NecroSlaughter.de https://necroslaughter.de Webzine für Death Metal, Grindcore, Crust, Black Metal und sonstigen Krach. Seit 2003. Thu, 27 Apr 2017 20:32:05 +0000 de-DE hourly 1 https://necroslaughter.de/wp-content/uploads/2016/07/apple-touch-icon.png NecroSlaughter.de https://necroslaughter.de 32 32 Escarnium – Interitus https://necroslaughter.de/2017/04/escarnium-interitus/ Thu, 27 Apr 2017 20:32:05 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16233 Read more »]]> Vor geraumer Zeit bekam ich ein Tape von „Rex Verminorum“ in die Hand und war von ein paar Songs ziemlich umgehauen. Geile Riffs und diese ungezügelte südamerikanische Wut. Echt beachtlich. Dennoch verlor ich ESCARNIUM dann etwas aus meinem Aufmerksamkeitsfeld. Mittlerweile ist viel Zeit vergangen und mit „Interitus“ bereits das zweite Album der Brasilianer draußen. Die ungezügelte Ruppigkeit ist vielleicht ein wenig gewichen, doch langsam oder zahm ist die Band bei Leibe immer noch nicht!

Vielmehr ist die finstere Aggression von ESCARNIUM auf „Interitus“ klar kanalisiert. Das Tempo ist konsequent hoch, die Riffs messerscharft kalkuliert. So sind die knapp 38 Minuten des Albums ein ordentlicher Föhnvorgang mit einigen richtig coolen, saumäßig morbiden Momenten. Doch ich muss gleichzeitig gestehen: Die besten Songs tummeln sich auf der zweiten Albumhälfte und ESCARNIUM entfalten ihr volles potential, wenn sie das Tempo mal bewusst rausnehmen.

So ist gerade „The Gray Kingdom“ in seinem runtergestimmten und schweren Auftakt extrem zerdrückend und hat eine echt düstere Stimmung. Und auch die mitreißenden Uptempo D-Beats aus „100 Days Of Bloodbath“ treiben ordentlich. Gleiches gilt für den mörderischen Groove aus „Human Waste“ (nein, kein Suffocation-Cover), das in seiner crusty Attitüde auch an Vomitory erinnert.
Dass ESCARNIUM aber nicht nur mit dem groben Knüppel drauf los holzen, beweisen sie in „Starvation Death Process“, „Radioactive Doom“ oder „Omnis Mortuus Est – Interitus“ sehr eindrucksvoll! Die Harmonie-Linien erinnern zuweilen an Nile und erzeugen eine richtig finstere und epische Atmosphäre.

Zwischen roher Knüppelei und düsteren Melodien streuen kleine Details dann die besonderen Momente. Beispielsweise die immer wieder mal gedoppelten Gesangslinien, die zusätzlichen Druck in die Songs bringen. Oder bewusste Geschwindigkeitsdrosselungen, damit ein mürbendes Downtempo dem Hörer den letzten Gnadenstoß versetzt. Oder eines meiner Lieblingsdetails: Die Derek Roddy-Blastbeats in „Omnis Mortuus Est“, wo im schnellen Geknüppel ein weiterer Snare-Schlag auf die zwei erfolgt. Ist vielleicht etwas nerdy ausgedrückt, aber macht ordentlich Groove und Eindruck.
Dazwischen immer wieder coole Soli, mal mehr in Richtung Walgesang, mal furios runtergeholzt und häufig düster-morbid.

Ein richtig herausragendes Album haben ESCARNIUM mit „Interitus“ vielleicht nicht abgeliefert. Aber durchaus ein sehr gutes Schlachtbrett zwischen gnadenlosem Gekloppe und düsterer Atmosphäre.


10 Lieder / 37 Min.
Testimony Records (2016, CD/Download)

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Rotten Pope – Rotten Tunes https://necroslaughter.de/2017/04/rotten-pope-rotten-tunes/ Thu, 20 Apr 2017 20:11:43 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16226 Read more »]]> Nach dem bereits beachtlichen Demo 2014, melden sich nun ROTTEN POPE mit ihrem Debütalbum zurück. Vielleicht erinnert man sich, die Band ist quasi eine „All-Star-Band“ des deutschen Undergrounds. Mit Mitgliedern aus (teils ehemals) Mental Amputation, Sucking Void, Necrotted, Apophis, Dawn Of Dreams, Revel In Flesh, Bitterness oder Havok liest sich das Line-Up bereits illuster. Wenngleich ROTTEN POPE mit all diesen Bands wenig zu tun hat, das hat ja bereits das Demo deutlich klar gemacht.

Auf „Rotten Tunes“ nimmt die Band nun die bereits guten Ansätze und legt in allen belangen noch mal ordentlich einen drauf. Das Mastering von niemand geringerem als Dan Swanö ist absolut druckvoll und zu keiner Sekunde überladen. Das war ein Manko, was den intensiven Durchföhn-Charakter des Demos doch etwas anstrengend machte. Auch das Artwork von Paul Carrick passt in seiner gewissen Schrulligkeit sehr gut zur Musik. Denn Death-Grind muss nicht gleich Death-Grind sein, wie ROTTEN POPE eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Klar, Stereotype müssen bedient werden. Und sollen es in so einem extremen Genre durchaus auch! So ist „Rotten Tunes“ eigentlich permanentes Ultraschalltempo. Midtempo-Passagen sind so rar gesät, dass ich nun keine nennen könnte. Vielmehr geht es durch diverse Abstufungen des Blastbeats, schnell, schneller, Gravityblast. Letzterer wird aber nur homöopathisch verwendet und setzt eigentlich immer gute Akzente. Dazu dann immer wieder fickenschnelle Doublebass, dass einem die Kinnlade auf die Tischplatte knallt. Die Extremität wird zwar immer songdienlich eingesetzt, dennoch ist Drummer Kay sicherlich nicht von diesem Planeten, sondern irgendwie per Anhalter durch die Galaxie nach Aalen gekommen.

Wenn ROTTEN POPE doch mal das Tempo „runter“ fahren, hauen sie sehr coole D-Beats raus und bringen deutlich mehr Crust und oldschool Grind in ihre Musik. Gerade „Urine Spring Break“ oder „Enlightment Of The Sickest“ haben diesen richtig schön rotzigen Vibe von Extreme Noise Terror. Ein wenig ist das vielleicht auch im Gesang geschuldet, der an einigen Stellen freilich Vergleiche zu Barney von Napalm Death zulässt und Reminiszenzen an alten Grindcore quasi herbeiruft.

Hin und wieder werden die Riffs auch schon mal etwas thrashiger. Doch lediglich „Odeur“ spielt mit etwas Thrash Metal, bevor es dann wieder ins Highspeed Geballer geht. Eher sind da griffige Melodien ein wichtiger Bestandteil auf „Rotten Tunes“. Mal so richtig morbid und griffig in „Advanced Human Annihilation“, mal eher dystopisch in „Scorponok“ oder richtig geil in dicken mehrstimmigen Teppichen ausgearbeiten wie in „Forgotten By Evolution“. Immer wieder durchziehen überraschende Leads die Songs. In „Betelgeuse Towel Massacre“ noch subtiler, in „Gutman“ schon stärker ausgeprägt. Oder oder oder.

Dazu der coole Gesang von Tommy, der von Barney zu fiesen Schreien eine breite Palette abliefert, stellenweise auch gedoppelt. Diese mannigfaltigen Bausteine machen ROTTEN POPE ziemlich eigenständig. Death-Grind, volle Suppe auf die Fresse. Aber keineswegs stumpf oder plump. Im Gegenteil, die Lieder sind verspielt und schaffen es immer wieder markante Momente zu präsentieren.
Trotz Brutalität und extrem hohem Tempo hat „Rotten Tunes“ echt ein paar Hits in petto und ist damit durchaus ein hervorragendes Death-Grind-Album.


9 Lieder / 32 Min.
CD/Download – Eigenveröffentlichung

https://rottenpope.bandcamp.com/
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Brutally Deceased – Satanic Corpse https://necroslaughter.de/2017/04/brutally-deceased-satanic-corpse/ Mon, 17 Apr 2017 20:29:52 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16220 Read more »]]> Eigentlich ist es ja eine totale Schande. Da hat Meister Paolo Girardi mal wieder ein erstklassiges Artwork gezaubert, und es wird mit so einem roten Flatschen verunstaltet. Das sieht doch aus, wie aus dem Ausverkauf bei Media Markt. Und nicht etwa wie eine hervorragende Death Metal Scheibe. Igitt, mehr fällt mir dazu echt nicht ein…

Doch von Anfang an: BRUTALLY DECEASED haben bereits mit ihrem Debüt „Dead Lovers Guide“ einen mehr als ordentlichen Eindruck bei mir hinterlassen. Aus irgendeinem Grund ist dann das zweite Album „Black Infernal Vortex“ leider gänzlich an mir vorbeigehuscht und nun bin ich auch noch mit meinem Senf zu „Satanic Corpse“ deutlich zu spät dran. Mea Culpa. Das heißt allerdings nicht, dass ich das Album seit der Veröffentlichung im August 2016 ignoriert hätte. Im Gegenteil, das Teil läuft so gut rein und runter, dass es regelmäßiger Gast in meiner Anlage war.

Die grobe Fahrtrichtung stand ja schon 2010 mit dem Debüt fest. Schwedischer Death Metal mit deutlich eigenem Anteil. Damals haben BRUTALLY DECEASED schon locker die Konkurrenz aus Ulm in die Tasche gespielt. Heute kann ich nur noch fragen: Who the fuck are Fleshcrawl? Gegen das furiose Feuer und die konsequent eigene Durftmarke der Tschechen, haben es ähnliche Bands aus der Stilistik verdammt schwer.

Vielleicht liegt das aber auch daran, dass BRUTALLY DECEASED nicht versuchen generischen oldschool Stockholm zu fahren, sondern ihre Wurzeln deutlich bei Dismember haben. Angefangen von einzelnen Zitaten, wie dem Stop’n Go aus „At One With The Dead“ oder den echt feschen Leads aus „The Art Of Dying„. Immer wieder kommen auch die Punk-Einflüsse heraus und geben einen dezenten Crust-Touch in die Lieder. Selten so offensichtlich, wie in „In Torment We Shall Strive„, aber immer wieder vorhanden.
Und natürlich: Wer Dismember sagt, muss auch Iron Maiden sagen. Das machen BRUTALLY DECEASED auch spätestens in bereits erwähntem „At One With The Dead“ überdeutlich. Doch auch an anderen Stellen finden sich die äußerst ausgeprägten Melodien und gedoppelten Harmonieläufe immer wieder. Ja, „Satanic Corpse“ ist quasi ein Melodic Death Metal Album. Allerdings zu keiner Sekunde weichgewaschen, poliert oder auch nur ansatzweise cheesy.

