NecroSlaughter.de https://necroslaughter.de Webzine für Death Metal, Grindcore, Crust, Black Metal und sonstigen Krach. Seit 2003. Wed, 06 Dec 2017 22:04:11 +0000 de-DE hourly 1 https://necroslaughter.de/wp-content/uploads/2016/07/apple-touch-icon.png NecroSlaughter.de https://necroslaughter.de 32 32 14472857 Krachmanifest – Ausgabe 2 https://necroslaughter.de/2017/12/krachmanifest-ausgabe-2/ Wed, 06 Dec 2017 22:04:11 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16541 Read more »]]> Ui, das ging allerdings schnell. Nachdem erst im Januar diesen Jahres die erste Ausgabe des Krachmanifests erschienen ist, hauen Katja und Rayk noch vor Jahresende ihr zweites Heft heraus. Diesmal verstärkt durch den alten Bekannten Gerste, der zuvor das Campaign For Musical Destruction herausbrachte – wo der Krawall-Freund Rayk seinerzeit auch veröffentlicht hat. Das rasche Tempo zwischen den beiden Ausgaben ist also sicherlich auch in der Routine der beteiligten Autoren geschuldet.

Und so knüpft Heft Nummer 2 nahtlos an die erste Ausgabe an. Nur dieses Mal noch etwas dicker. Ein sauberes, aufgeräumtes Layout trifft auf ein Bisschen Spirit der Cut’n Paste-Tradition, zeigt sich aber immer augenfreundlich und gut lesbar. Hauptfokus liegt wieder auf den ausführlichen und unterhaltsamen Gesprächen mit den Bands und der Booking-Agentur D.I.Die Booking, die u.a. das Blastphemy-Festival im Thübinger Eppelhaus veranstalten. Und dieses mal wird das Krachmanifest auch nicht Opfer eines Totalausfalls, wie ihn Sarinvomit in der ersten Ausgabe abgeliefert haben. Im Gegenteil, die Gesprächspartner waren immer enthusiastisch und redefreudig. Das ergänzt die gut formulierten Fragen zu interessanten Gesprächen. Stilistisch geht es wieder weit gefächert über (fast) alle Sub-Genre der extremen Musik: Von Grindcore (Bolesno Grinje, Embalming Theatre, Nasmörk, Six-Score, Territion) über Black Metal (Nekrarchon, Hermann) zu Death Metal (Kriegszittern, Incarceration, Demored, Miasmal Sabbath) hin zu den Genre-Hybriden Age Of Woe.

Entsprechend bunt sind auch die 90 Reviews, die wieder in zwei alphabetisch sortierte Teile im Heft verteilt sind. Das lockert das Gesamtbild auf und spannt sich querbeet über alle Trägermedien, CD, LP, EP und sogar digitale Downloads, wie auch Schubladen. Hauptsache es kracht. Und die hier gebotene Diversität erweitert das Spektrum des Krachmanifests zusätzlich zu den Interviews – wie eigentlich schon in Ausgabe 1. Dabei nehmen die Schreiber kein Blatt vor dem Mund und sagen offen, ehrlich und locker von der Seele, was sie über die jeweiligen Veröffentlichungen denken. Entsprechend wird sogar ein Tonträger mit einer Toilettenschüssel illustriert. Und zum Schluss gibt es noch eine Presseschau zu anderen, noch druckenden Kollegen. Dreizehn Fanzines werden ausgiebig unter die Lupe genommen, bevor die Partizipanten ihre „Krachfavoriten“ (sprich: Playlisten) zum Besten geben.

Damit aber nicht genug, denn bekanntlich sind die Beteiligten freudige Konzert- und Festival-Besucher, die ihre Erlebnisse gerne ausgiebig, ja, zuweilen fast intim mit dem Leser teilen. So gibt es Berichte von den Festivals Braincrusher, Grind The Nazi Scum und dem In Flammen Open Air, ebenso wie dem Metal Ov Death-Konzert mit Into Coffin, Cryptic Brood, Repuked und Revel In Flesh.

Alle Autoren haben gleichermaßen Enthusiasmus und Herzblut in das Heft gesteckt. So muss man schon genau hinschauen, wer gerade welches Gespräch führt oder welche Kritik verfasst hat. Das macht das Krachmanifest zu einem sehr stimmigen Endprodukt. Dazu ein sehr cooles Cover von Robert Zimmermann, das durchaus auch als Graphic Novel oder Tattoo-Motiv eine gute Figur machen würde.

