NecroSlaughter.de https://necroslaughter.de Webzine für Death Metal, Grindcore, Crust, Black Metal und sonstigen Krach. Seit 2003. Wed, 16 Aug 2017 21:10:38 +0000 de-DE hourly 1 https://necroslaughter.de/wp-content/uploads/2016/07/apple-touch-icon.png NecroSlaughter.de https://necroslaughter.de 32 32 14472857 Casket – Ghouls Of Filth https://necroslaughter.de/2017/08/casket-ghouls-of-filth/ Wed, 16 Aug 2017 21:07:03 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16396 Read more »]]> CASKET. Was ein schöner Klischee-Name. Deswegen sollte man diese hier nicht mit der gleichnamigen Band aus Reutlingen verwechseln, die gerade im süddeutschen Raum schon mal Konzerte geben und seit 1990 bereits ihr Unwesen treiben. Nein, hier handelt es sich um das erste Lebenszeichen von Marco Brinkmann, der seine CASKET seit 2016 komplett im Alleingang betreibt. Gut, für das Einspielen der Drums bekam er Unterstützung von S. Genözider, den man vielleicht von Quintessenz, Bulldozing Bastards oder Vulture kennt. Doch im Endeffekt sind diese CASKET ein Ein-Mann-Ding aus Detmold, Nordrhein-Westfalen.

Geboten werden auf „Ghouls Of Filth“ vier Songs mit knapp siebzehn Minuten Spielzeit. Klassischer Death Metal. Nichts sonderlich originelles, aber durchaus sehr gut umgesetzt. Die Grundzutaten sind frühe Death und Autopsy. Dazu gibt es hier und dort leichte Einflüsse aus anderen Bands, die aber im Gesamtbild nicht sonderlich heraus stechen, sondern das große Ganze eher stimmig erweitern.

Entsprechend mag man eigentlich nur brüllen: „Scream, Bloody, Gore!!!!“. Besonders im eröffnenden „Flesh Winter“. Doch spätestens „Ghouls Of Filth“ fordert dann selber das „Mental Funeral“. Dreckig, rotzig, und definitiv interessant für Leute, denen Chapel Of Disease mit dem zweiten Album zu progressiv geworden, oder denen Morfin, Skelethal Remains und Rude nicht dreckig genug sind.

„Sadistic“ bringt dann aber doch ein paar interessante neue Aspekte auf das Tape. Treibende rhythmische Spielereien und richtig schön morbide Harmonien.
Und so fordert „Covered In Guts“ mehrfach zum Mitsingen auf und explodiert förmlich in furiose Soli. So richtig schön ranzig und angepisst. Ohne dass CASKET jemals in Blastbeats oder sonstige Extrema ausbrechen müssen. Mid- und Umptempo beherrschen „Ghouls Of Filth“, durchzogen von ein paar schönen Breakdowns in zähes und schleppendes Downtempo. Immer untermalt von einem hervorragenden Bass. Knarzig, scheppernd und gut hörbar. Ach, warum wird dieses Instrument im Metal nur immer so stiefmütterlich behandelt? Meinen Dank an dieser Stelle.

Wie bereits angedeutet: Essenzielles machen CASKET nicht. Oder besser: Macht der Marco nicht. Es ist stumpfer, direkter Death Metal. Anachronistisch. Aber auf sehr gutem Niveau dargeboten und mit ordentlichem Unterhaltungsfaktor. Und da braucht sich diese Demo durchaus nicht vor manchen FDA-Releases zu verstecken. Hier hat Steffen von Lycanthropic Chants mal wieder ein gutes Händchen bewiesen. Denn dort erschien „Ghouls Of Filth“. Klassisch auf Kassette. Ein weißes Tape, limitiert auf 100 Einheiten. Das J-Card mit Flap offenbart leider nur auf einer Seite die grundsätzlichsten Informationen wie Kontakt, Tracklist und Danksagungen. Dafür gibt es – wie immer – einen Download-Code, damit man die Musik auch in der Moderne genießen kann.

Also: Rundum-Paket durchaus gelungen. Anachronistischer, roher Death Metal auf einem Medium, was zwischen Nostalgie und Hipstertum verklärt wird, mit der Brücke in die heutige Zeit. Klingt vielleicht gerade etwas nüchtern, ist aber eigentlich ein sehr stimmiges Gesamtbild, was durchaus Spaß macht. Support the underground!


4 Lieder / 17:02 Min.
2017 – Lycanthropic Chants (Tape)

https://www.facebook.com/RancidCasket/

http://lycanthropic.de/
https://www.facebook.com/lycanthropic.de/

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The Trollmusic Herald No.3 – A Friendzine https://necroslaughter.de/2017/08/the-trollmusic-herald-no-3-a-fanzine/ Wed, 16 Aug 2017 19:50:11 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16392 Read more »]]> Da musste Thor mit der heißen Nadel stricken, wollte er seinen Trollmusic Herald doch noch rechtzeitig zum Prophecyfest fertig bekommen. Als Ergebnis ist ein vergleichsweise dünnes Heft zum vergleichsweise hohen Preis entstanden. Gerade mal vierzig Seiten, Cover und zwei ganzseitige Flyer inklusive. Für sechs Euro inklusive Porto innerhalb der BRD. Dies ist alleine den Herstellungskosten von 4,50 pro Ausgabe geschuldet. Denn, wie gesagt, das Heft musste rechtzeitig zum Prophecyfest in Kleinauflage manuell in einem Copyshop hergestellt werden. Da sieht man mal über das vermeintlich geringe Preis-Leistungs-Verhältnis hinweg; denn der Inhalt ist sein Geld durchaus wert – sofern man sich in der fokussierten Stilrichtung wiederfindet.

Denn für den typischen NecroSlaughter-Leser bietet der Trollmusic Herald eher weniger. Kein Death Metal, kein Grindcore. Eigentlich kein Wunder, kennt man den Musikgeschmack des Herausgebers bereits von seinen anderen schreiberischen Baustellen: Dem verblichen Hammerheart, Musikreviews.de oder dem Waldhalla Fanzine. Darüber hinaus betreibt er noch sein eigenes kleines Label Trollmusic und ist A+R für Prophecy Records. Schnell ist klar: Der alte Natur-Romantiker interessiert sich eher für Pagan/Viking Metal, Folk und Wald-Und-Wiesen Black Metal. Auch wenn in dieser Ausgabe die Rocker von Mangrove oder die die Doom-Band Troll vertreten sind.

Entsprechend liest sich auch die Inhaltsangabe der aktuellen Ausgabe: Vinsta, Mangrove, Alvenrad, Byrdi, Fornhem, Kings Of Asgard, Fellwarden, Winterfylleth und Troll – wie sollte es auch anders sein…
Dazu gibt es noch einen sehr persönlichen Nachruf auf Gabriel „Negru“ Mafa von Negura Bungent und ein handschriftlich verfasstes Vorwort im schönsten Lettering.

Die Gespräche wurden nicht alleine von Thor geführt. Byrdi wurden von Richard Klasen ursprünglich für das Miroque Magazine interviewt und Jonathan Jancsary hat mit Kings Of Asgard für das Legacy geplauscht. Manche Gespräche wurden entsprechend bereits zuvor woanders veröffentlicht, so beispielsweise auch Fellwarden bei Musikreviews.de. Im Trollmusic Herald finden sich allerdings die Geschichten in der englischen Originalfassung.

Auch soll erwähnt sein, dass der Herald zu Teilen auch die Hauszeitschrift des gleichnamigen Plattenverlages von Thor ist. Fornhem, Vinsta, Kings Of Asgard, Alvenrad sowie Byrdi befinden sich bei Trollmusic unter Vertrag. Dennoch ist das Magazin keine Werbebroschüre, sondern zeugt lediglich vom überschäumenden Enthuisasmus des Herausgebers, der so eine Begeisterung für die Bands verspürt, dass er es eben nicht bloß bei einfachen Gesprächen belässt, sondern den Bands darüber hinaus noch eine Plattform bietet.

Die entsprechende Leidenschaft liest man auch deutlich aus dem Herald heraus. Die Gespräche sind detailverliebt, gehen auf Kleinigkeiten ein, werden zuweilen sehr persönlich Angekündigt und zeugen immer von tiefstem Verständnis von Musik, Band und der dahinter liegenden Philosophie.

So macht das Lesen dieser dritten Ausgabe selbst mit mangelnder Identifikation zu Bands und Stilrichtungen Spaß, reißt den Leser mit und weckt Interesse. So, wie es sich für ein gutes Fanzine gehört.