Im Gegenteil, BRUTALLY DECEASED kombinieren die prägnanten und melodischen Harmonien immer mit furiosen Blastbeats, donnernden Doublebass-Teppichen und extrem wütendem Gebrüll. In „Ruthless Cleansing“ gipfelt das schon fast in ein leicht hektisches Lead. Doch die Balance stimmt auf „Satanic Corpse“ durchweg. Derweil „The Disclosure“ noch ordentlich Gas gibt, erlaubt sich direkt das anschließende „Hostile Earth“ auch schon mal extrem schweres Downtempo und immer wieder finden sich fette Breakdowns, die das Tempo bewusst zugunsten des Drucks rausnehmen.
Schlussendlich gipfelt das ganze dann im extrem guten „In Torment We Shall Strive„, das nicht nur bereits erwähnte Crust-Einflüsse instrumentalisiert, sondern auch mit unheilvollen Riffs eine gänzlich andere Atmosphäre aufbaut.

Freilich kann man noch den ein oder anderen Moment erwähnen, wo die Riffs was thrashiger sind und vielleicht an At The Gates oder Desultory erinnern. Doch lenkt solches Namedropping nur davon ab, dass BRUTALLY DECEASED sich in der Retrowelle ausgezeichnet emanzipiert haben und mit ihrer melodischen, verspielten und dennoch brutalen Musik positiv hervorstechen. Ein dickes Gerät.


9 Lieder / 29:28 Min.
CD/LP/Download – Doomentia Records – August 2016

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Zusammenarbeit: Der Death Metal Shop von Lycanthropic Chants https://necroslaughter.de/2017/04/zusammenarbeit-der-death-metal-shop-von-lycanthropic-chants/ Sat, 15 Apr 2017 16:46:50 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16209 Read more »]]>

 

NecroSlaughter.de verkündet stolz die Zusammenarbeit mit dem kleinen Label LYCANTHROPIC CHANTS. Betreiber Steffen ist dank seiner Bands DISSOULED, CRYPTIC BROOD oder OPHIS wohl genau so bekannt, wie für die Konzerte, die er in Wolfsburg veranstaltet. Nun hat er mit LYCANTHROPIC CHANTS sein eigenes kleines Label gestartet und einen richtig guten Shop eröffnet. Schaut mal rein: http://lycanthropic-chants.de/
https://www.facebook.com/pg/lycanthropic.de




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Braincrusher Festival https://necroslaughter.de/2017/04/braincrusher-festival/ Sat, 15 Apr 2017 16:21:59 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16187 Read more »]]> 31.3. – 1.4.2017, Jahnhalle Hirschaid

 

Freitag

R: Ende 2016 flog uns ein Flyer vom Braincrusher Festival regelrecht in die Hände und weckte sehr schnell unser Interesse, was unter anderem daran lag, dass die Spanier Graveyard mit von der Partie waren. Zudem sollten auch Vidarängr auf dem Braincrusher spielen, was für uns immer ein guter Grund ist, auf Tour zu gehen. Aber auch Bands wie Purgatory, Venenum und Blood Incantation machten hungrig. Also war es nur logisch, dass es uns Ende März nach Hirschaid zog.
K: Das sonnige Wetter am Freitag nutzten wir erst mal für einen Abstecher nach Bamberg, wo wir uns den Tag in der Altstadt um die Ohren schlugen und die Wartezeit aufs Konzert mit Rauchbier und einem Besuch im örtlichen Plattenladen vertrieben. Am späten Nachmittag checkten wir schließlich in unserer Pension in Hirschaid ein. Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns auf in Richtung Jahnhalle, wo sich um halb sieben die Tore öffneten.

R: Als wir in der Jahnhalle eintrafen, war es besuchermäßig noch sehr überschaubar, der Veranstaltungsort hatte eine angenehme Größe und eine wirklich beachtliche Bühne, mit der wir so nicht gerechnet haben. Die erste Band, die das Braincrusher eröffnen sollte, waren die Nürnberger Goath. Neben allerlei Nebel gab es auch Fackeln, die mal so richtig schön die Jahnhalle einräucherten. Und so dauerte es auch nicht lange, bis Goath schön stumpf drauflos rumpelten. Bei Goath regierte ordentliches Geschepper, was in etwa die Richtung wies, wo es die nächsten zwei Tage lang gehen sollte.
K: Das Trio bot eine ziemlich aggressive und rohe Mixtur aus Death und Black Metal, die zwar gar nicht verkehrt klang, bei uns aber nicht so richtig zünden wollte. Das Ganze kam ein bisschen arg aufgesetzt böse rüber, was dann im Endeffekt eher bauerntramplig wirkte. Noch dazu die miefenden Fackeln … das lud nicht unbedingt dazu ein, bis zur letzten Minute bei der Sache zu bleiben. So streunten wir nach ein paar Liedern wieder nach draußen, um unser Bier in der Sonne und an der frischen Luft zu genießen.

R: Als zweite Band standen schon zu so früher Stunde die Engländer Cruciamentum an. Auf die waren wir beide sehr gespannt, und so war es an der Zeit, wieder in die Räucherhöhle zu gehen, denn allzu viel frische Luft ist ja auch nix. Was mich persönlich gerade am Anfang störte, war dieser furchtbare Schlagzeugsound. Denn zum einen war er viel zu laut, und auf der anderen Seite klang mir das Schlagzeugspiel schon fast ein bisschen zu technisch, aber auch zu sauber. Aber trotz alledem boten die Engländer einige Songs vom Album „Charnel Passages“ an, die mir doch ganz ordentlich reinliefen und meine ohnehin schon rasselkurzen Haare aufgrund der Wucht regelrecht zu Berge stehen ließen.
K: Der Sound wurde im Laufe des Sets zum Glück auch etwas optimiert, so dass die Sache zur Mitte hin weitaus mehr hermachte. Insgesamt fand ich Cruciamentum ziemlich cool, da hier nicht nur irgendwelcher standardisierter Old School Sound geboten wurde, sondern die Band hat wirklich abwechslungsreiche und eigenständige Songs am Start.
R: Gerade Sänger D.L. hatte ein sehr markantes, aggressives Stimmvolumen, und so drosch man etwas über eine halbe Stunde ein wahres Death-Metal-Gewitter durch die Halle. Ganz habe ich mir die Jungs dann doch nicht angeschaut. Irgendwie hatte ich dann ein wenig Bock auf Labern, so dass ich mich noch mit Leimy von Reckless Manslaughter unterhielt, der sich dann zu meiner Freude auch noch ein Krachmanifest eintütete (man hat halt Geschmack…).

K: Als nächstes standen die Schweden Reveal auf dem Programm, auf die ich echt gespannt war. Ich hatte vorab mal ins aktuelle Album „Flystrips“ reingehört, was mit seinem verdammt schrägen Death Metal irgendwie interessant, aber eben auch ziemlich stressig und schwer verdaulich klingt. Hier wurde also alles andere geboten als klassischer Schwedentod. Reveal kamen sehr verschroben rüber, ließen aber auch eine gehörige Portion Ruppigkeit nicht vermissen. Wer dachte, das ist irgendwelche intellektuell überfrachtete Kunststudenten-Kacke, wurde auf jeden Fall eines Besseren belehrt. Sehr amüsant fand ich zum Beispiel, wie der Sänger plötzlich aus heiterem Himmel seinem Kollegen am Bass einen derart heftigen Tritt verpasste, dass es den mal richtig schön auf den Arsch legte. Haha, spätestens da war klar, dass es hier neben abgefuckt schrägen Ideen auch nicht am nötigen dreckigen Rock’n’Roll-Spirit mangelt. Insgesamt war die Mucke zwar eher anstrengend, hatte aber immer wieder ihre coolen Momente, in denen sich psychedelische Einflüsse mit todesmetallischem Geschrote vermischten, und gerade gegen Ende hin kamen ein, zwei richtig coole Songs.
R: Echt jetzt? Sowas kann einem doch nur gefallen, wenn man Fusel trinkt. Puh, ich fand Reveal ehrlich gesagt einfach nur scheiße. Und für mich war es auch die einzige Band, die ich als Unfall ansehe, sowohl musikalisch als auch von der Livedarbietung. Keine Ahnung, was die Gattin an dieser Band fand. Ich hab mir diesen Murks mehr oder weniger drei bis vier Songs lang angetan und zum Glück nur mit einem Ohr hingehört, während ich mit Revenge-Daniel und Leimy über diese nervigen Schweden ablästerte. Einzig allein den coolen Schubser vom Sänger fand ich mal als Erhellungsmoment dieser Langweiler. Reveal sind für mich als Band einfach überflüssig. Hatte ich schon erwähnt, dass ich sie scheiße fand?

Nach diesem akustischen K(r)ampf war es dann an der Zeit für Venenum. Auf Venenum war ich recht gespannt, weil mir gerade ihr selbstbetiteltes Debüt von 2011 richtig gut reinlief, so dass es für uns beide klar war, dass wir uns schnell mal vor an den Bühnenrand gesellen. Venenum entfachten ein wahres dunkles Chaos mit ihren Songs, die einen fast schon in Trance versetzten. Der Sound passte ebenso, und so verwandelten Venenum die Jahnhalle in eine morbide, schwarze Höhle. Auch wenn die aktuellen Songs mir teilweise zu viel 70er Jahre Tendenzen atmeten und mir teils zu verspielt rüberkamen, konnten sie mich dennoch überzeugen.
K: Ich finde, dass sich Venenum bei aller Offenheit für untypische Einflüsse absolut ihren morbiden Death Metal Spirit bewahrt haben, und so kam auch dieser Auftritt wieder richtig schön finster rüber. Venenum kombinieren in ihrer Musik eine extrem düstere Atmosphäre mit einem Schuss Old-School-Dreck, das Ganze verpackt in richtig gute, packende Songs, und gerade diese Mixtur macht es eben aus. Auch der kehlig tiefe Growlgesang passt hier einfach saugeil, und live ist die Band auf jeden Fall ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Verdammt stark!