Das neue Dreigespann und vor allen Dingen die Hauptakteure Katja und Rayk haben ihren Einstand deutlich übertroffen und sind auf dem besten Wege eines der spannendsten Fanzines für extremen Metal in der (zugegebenermaßen mittlerweile recht ausgedünnten) deutschen Szene zu werden. Ich bin jetzt schon auf das nächste Heft gespannt. Und wenn die Drei hier wieder so viel Gas geben, wird es wohl auch nicht zu lange auf sich warten lassen.


Auflage: 200 Exemplare

Interviews: Age of Woe, Bolesno Grinje, Demored, Embalming Theatre, Hermann, Incarceration, Kriegszittern, Miasmal Sabbath, Nasmörk, Nekrarchon, Six-Score, Territion, D.I.Die Booking

Specials: Konzertberichte Braincrusher Festival, Grind The Nazi Scum, Metal Ov Death, In Flammen Open Air, Reviews

Umfang: 92 Seiten
Aufmachung: schwarz-weiß gedrucktes Fanzine
Preis: 3,50 € (zzgl. P&V)

Kontakt: krachmanifest@gmx.de
Infos auf http://www.adnoctum.de

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From the Other Side – MMXVII-XI https://necroslaughter.de/2017/12/from-the-other-side-mmxvii-xi/ Tue, 05 Dec 2017 20:57:50 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16517 Read more »]]> Mein Musikgeschmack ist über die Jahre breiter geworden. Damit NecroSlaughter.de nicht zu sehr aus dem Rahmen Death Metal, Crust, Grindcore ausbricht, habe ich mitte 2016 eine weitere Spielwiese eröffnet: TheNocturnalSilence.de.
Dort bespreche ich alles an düsterem und atmosphärischem Kram. Von (Hipster-)Black Metal zu Wave, von Crust zu Doom zu Folk. Hauptsache, es gefällt mir. Abseits von Review-Anfragen, Zwängen und Konventionen. Doch vielleicht ist für den ein oder anderen Leser dort ja auch was interessantes dabei. Daher hier ein Rückblick, was ich im letzten Monat auf der anderen Seite veröffentlicht habe…

Reviews

Yellow Eyes – Immersion Trench Reverie
verspielter und melodischer Black Metal. Herausragende Gitarren-Arbeit trifft auf majestätische, eigenständige Ideen.

Desolate Shrine – Deliverance From The Godless Void
nihilistischer und extrem finsterer Death/Black Metal. In Ideen und Ausführung sehr nahe am Post-Death Metal, an Ulcerate, Departé, Beyond Terror, Beyond Grace. Beklemmend, atmosphärisch, eigenständig und extrem intensiv.

Aosoth – V: The Inside Scriptures
Dissonanter und beklemmender Black Metal. Aber doch mit eingängigen Momenten, vielleicht sogar mit einem Funken Hoffnung. Wie gehabt, die verstörrenden Momente könnten von Deathspell Omega stammen. Die Erhabenheit von Blut Aus Nord. Wohl das zugänglichste Album der Band und das Ende einer Ära.

Auðn – Farvegir fyrndar
atmosphärischer Black Metal aus Island. Mit deutlichen Wurzeln im Feld-Wald-und-Wiesen-Black Metal der frühen norwegischen Schule, aber mit vielen Anleihen aus Post-Rock und Post-Black Metal – ohne aber zu sehr in diese Schublade zu verfallen.

Belus – Apophenia
kauziger Black Metal. Etwas wie Negative Plane auf Funk. Und doch meist verstörend und dissonant. Klingt zuweilen französisch, hat aber immer noch Bezüge zum USBM. Extrem eigenständig, mitreißend und beklemmend.

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Paragon Belial – Necrophobic Rituals https://necroslaughter.de/2017/11/paragon-belial-necrophobic-rituals/ Tue, 28 Nov 2017 20:27:33 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16513 Read more »]]> Nach neun Jahren melden sich das Urgestein PARAGON BELIAL mit einem neuen Album zurück. Nach einigen Holrigkeiten in der Vergangenheit, diversen Auflösungen, findet sich nur noch Gründungsmitglied Andras an Bass und Gesang. Mittlerweile aber komplementiert durch zwei neue Mitglieder, ist das Trio wieder bereit für ordentlich Rabbatz!