In Unkenntnis der ersten beiden Ausgaben, kann ich allerdings nicht sagen, in wie fern die zuvor erwähnte heiße Nadel dem Layout ihren Tribut gefordert hat. Denn das Magazin ist sehr aufgeräumt. Einspaltige Einführung, zweispaltige Gespräche. Dazu sauber platzierte Bandlogos und Bilder. Kein Hintergrundrauschen, keine exotischen Schriftarten. Der Fokus liegt mehr auf dem Inhalt denn der Präsentation. Das macht das Lesen angenehm. Und ich muss gestehen, dass ich diese eher puristische Aufmachung nicht mal sonderlich langweilig finde. Vielleicht, weil der Inhalt doch sehr für sich alleine spricht.

Leider kann ich weder sagen, in welcher Auflage diese Ausgabe angefertigt wurde, noch ob der werte Thor einen Restbestand hat.Und eigentlich ist das Magazin auch eher ein „Friendzine“. Also für die Bands und Freunde von Trollmusic. Vielleicht macht der Thor für euch aber auch eine Ausnahme und verkauft den Herald auch an euch. Wer von meinen Lesern interessiert ist, sollte am besten einfach mal nachfragen. Und im Zweifelsfall ein Auge auf die nächste Ausgabe haben.


40 Seiten, 1-Farbiges Cover, s/w, 9 Interviews, ein Nachruf

http://www.trollmusic.net
https://www.facebook.com/infamoustrollmusic/
Mail: mailto:thor@trollmusic.net

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Possession – Exorkizein https://necroslaughter.de/2017/08/possession-exorkizein/ Sun, 13 Aug 2017 19:54:03 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16387 Read more »]]> Nachdem POSSESSION bereits mit ihrem Demo und der „Anneliese“-EP im Untergrund ordentlich auf sich aufmerksam gemacht haben, und seit Bandgründung jedes Jahr kontinuierlich kleine Appetithappen unter’s Volk geworfen haben, wurde es letztes Jahr vergleichsweise Still. Der Grund war scheinbar die Arbeiten am ersten Full-Length „Exorkizein“, das im April diese Jahres veröffentlicht wurde. Und Die Belgier setzten konsequent den bisher eingeschlagenen Weg fort.

An nicht wenigen Stellen wird die Band ihrem Namen mehr als Gerecht! Nicht zuletzt klingt der Gesang wie besessen, wahnsinnig, schlichtweg furios. Die Unterlegung mit Hall trägt zu dieser markerschütternden Wahrnehmung deutlich und positiv bei.
Doch sind es nicht alleine die herausgewürgten Texte, die gar dämonisch anmuten. Auch musikalisch sind POSSESSION häufig fuchsteufels wild. Gerade im zügellosen Geschrote, irgendwo zwischen Black und Death Metal oder auch im Solo von „Infestation – Manifestation – Possession“, das klingt wie der Pazuzu.

Aber wenngleich diese dämonische Bessessenheit ein wichtiger Aspekt an POSSESSION ist, kalkulieren sie dennoch sehr geschickt deren Darbietung. Selten ist eine wilde Raserei blankes Chaos. Vielmehr ist das derbe Gepolter die energetische Entladung, kanalisiert auf einen Fixpunkt in der Songstruktur. Alsbald kommt immer die richtige Auflösung. In bewussten Minimalismus, wie in „Sacerdotium“. In ein richtig griffiges Riff, wie in „Infestation…“. Oder gar wieder in dreckigsten Rock, wie im grandiosen „Take The Oath“.

Zwischen scheinbar haltlosem Chaos und direkter Eingängigkeit erschaffen POSSESSION immer eine bedrohliche Atmosphäre. Selbst so thrashige Momente, wie inmitten von „Beast Of Prey“, haben einen echt spooky Vibe.

Soweit hat die Band auf ihrem ersten Album schon mal alles richtig gemacht. Sie verschmelzen gekonnt Wildheit mit dreckigstem Rock’n Roll, bleiben aber Konsequent ihrer Besessenheit treu. Doch erst zum Schluss haut „Exorkizein“ den größten Hit heraus: „Preacher’s Death“ kombiniert diese Rockigkeit mit absolut finsterer Atmosphäre, spielt etwas mit Post-Punk und blendet den Hörer mit psychedelischen Passagen. Dennoch ist es nur ein weiteres dreckiges Biest, das einen beeindruckenden Blick auf zukünftige dämonische Inkarnationen der Band gewährt. Boogie Woogie!


7 Lieder / 41:25 Min.
2017 – Invictus Productions (CD) / Iron Bonehead Productions (LP/Tape)

http://www.ironbonehead.de/
https://www.facebook.com/IronBoneheadProductions
https://ironboneheadproductions.bandcamp.com/

https://invictusproductions.net/
https://invictusproductions666.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/InvictusProductions/

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Hyperdontia – Abhorrence Veil https://necroslaughter.de/2017/08/hyperdontia-abhorrence-veil/ Sun, 13 Aug 2017 16:59:54 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16382 Read more »]]> Da muss man doch einfach hellhörig werden! Eine dänisch-türkische Kollaboration. Aus (ehemaligen) Mitgliedern von Burial Invocation, Engulfed, Sulphurous, Phrenelith, Mold oder Undergang. Nur um ein paar zu nennen. Dieser Zusammenschluss nennt sich HYPERDONTIA und hat mit „Abhorrence Veil“ nun sein erstes Lebenszeichen veröffentlicht.

Bei allen involvierten Musikern ist eigentlich direkt von Anfang an klar: Hier gibt es klassischen Death Metal. Abseits von Trends, griffigen Melodien oder sonstigen massenkompatiblen Sperenzchen. HYPERDONTIA sind roh und so verrottet, wie es bereits das Artwork von „Abhorrence Veil“ andeutet.

Ja, an manchen Stellen ist das Liedgut etwas sperrig, nimmt abrupte Wendungen und geht schlicht mit dem blutverschmutzten Holzhammer auf den Hörer los. So erinnert das eröffnende „Stapled Down“ in seiner Grobschlächtigkeit nicht selten an die Frühwerke von Cannibal Corpse. Nur noch dreckiger. Doch schnell werden die Spannungsbögen angezogen und tendieren dann schon deutlicher in Richtung Incantation, was mit „Internal Incineration“ sogar noch stärker ausgebaut wird.
Hier kommt dann auch zum ersten und einzigen Mal ein richtig finsteres Lead/Solo zum Einsatz, welches das große Potential von HYPERDONTIA schön ins rechte Licht stellt. Da bin ich schon auf das kommende Material gespannt!

Diese zwei Songs markieren sowohl den Download über Bandcamp, wie auch die 7″ EP, die über Night Shroud Records veröffentlicht wurde. Wer bei Undergangs-Heimlabel Extremly Rotten Productions die Kassette abgegriffen hat, bekommt noch den Bonus-Track „Malicious Concept“, der düster wie Sau ist, und das bisher mächtigste Material von HYPERDONTIA darstellt. Schade, dass dieser Song nur als Zusatz auf der Kassette enthalten war…


2 Songs / 08:02 Min // 3 Songs / 11:57 Min.
2017 – Night Shroud Records (7″) / Extremely Rotten Productions (Tape)

https://www.facebook.com/hyperdontia/
https://hyperdontiaofficial.bandcamp.com/

http://night-shroud.blogspot.de/
http://nightshroud.bigcartel.com/

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Engulfed – Pure, unholy, anti-human and obsure death metal https://necroslaughter.de/2017/08/engulfed-pure-unholy-anti-human-and-obsure-death-metal/ Wed, 09 Aug 2017 08:47:14 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16363 Read more »]]>

ENGULFED schaffen den schwierigen Spagat zwischen Ruppigkeit, Chaos, furiosen Ausbrüchen, unheilvoller Atmosphäre und geschickt kalkulierten Details. Immer wieder durchziehen zähe, langsame Passagen ihre Songs, verbreiten einen schleimigen Vibe und bedrohliche Stimmung. Nur um dann fließend in ungezügelte Wut und rasende Blastbeats auszubrechen. Manche Gitarrenlinien sind obskur und extrem finster, derweil schon der nächste Track ein unglaublich griffiges Riff raushaut, dass es umgehend im Ohr stecken bleibt und auch Tage lang nicht mehr aus dem Kopf raus will.
Das Debüt „Engulfed In Obscurity“ ist ein extrem gutes Death Metal Album geworden. Düster, unheilvoll, wütend und rasend. Und dennoch mit intelligenten Details und abwechslungsreichen Wendungen. Dazu stechen einige Nummern noch positiv aus dem Gesamtbild herahttps://www.facebook.com/engulfedtr/
https://engulfed.bandcamp.com/album/engulfed-in-obscurityus und sind echte Hits!