Bis dann schließlich Purgatory als letzte Band des Abends die Bühne enterten, war ich mittlerweile schon ganz schön betankt, so dass meine Erinnerungen an dieser Stelle langsam etwas verschwommen werden. Aber für den geradlinigen, aggressiven Traditions-Death-Metal war ich auf jeden Fall noch genügend aufnahmefähig, so dass es echt Laune machte, noch mal schön die Sau rauszulassen und den Sachsentrupp abzufeiern.
R: Oh Mann, es ist schon eine ganze Weile her, dass wir das letzte Mal Purgatory live gesehen haben, so dass wir beiden Suffköppe uns freuten, die Nossener wieder mal in Aktion zu erleben. Womit man gleich von Anfang an punkten konnte, war ein druckvoller Sound, coole und sehr passende Lichteffekte und ein wirklich gut aufgelegter Dreier (gemeint ist natürlich der Sänger). So hielt man sich auch gar nicht mit großartigem Vorgeplänkel auf und schoss gleich mal herrliche Old-School-Death-Metal-Salven von ihrem aktuellen Album „Omega Void Tribunal“ in die leider schon etwas müde Meute. Aber davon ließen sich die Nossener ganz und gar nicht aufhalten. War ich an diesem Freitag selber nicht so richtig in Abgehlaune, haben es Purgatory dann doch geschafft, mich in Schwung zu bringen. Leider hatte man das Gefühl, dass das Publikum dann ab der Hälfte des Sets immer weniger wurde. Entweder war es den Leuten einfach um die Uhrzeit zu schnell und zu heftig, oder sie hatten einfach keine Ahnung, haha. Fakt ist jedenfalls – trotz abkömmlichen Publikums bot das sächsische Death-Metal-Urgestein ein wahrlich geiles Brett, wo man immer mal wieder ein paar ältere Songs entdeckte. Irgendwann war dann mal Schicht im Schacht, die Band verschwand von der Bildfläche, aber die wenigen, die noch übrig geblieben waren, waren die wirklichen Maniacs, und so gab es nach ein paar Zugabe-Rufen tatsächlich noch einen allerletzten Song. Ich war jedenfalls restlos begeistert. Ein wirklich gut funktionierender Old-School-Haufen von Leuten, die wissen, wie es geht. Wer hier zu schnell abhaute und nicht durchhielt, ist nicht nur selbst schuld, sondern hat auch einen coolen Gig verpasst. Als dann Purgatory gegen 0:45 Uhr aufhörten, war es langsam auch für uns an der Zeit, uns auf den Weg zu machen.

K: Während wir die letzten Schlucke Bier aus der Flasche nuckelten, ergaben sich am Tresen noch ein paar dahingelallte Gespräche über interessante Themen wie die Haarpflege mit Teebaumöl. Rayk mit seiner pflegeleichten Kurzhaarfrisur interessierte das allerdings herzlich wenig, so dass wir uns dann schließlich doch losrissen, um uns auf den vermeintlich kurzen Fußweg zur Pension zu machen. Um noch ein paar Minuten einzusparen, kamen wir auf die super Idee, eine Abkürzung zu nehmen, was sich als großartiger Plan entpuppte.
R: Dadurch, dass wir im angrenzenden Nachbarkaff pennten (im Normalfall knapp 15 Minuten Laufweg), wähnten wir uns schon alsbald in der Waagerechten, und dafür wurde es auch Zeit, denn der Alkohol machte sich so langsam in vollen Zügen bemerkbar. Und so trotteten wir in totaler Dunkelheit los und merkten erst nach einer halben Stunde, dass wir uns auf der verkehrten Flussseite befanden, und benötigten schließlich für unsere super Abkürzung knapp eine Stunde, hehe. Der Heimweg ging in etwa so vonstatten: drei Schritte vor, zwei zur Seite und fünf rückwärts. Keine Ahnung, wie man das hinbekommt, wir haben‘s jedenfalls geschafft, so dass wir dann um halb drei endlich in unserer Pension ankamen.
K: Da bei mir die Feinmotorik inzwischen komplett ausgefallen war, hatte ich zu guter Letzt noch eine Menge Spaß bei dem Versuch, meine Kontaktlinsen rauszufummeln … Kurz und gut, der Abend war ein VOLLER Erfolg!

Samstag

R: Irgendwie hing ich noch vom Vortag ordentlich in den Seilen, und so richtig eilig hatte ich es ohnehin nicht. Denn die ersten beiden Bands waren Empyreal und Betrayal. Da mich die beiden Bands mit ihrer Mucke nicht wirklich ansprachen (also eigentlich überhaupt nicht), hatte ich auch nicht den Drang dazu, gleich um halb drei, als es losging, auf der Matte zu stehen.
K: Ich war zwar auch nicht fitter als Rayk, war aber der Meinung, dass mich weiteres Herumvegetieren im Zimmer auch nicht unbedingt nach vorn bringen würde. Darum gab ich mir um halb drei einen Ruck und schleifte meinen Kadaver Richtung Jahnhalle, in der Hoffnung, dort irgendwie zu mir zu kommen. Vidargängr trafen ebenfalls gerade am Ort des Geschehens ein, so dass ich gleich die Gelegenheit nutzte, ein paar Begrüßungsworte auszutauschen. Auch die Leipziger Trinksportgruppe war nach ihrem Jenaer Gig vom Vorabend noch nicht ganz regeneriert, was ich sehr gut nachfühlen konnte, haha. Also erst mal am Tresen eine Cola geholt und dann weiter die Lage sondiert…

Besuchermäßig sah es noch extrem mau aus, als mit Empyreal die erste Band auf die Bühne kletterte. Mit ihrem recht zahmen angeschwärzten Death Metal konnten mich die Franken allerdings nicht wirklich in Schwung bringen. Sicher, die Herren waren mit einer Menge Spielfreude am Werk, aber irgendwie wollte der eher melodische und nette Sound für meinen Geschmack nicht so recht aufs Festival passen. Ein paar Fans hatte die Band allerdings im Schlepptau, so dass sie nicht völlig unbeachtet spielen mussten. Ich trollte mich aber recht bald wieder nach draußen, um in der Sonne zu sitzen und ein bisschen zu quatschen.
Auch Betrayal konnten mich mit ihrem eher new schooligen Death Metal Sound nicht vom Hocker reißen, so dass ich auch hier nur mal kurz reinschaute. Inzwischen traf dann auch Rayk am Ort des Geschehens ein…

R: Für mich war es nun endlich an der Zeit, meine Leichenstarre abzuschütteln, denn ich wollte auf keinen Fall den Anfang von Vidargängr verpassen. Bis Vidargängr soweit waren, hatten wir noch die Gelegenheit, erst mal Cudgel-Chris guten Tag zu sagen und unseren Kumpel Fabian zu begrüßen und ihm mal ein bisschen Vidargängr schmackhaft zu machen, die ihm nämlich noch gar nichts sagten. Ja, wo gibt es denn so was?
K: Inzwischen hatten wir uns auch vorsichtig an unser erstes Bier herangewagt, und so langsam trafen doch noch ein paar mehr Leute in der Jahnhalle ein, auch wenn die Reihen nach wie vor recht licht waren. Gegen fünf Uhr legten dann Vidargängr los, und die letzte Lethargie war sehr schnell abgeschüttelt. Der intensive, alles niedermähende und zugleich ultrafinstere Black Metal prügelte einem in Windeseile alle Müdigkeit aus den Knochen. Immer wieder ein Phänomen, die Leipziger live zu sehen! Die Songs vom aktuellen Album „A World That Has To Be Opposed“ sind schlichtweg eine Macht, die einen gnadenlos überrollt, und das bestialisch wutentbrannte Gebrüll sorgte wie immer für den besonderen Wiedererkennungswert und eine Extraportion dreckige Räudigkeit. Es hieß also, schleunigst die Nackenmuskulatur in Schwung zu bringen!
R: Als der Nebel ein weiteres Mal die Jahnhalle heimsuchte, die Kerzen brannten, war die Zeit für die Saufband Vidargängr gekommen, den Franken zu zeigen, was es mit rabiatem Black Metal auf sich hat. Obwohl wir Vidargängr nun schon einige Mal gesehen haben, ist es für uns beide Bekloppten immer wieder eine Pflichtveranstaltung, den Jungs wenn möglich hinterher zu reisen. Wenn wir so weitermachen, bekommen Vidargängr wahrscheinlich noch einen Verfolgungswahn. Allein mit dem ersten Uuugh-Schrei von T.P. war auch meine Lethargie wie weggefegt. Vidargängr sind einfach eine wahre boshafte Macht im rasanten Highspeed Black Metal. Der Sound war roh, und so drosch man sich eine knappe Dreiviertelstunde durch ein wirklich dunkles, morbides Set, was keine Wünsche offen ließ. Das Bühnenoutfit und die Fuck-off-Attitüde passten bestens zur Musik. Da wir zwei Berufsbekloppten nicht nur rumstehen können, war natürlich klar, dass die erste Reihe vor der Bühne uns gehörte. Wirklich geiles Höllengeprassel mit einem abartig geilen präzisen Handwerk, was immer wieder für offene Münder sorgt.