Und so ist „Necrophobic Rituals“ ein meist schnelles, grobschlächtiges Album. Der Promo-Zettel spricht von Parallelen zu Archgoat und Beherit, und die in der rohen Ruppigkeit stehen PARAGON BELIAL den wohl bekannteren finnischen Archaen in wenig nach.
Zugegeben, etwas vielschichtiger sind die Mönchengladbacher doch. Gerade das eröffnende „Perverted Homage In The Trails Of Satan“ hat deutliche Einflüsse aus dem Death Metal. Durch den Wechsel- und Doppelgesang darf man zuweilen auch an frühe Deicide denken. Aber schnell kehren PARAGON BELIAL wieder den Black und War Metal in den Vordergrund und holzen sich in Höchstgeschwindigkeit fast permanent durch die knapp vierzig Minuten von „Necrophobic Rituals„.

Trotz aller Reduktion und zuweilen deutlich punkigen Attitüde, darf man diesem Quasi-Comeback keine Eindimensionalität vorwerfen! Denn PARAGON BELIAL haben auch genug Mumm für kleine Details. Beispielsweise darf „Demonic Christian Holocaust“ auch schon mal mit einem dicken Keyboard-Teppich die Atmosphäre etwas mehr ausbauen. Oder „Circle Of THe Satanic Breed“ mal etwas mehr mit klassichem Proto-Black Metal spielen, thrashy Riffs und derbe Slow-Downs gleichermaßen einbauen.

Größte Überraschung ist allerdings „Verdelet„, das ungewöhnlich ruhig und atmosphärisch ist. Dadurch kommt die frostige Atmosphäre noch besser zur Geltung und gibt dem Album einen weitere Dimension, gleichzeitig auch einen wunderschönen Abschluss. Denn beendet wird „Necrophobic Rituals“ mit einem Tribut an Sodom, dem Cover „Witching Metal„, das freilich deutlich mehr Thrash Metal in den Sound bringt, aber auch gut die rohen, ursprünglichen Einflüssen von PARAGON BELIAL zeigt.

Kurzum sind PARAGON BELIAL wieder da. Und zwar mit einem beachtlichen ersten Lebenszeichen nach fast einer Dekade. Roh, direkt und grobschlächtig, aber keinesfalls stumpf oder gar dumpf. Dafür ist „Necrophobic Rituals“ doch in den kleinen Details zu abwechslungsreich, bringt Elemente aus Death und Thrash mit und kann an der ein oder anderen Stelle gar überraschen. Mit „Verdelet“ sogar ordentlich überraschen. Respektabel.


8 Lieder / 38:40 Min.
CD – 29.09.2017 / Northern Fog Records

facebook.com/paragonbelialofficial

northernfogrecords.com
facebook.com/NorthernFogRecords

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Kommentar: Metal auf Youtube https://necroslaughter.de/2017/11/kommentar-metal-auf-youtube/ Thu, 23 Nov 2017 21:24:29 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16509 Read more »]]> Kürzlich habe ich mal etwas Zeit gefunden und mich durch den Youtube-Kanal von Seuche, dem Krachmucker-TV, geklickt. Darunter war auch ein ganz spannendes Video: „Metal-YouTuber: Warum hat der Parabelritter keine Konkurrenz?“

Als kurze Zusammenfassung: Die deutsche Youtube-Szene für Metal ist erbärmlich! Die großen Magazine Rock Hard, Deaf Forever oder Metal Hammer haben recht kleine Channel, bieten etwas typischen Magazin-Inhalt oder blättern etwas selbstverliebt durch ihre neuen Ausgaben. Entsprechend ist das Interesse der Zuschauer eher gering. Es gibt nur einen Youtuber, der eine vergleichsweise hohe Reichweite hat: Der Dunklen Parabelritter. Und dieser polarisiert kräftig in der Szene.

Dieser kontroverse „Prosumer“ (Konsument, der gleichzeitig neuen Inhalt daraus produziert) kommt in dem Clip auch selber zu Wort und liefert – in a nutshell – auch mögliche Gründe, warum es so wenig Metal auf Youtube gibt: Es ist arsch viel Arbeit und die Branche hat bisher nicht das Potential von Youtube erkannt. Natürlich nennt er noch weitere Anforderungen, die ein Mensch vor der Kamera erfüllen muss, damit ein neuer Kanal erfolgreich werden kann. Jedoch ist der Erfolg immer relativ zu sehen, denn es ist immer noch Metal…

Und an dieser Stelle möchte ich einfach mal meinen Kommentar zu dem Thema abgeben, etwas über die aktuelle Situation und die Szene rumkotzen, vielleicht ein paar Denkanstöße geben und das Thema mal von Youtube in das geschriebene Wort verlagern, was vielleicht der ein oder andere Metalhead aktuell noch bevorzugt.

