprache. Auf dem Konzert im AZ Aachen war die Vinyl-Version der selbstbetitelten EP schon weg. So blieb mir persönlich nur das Tape, das mittlerweile in zweiter Auflage draußen ist. Zugegeben, mit gut 50 Einheiten, war die erste Fuhre auch nicht unbedingt im Übermaß vorhanden. Und mit gerade mal 71 Kopien ist auch die Re-Issue sehr limitiert. Verantwortlich für die Kassette sind Nojoy Records. Das – zur ersten Charge alternierende – Cover wurde wunderschön von Bryan Porteau in Szene gesetzt. Im Gesamtbild mit dem restlichen Layout, wirkt das komplette Inlay einfach stimmig und passend zur Atmosphäre der Musik. Das einzige Ärgernis an diesem Release, ist die mangelnde Beschriftung der ansonsten professionell hergestellten Kassette. Weder die aktuelle Seite, noch die Band ist auf dem blank schwarzem Magnetband ersichtlich.
Auf den ersten Blick erscheint es das Verhältnis unpassend. Das Tape gab es auf der Tour für fünf Euro und es enthält gerade mal zwei Lieder. Doch GOTTESMÖRDER sind episch! Die A-Seite nimmt 14 Minuten, die B-Seite 11 Minuten in Anspruch. Die Gesamtspieldauer beläuft sich auf 25 Minuten, was für eine EP vollauf in Ordnung ist.
“Winternight“, der Song auf der ersten Seite von “Gottesmörder” lässt sich Zeit. Nach Orgeltönen kommt zögerlich die Gitarre hinzu. Es baut sich ein unheilvolles Gewitter auf, das durch schleppende Drums sehr majestetisch und voluminös aufgeplustert wird. Der Gesang von Michele ist mehr im Hardcore als im Metal zu Hause. Die Vocals sind extrem kraftvoll und brutal, wirken im Kontext zur Musik ein bisschen exotisch, aber durchaus passend. Sowohl im derben Geschepper, wie auch in den getragenen Passagen mit den Post-Black Metal Gitarren, erinnern GOTTESMÖRDER etwas an Wolves In The Throne Room. Nur durch die Einflüsse aus dem Hardcore noch etwas unkonventioneller. Hoffnung und Verzweiflung liegen sehr nahe beieinander.
Noch besser werden die Elemente aus (Post-)Black Metal und Hardcore auf der B-Seite vermischt. Mit Drones und sehr doomigem Anfang klingt “Abyss Of Throats” richtig originell. Ja, schon ein wenig Hipster-mäßig. Aufbau, Melodieverständnis, Atmosphäre und die Mischung der zwei doch unterschiedlichen Genre macht den Song zu einem großartigen Meisterwerk. Alleine dieser Track macht “Gottesmörder” zu einem wichtigen Zeitzeugnis einer interessanten Interpretation einer kontroversen Musikrichtung. Ich liebe “Abyss Of Throats” und bin verdammt froh, dass GOTTESMÖRDER ihre EP auch bei Bandcamp zum Streaming und Runterladen anbieten. Ansonsten müsste ich unterwegs auf dieses Kunstwerk verzichten. Und die Kassette wäre spätestens Ende diesen Jahres total abgenutzt.
Die Black Metal Elite rümpft die Nase über Wolves In The Throne Room, Wodenthrone oder Solbrud. Und mit Sicherheit auch über GOTTESMÖRDER. Wem aber der trveness-Faktor egal ist, bekommt wirklich erstklassige Musik geboten. Da lasse ich mich auch gerne schon mal als Hipster beschimpfen.