K: Nach dem vollen Einsatz bei Vidargängr war jetzt eine kleine Verschnaufpause angesagt. Wir fläzten uns also draußen ins Gras, ließen den Schweiß trocknen und laberten erst mal eine ganze Weile. Arroganz hatten schon längst angefangen zu spielen, aber wir hatten es nicht sonderlich eilig, wieder nach drinnen zu kommen, da uns die Band in der Vergangenheit weder auf Scheibe noch live so richtig überzeugen konnte. Schließlich siegte aber zumindest bei mir doch die Neugier, so dass ich mich wenigstens aufraffte, mir die letzten zwei Lieder reinzuziehen. Und ich muss sagen, die Brandenburger Black Metaller gefielen mir überraschend gut. Die Songs kamen schön wuchtig und aggressiv rüber, und auch die Bühnenpräsenz der Band, die finster, aber nicht zu Klischee-überfrachtet wirkte, konnte positiv punkten. Gar nicht schlecht, und ich denke, ich sollte Arroganz vielleicht doch mal wieder im Auge behalten.
R: Während die Gattin im Nebelgeschwader Arroganz beiwohnte, machte ich keinerlei Anstalten reinzugehen. Lieber laberte ich noch mit Fabian und Silke eine ganze Weile über unser Heft, Oberschenkeltattoos, Bands, die man kennen sollte, und über schräge Erlebnisse auf dem Grind Here, Right Now in Trier.
K: Um nicht schon wieder total abzustürzen, wurde es nun Zeit, ein bisschen feste Nahrung zwischen die Kiemen zu bekommen. Der hungrige Metaller hatte in der Jahnhalle die Wahl zwischen Pizza und Leberkäs-Brötla, völlig ausreichend für eine vernünftige Grundlage. Also ließen wir uns vom übrigens durchweg netten und kompetenten Team am Tresen mal eine Pizzaecke servieren…

R: In der Zwischenzeit war es dann so weit, dass Krater anfingen zu spielen. Und eigentlich hatte ich vor, mir die Jungs anzuschauen, da mir ihr aktuelles Album „Urere“ verdammt gut reinläuft. Aber irgendwie bekam ich meinen Arsch nicht so richtig hoch von der Wiese, so dass ich nur mal kurz vorbeischaute.
K: Ich schlängelte mich mal wieder nach vorn in die erste Reihe, um ein bisschen mehr mitzubekommen, und ich muss sagen, ich fand den Auftritt von Krater ziemlich geil. Hier wurde recht eigenwilliger und abwechslungsreicher, aber vor allem verdammt atmosphärischer Black Metal geboten. Der Wechsel zwischen gebremsten, ruhigeren Parts und explosiven Aggressionseruptionen kam sehr cool rüber, und auch optisch wurde was geboten. Gerade der Sänger lieferte einen ziemlich besessenen Auftritt ab und sah mit seinem fiesen Corpsepaint und den abgerissenen Klamotten tatsächlich so aus, als würde er bei lebendigem Leib vermodern. Zwei Feuerschalen auf der Bühne unterstrichen noch mal die düstere Atmosphäre … ein absolut überzeugender Gig und verdammt finster.

R: Nachdem es jetzt zweimal in Folge Black Metal gab, war es endlich an der Zeit, dass es auch für die Death-Metal-Fraktion wieder was um die Ohren gibt. Als nächstes standen die aus Colorado stammenden Blood Incantation auf der Matte, von denen man in der letzten Zeit schon das ein oder andere coole Interview als auch wirklich durch die Bank weg vielversprechende Reviews las. Blood Incantation füllten die Halle mal so richtig. Die Amis zockten Old School Death Metal Sound mit leicht sperrigen und technischen Nuancen, der wirklich gut und abwechslungsreich umgesetzt wurde, so dass man es mit dem technischen Know-how nicht gar so übertrieb. Gerade Sänger Paul hat einen wirklich markanten, growlenden Gesangsstil, der sowohl sehr abwechslungsreich als auch sehr urig rüberkam, so dass in den Songs eine ganze Menge passierte. Gerade ihre Songs vom „Starspawn“ Album wussten vollauf zu überzeugen, wirkten sehr dunkel, abgefahren und ausdrucksstark. Leider gab es dann aufgrund einer gerissenen Gitarrensaite eine etwas längere Zwangspause, die wir dazu nutzten, erst mal frische Luft zu schnappen und draußen eine ganze Weile mit Patrick W. Engel zu labern. Aufgrund dessen, dass wir so im Laberflash waren, verpassten wir dann irgendwie den Anschluss, und wir hatten dann nur noch den Rest von Blood Incantation gesehen. Für mich war Blood Incantation die Überraschung des Festivals. Verdammt coole Band. Wer auf richtig gute alte Handwerks-Death-Metal-Kost steht, dem empfehle ich definitiv, mal die Jungs anzuchecken.

K: Nachdem mir Blood Incantation irgendwie zu technisch und zu typisch US-todesmetallisch klangen, war ich gespannt auf Drowned. Deren letztes Album „Idola Specus“, was teils ziemlich abgefeiert wurde, wollte bei mir nie so richtig zünden, aber man weiß ja nie, ob die Sache vielleicht doch live mehr hermacht. Prinzipiell mag ich ja diese Art von düsterem Death Metal … Allerdings ging es mir mit den Berlinern live ähnlich wie auf Scheibe: Cool gemachter Sound, aber es fehlen einfach die richtig guten Songs. So fand ich die Chose dann zwar ganz gediegen, aber auf Dauer konnten mich Drowned nicht fesseln, so dass ich mir nicht den kompletten Auftritt reinzog.

 

Umso größer war die Freude auf Graveyard, denn diese Spanier spielen nicht nur coolen Old School Death Metal, sondern haben spätestens seit ihrem letzten Album auch wirklich hammergeile Songs im Gepäck. Die Band war schon seit Freitag auf dem Festival unterwegs und hatte sich mit sichtlich guter Laune unters Publikum gemischt. Nun wurde es aber für die Spanier Zeit, selbst die Bühne zu entern.
R: Bevor es mit Graveyard losging, hieß es, noch mal Pizza und Getränke nachzuordern. Und nachdem der Soundcheck durch war, ging es dann auch mit urwüchsigem Old School Sound los. Ich hatte die Spanier schon seit längerem auf dem Radar, allerdings bin ich erst so richtig angefixt worden von ihrem aktuellen Album. Umso erfreuter war ich, dass sie den Erwartungen absolut vom ersten bis zum letzten Song standhalten konnten. Hier passte meiner Meinung nach einfach alles, angefangen vom Bühnenoutfit, hin dazu, dass die Band sehr gut aufeinander eingespielt war. Und gerade Sänger Fiar machte wirklich einen fantastischen Job, denn gerade seine Gestik und sein Körpereinsatz machten Graveyard auch live zu einer sehr spannenden und interessanten Angelegenheit.
K: Auch dem Rest der Band war die Spielfreude deutlich anzusehen. Gerade Bassist Julkarn fegte mit einer Menge Energie über die Bühne und feuerte immer wieder das Publikum an. Die Mischung aus ruppigen Riffs, leichten Doom-Anleihen und genialen Gitarrenmelodien kam live absolut geil rüber und war ein Festmahl für alle, die auf gut gemachten traditionellen Death Metal mit Wiedererkennungswert stehen.

R: Die Headliner dieses Abends hießen The Ruins of Beverast. Nachdem mir Fabian diese Band dermaßen anpries und sie mir fast ins Ohr eintätowierte, kam ich nicht drum herum, mir wenigstens ein Bild von dem Trupp zu machen. Einen Tag zuvor hatte ich via Bandcamp in ein paar Songs hineingehört, aber da war jetzt noch nichts dabei, was mich auf Anhieb so richtig mitziehen konnte. Aber dennoch war ich neugierig, ob die Band live das rüberbringt, was man allzu oft über sie liest.
K: Mir ging es mit Ruins of Beverast ähnlich – bis dato war ich mit der Band nicht wirklich warm geworden, wollte mich aber gern live eines Besseren belehren lassen. So richtig sprang der Funke aber nicht über. Der mal vertrackte, mal atmosphärische Black Metal hatte durchaus seine Momente und punktete vor allem mit einer eigenständigen Herangehensweise abseits des Einheitsbreis. Trotzdem kamen zwischendurch immer wieder viel zu lange Passagen, die völlig nichtssagend an mir vorbeiplätscherten. Auch der Gesang traf nicht meinen Geschmack, so dass hier, trotz einiger wirklich cooler Parts, kein einziger Song von vorn bis hinten zu fesseln wusste. So richtig losreißen konnte ich mich aber trotzdem nicht und zog mir schließlich fast den kompletten Auftritt rein.
R: Obwohl Ruins of Beverast jetzt nicht wirklich den Black Metal spielen, den ich bevorzugt höre, muss ich zugeben, dass sie einen recht düsteren, atmosphärischen Sound auffuhren, dem es sowohl an Kälte als auch an Aggressivität nicht fehlte. Mir waren die Songs teilweise ein bisschen zu vertrackt und auch etwas zu lang. Allerdings merkte man den Aachenern an, dass sie das Zeug hatten, das Publikum wirklich vor der Bühne zu halten, denn selbst beim letzten Song weit nach Mitternacht waren immer noch genauso viele Leute in der Halle wie am Anfang ihres Sets.

Fazit

K: Für uns war es der erste Besuch in Hirschaid, und das Festival konnte uns rundum überzeugen. Sehr coole Bands und eine durchweg lockere Atmosphäre, in der man nicht nur mit alten Bekannten ins Gespräch kam. Ziemlich befremdlich und nervig war lediglich die völlig unpassende Hintergrundbeschallung in den Umbaupausen (irgendwelcher neumodischer Plastikmetalsound), die uns des Öfteren die Haare zu Berge stehen ließ.
R: Auch das Publikum passte an diesem Wochenende gut zur Musik. Sprich, man war nicht umzingelt von diesen ganzen Wochenend-Metallern, EMP-Spackos und Party-Pommesgabel-Kunden. Es waren genau die Leute vor Ort, die vor allem wegen der Musik auf ein Festival gehen. So soll’s sein!

Rayk + Katja

PS: Der Konzertbericht wird übrigens auch in gedruckter Form in der zweiten Ausgabe unseres Krachmanifest Fanzines erscheinen.

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Statement: Die Selbstdemontage im linken Black Metal https://necroslaughter.de/2017/04/statement-die-selbstdemontage-im-linken-black-metal/ Wed, 12 Apr 2017 09:50:16 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16179 Read more »]]> Black Metal hat einen schlechten Ruf. Noch vor einigen Jahren hatte man gerade in linksautonomen Zentren immer wieder Erklärungsnot, wenn man ein Shirt oder einen Patch aus dieser Musikrichtung öffentlich zur Schau stellte. Stellenweise gab es begründete Kritik an manchem Namenszug, oftmals gab es aber auch den Generalverdacht: Black Metal sei Nazi-Musik.

Man muss gar nicht großartig Diskutieren. Es gibt viele faule Eier in der Szene. Angefangen von infantilen Provokateuren, die gerne mit der NS-Thematik kokettieren hin zu wirklich dämlichen Rassistenidioten, die mit ihrer Sub-Schublade NSBM richtig derben Mist verzapfen. Da sind einige Bands sicherlich auch zu Unrecht in Misskredit geraten. Und die häufig musikalischen Hintergründe aus dem Punk und Hardcore bei einigen Pionieren des Black Metals wurden ebenso vergessen, wie die kommunistische Einstellung von Øystein Aarseth schlicht wegignoriert wird.

Nun sind seit Anfangstagen und Hochphase der Stilistik einige Jahre ins Land gezogen. Das prinzipiell eher schlechte Image blieb weiterhin. Doch kamen langsam aber sicher immer mehr Bands, die sich von links in die Szene drängten. Angefangen bei den wohl bekanntesten Vertretern Wolves In The Throne Room hin zur aktuellen „Hipster-Black Metal“ Bewegung oder dem RABM – Red And Anarchist Black Metal.