Deutschland

“I’ve come up with a set of rules that describe our reactions to technologies:
1. Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works.
2. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it.
3. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.”

(Douglas Adams)

Deutschland ist ein extrem Technik- und Innovations-skeptisches Land. Entwicklung und Verbesserungen dürfen scheinbar nur an Kriegswaffen und Verbrennungsmotoren geschehen, alles andere ist Teufelswerk. Und selbst in Computer- und Technikforen wird in schönster Regelmäßigkeit über die Unsinnigkeit von Sozialen Netzwerken, Messengern und ähnlichem gewettert. „Sowas brauchten wir früher alles nicht!“

Homo metallus

Wo der Deutsche sich schon krass hinter Technikphobie und übersteigertem Datenschutz versteckt, ist der Metalhead noch extremer. Das scheinbar allerdings über nationale Grenzen hinweg. Denn weltweit feiern wir die Retrowelle und verlieren uns in verklärter Nostalgie. Tape-Trading, aaaaaah, das waren noch Zeiten. LPs? Die waren schon damals gut, darum kaufe ich heute auch wieder die Klassiker in der Neuauflage – egal ob ich die bereits auf CD (oder gar Vinyl-Erstauflage) habe.

Nicht selten hört man von den Hardlinern, dass Facebook böse sei, dass sie sich konsequent Whatsapp verweigern. Und dann fällt auch locker mal die Aussage, dass Metal nichts auf Youtube zu suchen habe – siehe das oben genannte Video mit Zitat aus einem The Ruins Of Beverast-Interview.

Nicht selten werde ich blöd angeschaut, wenn ich mir ein Album digital auf Bandcamp kaufe. Denn nur Tape und Vinyl ist true und in der Szene anerkannt. Und gar gelegentlich bekommt man eine gewisse Abfälligkeit zu spüren, weil man „nur“ ein Webzine betreibt. Denn nur Fanzines sind der wahre Shit.

Witzigerweise werden die klassischen Bulletin-Boards, oder auch Online-Foren, akzeptiert und rege genutzt. Zur Werbung, zum Gedankenaustausch, zur Diskussion oder einfachen Selbstdarstellung. „Schaut her, ich kenne dieses obskure südamerikanische Demo von 1993, von dem es nur 6 Exemplare gab! Der Schreiber über mir hat keine Ahnung, keinen Geschmack und riecht nach Iltis!“

Doch muss man sich immer fragen: Wieso verteufelt man eigentlich ein Trägermedium? Wäre man früher auf die Idee gekommen eine CD zu verteufeln, weil Demos auf Kassetten veröffentlicht wurden und Alben auf LP? Warum verteufelt man heute eine MP3-Datei, die die gleiche Musik beinhaltet wie ihre physischen Gegenstücke? Warum ist das Wort auf einem Blatt Papier mehr wert, als auf einer virtuellen Webseite? Die Arbeit, Energie und Kreativität, die in das Werk geflossen ist, sollte eigentlich gleich geblieben sein. Und das Ergebnis, also die Musik, ist die gleiche, egal ob auf Tape, CD, LP oder eben der digitalen Audiodatei. Und nun kommt mir bitte keiner mit audiophilen Zahlen um Bitrate und so weiter, wenn er eh nur Untergrund-Black-Metal hört, der Mono über einen Kassettenspieler in irgendeiner Garage aufgenommen wurde. Danke!

Zugegeben, im Digitalen fehlt die physische Haptik. Zugegeben, heute kann jeder im Internet veröffentlichen. Auch Schnellschüsse, substanzloses, belangloses oder simpel: Bullshit. Doch finden sich gleiche Attribute auch auf greifbaren Medien, in Büchern und auch Musikveröffentlichungen…

Aber weiterhin existieren Vorurteile gegenüber einem Transportweg. Eine Verabredung über SMS oder Brief scheint mehr wert, als über Whatsapp oder Facebook.

Und nun kommt noch ein neues Medium hinzu, dieses Youtube, wo Informationen multimedial, mit Bildern, Worten, gar Musik transportiert werden? Es scheint Blasphemie gegen… ja, gegen was eigentlich?