Infos:
Nojoy Records – 2012 (Tape)
Absurd Creature Records (12″)
2 Lieder / 25:19 Min.
Im autonomen Underground erfreuen sich GOTTESMÖRDER einer großen Beliebtheit. Ausgiebige Touren (u.a. mit Lightbearer) und ausverkaufte Tonträger sprechen eine deutliche Sprache. Auf dem Konzert im AZ Aachen war die Vinyl-Version der selbstbetitelten EP schon weg. So blieb mir persönlich nur das Tape, das mittlerweile in zweiter Auflage draußen ist. Zugegeben, mit gut 50 Einheiten, war die erste Fuhre auch nicht unbedingt im Übermaß vorhanden. Und mit gerade mal 71 Kopien ist auch die Re-Issue sehr limitiert. Verantwortlich für die Kassette sind Nojoy Records. Das – zur ersten Charge alternierende – Cover wurde wunderschön von Bryan Porteau in Szene gesetzt. Im Gesamtbild mit dem restlichen Layout, wirkt das komplette Inlay einfach stimmig und passend zur Atmosphäre der Musik. Das einzige Ärgernis an diesem Release, ist die mangelnde Beschriftung der ansonsten professionell hergestellten Kassette. Weder die aktuelle Seite, noch die Band ist auf dem blank schwarzem Magnetband ersichtlich.
Auf den ersten Blick erscheint es das Verhältnis unpassend. Das Tape gab es auf der Tour für fünf Euro und es enthält gerade mal zwei Lieder. Doch GOTTESMÖRDER sind episch! Die A-Seite nimmt 14 Minuten, die B-Seite 11 Minuten in Anspruch. Die Gesamtspieldauer beläuft sich auf 25 Minuten, was für eine EP vollauf in Ordnung ist.
“Winternight“, der Song auf der ersten Seite von “Gottesmörder” lässt sich Zeit. Nach Orgeltönen kommt zögerlich die Gitarre hinzu. Es baut sich ein unheilvolles Gewitter auf, das durch schleppende Drums sehr majestetisch und voluminös aufgeplustert wird. Der Gesang von Michele ist mehr im Hardcore als im Metal zu Hause. Die Vocals sind extrem kraftvoll und brutal, wirken im Kontext zur Musik ein bisschen exotisch, aber durchaus passend. Sowohl im derben Geschepper, wie auch in den getragenen Passagen mit den Post-Black Metal Gitarren, erinnern GOTTESMÖRDER etwas an Wolves In The Throne Room. Nur durch die Einflüsse aus dem Hardcore noch etwas unkonventioneller. Hoffnung und Verzweiflung liegen sehr nahe beieinander.
Noch besser werden die Elemente aus (Post-)Black Metal und Hardcore auf der B-Seite vermischt. Mit Drones und sehr doomigem Anfang klingt “Abyss Of Throats” richtig originell. Ja, schon ein wenig Hipster-mäßig. Aufbau, Melodieverständnis, Atmosphäre und die Mischung der zwei doch unterschiedlichen Genre macht den Song zu einem großartigen Meisterwerk. Alleine dieser Track macht “Gottesmörder” zu einem wichtigen Zeitzeugnis einer interessanten Interpretation einer kontroversen Musikrichtung. Ich liebe “Abyss Of Throats” und bin verdammt froh, dass GOTTESMÖRDER ihre EP auch bei Bandcamp zum Streaming und Runterladen anbieten. Ansonsten müsste ich unterwegs auf dieses Kunstwerk verzichten. Und die Kassette wäre spätestens Ende diesen Jahres total abgenutzt.
Die Black Metal Elite rümpft die Nase über Wolves In The Throne Room, Wodenthrone oder Solbrud. Und mit Sicherheit auch über GOTTESMÖRDER. Wem aber der trveness-Faktor egal ist, bekommt wirklich erstklassige Musik geboten. Da lasse ich mich auch gerne schon mal als Hipster beschimpfen.
Infos:
Nojoy Records – 2012 (Tape)
Absurd Creature Records (12″)
2 Lieder / 25:19 Min.
http://gottesmorder.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/pages/Gottesmorder/144110928960937
http://gottesmorder.wordpress.com/
http://absurdcreaturerecords.wordpress.com/
http://nojoyrecords.wordpress.com/
Pingback: GOTTESMÖRDER News Galore · NecroSlaughter.de