Eigentlich könnte diese Entwicklung nicht schöner sein. Eine klare Gegenseite zum rechten Abschaum tritt auf den Plan und überlässt den Nazis nicht alleine den Black Metal. Dass musikalisch auch noch was frischer Wind in das stellenweise angestaubt und konservative Klangbild kommt, mag an dieser Stelle nur als positiver Seiteneffekt angemerkt werden. Denn nun kommt es unweigerlich zu einem unangenehmen Phänomen, das man beispielsweise aus dem Hardcore kennt. Oder heute generell aus diesem Internet, wo Menschen gerne denunzieren und diskreditieren.

Die politische Einstellung einer Band scheint für viele Menschen eher nebensächlich. Gar schlimmer ist es, welche Band mit welchen anderen Bands mal zusammengespielt hat oder gar wen kennt. Hintergründe und Motivationen sind den meisten Leuten da ebenso egal, wie klare Aussagen oder bereits genannte politischer Hintergrund bei der im Shitstorm versinkenden Band.

In der Vergangenheit hat so manches Festival oder Konzert in den sozialen Medien harsche Kritik einstecken müssen. Band XYZ spielt und die Kommentare in den Veranstaltungen laufen über, andere Bands sagen ab und zwingen schlussendlich gar so manche Veranstaltung gänzlich zur Absage. Ein kleiner Erfolg für die Internetaktivisten – und häufig ein finanzielles Desaster für den Veranstalter. Durchaus eine zwiespältige Geschichte. Keine Frage: Kein Raum für Nazis! Aber oftmals entflammt dieser Überenthusiasmus nicht aus begründeter Kritik gegen eine NSBM-Band, sondern aus jugendlichen Aussagen von infantilen Provokateuren, die sich heute teils beschämt davon distanzieren. Oder gar schlimmer: Die Welle der Empörung fußt auf Gerüchten oder hineininterpretierter Rechtsoffenheit, weil sich eine Band mal mit einer anderen Band die Bühne geteilt hat, die wiederum auf einem Label etwas veröffentlicht hat, wo auch eine Nazi-Band mal ihr Demo im Shop hatte.

Puh. Durchaus kein einfaches Thema. Wo ist Kritik und Widerstand berechtigt und wo ist die Argumentation dazu einfach nur hanebüchen?

Im aktuellsten Fall empfinde ich den entwachsenen Shitstorm schlichtweg lächerlich und gefährlich für den linken Black Metal. Es geht um die junge Band ULTHA, die am 16.04.2017 mit INQUISITION ein Konzert spielen. INQUISITION haben durchaus einen zweifelhaften Ruf, distanzieren sich allerdings auch von den Nazi-Anschuldigungen. Von einer solchen Stellungnahme kann man nun halten, was man will. Die bessere Frage ist allerdings: Will man die Bühnen von Black Metal Shows alleine vermeintlich Rechten überlassen oder will man, dass sich eine starke linke Bewegung deutlich daneben positioniert und Stellung bezieht?

Nun, scheinbar will man lieber das offene Engagement von Musikern diskreditieren. Da ist es vollkommen egal, dass ULTHA aus Musikern besteht, die ihre Wurzeln im linksautonomen Untergrund haben. Dass die Mitglieder aus der Hardcore- und Grindcore-Szene stammen und Kontakte zur aktiven Antifa haben. Lieber zerreißt man die Band nun im Internet und sagt ihre Konzerte ab.

Das ist so, als ob man Gegendemonstranten ankackt, weil sie auf Naziaufmärschen stören gehen.

Noch absurder wird die Geschichte, dass sich der Shitstorm auf ihr Label VENDETTA-Records ausbreitet. Ein Verlag, der sehr viel Musik aus dem linken Hardcore/Grindcore/Punk veröffentlicht hat, soll auf einmal rechtsoffen sein? Weil eine Band aus dem Katalog mal eine Show mit einer zweifelhaften Band spielt? Kommt schon, werdet erwachsen!

Wie viele Bands, die ihr liebt, haben bereits Shows mit Vollidioten gespielt? Bleiben wir mal im Hardcore: Sind DROPDEAD nun Moppelkotze, weil sie mit CRIPPLE BASTARDS zusammen gespielt haben? Doch im Ernst, was bringen solche Vergleiche an der Stelle?

Klar ist: Wir müssen klare Stellung gegen Rechts beziehen. Nicht nur in der Musik, sondern auch im Alltag. Aber wiederum auch klar in der Musik. Denn viel zu häufig heißt es: „Mir egal, dass die Nazis sind, die Musik ist aber geil!“. ULTHA beziehen Stellung – genau so wie andere Bands auch.
Und diese Haltung sollte man auch auf Konzerte bringen. Wir sollten rechten Bands nicht alleine die Bühne lassen, sondern mehr zeigen, dass es auch eine andere Seite gibt, die deutlich Position bezieht. Das klappt allerdings nicht, wenn wir uns selber gegenseitig demontieren. Sonst war es das schneller mit dem linken Black Metal als uns vielleicht lieb ist….

Update 15.04.2017:

Das ursprüngliche Statement von ULTHA wurde leider gelöscht. Mittlerweile gibt es ein aktualisiertes Statement:

Ultha ist eine Band von fünf Individuen, die für Ihre Ideale einstehen. Auch wenn für uns in erster Linie die Liebe zur…

Posted by ULTHA on Thursday, April 13, 2017

 

Die Band ist gerade auf Tour mit den US-Amerikanern WOE. Und zwei Stunden vor ihrem Auftritt auf dem Droneburg-Fesival, wurden sie spontan per SMS ausgeladen.

Das Statement vom Veranstalter:

Liebe Gäste des Droneburg Festivals,

entgegen unserer Ankündigung werden die Bands Ultha und Woe heute hier nicht spielen.

Grund ist die Teilnahme der Bands am Conspiracy Of The Damned -Festival in Rotterdam am Ostersonntag an dem als Headliner die Band Inquisition spielt welche wir dem NSBM zurechnen.

Wir werfen den Bands keine rechten Tendenzen vor, allerdings durchaus ein reinwaschen rechtsradikaler Bands. Dem möchten wir im Hafenklang keine Bühne bieten.

Leider erreichten uns diese Informationen so kurzfristig, daß eine rechtzeitige Absage nicht mehr möglich war.

Wir danken für euer Verständnis.

Karten können an der Abendkasse zurück gegeben werden.

 

Und schlussendliche die Stellungnahme von WOE:

UPDATE 16 April: Hamburg ist Droneburg have issued a statement explaining the cancelation was forced last-minute by the…

Posted by Woe on Friday, April 14, 2017

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Antrofagus – Methods Of Ressurection Through Evisceration https://necroslaughter.de/2017/04/autoantrofagus-methods-of-ressurection-through-evisceration/ Tue, 04 Apr 2017 19:20:43 +0000 https://necroslaughter.de/?p=15523 Read more »]]> Um ehrlich zu sein, ich hatte ANTROFAGUS nie so recht auf dem Schirm. Obwohl es sie bereits seit 1999 gibt. Allerdings ist die Band auch nie so wirklich aus den Hufen gekommen und haben ihr erstes Album auch erst 2012 veröffentlicht ließen sich zwischen ihrem ersten Album (1999) und dem Nachfolger mal eben 13 Jahre Zeit. Nun folgt mit „Methods Of Resurrection Through Evisceration“ das dritte Full-Length. Und in der aktuellen Trendbewegung zwischen Oldschool, Psychedelic und Okkult Death Metal, wirkt „M.O.R.T.E.“ fast schon ein wenig wie ein Anachronismus.

Wäre dieses Album in den 00er-Jahren dieses Jahrtausends veröffentlicht worden, wäre die Scheibe ordentlich abgefeiert worden. Brutaler Death Metal ohne sonderlich viele Schnörkel. Gelegentlich ein paar kleine Grooves und dezente Slams. Quasi wie nicht so prollige Devourment, die auf nicht ganz so übertrieben Defeated Sanity treffen. Und Namen wie Beheaded oder Hideous Divinity dürfen an dieser Stelle sicherlich auch fallen. Ein tierisches Brett, das den Hörer von Anfang bis Ende ordentlich durchföhnt und dennoch gelegentlich prägnante Erinnerungspunkte lässt.

Die stärksten Songs haben ANTROFAGUS schön in der Mitte des Albums eingebettet. Von „Chants For Abyzou“ bis „The Abyss“ folgt ein deftiger Nackenbrecher dem nächsten. Lediglich „Omnipotent Annihilation“ kommt nicht ganz an diese Qualität heran, überrascht dafür mit einem kurzen Cannibal Corpse-artigen Moment. Dazwischen gibt es fast nur stimmige Wechsel von sexy Groove mit mörderisch schneller Doublebass, dicken Slams, angedeuteter technischer Finesse und unheilvollen Einspielern in Riff und Soli. Gerade „The Abyss“ ist etwas „langsamer“, was allerdings beim prinzipiell hohem Tempo von „M.O.R.T.E.“ nur relativ ist. Die Harmonizer-Vocals am Anfang könnten dem ein oder anderen nicht gefallen. Dafür das beinahe majestätische Ende oder das morbide Solo umso mehr.

Das war aber auch das einzige Experiment mit Effekten auf dem Gesang. Sonst ist Tya zwar tief und kernig, liefert aber immer noch „menschlichen“ Gesang ab; gelegentlich verstärkt durch mehrere Spuren. Wer also tiefes Geblubber, Bree-Bree oder Frognoises sucht, ist hier genau so falsch, wie diejeningen, die hier lediglich für die Slams reinhören. ANTROFAGUS nutzt alle Elemente als Mittel zum Zweck.

So kann es auch mal vorkommen, dass ein Song wie „Quintesence Of Suffering“ vergleichsweise straight und fast schon gleichförmig durchfeuert. Damit kommt der Track nicht an die Qualität der Albummitte heran, findet aber dennoch Daseinsberechtigung auf dem Album. Und „Deception Of The Blood“ haut kurz vor Schluss noch mal ein paar nette Riffs heraus und präsentiert einen echt starken Song, der die kleinen Schwächen vom Vorgänger oder dem ebenfalls nicht so umwerfenden „Spawn Of Chaos“ gerne vergessen lässt.

Als Abschluss gibt es noch mit „Living The Fear“ ein ordentliches Malevolent Creation-Cover, das durchaus ins Gesamtbild passt, aber dennoch nicht gänzlich in den Stil von „M.O.R.T.E.“ assimiliert wurde.