Branche

Der Dunkle Parabelritter formulierte bereits: Die Branche hat bis heute nicht das Potential von Youtube erkannt. Und wiederholt damit erneut die alten Fehler. Lange Zeit wurden Webzines nicht mal mit Promos bedacht – manche Plattenverläge machen das sogar heute noch so. Lange Zeit wurden digitale Vertriebswege für Musik gemieden. Denn nur CD war der wahre Shit. Und außerdem würden MP3 ja zu Raubkopien führen.
Und heute ist auf einmal Metal auf Spotify beliebter als Pop. Das ist allerdings auch eine Wahrheit, die der Homo metallus ungerne hört. Denn Metal ist ja unkommerziell, underground und so weiter.

Wie dem auch sei, lange Zeit haben Promo-Agenturen und Labels auch soziale Netzwerke missachtet. Reviews und News wurden nicht dort, sondern nur über die etablierten Magazine geteilt – und damit wurde einiges an Reichweite einfach verschenkt.

Etablierte Magazine

Gut, mittlerweile haben die Spieler auch die Vorzüge von digitalen Vertriebswegen erkannt. Webzines sind heute als schneller Teil der Promotionsmaschine akzeptiert. Sowohl von der Branche wie auch den Fans.

Promos werden digital verbreitet, als MP3 mit Wasserzeichen. Das ist billig. Verdammt billig. Deswegen werfen die Agenturen mit ihren Promos nur so um sich. Und die Magazine ertrinken in mehreren dutzend Rezensionsexemplaren pro Tag, stehen unter dem Druck, diese irgendwie mit „Coverage“ zu bedecken. Derweil manche Magazine in den USA noch „Round-Ups“ machen, mehrere Veröffentlichungen in einem Rutsch besprechen, erwähnen oder zusammenfassen, sind die deutschen noch im klassischen Review, Interview, News-Konstrukt gefangen und müssen den Anfragen irgendwie gerecht werden. Meist alleine aus der Angst, keine Promos mehr zu bekommen, wenn die bestehenden Bemusterungen nicht besprochen wurden.

Dieser (zugegebenermaßen selbstauferlegte) Druck zwängt die Magazine in ein Bearbeitungsschema. Reviews, Reviews, Reviews, bei großem Gefallen auch mal ein Interview. Meist schnell und substanzlos, voller Plattitüten. Man arbeitet den Stapel Promos einfach ab. Und kommt dennoch nicht hinterher. Zu häufig sieht man auf Webzines den Aufruf nach Mitschreibern.

Und in dieser Arbeit geht irgendwie die Muße für Kreativität verloren. Entsprechend gibt es auch wenig permanente Kolumnen, ausführliche Specials oder Blog-Beiträge in den etablierten Magazinen – Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Denn seien wir ehrlich: Ein Webzine ist vergleichsweise einfach in der Vorgehensweise: Platte hören, Meinung schreiben, veröffentlichen. Bei einem gedruckten Magazin läuft der iterative Prozess über einen längeren Zeitraum und wird um das Erstellen des Layouts erweitert. Das ist ein simples Vorgehen.

Ein Video im Stil vom Krachmucker oder dem Dunklen Parabelritter ist aufwändiger: Es muss eine gute Idee für einen Clip her. Dann sollte ein Konzept erstellt werden. Beim Filmen kommen Kleinigkeiten wie Wortwahl, Ausdruck, Fokus auf die Hauptaussage des Videos, Mimik und Gestik dazu. Dann kommt die Post-Produktion: Schneiden, Editieren, Überblendungen, Einblendungen, Intro, Outro, Verlinkungen, undsoweiter. Schlussendlich frisst das alles Zeit, bevor das Video fertig ist, im richtigen Format hochgeladen und publiziert werden kann. Dabei darf man den kreativen Teil um Idee und Konzept nicht unterschätzen! Das ist schwieriger als man denkt.

Money, Money, Money

Und mit etwas Kreativität ist es ja auch nicht getan. Ein Webzine kann man quasi kostenlos betreiben. Irgendeinen Blog-Hoster auswählen und es kann los gehen. Ein Printzine will da schon etwas mehr für Druckkosten haben. Doch ein Vlogger (Video-Blogger) braucht schon mal eine ordentliche Webcam. Wenn nicht sogar eine richtige Kamera oder DSLR mit guter Video-Funktion. Vielleicht noch ein Mikro für guten Sound. Von Video-Software und einem potenten Rechner für die Nachbearbeitung spreche ich an dieser Stelle gar nicht. Aber die Einstiegshürde ist doch höher als beim geschriebenem Wort.