Grund genug, um mit Sänger und Bassist Serkan ein paar Worte zu wechseln…


1. Hey Serkan, danke für deine Zeit und Antworten für mein bescheidenes Webzine. Mach es Dir bequem, schnappe Dir ein Bier und leg Dir eine gute Scheibe auf, dann können wir mit unserem kleinen Gespräch loslegen. Zunächst aber: Bitte stell Dich meinen Lesern vor und sag uns, was Du als Hintergrundbeschallung laufen hast. Welche Alben haben Dich in letzter Zeit so richtig umgehauen?

Hallo Chris und vielen Dank. Hier ist Serkan von Engulfed. Gerade höre ich das neue Hate Manifesto-Album und es ist wie Heroin. Man kann einfach nicht mehr damit aufhören. Hail to Greece!

2. Nun, jetzt kommt leider eine langweilige Standardfrage, aber da „Engulfed In Obscurity“ euer erstes Full-Length ist, kennen euch vielleicht einige Leute noch nicht. Also kommen wir wohl nicht drum: Wer ist ENGULFED und wie hat alles angefangen? Wenn ich Metal-Archives.com glauben darf, seit ihr keine Anfänger, sondern habt bereits in einigen Bands zuvor gespielt. Die bekanntesten dürften wohl Burial Invocation und Hellsodomy sein…

Alles begann 2010. Wir wollten obskuren Death Metal spielen und so ging es auch schon los. Wir haben zuvor bereits in Bands wie Decaying Purity, Deggial, Burial Invocation oder Hellsodomy gespielt, wie du bereits sagst. Yunus spielt immer noch bei Hellsodomy, Aberrant ist immer noch in Burial Invocation und Mustafa gleichermaßen bei Decaying Purity und Diabolizer.

3. In einem Interview mit VoicesFromTheDarkSide.de sagte Mustafa: „a 3-piece is more than enough“. Heute seit ihr aber zu viert unterwegs. Siehst Du also doch einen Vorteil darin, einen zweiten Gitarristen zu haben, damit ihr eure schönen Teppiche von düsteren Harmonien richtig knüpfen könnt? Auf der anderen Seite war Kasil aber auch nur kurzzeitig raus aus der Band – wenn ich Metal-Archives.com ein weiteres Mal glauben darf…

Ja, Du hast Recht. Kasil ist eines der Gründungsmitglieder von Engulfed. Und wie Du vom Album weißt, sind zwei Gitarren einfach besser für all die mehrstimmigen Riffs und Harmonien. Das wollten wir auch auf der Bühne wiedergeben, denn es ist uns sehr wichtig, dass wird dort die gleiche Atmosphäre wie auf dem Album einfangen.

4. Da alle Mitglieder noch in anderen Bands aktiv sind, was war eure Motivation ENGULFED zu gründen? Wie denkst Du unterscheidet sich diese Band von euren anderen?

Engulfed sind düsterer, schneller, aber auch mit langsamen Momenten. Die Texte, das Konzept und der Stil ist ziemlich anders als bei den anderen Bands. Ich denke, wir alle brauchten diese Band um der Welt zu sagen, dass nur Tod und Dunkelheit real ist.

5. Wie bereits zuvor erwähnt, sind alle Mitglieder auch in anderen Bands. Welche Band hat da für euch Priorität? Siehst Du ENGULFED als vollwertige Band, oder eher als Projekt oder Kollaboration der beteiligten Musiker? Ist es nicht schwer die Verpflichtungen aller Bands irgendwie unter einen Hut zu bekommen? Proben, Auftritte, etc.? Ich habe gesehen, dass ihr häufig die Bühne mit Hellsodomy geteilt habt…

Ja, wir haben gerade unsere erste EU-Tour mit Hellsodomy hinter uns und Kasil (Ich dachte Yunus sei noch bei Hellsodomy? – Anm. d. Verf) hat jeden Abend mit beiden Bands gespielt. Aber er hat nicht seine Energie verloren, sondern das Beste bei beiden gegeben. Für mich hat Engulfed die einzige Priorität, da es gerade meine einzige Band ist. Ich habe vor ein paar Jahren extra bei Decaying Purity aufgehört, damit ich mich voll und ganz auf Engulfed konzentrieren kann.

6. Für mich ist „Engulfed In Obscurity“ ein sehr intensives Album. Es hat eine bösartige Atmosphäre, ein paar richtig griffige Riffs und so viele Details, dass es mich einfach nur umhaut. Es ist weder stumpfer und geradliniger Death Metal noch komplexe und technische Musik. Es ist einer perfekten Balance zwischen direkter und kompromissloser Furiosität und intelligentem Songwriting. Daher muss ich mal nachfragen: Was ist für Dich die Definition von „Death Metal“? Welche Aspekte waren für Dich wichtig, als ihr dieses Album geformt habt?

Eigentlich haben wir keine Regeln wenn wir etwas schreiben. Bisher haben wir einfach alles gemischt, was wir persönlich mögen. Und ich denke, das wird auch in Zukunft so bleiben. Wir hören alle eine Menge Death Metal und nach all den Jahren findet man überall gute Riffs, egal ob im Studio, vorm Schlafen gehen oder im Badezimmer, haha! Wenn wir etwas schreiben, dann ist es einfach Engulfed. Pur, unheilig, anti-mensch und obskurer Death Metal.

7. Für mich sind besonders die Gitarrenarbeiten herausragend. Ihr verbindet sowohl polyphone Harmonien mit großartigen Arrangements für Lead- und Rhythmusgitarren und haut dazu exzellente Soli heraus, die ihre ganz eigen Geschichte erzählen. Wie schreibt ihr eure Songs? Trefft ihr euch alle zusammen im Proberaum und arbeitet gemeinsam an neuem Material, oder gibt es da einen Komponisten, der seine Geschichte von Anfang bis Ende erzählt?

Die Songs werden von mir und Mustafa geschrieben. Aber schlussendlich gibt Mustafa ihnen den finalen Schliff. Er hat es einfach drauf. Ich schreibe ein paar Riffs und Songs, sende sie ihm rüber und er mischt diese Riffs und Songs mit eigenen Ideen. Wenn wir dann alle mit der Idee einverstanden sind, arbeiten wir sie gemeinsam aus.

8. Wie wichtig sind diese unglaublich düsteren Lead-Gitarren und Geschichten-erzählenden Soli für Dich? Sie klingen so, als ob sie als zentraler Bestandteil in den Liedern fungieren und nicht einfach nur als Selbstdarstellung genutzt werden…

Da liegst Du ganz richtig. Du kannst Texte voller Hass schreiben, Schlagzeug spielen wie ein Panzer oder eine Gitarre wie eine Kettensäge haben, aber diese Soli erzählen Dir, dass Du stirbst und dass Leben nichts bedeutet. Totale Finsternis und nichts kommt danach.

9. Neben den hervorragenden Gitarren ergänzt auch das Artwork hervorragend eure Musik. Es ist irgendwie abstrakt, aber gleichzeitig auch düster, bösartig und unheilvoll. Was war eure Intention, als ihr diesen riesigen Vogel auf das Cover gebannt habt. War das Motiv eure Idee, oder der Input von Künstler Nick Keller? Aber um ehrlich zu sein, so sehr ich das Bild selber mag, finde ich, dass die Schrift für den Albumtitel nicht ganz der Atmosphäre von Kunst und Musik gerecht wird…

Eigentlich hatte ich eine völlig andere Idee für das Cover, aber als wir nach einem Künstler gesucht haben, und dieses Motiv sahen, waren wir direkt verliebt. Dieser riesige, zerstörerische Vogel, der das Land zerschmettert und alles zerstört. Ich wusste: „Ja, das ist genau das Bild, was unsere Texter vermitteln sollen!“. Aber die ursprüngliche Idee ist immer noch in meinem Hinterkopf und wird für das zweite Album verwendet.

10. Um eure Musik unter die Leute zu bringen, habt ihr Hellthrasher und Blood Harvest an eurer Seite. Beide sind im Untergrund gut bekannt und stehen für qualitativ hochwertige Veröffentlichungen. Seid ihr denn bisher zufrieden mit eurer Zusammenarbeit? Wie waren denn bisher die Rückmeldungen? Ich kann mir vorstellen, dass „Engulfed In Chaos“ einige Aufmerksamkeit aus der Szene einbringt…

Ja, wir sind sehr zufrieden mit beiden Labeln. Die Rückmeldungen waren bisher großartig. Es sind hervorragende Partner, die hart für unsere Promotion arbeiten.