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Resurgency – No World… Nor Gods Beyond https://necroslaughter.de/2017/04/resurgency-no-world-nor-gods-beyond/ Sun, 02 Apr 2017 19:49:55 +0000 https://necroslaughter.de/?p=15515 Read more »]]> Neuzugang bei FDA Records. Dort erscheint am 21. April das zweite Album von RESURGENCY. Indirekt passt die Musik von „No World… Nor Gods Beyond“ zwischen die Label-Kollegen Rude, Skeletal Remains oder Morfin, zocken die Griechen doch auch us-amerikanischen Death Metal alter Schule. Allerdings orientieren sich RESURGENCY nicht an Death, alten Gorguts oder Pestilence, sondern schauen eher in Richtung Morbid Angel, Vital Remains, alte Deicide oder Vader.

Mehr als einmal erinnern die gut 35 Minuten von „No World… Nor Gods Beyond“ an „Altars Of Madness“. Sehr viele Riffs und obskure Songstrukturen zeigen deutliche Parallelen. Und auch die furiosen Soli passen in diesem Vergleich. Wenn die Songs dann etwas aus der harschen Brutalität rauskommen und finsterer werden, kommen dabei richtig gute Nummern rum. „Through The Gates Inside Not“ oder „Celestial Commemoration“ sind richtig schön düstere Lieder. Doch auch wenn es mal hektischer zugeht, kann beispielsweise „Quartered Mental Existance“ deutlich überzeugen.
Schönster Moment ist allerdings der totale Morbid Angel-Worship „Upset Sun In Shades Deforms“.

Über seine Gesamtspieldauer kann „No World… Nor Gods Beyond“ jedoch nicht komplett überzeugend. An vielen Stellen fehlt einfach dieser schlüssige Fluss innerhalb der Songs. Oftmals wirken die Lieder durch die vielen Parts überladen oder schlicht irgendwie konstruiert. Das mindert deutlich das Hörvergnügen an „Emancipation By Knowledge“ oder gar dem eigentlich ganz gutem „Celestial Commemoration“ deutlich.

Schlecht sind ist das Album dadurch zwar nicht. Es fehlt aber dennoch an herausragenden Eigenschaften, als dass RESURGENCY sich hiermit gegen die übermächtige Konkurrenz in der Szene behaupten könnten.

Schade. Denn eigentlich war das eher Genre-untypische Artwork von Raúl González (u.a. Morbus Chron) schon ein schöner Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht kommen RESURGENCY mit ihrem dritten Album etwas mehr auf den Punkt.


(CD/Digipak, LP, Download – FDA Records – 21.04.2017)

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Encrypted – The Purge https://necroslaughter.de/2017/03/encrypted-the-purge/ https://necroslaughter.de/2017/03/encrypted-the-purge/#respond Tue, 28 Mar 2017 20:38:56 +0000 https://necroslaughter.de/?p=15508 Read more »]]> Doppeleinstand aus NRW. Mit diesem Release veröffentlichen sowohl Band wie auch Label ihr erstes Lebenszeichen für ein breiteres Publikum. Doch derweil ENCRYPTED zuvor schon zwei Demos verbuchen konnten, ist es die erste Veröffentlichung von Star Spawn Societey. Allerdings verbirgt sich hinter diesem neuen Namen auch kein Unbekannter in der Szene. Vielmehr dürfte Betreiber Hacker einigen noch vom Unholy Terror Fanzine und seinem anderen Label Obscure Domain Productions bekannt sein. Entsprechend sollte direkt klar sein: Es gibt düsteren Death Metal!

Und da überrascht es nicht, dass ENCRYPTED durchaus deutliche Parallelen zu Desecresy haben und mich in „Doomed“ sogar ein wenig an jüngere Deteriorot erinnern. Nicht unbedingt die schlechtesten Referenzen für die junge Band aus Nordrhein Westfalen.

Doch von Anfang: „The Purge“ ist eine MCD mit vier Songs, wovon gerade mal „Era Of Nothingness“ vom letzten One-Track-Demo wiederverwertet wurde. Der Rest der gut 23 Minuten scheint neues Material zu sein, wenngleich ich hier leider nur mutmaßen kann, da mir die beiden Demos fehlen und ich mich auf die Interwebz-Recherchen verlassen muss.

Oppose“ bietet vielleicht einen etwas verfälschten Einstieg in das Mini-Album. Das Tempo ist tendenziell eher schneller als bei den folgenden Songs. Dennoch zeigen sich hier die ungefähren Stärken und Schwächen von „The Purge“. Zu ersterem gehören definitiv die durchaus eingängigen und dennoch sehr düsteren Riffs und der entsprechend passenden Gesang. Als kleines Manko kann man aber bereits das Drumming ausmachen. In „Oppose“ fällt erstmal der etwas sterile Sound negativ auf. Später sollen noch ein paar eher seelenlose Blastbeats etwas das Hörvergnügen trüben. (Gerade in den eher eher moderaten Blasts von „Order Of Purity“).

Doch betrachtet man „The Purge“ mit den kleinen Abstrichen eher als breiter veröffentlichte Demo, gehen die Defizite an den Drums durchaus in Ordnung. Denn das Gesamtbild zeigt eine sehr gute Richtung. Besonders die eher langsamen Momente sind die deutliche Stärke von ENCRYPTED und wissen zu gefallen. „Doomed“ ist irgendwie griffig, wird dem Namen gerecht und bringt mehr Doom in den Death Metal. Irgendwie majestätisch und doch unheilvoll stimmt die Atmosphäre hier. Gleiches kann man auch nur über „Era Of Nothingness“ sagen, das gleichsam mit coolen Leads aufwartet und wo die eher langsamen Blastbeats wieder diese Reminiszenz zu Desecresy auslöst. Gleiches gilt auch für die Harmonieführung von „Order Of Purity“, nur dass das Drumming hier stellenweise etwas gefühllos wirkt. Vielleicht wäre hier weniger Geschwindigkeit besser für den Vibe gewesen.

Dass an der ein oder anderen Stelle das Songwriting etwas zu gut gemeint war, schlägt kaum zu Buche. Hier und dort gibt es zwar immer noch einen Übergang oder ein Zwischenspiel, das irgendwie angeflanscht wirkt, doch das fällt echt nicht negativ ins Gewicht. Dafür sind die Riffs und Leads zu sehr in die richtige Richtung geschossen, spielen mit düsterer Atmosphäre und griffigen Harmonieabfolgen. Das Potential für ENCRYPTED ist deutlich erkennbar und lässt über die kleinen Mankos gerne hinwegsehen. Ich bin echt gespannt, wie sich die Band auf kommendem Material entwickelt und wie das ENCRYPTED auf voller Spielzeit wirkt!

 


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Morfin – Consumed By Evil https://necroslaughter.de/2017/03/morfin-consumed-by-evil/ https://necroslaughter.de/2017/03/morfin-consumed-by-evil/#respond Tue, 28 Mar 2017 07:25:22 +0000 https://necroslaughter.de/?p=15502 Read more »]]> MORFIN sind mit ihrem zweiten Album am Start, und diesmal haben sie alle bisherigen Kritikpunkte ausgebügelt. Als Ergebnis ist „Consumed By Evil“ exzellenter Oldschool-Worship – vorausgesetzt, man limitiert dieses Schlagwort auf die US-amerikanische Ausprägung des Death Metals: Death, Gorguts, die neuen Vertreter Skeletal Remains und die niederländische Niederlassung Pestilence ihn ihren Frühtagen.

Bereits „Inoculation“ hat die Marschrichtung natürlich vorgegeben. Doch fanden sich auf dem Debüt noch einige Längen und Holprigkeiten, besonders in den Soli. „Consumed By Evil“ reduziert nun alles auf den Punkt. Gerade die Gitarren-Soli sind nun furios und sehr cool eingesetzt. Ansonsten bleibt es aber dabei, dass dieses Album primär die Leute anspricht, die „Scream Bloody Gore“ oder „Leprosy“ ordentlich abgefeiert haben.

Denn MORFIN bieten mit ihrem zweiten Output nicht mehr und nicht weniger. Frühen amerikanischen Death Metal mit leichtem Einschlag aus dem Thrash. Sehr gut umgesetzt. Dass man dies heute schon 1000 Mal gehört hat, ist an dieser Stelle durchaus egal. Und auch so kleine Innovationen, wie ein Blastbeat über dem trocken-angestaubten Riff in „Carcinogenic Parasite“ bringt da wenig an neuen Impulsen. Ja, seien wir ehrlich: Wenn wir Death weitergedacht hören wollen, hören wir Obscura oder Decrepit Birth. MORFIN bedient da eher die niederen, primitiven Gelüste: Schlichter Death Metal, volle Suppe auf die 12. Roh, ungezügelt und voller Feuer.

Unter diesem Aspekt ist „Consumed By Evil“ ein kurzweiliges und unterhaltsames Album geworden. Direkt, brutal und doch mit raffinierten Details garniert. Alleine die ehe subtil eingebrachten Bassläufe sind echt pfiffig. Doch ob man deswegen direkt hintereinander die zwei Instrumentals „Illusions Of Horror“ und „Posthumous“ braucht, bezweifel ich. Klar, die beiden Songs zeigen schön die Fähigkeiten der Saiten-Fraktion. Aber im Albumfluss könnte ich genau so gut darauf verzichten.

Ansonsten kann ich über „Consumed By Evil“ nur wenig meckern und maulen. Okay, die geklimperten Gitarren von „Embodiment“ oder im Intro von „Illusions Of Horror“ sind lauter als der Rest vom Song und auch an sich ist die Produktion eher etwas matschig und schwachbrüstig. Ist aber egal. Der Vibe der Scheibe stimmt. Und da stört mich auch null, dass MORFIN lediglich ein sehr guter Worship der alten Schule ist! Da haben beispielsweise Gruesome durchaus belangloseres Material herausgehauen.
Deswegen gibt es für „Consumed By Evil“ durchaus eine dicke Empfehlung für alle Fans alter Death, alter Gorguts und alter Pestilence.