Langzeitmotivation

Gut, nehmen wir an, jemand hat sich die Mühe gemacht, all den Widrigkeiten von Branche und Arbeitsaufwand getrotzt. Er publiziert ein Video und noch ein Video und irgendwann wird seine Mühe mit Erfolg belohnt. Dann kommen auf einmal die Neider, die Missgönner und die Möppernasen.

Über ein gut laufendes Printzine freut sich die Szene. Aber bei einem Dunklen Parabelritter wird direkt der Ausverkauf des Metals ausgerufen, Kommerzialisierung und Untrveness und und und.

Wie soll man da bitte die Langzeitmotivation bewahren? Hat man keinen Erfolg, verliert man irgendwann die Lust. Warum macht man das ganze, all die Arbeit, wenn man doch genau so gut einfach vor der XBox oder dem Fussballspiel hocken könnte.
Und hat man dann Erfolg, wird man beleidigt, verspottet und diskreditiert. Warum macht man das ganze, all die Arbeit, wenn man doch genau so gut einfach…

Mal was anderes: Aus der Sicht des Konsumenten

Gut, nun gibt es gut gemachte, motivierte, ambitionierte und kompetente Youtube-Kanäle. Sei es der Krachmucker, sei es der Dunkle Parabelritter, sei es gar Infidel Amsterdam. Nun komme ich aber als Konsument in eine Misere: Zeit!

Alle wollen sie meine Aufmerksamkeit. Neue Musik, Facebook, Twitter, neue Serien, Filme, Bücher. Und die Zeit für den Konsum von anderen Formaten schwindet immer und immer weiter. Nun stellt sich die Frage: Lese ich fünf Minuten ein Review, 10 Minuten ein Interview oder schaue mir 20 Minuten Video an? Da ist die Einstiegshürde für meine kurze Aufmerksamkeitsspanne schon – oh, ein Reh!

Das ist ein erste Welt-Problem, das wohl in der individuellen Verantwortung liegt. Das kann ein „Prosumer“ nicht beeinflussen. Ich kann Pech haben, dass niemand ein ausführliches Interview von mir lesen wird, weil es schlicht zu lang ist. Gleiches Pech kann aber auch der Youtuber haben, der mit viel Arbeit 20 Minuten Material produziert hat. Er konkurriert mit 10-Second-Cover-Songs, lustigen Katzenvideos oder den Nachdenklichen-Bildern-mit-Inspirierenden-Sprüchen von Webfail, 9Gag, Pornhub.

In A Nutshell

Das sind viele Gründe, warum Youtube in der deutschen Metalszene nicht funktioniert – zumindest aktuell nicht. Manche sind Hausgemacht in der Szene, manche Zeitgeist. Und kaum etwas kann man als Youtube selber kontrollieren. Man hat lediglich seinen eigenen Enthusiasmus und sein Durchhaltevermögen beeinflussen. Ob man gegen widrige Umstände wie Vorurteile, Neid, Spott oder mangelnde Rückmeldung ankämpfen und sich zum Weitermachen motivieren kann. Oder generell überhaupt den Einstieg schafft. Denn meist stirbt eine gute Idee bereits an anfänglichen Zweifeln: „Ich bin eh nicht gut genug…“, „An den komme ich nie ran…“, „Das ist alles zu viel Arbeit, ich packe das nicht…“. – Und aus den gleichen Gründen ist sicherlich so manches Fanzine oder Webzine nie entstanden, so manch talentierter Musiker nie zu einer Band gekommen.

tl;dr

Nun stehe ich vor dem gleichen Problem wie vielleicht die Youtuber: Hat überhaupt einer bis hier hin durchgehalten? Konnte ich die Aufmerksamkeit auf meinem Text halten, den Leser unterhalten, empören oder zum Denken anregen? Ich weiß es nicht. Und ich werde es wohl auch nie erfahren, denn das Kommentarsystem auf dieser Seite habe ich schon lange abgeschaltet. Vielleicht schreibt mir jemand auf Twitter oder Facebook?