11. Eigentlich versuche ich Politik weitestgehend aus meinem Magazin zu halten. Aber ist es für eine Band, die extreme Musik spielt, nicht schwer in der Türkei? Habt ihr die Möglichkeit eure Kunst irgendwo Öffentlich darzubieten, oder hattet ihr jemals Probleme auf Grund eurer extremen und düsteren Musik?

Weißt Du, wir haben eine Menge Idioten und verdammte Hardcore-Moslems in unserem Land. Das ist leider erst so, seitdem diese islamistische Regierung vor 15 Jahren an die Macht kam. Ich kann nicht sagen, dass wir bisher irgendwelche Probleme hatten, aber wir können unsere Musik auch nicht öffentlich präsentieren. Die Leute würden einfach nicht verstehen was wir da überhaupt spielen.

12. Gibt es noch andere Bands aus der Türkei – abseits von Hellsodomy oder Burial Invocation – die Du mir und meinen Lesern empfehlen würdest?

Hör Dir Diabolizer und Decying Purity an. Du wirst beide mögen. Und Throncraft, richtig guter, wenn nicht sogar der einzige Black Metal von hier im Moment.

13. Es lagen gut fünf Jahre zwischen eurem ersten Demo „Through The Eternal Damnation“ und eurem aktuellen Album. Ich verstehe, dass es seine Zeit braucht, um so ein gutes Album zu formen. Aber denkst Du, dass ihr weitere fünf Jahre für die nächste Scheibe brauchen werdet?

Hahah, natürlich nicht! Wir haben bereits eine Menge neues Material und im Frühjahr 2018 kannst Du bereits neues Zeug von uns hören.

14. Denkst Du, dass ihr bereits „euren“ Sound gefunden habt? Oder entwickelt ihr euch immer noch weiter und das nächste Album klingt vielleicht schon anders? Ich kenne das ja selber, als Musiker ist man eigentlich nie zufrieden mit seinem aktuellen Zustand und will immer irgendwie wachsen und weiterkommen…

Ja, da hast Du recht. Wir hören unsere Songs immer wieder und jedes Mal finden wir Dinge im Sound, die wir gerne verbessern würden. Aber auf dem nächsten Album werden die Songs und der Sound auf einem anderen Level sein.

15. Serkan, ich danke Dir für deine Zeit und Deine Antworten. Wir haben das Ende des Interviews erreicht. Nimm die Chance und lass ein paar letzte Worte an eure Fans in Deutschland und meine Leser.

Danke Dir Chris. Wir sehen unsere deutschen Unterstützer auf dem NRW Death Fest Ende September. Und auch im nächsten Jahr. Da kann ich noch keine Informationen rausgeben, aber 2018 gibt es Engulfed auf einer sehr großen Bühne. Cheers! Keep supporting Engulfed! 666!


https://www.facebook.com/engulfedtr/
https://engulfed.bandcamp.com/album/engulfed-in-obscurity

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From Beyond… The Deathbed – Ausgabe #6 https://necroslaughter.de/2017/08/from-beyond-the-deathbed-ausgabe-6/ Thu, 03 Aug 2017 08:19:15 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16357 Read more »]]> Da ist er auch leider schon. Der Schwanengesang des wunderschönen From Beyond… Fanzines. Es ist die sechste Ausgabe vom Ipp. Und leider auch die letzte. Eine Schande, denn es ist fürwahr wohl eines der eigenwilligsten Magazine in der deutschen Szene. Liebevoll, ästhetisch, intensiv und detailverliebt.

Das fängt direkt schon an, wenn man das Heft aus dem Versandumschlag zieht. Das Cover wurde an einer bestimmten Stelle so aufgerissen, dass der Namensschriftzug von der hinterliegenden Seite durchblickt. Memento Mori-Ästhetik ist im Metal zwar durchaus nicht fremd, allerdings bieten die Fotos von Nici, die zum wiederholten Male Verwendung im From Beyond… finden, ihren eigenen Charme. Von romantisch verträumten Friedhofsstatuen, wie beispielsweise dem Engel auf dem aufgerissenen Cover, bis hin zu Impressionen aus Gebeinhäusern fügt sich die Optik immer passend zu Ipps Gesprächspartnern.
Gelegentlich finden sich schon mal die Bandlogos in den Interviews. Mal prominent, quasi als Einleitung. Oft aber auch subtiler im Layout versteckt. In den Luxus von Bandbildern kommen hingegen ausschließlich die Dänen Undergang.

Konzeptionell ist „The Deathbed“ in 15 Kapitel aufgeteilt. Dreizehn Gespräche, zwei Kolumnen und eine Hand voll Musik-Tipps, derer sich die fünfte Ausgabe noch entbehrte. Konsequenterweise ist dann das erste Gespräch mit Atlantean Kodex Auch wiederum in Prolog, Epilog und diverse Kapitel aufgeteilt. Hier machte es auch durchaus Sinn und musste entsprechend nicht aufgezwungen auf die übrigen Geschichten übernommen werden.

Wiederholt sind die Gespräche kein plumper Fragenkatalog, der einfach von beiden Seiten abgearbeitet wurde. Vielmehr fand der Gedankenaustausch immer über einen längern Zeitraum statt und erlaubt so einen stimmigen Fluss durch immer weiter verästelte Aspekte der Interviewpartner. Denn für Ipp ist nicht nur der musikalische Aspekt einer Band interessant. Vielmehr beschäftigt er sich auch mit visueller Ästhetik der Interpreten, der Aufmachung ihrer Veröffentlichungen, den Texten und entsprechend weiterführend mit anthropologischen und philosophischen Aspekten hinter den Konzepten. Ja, an mancher Stelle wirken Ipps Bemühungen fast schon überambitioniert und werden nicht selten durch die Antworten der Bands etwas entkräftigt.

Wo die meisten Gesprächspartner sich über die Interpretationen und Wahrnehmungen des Fragestellers freuen, gar eigene Denkansätze liefern, trifft Ipp hingegen bei Altarage nicht sonderlich auf Gegenliebe. Diese sehen in den Fragen wohl eher eine Kritik, wenn nicht sogar einen persönlichen Angriff und brechen das Gespäch ziemlich rüde ab. Sympatisch macht sich die Band damit nicht unbedingt. Doch hier nutzt der Verfasser die Umstände und präsentiert den Gesprächsverlauf optisch auf eine erfrischend eigene Art. Chapeau!
Ebenso interessant ist das Gespräch mit dem Künstler Daniel Desecrator. Denn Ipp führt hier eine dreiseitige Analyse einzig über das Artwork zu _Cruciamentum_s „Charnel Passages“ und liefert einen beeindruckenden Tiefgang, diverse Entstehungsskizzen des Bildes inklusive.

Dadurch, dass die Interviews nicht nicht konventionellen Konzepten erfolgen, enden manche Gespräche relativ abrupt. Wie ein gutes Buch, hinterlassen sie den Leser in einem offenen Zustand. So lässt das Ende des letzte Gesprächs mit Tusen Ar Under Jord einen gar doppelt hängen. Im offenen Dialog ohne Abschluss – und eben dem bewussten Abschluss des Magazins selber. Eine Ausgabe 7 wird es leider nicht geben…

Der Vollständigkeit halber die Auflistung aller beteiligten Künstler: Atlantean Kodex, Vircolac, Undergang, Crom Dubh, Horns Of Damnation, Verheerer, Abythic, Dautha und Tusen Ar Under Jord. Ach, und eben dieser Altarage-Ausfall.

Wie bereits zuvor gibt es auch wieder zwei Kolumnen. Einen Fachartikel über die Totenleuchte im Mittelalter und den Artikel über Sichtungen des Teufels auf der weltlichen Erde. Unterhaltsam und erfrischende Zwischenspiele.

Anstatt des üblichen Bergs an Rezensionen gibt es ganz zum Schluss noch 19 Musik-Tipps. Dabei reichen die Veröffentlichung von 2002 bis heute, umfassen sowohl kleine Demos wie auch große Label-Veröffentlichungen. So als ob Ipp wirklich noch mal ein paar letzte Tipps geben wollte. Allerdings passt da die doch eher negative Kritik zu „My Scourge, My Plague“ von Graveyard Dirt nicht so recht in das Bild…

Ipp hat mal wieder ein einzigartiges, intensives und äußerst kompetentes Magazin veröffentlicht, das in seiner intelligenten und philosophischen Betrachtung weit über den ordinären Standard hinausgeht. Er hat wahrlich was Besonderes erschaffen. Und die Lücke, die er hinterlässt, wird wohl nur schwer zu füllen sein. Schade.