Das ganze gibt es wieder in einem traditionellen Artwork, wenngleich diesmal weniger im Locke denn mehr im Seagrave-Style, auf CD, klassischer Vinyl und für den digitalen Nomaden auch als Download. Choose your Destiny – und lasst euch vom Opa nicht einreden, was das einzig wahre Format für euch sei. Music is beautiful, in all shapes :*

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Graveyard Ghoul – Slaughtered – Defiled – Dismembered https://necroslaughter.de/2017/03/graveyard-ghoul-slaughtered-defiled-dismembered/ https://necroslaughter.de/2017/03/graveyard-ghoul-slaughtered-defiled-dismembered/#respond Mon, 06 Mar 2017 20:03:23 +0000 https://necroslaughter.de/?p=15495 Read more »]]> GRAVEYARD GHOUL beweisen fluffige Beständigkeit und hauen mit „Slaughtered – Defiled – Dismembered“ ihr drittes Album im zwei-jahres-Takt heraus. Natürlich bleibt sich die Band treu, bewegt sich keinen Moment vom Low-Fi-Sound oder der bekannten Mischung aus Autopsy-Doom/Death, etwas Saint Vitus-Harmonie und rohem Impetigo-Punk weg. Das sollte Fans der der bisherigen Alben durchaus gefallen, bietet aber auch ein paar kleine Fallstricke für die Band.

Zunächst ist der Sound von „Slaughtered – Defiled – Dismembered“ eine kleine Einstiegshürde. Etwas flachbrüstig brettert das Album aus den Boxen. Klar, die Instrumente haben ihre differenzierten Frequenzbereiche. Doch hatte beispielsweise der lebende Friedhof etwas mehr Wumms unter der Haube. Auch ist der Gesang nicht unbedingt homogen im Klangbild verortet und ist gerade im eröffnenden „Mouledered To Madness“ weit ab vom Rest der Band. Das relativiert sich zwar im weiteren Alben-Verlauf und fällt eigentlich nur beim Reifert-Worship-Vocals so richtig auf, macht aber dennoch im ersten Moment den Zugang zum Album eher sperrig.

Klar, wer GRAVEYARD GHOUL schon kennt, der erwartet keine geschliffene Produktion – oder will es zuweilen auch gar nicht. Dennoch verschenkt die Band hier etwas Potential. Trotz klar erkennbarer Protagonisten, hätte ich mir gelegentlich etwas mehr Freistellung am Bass gewünscht, werden hier doch mitunter die spannendsten Läufe rausgehauen. Der Tieftöner im Allgemeinen findet im Metal als Instrument wenig Beachtung und wird meist lediglich als Kompressor für den Druck von unten verwendet; pfiffige Harmonielinien sind eher selten. Und gerade bei einer eher geradlinigen und direkten Band wie GRAVEYARD GHOUL ist ein intelligenter Bass eine spannende Zutat, die man nicht so einfach untergehen lassen sollte.

Zugegeben, an ein paar Stellen werden die guten Doom-Läufe, die zwischen Gitarre und Bass gedoppelt gespielt werden, am Tieftöner durch Effekte betont, Das ist allerdings nur die halbe Miete.

Und ich muss gestehen: „Slaughtered – Defiled – Dismembered“ lässt etwas den punkigen Repuked-Touch vermissen, der die vorigen Outputs so wunderschön rotzig gemacht hat. Dieses Mal sind GRAVEYARD GHOUL eher im stampfenden Heavy Metal Midtempo unterwegs oder scheppern sich durchs schnelle Polka-Ufta-Ufta. Zugegeben, rohes, ungehobeltes Gebolze macht ordentlich Spaß. Doch über die Spieldauer von fast einer dreiviertel Stunde ist es auch gelegentlich monoton. Mehr als einmal kommt das Déjà-vu, dass man Riff-Aufbau und Songstruktur schon mal gehört hätte.

Doch: Ganz haben GRAVEYARD GHOUL den Punk allerdings nicht verloren. „They Won’t Stay Dead“ ist immer noch dreckiger Rotz und gerade „Born Without Bones“ hat eine wunderschön überraschende Wendung in den Skank-Beat.

„Pestilent“ hingegen nimmt eine gänzlich neue, für die Band ungewohnte Entwicklung. Der Refrain ist unglaublich griffig, animiert zum Mitsingen und erinnert an bisher unbekannte Einflüsse von ganz frühen Death oder eben den potentiellen Namensgebern Pestilence. Der wohl abwechslungsreichste Song der Scheibe, wenngleich in einigen Details durchaus auch andere Lieder um diesen Titel buhlen.

Ich für meinen Teil hätte mir für „Slaughtered – Defiled – Dismemberes“ noch etwas mehr vom schönen Uptempo D-Beat der Vorgänger gewünscht. Gleichsam auch etwas weniger von den eher gleichförmigen Ufta-Ufta-Passagen. Hier hätte eine Straffung dem Album gut getan und mit weniger Spielzeit vielleicht wesentlich mehr Eindruck gemacht. Wer sich aber an diesen Details nicht stört, bekommt von GRAVEYARD GHOUL abermals: Rohes, dreckiges Gepolter zwischen Autopsy-Death Metal, Saint Vitus Doom, klassischem Heavy Metal und gelegentlichem Impetigo-Blastbeats.

Infos
11 Lieder / 43 Min.
Go Fuck Yourself Productions (Tape/LP 2016) / Final Gate Records (CD 2017)

https://www.facebook.com/GraveyardGhoul/
https://finalgaterecords.bandcamp.com/album/slaughtered-defiled-dismembered

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Benighted – Necrobreed https://necroslaughter.de/2017/02/benighted-necrobreed/ https://necroslaughter.de/2017/02/benighted-necrobreed/#respond Tue, 28 Feb 2017 20:35:54 +0000 https://necroslaughter.de/?p=15491 Read more »]]> Über BENIGHTED muss man wohl nicht mehr viel erzählen. MIt ihrer kontemporären Mischung aus Death Metal alter und neuerer Schule wie einer Priese Grindcore haben sie sich mittlerweile zu Recht eine ordentliche Fan-Basis erspielt. „Necrobreed“ festigt diese Position abermals und präsentiert sich als ein äußert abwechslungsreiches und kurzweiliges Album. Perfekt für jeden, der sich in einer Schnittmenge aus Dying Fetus, Aborted, Gorerotted/The Rotted und Cattle Decaptiation wohl fühlt.

Nach einem mehr oder minder obligatirischen wie auch recht unnützen Intro geht es direkt ordentlich zur Sache. Catchy Harmonien treffen auf crusty Riffs und angenehm dynamische Songstruktur. Die Wechsel zwischen Groove und Grind aus „Reptilian“ sind bereits prototypisch für die restlichen 38 Minuten des Albums. Gleiches gilt auch für den schicken Wechselgesang zwischen allen erdenklichen Arten des Death-Metal-Gegrunzes: Guturale Growls, harshe Shouts, fiese Schreie und ein Wenig Bree-Bree.

Zugegenen: Viele altbackene Möppernasen mögen sich an manch modernen Elementen auf „Necobreed“ stören. Bree-Bree-Gesang, ein paar Einflüsse aus dem Hardcore in den RIffs, hier und dort mal ein Subbass oder ein anderer Soundeffekt um einen Breakdown einzuleiten. Am krassesten dürfte da wohl „Cum WIth Disgust“ dem ein oder anderen missfallen, ist es mit seinem Bass und Schlagzeug Auftakt und abwechselndem Gesang doch sehr nahe am prolligen Beatdown.

Doch auch wenn BENIGHTED sich vieler ansonsten doch verpönten Stilmittel bedienen, werden diese nie zum Selbstzweck verwendet, wie es manch andere Deathcore/Slam Death Metal oder Beatdown-Band zu machen scheint, sondern als geschickte Akzente eingesetzt. So richtig prollo oder dumpf wirkt „Necrobreed“ zu keiner Sekunde, sondern durch die deutlich betonten Wurzeln im Death-Grind angenehm aufgefrischt durch die besagten Einflüsse.

Und so jagt eigentlich ein griffiger Song den nächsten. Mal eher groovy, mal etwas thrashy, dann – wie gesagt – angedeutet prollig oder auch mal ziemlich apokalyptisch mit unheilvollen, dissonanten Melodien und heftigsten Gravity-Blastbeats. Alles immer im stetigen Fluss und mit teilweise überraschenden Wendungen. Gleichzeitig aber auch mit großem Wiedererkennungswert.

Ja, manche Refrains sind schon so griffig runtergebrochen, auf Mitsingbarkeit ausgelegt, dass es schon fast wieder cheesy ist. Doch in der Mischung entstehen schlicht gute und eingängige Songs. Ein Aspekt, den viele andere Bands des Genres heute gerne schon mal vergessen.

So gut „Necrobreed“ am Stück funktioniert, mag ich dennoch zwei Lieder besonders hervorheben. „Forgive Me Father“ fusioniert wohl am eindrucksvollsten Crust-geschwängerten Death-Grind mit einer Priese Hardcore, Cattle Decaptitation Dystopie und etwas Mathcore-Chaos zum Schluss. Dazu wird der Song noch mit Gastvocals von The Black Dahlia Murder-Trevor garniert. Ein echt leckeres Sahnestück!

Und von Gesangslinien, Aufbau und Gitarren-Riffs hat mich das scheinbar deutschsprachige „Der Doppelgänger“ extrem an die leider verblichenen Jack Slater erinnert. Auch könnte ich fast schwören, dass einige Gesangspassagen vom Horn begesteuert wurden. Doch Pustekuchen, die einzigen Gastbeiträge sind vom genannten Trevor und zwei mir unbekannten Sängern in „Cum With Disgust“ (Arno) und dem Intro (Asphodel).

Am Ende huschen die fast 40 Minuten unterhaltsam und kurzweilig vorüber. BENIGHTED haben mal wieder ein gutes Album mit den besten Einflüssen aus Death und Grind sowohl alter wie auch moderner Schule abgeliefert. Ich finde, so sollte moderner Death Metal klingen: Brutal, markant, griffig und abwechslungsreich. Dass es an wirklich herausragenden Momenten fehlt, ist mir egal. Das Grundniveau von „Necrobreed“ ist ordentlich und die Platte macht einfach schnörkellosen Spaß. Die Band hat alles richtig gemacht, und der Käufer macht sicherlich nichts verkehrt.