Doch ich hoffe, dass der ein oder andere mal selbstreflektiert. Dass moderne Kommunikationskanäle nicht per se schlecht sind. Dass man selbst auf Facebook, Twitter, Youtube oder Instagram Metal finden kann und auch sollte. Dass man selber in der Verantwortung ist, wie man diese Medien nutzt und auch (mit-)gestalten kann. Und dass sich über diese neuen Wege eben auch neue Möglichkeiten und Formate öffnen. Wie eben Youtube-Kanäle, die unterhalten, lehren und informieren können.

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Cadaveric Incubator – Sermons Of The Devouring Dead https://necroslaughter.de/2017/11/cadaveric-incubator-sermons-of-the-devouring-dead/ Thu, 23 Nov 2017 19:26:39 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16504 Read more »]]> Sonderlich aktiv waren CADAVERIC INCUBATOR bisher eigentlich nicht. In dreizehn Jahren bestehen, bringt die Band es bisher lediglich auf zwei Demos und eine Split. Dafür kommt mit „Sermons Of The Devouring Dead“ ein wunderschönes Stück stumpf-direkter Stilmix, der sich hervorragend zum Zerkloppen der eigenen Inneneinrichtung anbietet.

Mit (ehemaligen und Live-)Mitgliedern aus Slugathor, Torsofuck, Festerday oder Lantern finden sich entsprechend auch viele Einflüsse. Death Metal aus Schweden und Finnland treffen auf Grindcore und Goregrind der ersten Stunde und finden gelegentlich auch ein paar Zitate aus dem Thrash Metal, besonders bei Slayer, die manche Harmonie-Läufe und Walgesang-Soli deutlich inspirierten. Das alles wird ordentlich durchgerappelt und eingekocht auf das notwendigste.

Am Ende ist dieses Debüt direkt, zuweilen stumpf und strotzt an vielen Ecken nur so vor prototypischen Elementen. Doch die furiose Darbietung lässt genau so über die vermeintliche Eindimensionalität hinwegsehen, wie auch das gelegentliche Augenzwinkern der Band. Nicht selten wird ein neuer Song-Part lautstark als „Mosh!!!“ oder „Guitar!!!“ angekündigt.

Und dann kommen immer wieder überraschende Wendungen. Beginnt beispielsweise „Hideous Premonition“ recht stumpf mit Grind-Geballer, Harmonizer-Vocals inklusive, endet der Song plötzlich episch in einer extrem düster-finnischen Doom/Death Metal-Passage, die durch atmosphärische Keyboards getragen wird. Solche Überraschungen finden sich ein paar auf „Sermons Of The Devouring Dead„.

Doch auch die eher geradlinigen Songs haben genügend Unterhaltungsfaktor. Ob nun mehr im Grind verortet, mit Wechselgesang zwischen Growls, schön gemeinen Schreien und bereits erwähntem Harmonizer. Ob in geschickter Balance zwischen mitreißenden Uptempo-Grooves und schnellen Blastbeats. Ob nun mit finnisch-obskur-düsteren Riffs oder eher klassische-schwedischer Kettensägen-Gitarre.

Die große Erleuchtung oder Innovation bringen CADAVERIC INCUBATOR mit Nichten. Das wollen sie aber auch gar nicht. Sie wollen böllern, metzeln, grooven und zuweilen einfach mal etwas Dunkelheit heraufbeschwören – allerdings immer mit etwas Augenzwinkern. Das macht „Sermons Of The Devouring Dead“ zu einer halben Stunde richtig gutem, klassischen Death-Grind.


12 Lieder / 29:03 Min.
13. Oktober 2017 – Hells Headbangers (CD, LP, Download)

https://www.facebook.com/Cadaveric-Incubator-1537299173162374/
https://cadavericincubator.bandcamp.com

http://hellsheadbangers.com
https://www.facebook.com/hellsheadbangers

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The Spirit – Sounds From The Vortex https://necroslaughter.de/2017/11/the-spirit-sounds-from-the-vortex/ Mon, 13 Nov 2017 21:10:37 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16494 Read more »]]> Mit ihrem ersten Lebenszeichen offenbaren THE SPIRIT einen wunderbaren Anachronismus. Sicherlich ist das Rückbesinnen auf „the glorious times“ heute mitnichten ein Novum. „Retro“ und „oldschool“ machen viele, versuchen noch mehr – und häufig ist es wie mit der analogen Fotokopie: Jede Kopie einer Kopie wird schlicht blasser, substanzloser. Dieser Gefahr unterliegen die Saarbrückener mit „Sounds From The Vortex“ glücklicherweise gar nicht. Klar, es ist Worship, es tropft an manchen Stellen nur so von Klischees. Doch brennt hier gleichzeitig ein so helles Feuer, dass dieses Debüt durchaus funken schlägt und auch die Begeisterung beim Hörer entfacht.