Wer ein Stück dieses beeindruckenden Stücks Herzblut haben mag, kann hoffentlich noch ein Exemplar direkt beim Herausgeber bestellen. Innerhalb der BRD kostet das deutschsprachige Fanzine 6 Euro inklusive Porto. Ob wohl noch viele Hefte aktuell verfügbar sind, vermag ich an dieser Stelle leider nicht zu sagen…


Ausgabe 6 // 04/2017
68 Seiten // 13 Interviews // 19 Musik-Tipps // 2 Kolumnen
Kontakt: frombeyondipp@gmx.de

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Ancst – Furnace https://necroslaughter.de/2017/07/ancst-furnace/ Mon, 31 Jul 2017 21:05:53 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16352 Read more »]]> ANCST bleiben sich nach ihrem Album „Moloch“ treu, setzten allerdings wieder auf ein kürzeres Format. Wie bereis bei ersten Full-Length angemerkt, ist eine kürzere Spieldauer für das Black Metal/Crust/Hardcore-Kollektiv durchaus dankbarer und so finden sich auf „Furnace“ durchaus wieder alle Trademarks der Band und entbehrt sich der scheinbaren Schwächen des Langspielers.

So ist auf dem neuesten Output durchaus wieder ein gewisser Haven Shall Burn-Touch im Track mit dem Stereotypen-Titel „Broken Oath“ erkenntlich. Auch finden sich genau so häufig wieder die Einflüsse aus dem Melodic Punk in „Chronicles Of The Emptiness“ oder „Cadence“. Doch das sind nur Bausteine, ebenso wie die typischen Black Metal-Momente aus „In Stone“ oder dem bereits genanntem „Cadence“, das quasi als Aushängeschild für den aktuellen ANCST-Sound herhalten mag.

Also alles beim Alten bei ANCST. Immer wieder finden sich Ausbrüche und Vermengungen vom Black Metal Gerüst und den Hardcore-Wurzeln. Und immer wieder gibt es diese total griffigen Lead-Gitarre und Harmonien, die die Band seit jeher ausmachen. Ja, es finden sich sogar wieder ein paar richtige Hits auf „Furnace“: „Chronicles Of The Emptiness“, „Cadence“ und das eher Metalcore-mäßige „Broken Oath“ inklusive.

Wer also bisher Gefallen an der der Band gefunden hat, wird diese Veröffentlichung ohne Zweifel abfeiern wie Bolle. So finde auch ich diese EP durchaus passend im Band-Kontext und mag diese ungezwungene Mischung aus diversen Genren. Gleichermaßen mag man aber ANCST auch zusprechen, dass sie mittlerweile sehr auf Nummer-Sicher gehen und eben nicht mehr so furios den Stilbruch begehen, wie es auf der „In Humane Condition“ vermeintlich der Fall war, Die Gefahr ist große, dass der Trademark-Sound von ANCST – den sie ohne Zweifel haben – in nicht ferner Zukunft zu einer Kopie ihrer Selbst wird. Das fände ich schade! Hat die Band doch zuvor mit ihrer unkonventionellen Art echte Akzente in der aktuellen RABM-Bewegung gesetzt.


6 Lieder / 22 Min.
CD (vendetta Records) / Download

http://www.ancstcollective.com/
https://angstnoise.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/angstnoise

https://vendettarecords.wordpress.com
https://vendetta-records.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/Vendetta-Records-113775778703319/

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Teething – We Will Regret This Someday https://necroslaughter.de/2017/07/teething-we-will-regret-this-someday/ Mon, 24 Jul 2017 19:00:25 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16346 Read more »]]> Ich muss zugeben: So sehr ich Grindcore zum Beginn vom NecroSlaughter noch geliebt habe, so sehr rauscht das Genre mittlerweile genau so an mir vorbei, wie viele Alben in Höchstgeschwindigkeit am Hörer. So richtig begeistern konnte mich in den letzten Jahren kaum ein Album. Klar, ein paar richtige Perlen gab es immer wieder, aber auch viel Belangloses oder eine Kopie einer Kopie einer Kopie.

So sind in meinem großen Desinteresse TEETHING bislang an mir vorbeigegangen. Dabei waren die Spanier seit 2012 scheinbar richtig aktiv, haben Splits und Sampler-Beiträge rausgehauen. Mitunter auch mit den großartigen Feastem. Dennoch habe ich nichts von mitbekommen. Nun kommt das Debütalbum. Naja, „Album“. 12 Songs in knapp 23 Minuten. Immer noch länger als das Sakatat-Album, dennoch von „Full-Length“ oder „Long-Player“ ein bisschen entfernt.

Das macht aber gar nichts! Denn in der dargebotenen Intensität ist „We Will Regret This Someday“ genau richtig. Denn von Anfang bis Ende ist das Teil volle Power, volle Aggression und volle Wut. Nicht unbedingt immer mit schnellen Blastbeats. Doch dadurch bekommen die Songs sogar noch mehr Nachdruck und sind nicht minder durchschlagskräftig.

Vielmehr macht gerade dieser Abwechslungsreichtum TEETHING so interessant! Klassischer Grindcore trifft stimmig auf metallischen Hardcore, spielt mit einigen Momenten aus Punk und Crust und scheut auch gelegentlich moderne Einflüsse nicht. Alles super gut aufeinander abgestimmt und immer zu 110% rausgeprügelt.

Wenn denn unbedingt Namedropping sein muss, würde ich die Rotzigkeit von Gallows, die Wut von Intestinal Disease und die Abgefucktheit von Trash Talk in den Thermomix werfen und ordentlich durchrühren, dann käme „We Will Regret This Someday“ dabei raus. Eventuell. Vielleicht. Denn TEETHING bringen immer wieder ihren eigenen Charakter ein.

Dabei mag ich besonders, dass der Gesang extrem variabel ist. Moderate Growls, wütende Schreie, heisere Shouts, sogar Spoken-Word-Passagen durchziehen das Album. Genau so wie gezielt gesetzte Tempo-Wechsel oder Zäsuren, Groove, extremer Mosh und furioses Geballer. Dazu immer richtig geile Riffs an den richtigen Stellen und auch die nötige Portion Humor. Alleine der Mike-Check als Opener lässt mich schmunzeln.

Eigentlich ist dieses Review schon länger als dieses Debüt selber. Hört es euch im Bandcamp-Player an und kauft euch das Teil. CD gibt es von Selfmade God Records. Vinyl über Dead Heros.
Als kernigen Pressespruch hinterlasse ich euch noch: Zeitgenössischer Grindcore mit deutlichen Wurzeln in den Anfängen der Stilistik und dem Mut Thrashcore, Hardcore und moderne Einflüsse geschickt zu einem Klumpen Hass zu verschmelzen. Fuck you!


12 Lieder / 23:23 Min.
CD (Selfmade God Records) / LP (Dead Heros Records) / Tape (Tu Pa Tu Tu Pa Records) / 2017

https://teething.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/teethingband/

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https://selfmadegod.bandcamp.com/

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Haemophagus – Stream Of Shadows https://necroslaughter.de/2017/07/haemophagus-stream-of-shadows/ Thu, 20 Jul 2017 21:20:06 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16340 Read more »]]> Italiens Weirdos sind wieder da. Drei Jahre nach dem letzten Album „Atrocious“ bringen HAEMOPHAGUS nun den „Stream Of Shadows“. Dabei halten sie am bisher eingeschlagenem Weg fest und werden sogar noch schrulliger.

Ja, das Grundgerüst steht immer noch zwischen frühen Morbid Angel in den Riffs, manchen Soli und vielleicht auch Schlagzeug-Momenten. Doch einige Blastbeats gehen auch wieder den Schritt weiter, kombiniert mit einigen hübschen Gitarren-Linien, erlauben sie wieder Reminiszenzen an Terrorizer. Wieder sind einige Momente durchaus auch bei Autopsy, oder eben den jüngeren Kollegen von Graveyard Ghoul oder Cryptic Brood verortet. Dazu vielleicht gelegentlich etwas Impetigo oder auch Dead. Doch eigentlich sind all diese Vergleiche lächerlich. Denn was HAEMOPHAGUS wirklich ausmacht, ist das progressive Denken und Handeln, was sie durchaus mit Usurpress gemein haben. Oder auch die Kauzigkeit von Macabre.