Infos
12 Lieder / 38 Min.
Seasons Of Mist / 02/2017

https://benighted.bandcamp.com/
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Cryptic Brood – Brain Eater https://necroslaughter.de/2017/02/cryptic-brood-braineater/ https://necroslaughter.de/2017/02/cryptic-brood-braineater/#respond Fri, 24 Feb 2017 21:26:14 +0000 https://necroslaughter.de/?p=15483 Read more »]]> Nach einem beachtlichen Demo, den Splits mit Restos Humanos und den Friedhofsschändern Graveyard Ghoul und der „Wormhead“-EP, konnten sich CRYPTIC BROOD bereits einen ordentlichen Namen in der Szene machen. Viele Gigs, von kleinen schmuddeligen AZs hin zum großen Party.San-Festival, brachten einen weiteren Teil zur guten Reputation der Wolfsburger. Viele Leute wünschten sich schon bald ein komplettes Album. Nun kommt endlich der „Brain Eater“ über Xtreem Music. Und vorweg kann man sagen, dass es das bisher beste Material der Band ist!

Dem bisher bereits markant etabliertem Trademark-Sound bleiben CRYPTIC BROOD nach wie vor treu. Doomed-To-Death Metal. Mal so richtig fies zäh, schleimig schleppend, nur um dann im nächsten Moment sprunghaft drauf loszuprügeln. Natürlich werden die Autopsy-Fans da wieder die Tränen in die Augen schießen.

Doch wirkt  „Brain Eater“ vielschichtiger und abwechslungsreicher als das vorhergegangene Material. Viele Stellen zeigen deutlich in alten Grindcore, vielleicht sogar Goregrind der Marke Impetigo und gelegentlich zieren kleine Momente aus D-Beat/Crust die Lieder. Ja, im Titeltrack gibt es sogar ein klein wenig Speed Metal-Gitarre im sonst ranzigen Gebolze.

Kein Wunder, dass bereits „A Box Full Of Bones“ direkt aus vollen Kanonen schießt und den Hörer für sich gewinnen kann. Zäher Auftakt und dann direkt im groovy Boogie-Woogie weiter. Und CRYPTIC BROOD haben nicht vor nach diesem fetzigen Auftakt auch nur ein wenig nachzulassen. „Urban Coffin“, „Ridden With Dementia“, „Brain Eater“ oder „Until It Starts To Rot“ sind allesamt extrem gut gemachte Nummern zwischen Doom, Death und dieser Priese Grind, die dem Album einen besonderen Touch gibt.

Besonders profitiert das Album aber an den gewachsenen Musikern. Die Expertise der vielen Auftritte hat die Band scheinbar reifen lassen; die Riffs sind echt der Hammer. Dreckig, direkt aber dennoch sehr griffig und eingängig. Bereits beim ersten Hördurchlauf bleibt das Album im Kopf und man erkennt die Lieder schnell wieder.

Die Instrumente sind gut aufeinander abgestimmt. Gerade wenn der Bass die wunderschönen Doom-Riffs der Gitarre begleitet. Oder gerade, wenn der Bass mal etwas anderes macht. Dazu das angenehm abwechslungsreiche Drumming und das Bild ist angenehm stimmig – so konträr das zum rotzig-schleimigen Stimmungsbild von „Brain Eater“ vielleicht auch klingen mag.

Dazu dann der richtig coole Wechselgesang zwischen wütend-heiserem Keifen und ordentlich tiefen Growls. In „Maggot-Infested Flesh“ sogar dreistimmig hervorgetragen.

Verpackt wird der „Brain Eater“ dazu in ein echt schickes Klanggewand. Die Produktion ist roh, hat zig Ecken und Kanten. Doch gleichzeitig ist sie angenehm transparent und druckvoll. Die einzelnen Instrumente haben ihre jeweiligen Frequenzbereiche und kommen sich nicht in die Quere, das Schlagzeug darf poltern und scheppern, klingt dennoch klar und warm. Der Gesang ist homogen ins Gesamtbild eingefügt. Loudness-War oder polierten Hochglanz-Sound darf man nicht erwarten – oder will man für diese schmutzige Interpretation des Doom/Death Metals auch gar nicht. Im Kontext klingt das Album einfach rund und extrem gut. Ich bin begeistert, wie sich differenzierter Sound und dreckiger Friedhofsmoder so gut zusammenfügen.

Wie bereits eingangs erwähnt, haben CRYPTIC BROOD hier wohl ihr stärkstes Material abgeliefert, das durchaus auf Albumlänge sehr gut funktioniert und immer wieder in meiner Anlage landet. Wer die Band bisher mochte, wird „Brain Eater“ lieben. Und wer bereits die vorigen Releases abgefeiert hat, wird dem Album erst recht seinen eigenen kleinen Altar aufbauen. Die CD kommt via Xtreem Music. Die Schallplatte folgt noch über Terror From Hell Records, allerdings fehlen mir dazu noch die weiteren Informationen. Also haltet die Ohren offen!

Infos:

9 Lieder / 35:06 MIn.
Xtreem Music (CD) / 01.03.2017

https://crypticbrood.bandcamp.com/
http://www.crypticbrood.de/
https://www.facebook.com/CrypticBrood

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Krachmanifest Ausgabe 1 https://necroslaughter.de/2017/01/krachmanifest-ausgabe-1/ https://necroslaughter.de/2017/01/krachmanifest-ausgabe-1/#respond Sun, 29 Jan 2017 19:38:50 +0000 http://necroslaughter.de/?p=15476 Read more »]]> Nachdem das Hammerheart-Fanzine nicht mehr ist, haben die beiden ehemaligen Autoren Katja und Rayk nun ihr eigenes Ding. Rayk hat zwar zuvor bereits auch fleißig hier bei NecroSlaughter.de mitgeschrieben, aber es geht halt nichts über ein richtiges, gedrucktes Fanzine. Und für den ersten Wurf, macht das KRACHMANIFEST einen sehr guten Eindruck.

Auf 88 Seiten, inklusve Einband, überzeugt diese erste Ausgabe mit einem kohärenten Design und aufgeräumten, gut lesbaren Layout. Ohne verkrampft einen Cut’n Paste Look zu erzwischen, sind die Texte in zweispaltiger Anordnung mit gut lesbarer Schriftgröße. Bilder lockern alles ein wenig auf, mal mit mehr und mal mit weniger Bezug zum untermalten Text. Bei den Interviews finden unterschiedliche Schriftarten ihren Einsatz, was das gesamte Heft noch etwas abwechslungsreicher macht, als es die stilistische Mischung ohnehin schon erlaubt. Dabei wird glücklicherweise auf unleserliche Fraktalschriften verzichtet, die so manch anderem Fanzine schon eine Kooperation mit dem örtlichen Optiker einbringen könnten.

Thematisch ist das KRACHMANIFEST breit aufgestellt. Von Black Metal mit Sarinvomit, Wode oder Sun Worship über Death Metal mit Cryptic Brood oder Graveyard zu Grindcore bei Plastic Surgery Disaster, Violent Frustration oder Fiend wird die Palette der extremen Metal-Spielarten gut abgedeckt. Dazu gibt es noch als Special ein Interview mit Rødel Records und den Machern vom Masters Of The Unicorn-Festival, das natürlich auch einen ausführlichen Bericht spendiert bekommen hat. Dazu gibt es noch Konzert-Reviews für das Wir Sind Dei Toten Fest, Necrosabbat Ritual oder die Revel In Flesh Release-Show.

Die obligatorischen Reviews wurden auf zwei Stellen im Heft aufgeteilt. Weiter vorne gibt es die „Krachkonserven“ A bis I und weiter hinten folglich J bis Z, denen dann noch ein paar Besprechungen von anderen Fanzines folgen. Insgesamt mussten 88 Tonträger und 6 Magazine auf die Richtbank und bieten sogar eine noch weitere Bandbreite. Von Ramones-artigem Punk über Black/Death Metal zu Grind/Powerviolence/Hardcore ist eine Menge zu entdecken dabei.

Wer Katja und Rayk bereits vom Hammerheart oder hier kennt, weiß, dass die Fragen immer sehr ausgiebig und detailverliebt sind. Folglich kommen richtig interessante (Wode, Graveyard, Cryptic Brood), lockere (Masters Of The Unicorn) und intensive (Plastic Surgery Disaster, Rødel Records) Gespräche dabei rum. Leider liegt nicht alles in der Macht der beiden Macher, sondern ist auch etwas vom anderen Gesprächspartner abhängig. So fand ich das Gespräch mit Sun Worship nicht so mitreißend und Sarinvomit haben sich als komplette Luftpumpen dargestellt – da vergeht mir direkt die Lust, mich überhaupt irgendwie mit der Band zu beschäftigen.

Doch von so kleinen Wermutstropfen lässt sich der Gesamteindruck nicht trüben. Das erste KRACHMANIFEST ist ein gut gemachtes und kurzweiliges Fanzine geworden. Für den äußerst fairen Preis von gerade mal 3 Euro zuzüglich Versand, sollte man schnellstmöglich seine Ausgabe bestellen. Denn viele sind wohl nicht mehr da und die erste Auflage echt limitiert. Wer kein Glück mehr hat, sollte aber definitiv ein Auge auf die nächste Ausgabe haben!

Kontakt: krachmanifest@gmx.de

Infos auf http://www.adnoctum.de

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Werbung: Krachmanifest #1 https://necroslaughter.de/2017/01/werbung-krachmanifest-1/ https://necroslaughter.de/2017/01/werbung-krachmanifest-1/#respond Mon, 09 Jan 2017 20:51:25 +0000 http://necroslaughter.de/?p=15472 Read more »]]> 2017-Krachmanifest-Nr1Es ist soweit! Nach dem Ende des Hammerheart-Fanzines, haben Katja und Rayk ihr eigenes Ding auf die Beine gestellt! Der ein oder andere kennt vielleicht ihre Beiträge hier auf dem NecroSlaughter und weiß: Die beiden haben Ahnung und stehen auf gute Musik! Grindcore, Death Metal und gelegentlich auch schon mal Black Metal.

Entsprechend spannend liest sich auch die Inhaltsangabe vom KRACHMANIFEST #1:

Es gibt ein Interview mit den Machern vom Masters of the Unicorn (und natürlich auch einen Bericht über das letzte Festival) und viele andere Gespräche: FIEND (Grindcore, USA), Graveyard (Death Metal, Spanien), Plastic Surgery Disaster (Grindcore, Deutschland), RØDEL Records (Grind/Hardcore Label aus Deutschland), Sarinvomit (Black Metal, Türkei), VIOLENT FRUSTRATION (Grind/Death, Deutschland), WODE (Black Metal, England),Cryptic Brood (Death Metal, Deutschland) und Sun Worship (Black Metal, Deutschland).

Zu bestellen gibt es das ganze für 3 € zzgl Versand und Verpackung unter krachmanifest@gmx.net .

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