Alles Blabla beiseite, lässt „Stream Of Shadows“ dem Hörer erstmal etwas Zeit. Der Einstieg in das Album ist zunächst fast schon gefällig. Klar, einige schrullige Riffs gibt es direkt zu Beginn von „Shadowline“, doch insgesamt sind die Zutaten zunächst vertraut. Nach ein paar Minuten wenden HAEMOPHAGUS aber dann das Blatt. Vielleicht ist man gedanklich noch im wunderschönen, polyphonen Doom-Part aus dem Kracher „Deranger“, da kommt direkt die Wundertüte „Meteor Wind“ daher. Wunderschön angetäuschte Wechsel, die aber nie so vollzogen werden, wie man meint. Und dann wird es richtig spacy. Spätestens wenn das Alt-Saxophon einsetzt, ist der Song so wunderbar abgefuckt, dass es jedwedem Vergleich mangelt.

Zugegeben, hier haben HAEMOPHAGUS quasi die Brechstange rausgeholt. Nicht kompositorisch, sondern rein von ihrem Repertoir. Denn anschließend sind ihre verquerten Ideen teilweise recht subtil in die Songs eingewoben. Immer wieder finden sich recht kauzige Riffs, die aber immer im Wechsel mit eher orthodoxen Harmonieführungen dargeboten werden. Ebenso finden immer wieder kleine dissonante Anspielungen ihren Weg in ansonsten eher „gewöhnliche“ Gitarrenlinien und machen diese dadurch doch ziemlich besonders.

Hin und wieder haut dann schon mal ein Solo wieder in ein Extrem. Beispielsweise das eher rockige in „Electric Circles In A Yellow Sky“, das leicht deplatziert wirkt, aber dennoch absolut passt. Oder auch der überdrehte Effekt auf dem Zwischenspiel in „Unrestrained“. Einen so krassen Stilbruch wie in „Meteor Wind“ gibt es leider erst wieder mit dem kurzen Jazz-Intermezzo in „Twisted Syllables“. Schade, denn von so abgedrehten Ausbrechern hätte ich mir persönlich mehr gewünscht.

Dennoch sind auf „Stream Of Shadows“ so viele abgefuckte Details, beklemmente Zwischentöne und doch groovige Passagen, dass HAEMOPHAGUS einen deutlichen Schritt von „Atrocious“ gemacht haben. Ja, es finden sich sogar deutlich mehr prägnante Hits auf dem neuen Album.

In dieser kauzigen Mischung aus altem Death Metal, frühem Grindcore, progressivem Denken, dissonanten Verzierungen und total individuellen Ausbrechern, ist die Zielgruppe von HAEMOPHAGUS leider etwas eingeschränkt. Wer nur die Kopie einer Kopie einer Kopie im aktuellen Retro-Trend will, wird hier deutlich überfordert. Wer hingegen vorwärtsdenkende Musik mit deutlichem Bezug zu den Wurzeln und eigenwilligen Ideen will, wer Bands wie Diskord, Usurpress, Macabre oder Le Scrawl mag, wird „Stream Of Shadows“ definitiv richtig abfeiern!

Das Album gibt es als CD über Selfmade God Records. Wer es klassischer mag, bekommt bei Lycanthropic Chants die Vinyl-Version. Es ist die erste Schallplatte über das ansonsten auf Kassetten spezialisierte junge Label. Doch kann sich Scheibe durchaus sehen lassen. Ein schwarzes Innersleeve schützt die dunkelgrüne Platte, die allerdings auf 100 Stück limitiert ist. Hier sollte man schnell sein. Aber auch die schwarze Variante ist nur 400 Mal gepresst worden. Dazu ein Lyric-Sheet mit den üblichen Grüßen und Bandbildern. Das alles für den durchaus adäquaten Preis von 13 Euro. Oder eben einen lächerlichen Euro mehr für die grüne Platte.


14 Lieder / 35 Min.
CD (Selfmade God) / LP (Lycanthropic Chants) / 2017

https://www.facebook.com/Haemophagus/
https://haemophagus.bandcamp.com/

https://www.facebook.com/lycanthropic.de/
http://www.lycanthropic-chants.de/

https://selfmadegod.bandcamp.com/
http://selfmadegod.com/
https://www.facebook.com/Selfmadegod/

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Dead – A Dirty Mind Is A Joy Forever https://necroslaughter.de/2017/07/dead-a-dirty-mind-is-a-joy-forever/ Mon, 17 Jul 2017 20:13:43 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16335 Read more »]]>

Mehr Grind, mehr Rock! Deutschlands Sleazekings ziehen die Härteschraube wieder deutlicher an, ohne dabei auf die so typischen Zutaten aus den Rotzrock-, Stoner- und Doom-Ecken zu verzichten, und bieten ein Brett, dass vor allem Fans von Pungent Stench und finnischer Grindrock-Helden wie Xysma und Disgrace begeistern wird.

Doch da capo! Sechs Jahre sind seit dem letzten Album vergangen. „Hardnaked… But Dead“ fand ich zwar ordentlich, aber an den Vorgänger „In The Bondage Of Vice“ kam das Teil für mich einfach nicht heran. Nun gibt es „A Dirty Mind Is A Joy Forever“ und DEAD verbinden wieder einfach alles, was man haben will.

Direkt von Anfang an wird gnadenlos an die „You’ll never know pleasure…“ angeknüpft, dreckig, roh, brutal. Aber immer mit dieser Rotzigkeit und dem Groove, die beides wunderschöne Stilelemente, die DEAD von diesen Stümpern abheben, die plumpen Porngrind spielen. Das machen sie spätestens durch ihre eigenwilligen Ideen in der popkulturellen Anspielung „Call Of Beauty“ klar. Der ordinäre Pornograf hätte hier sicher ein plumpes „Call Of Booty“ rausgehauen. So aber nicht die Sleazekings mit Klasse, die musikalisch durchaus eher Reminiszenzen an Xysma oder Lubricant erlauben, was unter anderem auch in „Butcher Baby“ locker aus der Hüfte fortgesetzt wird.
Doch gleichzeitig wird hier auch wieder mehr Rotz’n Roll verwendet, der angepisste Gesang ist – genau wie im abschließenden „The Witch“ – eine schöne Antithese zum sonst eher eindimensionalen Genre.

Klar, Pungent Stench Momente dürfen bei einer Bizarro-Sleaze Party nicht fehlen. Darum haut nicht zuletzt „JSTNTHRFCKNGHNGVR“ genau in diese Kerbe. Doch auch vermeindliche Anspielungen auf modernere Ausrichtungen der Stilistik, wie beispielsweise Slam, inkorporieren DEAD geschickt in ihren Trademark-Sound. So bedient sich „Easy Meat“ locker dieses Stilmittels, bringt es aber durch geschickte Vermischung aus Groove und überraschenden Ausbrüchen in fiesestes Geschredder früher Carcass locker wieder in das eigen klanggewand.

Absoluter Ausnahme-Hit ist allerdings „Ass Metal“, das mit seiner Ruppigkeit frühe Carcass, und mit seiner Mitsingbarkeit durchaus auch Ghoul/Impaled locker gegeneinander ausspielt.

Doom, Groove, Rotzrock, Goregrind/Porngrind. Alles Namen, alles Schall und Rauch. DEAD sind zurück. DEAD scheißen auf Trends und Schubladen. DEAD schreiben keine SMS. Dafür rocken sie ordentlich und sind so schmutzig wie ein Dirty Sánchez. Und wo andere Bands mit Titten auf dem Cover vielleicht einfach nur vulgär wirken, bringt dieses „Eis Am Stiel“ Artwork genau die richtige Botschaft rüber: „Wir sind DEAD, fuck you!“


10 Lieder / 36 Min.
CD – FDA Rekotz – 2017

https://www.facebook.com/deadofficial/
https://deadxxx.bandcamp.com/
http://www.dead-slaves.com/home/

https://fda-records.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/FDAREC/
https://fda-records.com/

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Werbung: From Beyond… The Deathbed – Fanzine https://necroslaughter.de/2017/07/werbung-from-beyond-the-deathbed-fanzine/ Sun, 16 Jul 2017 16:51:53 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16316 Read more »]]>

willkommen zur Totenfeier des from beyond…-Zine!

Ausgabe 6 stellt den Grabstein dar, der nach gut neun Jahren harter Arbeit endlich – leicht windschief – aufgestellt werden konnte und damit dieses Kapitel abschließt. Gastredner auf dieser Abschlussversammlung sind:

Dautha
Abythic
Vircolac
Altarage
Verheerer
Horresque
Crom Dubh
Undergang
Atlantean Kodex
Daniel Desecrator
Tusen År Under Jord
Horns of Domination

Artikel:
– Totenleuchte
– Und der Teufel ward gesehn auf unsrer Erd

Reviews​

Erhältlich via Frombeyondipp@gmx.de

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Trvefrykt – Fanzine #3 https://necroslaughter.de/2017/07/trvefrykt-fanzine-3/ Sun, 16 Jul 2017 15:58:01 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16304 Read more »]]> Ein Jahr ist rum und schon ist eine neue Ausgabe des deutschen Fanzine Hopefuls Trvefrykt draußen. Dieses Mal gewachsen auf satte 125 Seiten und zwei neue Leute im Team, strotzt es erneut vor zügellosem Enthusiasmus – verhaspelt sich an einigen Stellen aber auch leider darüber…

Wo die letzte Ausgabe durch sehr aufgeräumtes Layout überzeugt hat, zeigt sich die Nummer Drei verspielter und experimentierfreudiger; mehr Zierelemente (Bilder), Hintergründe und Variationen in den verwendeten Schriften lockern auf der einen Seite das Erscheinungsbild auf.
Gelegentlich überlappen auch schon mal ein paar Bilder den Text und die Formatierungen explodierne schon mal förmlich (am Ende des GRIT-Interviews) oder trennen nicht so ganz sauber die Frage von der Antwort. Ein anderes Mikro-Detail: Die Schriftart im Artikel zu EXTINCT zeigt keine Umlaute/Sonderzeichen.
Dass einige Grafiken ursprünglich nicht für den Druck vorgesehen waren, und nun etwas grobpixelig sind, trägt aber angenehm zum rotzigen DIY-Charme der Gazette bei. Darum: Geschenkt, solche kleinen Patzer passieren und gehören zu einem Fanzine einfach dazu.

Ärgerlicher ist eher, dass beispielsweise beim FALTRE oder DRUX Interview der Freiraum vernachlässigt wurde und manche Buchstaben am Seitenrand gar abgeschnitten werden. Oder das Gespräch mit ODD, wo der Kontrast zwischen Text und Hintergrundbild nicht immer optimal ist, erschwert die Lesbarkeit deutlich.
Das sind so kleine Ausreißer zwischen sonst doch sehr augenfreundlichen Schriftgrößen und Anordnungen. Schade eigentlich, nach dem äußerst positiven Eindruck der letzten Ausgabe.

Thematisch ist die Ausrichtung vom TRVEFRYKT wieder mal breit gefächert: (Metallic/Youth Crew) Hardcore, Sludge, Doom, Powerviolence/Grind, Punk, Post-Rock/Hardcore, Gespräche mit Festival-Veranstaltern vom Doom Over Leipzig oder der Hypno East Brigade, dem Grindcore-Label Power It Up, dem Femtrails-Fanzine und den Künstlern Adrian Baxter und Glyn Smyth.
Zugegeben, für den typischen Leser bei NecroSlaughter.de ist die Bandauswahl eher uninteressant, entbehrt sich die Auswahl doch jeglicher Death und Black Metal Bands. Die komplette Liste: BLCKWVS, Grit, Vlada Ina, Spirit Crusher, Faltre, Weak Ties, ODD, Youth Novel, Extinct, Gaes, Drux, Chaver in den Interviews und xMomox und The Accursed unter den Kolumnen.

Wie immer sind die Gespräche voller Enthusiasmus und sehr familiär. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Autoren meist mit den entsprechenden Bands befreundet sind und einen entsprechend lockeren Ton an den Tag legen. Das macht die Interviews kurzweilig und fast schon intim. Sorgt aber an der ein oder anderen Stelle auch für etwas Bro-mance…
Und es sei auch angemerkt: Einige Gespräche wurden nicht übersetzt und sind englischsprachig (Youth Novel und die dazugehörige Kolumne „What’s The Scene In Michigan Like?“, Grit, Adrian Baxter und Glyn Smyth).

Neben der Vorstellung der neuen Autoren Vurdy und Nyx, findet sich (neben den bereits erwähnten) noch die Kolumne „The Future Is Female Everywhere“, wo fünf Female-Fronted Bands vorgestellt werden. Ich persönlich finde es schade, dass diese Bands aufgrund des Geschlechts ihrer SängerInnen hervorgehoben werden, widerspricht dies doch irgendwie der Idee des Feminismus, der wiederum im interessanten Interview mit der Femtrails-Herausgeberin ausgiebig besprochen wird.

Als Abschluss gibt es dann wieder eine angenehm überschaubare Anzahl an Reviews, insgesamt vierzehn Stück an der Zahl. Wie bereits bei der letzten Ausgabe, kann ich nur wiederholen: Dieser kompakte Umfang macht mir mehr Spaß, als mehrere Hundert Kritiken in anderen Veröffentlichungen, die man eh nicht alle liest.
Lediglich die Besprechungen von Vurdy/Vurdhazar waren mir persönlich keine Freude. So guten Musikgeschmack der Jung auch hat, diese schwülztig, gezwungen elloquenten Romane langweilen eher, alsdass sie einem die Musik schmackhaft machen.

Kurzum finden sich auf 125 Seiten 18 Interviews, 14 Reviews und vier Kolumnen, die ein breites musikalisches Feld abdecken und durchaus unterhaltsam zu lesen sind. Auch, wenn für mich persönlich wenig ansprechende Neuentdeckungen darunter waren, finde ich den gelebten Enthusiasmus der TRVEFRYKT-Gruppe spannend. Großes Lob mal wieder für dieses herzerfüllte Engagement.
Doch beim nächsten Mal bitte wieder etwas mehr Black und Death Metal und die kleinen Patzer aus dem Layout ausbessern.

Solange: Support the Scene, Support DIY, Support TRVEFRYPT!


Infos
-Format A4
-128 Seiten Inhalt
-keine Werbung
-Druck: s/w doppelseitig
-Bindung: Heißleim
-Papier: 80g weiss
-Umschlag: umlaufender Karton 160g
-Farbcover

https://trvefrykt-zine.com/2017/06/18/trvefrykt-zine-3-03-07-2017-details-pre-order/

https://trvefrykt-zine.com/
https://www.facebook.com/trvefrykt/

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Engulfed – Engulfed In Obscurity https://necroslaughter.de/2017/07/engulfed-engulfed-in-obscurity/ Sat, 15 Jul 2017 18:40:29 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16290 Read more »]]> So richtig guter Death Metal kommt dieses Mal aus der Türkei. Manch einer kennt vielleicht Hellsodomy oder Burial Invocation, deren (Ex-)Mitglieder auch in der Schnittmenge zu ENGULFED sind. Vielleicht kennt aber auch bereits jemand die erste EP der Band, „Through The Eternal Damnation“, die seinerzeit leider irgendwie an mir vorbeigerauscht ist. Schlussendlich ist nun aber das Debüt „Engulfed In Obscurity“ draußen und das ist ein richtig fetter Hammer!

Fast 50 Minuten Spielzeit und überlange Songs zwischen fünf bis mehr als sieben Minuten ist für dieses intensive Monster durchaus eine Herausforderung an den Hörer. Doch schaffen ENGULFED den schwierigen Spagat zwischen Ruppigkeit, Chaos, furiosen Ausbrüchen, unheilvoller Atmosphäre und geschickt kalkulierten Details so gut, dass die Spieldauer zu keiner Sekunde Langatmigkeiten aufweist.

Immer wieder durchziehen zähe, langsame Passagen die Songs, verbreiten einen schleimigen Vibe und bedrohliche Stimmung. Nur um dann fließend in ungezügelte Wut und rasende Blastbeats auszubrechen. Manche Gitarrenlinien sind obskur und extrem finster, derweil schon der nächste Song ein unglaublich griffiges Riff raushaut, dass es umgehend im Ohr stecken bleibt und auch Tage lang nicht mehr aus dem Kopf raus will. Doch zu keiner Sekunde sind ENGULFED cheesy oder gefällig. „Engulfed In Obscurity“ ist ein bitterböses, finsteres Album.

Wie aber bereits erwähnt: Die schier zügellose Wut und Garstigkeit ist wohl bedacht. Beispielsweise die geschickten Tempowechsel in „Inseminated With Demon Seed“ oder die wohl platzierten Breaks aus dem Anfang von „Invocation Of Death And Misery“ zeugen von Kalkül.
Auch die Ausarbeitung der Gitarrenlinien ist einfach ein Traum! Bereits das instrumentale Intro zeigt ein geschicktes Spiel zwischen Rhythmusgitarre und Lead. Spätestens ab „Conqueror From Beyond The Outer Gates“ arbeiten die Lieder immer wieder mit polyphonen Harmonieläufen und erzeugen so einen intensiven und atmosphärischen Klangteppich.
Dazu gibt es immer wieder Leads und Soli, die in ihren Melodien eine Geschichte erzählen und die Musik zum Gesang erweitern. Am schönsten gar in „Demonic Manifestion Of Devastation„, wo das Solo über zwei unterschiedlichen Hintergrundthemen wiederholt wird und somit eine komplett andere Stimmung bekommt. Oder vielleicht doch im Titeltrack, wo das Solo geschickt in das Haupt-Lead des Songs übergeht und wieder einmal zeigt, wie Geschickt ENGULFED die einzelnen Themen immer wieder aufgreift und variiert, um ihre Songs spannend und mitreißend zu gestalten?

Am Ende ist „Engulfed In Obscurity“ ein extrem gutes Death Metal Album geworden. Düster, unheilvoll, wütend und rasend. Und dennoch mit intelligenten Details und abwechslungsreichen Wendungen. Dazu stechen einige Songs noch positiv aus dem Gesamtbild heraus und sind echte Hits! „Invocation Of Death And Misery“ oder der Titeltrack sind extrem fett. Aber mein Liebling ist vielleicht doch „Mayhemic Flames Of Doom„. Einfach, weil das Hauptthema so extrem geil ist, dass ich es einfach nicht mehr aus dem Kopf bekomme…

Große Kaufempfehlung, für mich eine große Überraschung 2017!


2017 / 9 Lieder / 48 Min.
CD – Hellthrasher / Vinyl/Download – Blood Harvest

https://www.facebook.com/engulfedtr/
https://engulfed.bandcamp.com/album/engulfed-in-obscurity

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Vrtra – My Bones Hold a Stillness LP https://necroslaughter.de/2017/05/vrtra-my-bones-hold-a-stillness-lp/ Mon, 15 May 2017 15:47:37 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16245 Read more »]]> Eine der ganz großen Überraschungen der letzten Monate ist VRTRAs Debütwerk „My Bones Behold A Stillness“. Gut 30 Minuten purste, massivste Dunkelheit irgendwo im Bermudadreieck von modernem, dissonanten Black Metal, Death Metal, Post Metal und etwas hintergründigem Noise. Hypnotisch, fesselnd und überwältigend gut!

Getrieben vom kraftvollen Schlagzeugspiel, preschen, wetzen und walzen sich VRTRA durch die drei Songs ihres Debüts. Stets um Varianz bemüht, artet „My Bones Hold A Stillness“ niemals in irgendeine Richtung aus, versucht mit fiesen Breaks und noch gemeineren Ausbrüchen zu überraschen und mit seiner allumfassenden Schwere dem Hörer den Atem zu rauben. Zwar gelingt das (noch) nicht ganz so mächtige, wie es die Stilnachbarn DRAGGED INTO SUNLIGHT sind, aber allzu weit ist VRTRAs Schwarzbrühe davon auch nicht entfernt. Die Dissonanzen bohren sich schmerzhaft in die Gehörgange, so mancher Doom-Ausbruch reißt schlicht in die Tiefe, erdrückt. „My Bones Hold A Stillness“ ist eine massive Wand, die unaufhörlich auf dich niederbricht. Allerdings nicht ohne genügend Raum für gemäßigte, auch melodische Momente zu lassen, die – neben den überaus facettenreichen Vocals – deutlich für Abwechslung sorgen, dabei aber niemals zu sehr in den Vordergrund treten, dennoch aber die rabenschwarze Atmosphäre weiter vertiefen.

Sicher kann man nun die Einflussspannweite nun auf die ohnehin tonangebenden Bands reduzieren, jedoch wäre hier Namedropping schlicht verschwendete Zeit. VRTRAs Werk bedient sich zwar aus gegebenen Pools, kann aber, nicht nur für ein eigenproduziertes Debüt, absolut für sich alleine stehen. Dies gilt im Übrigen auch für die überaus gelungene, differenzierte, allerdings dennoch kraftvolle Produktion, die mich wiederum an die oben genannten Briten erinnert. Überhaupt: Alles an „My Bones Hold A Stillness“ wirkt ausgereift und wohl durchdacht und professionell zu Ende gebracht. Dies aber bestätigt nur noch den ohnehin schon bleibenden, positiven Eindruck, denn diese Band bereits hinterlassen hat.

Positiv anzumerken bleibt abschließend noch das wie üblich gelungene Vinyl-Release (180gr schwarzes Gold, siebbedrucktes Sleeve, handnummeriert), in Europa getätigt durch Dawnbreed Records, bei dem das großartige, schlichte Artwork noch besser und prominenter zur Geltung kommen kann. Für Interessenten und Fans gilt hier: zugreifen. Für Europa wurden nur 200 Exemplare gepresst und eine CD-Auflage wohl noch nicht in Sicht ist. Glaubt mir, es lohnt sich! Für mich eines DER Debütreleaes 2016!


LP (EU-Version: Dawnbreed Rec.; Lim. 200)

https://vrtrachasm.bandcamp.com/releases
https://www.facebook.com/vrtrachasm

https://www.facebook.com/DawnbreedRecords/
http://www.dawnbreed.com/

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Moss Upon The Skull – The Scourge Of Ages 12″ MLP https://necroslaughter.de/2017/05/moss-upon-the-skull-the-scourge-of-ages-12-mlp/ Mon, 15 May 2017 15:39:35 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16241 Read more »]]> Ein sehr interessantes Death-Metal-Release, eigenproduziert, mit professionellem Vinyl-Release mal wieder aus dem Qualitätshause Dawnbreed Records, liefern die Belgier MOSS UPON THE SKULL mit ihrer zweiten Veröffentlichung „The Scourge Of Ages“ ab. Unorthodox, eigenwillig, leicht psychedelisch, düster-atmosphärisch und progressiv. Progressiv allerdings nicht im Sinne moderner Griffbrettakrobatik, sondern eher in dem Sinne, wie es Carbonized oder Afflicted oder die frühen Cynic, Death und Atheist waren – ohne hier musikalisch die Bands hier in einen Topf werfen zu wollen.

Ausgestattet mit einem wunderbar organischen Sound, haben sich MOSS UPON THE SKULL eher gemäßigten Tempi verschrieben, agieren dabei überaus facetten- und einflussreich, dennoch stets – auch dank der dunklen, eigenwilligen Vocals und des Grabessounds – düster und kraftvoll. Hypnotische Dissonanzen treffen hier auf schweren Groove, schräge Riffs und komplexe, nie ins Chaotische abdriftende Strukturen auf wütende Ausbrüche. Eine gewisse Nähe zu Klassikern wie Gorguts, Nocturnus und Demilich oder „Soulside Journey“, aber auch jüngere Bands wie Diskord, Reptilian und Execration ist nicht zu überhören. Die gewisse Eigenwilligkeit, die gerade manche norwegische Death-Metal-Bands der letzten Jahre auszeichnet, ist auch hier gegeben.

Neben aller musikalischer Finesse gelingt es MOSS OPUN THE SKULL zu jeder Sekunde, das Gespür für eine eigentümlich fesselnde Atmosphäre nie aus den Augen zu verlieren. Natürlich versprüht „The Scourge Of Ages“ keineswegs die Grabesschwärze, die viele zeitgenössische Kombos auszeichnet, dafür aber, dass man stilistisch in deutlich progressiveren Gewässer zugange ist, ergibt sich ein überaus harmonisches Bild. Harmonisch auch, weil keines der Elemente übertrieben in den Vordergrund gerückt wird, weder nur auf Härte noch auf spielerische Spitzfindigkeiten gesetzt wird, stattdessen aber stimmige, ausgewogene, dafür vielleicht aufs erste Hören etwas unspektakuläre, bei weiterem Genuss allerdings überaus spannende Stücke wertgelegt wird. Spannend bleibt auch, ob MOSS UPON THE SKULL diesen Teilerfolg auch auf einem ganzen Album fortführen können.

Letztendlich zeigt „The Scouge Of Ages“ einmal mehr, wie man ohne altbacken und angestaubt oder wie eine müde Kopie zu klingen, Althergebrachtes noch immer spannend und in gewissem Maße eigenständig präsentieren kann. Somit kann ich ruhigen Gewissens hier ein deutliche Empfehlung an all jene aussprechen, die progressiven Death Metal noch immer gerne mit gelungenen Songs und Atmosphäre verbinden und nicht nur mit High-Speed-Gefrickel und Show-Off-Spiel.


12“ MLP (Dawnbreed Rec.)

https://mossupontheskull.bandcamp.com/album/the-scourge-of-ages
https://www.facebook.com/mossupontheskull

https://www.facebook.com/DawnbreedRecords/
http://www.dawnbreed.com/

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