Es ist diese mitneunziger Mischung aus Black und Death Metal. Melodisch, erhaben. Verspielt und doch mitreißend direkt. Gelegentlich harsch und kompromisslos, an anderen Stellen aber auch mehrstimmig intoniert, mit dem Mut zu ruhigen Momenten und ausschweifenden Instrumental-Passagen. Mit einem Melodie-Gefühl von Unanimated und dem Songwriting von Dissection dürfen auch Namen wie Dawn oder Thulcandra fallen; vielleicht auch Uada. Und Dissection. Aber natürlich auch Dissection. Ja, denn Dissection mit „The Somberlain“ und „Storm Of The Light’s Bane“ sind definitiv großer Einflüss für THE SPIRIT und „Sounds From The Vortex“ gewesen.

Doch wie eingehend erwähnt: Diese Huldigung wird so authentisch präsentiert, dass die leicht mangelnde Originalität vollends egal ist. Es fängt beim zielgerichteten, aber äußert gutem Drumming an. Mal bewusst runtergekocht auf langsam stampfende Beats, dann mal in furiosen Ausbrüchen in extrem schnelle Blastbeats, immer druckvoll und als perfektes Fundament zum Rest des Liedes. Weiter geht es mit den extrem guten Vocals, die sowohl stimmlich, in der Phrasierung wie auch dem verwendeten Vokabular sehr nahe an Jon Nödtveidt rankommen. Und natürlich ist das wichtigste bei einer Dissection-inspirierten Band: Die Gitarren. Und da hauen THE SPIRIT durchaus einige mächtige Riffs raus. Mal im (ebenfalls Dissection nicht unähnlichen) Geklimper, wenn ruhigere Momente die Atmosphäre langsam aufbauen (wobei eine Akkustikgitarre dem Gesamtbild noch das gewisse Etwas gegeben hätte). Mal in wunderschön polyphon aufgebauten Läufen und Harmonie-Verzierungen. Von grimmig und feuerspuckend zu kalt und distanziert, von verspielt zu direkt, aber immer erhaben und majestätisch, reicht die Palette der Sechsaiter – und endet damit nicht selten in äußert griffigen Riffs. Ach, alleine das Gerät nach dem kurzen Break in „The Clouds Of Damnation“ ist der Hammer!

Und so sind durchaus viele Hits auf dem Album. Genanntes „The Clouds Of Damnation„, „Illuminate The Night Sky„, das regelrecht zum Mitbrüllen auffordert, „The Great Mortality“ oder das abschließnde „Fields Of The Unkown„. Bei jedem Song ist es eigentlich egal, dass THE SPIRIT aktuell hauptsächlich Worship betreiben und jederzeit als No Fashion-Band durchgehen würden. In diesen Songs lodert ein Feuer, was viele Copycats heute leider vermissen lassen.

Dazu kommt ein schickes Artwork von Wæik, das gleichermaßen als Huldigung an die klassischen Werke des Necrolord durchgehen kann.

Nicht nur für THE SPIRIT ist dies das erste Lebenszeichen, denn auch für das Label Eternal Echoes ist es die erste Veröffentlichung überhaupt. Käuflich kann man „Sounds From The Vortex“ als CD oder Download erwerben. Wobei es mich wundern würde, wenn eine Veröffentlichung auf Vinyl lange auf sich warten ließe…


Eternal Echoes – 13.10.2017
CD – 7 Lieder / 38:02 Min.

thespiritmetal.bandcamp.com
facebook.com/thespiritband/

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Krossfyre – Burning Torches https://necroslaughter.de/2017/10/krossfyre-burning-torches/ Mon, 23 Oct 2017 20:26:40 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16485 Read more »]]> Lederjacken, Nieten und Patronengurt-Fraktion aufgepasst! KROSSFYRE laden mit ihrer Debüt-EP zum furiosen Boogie-Woogie! Morbide Melodien, reitender Thrash Metal, garstiger Black Metal und eine gewisse Speed Metal-Attitüde machen „Burning Torches“ zu einem giftigen und dennoch groovenden Biest!

Aber was soll man auch anderes erwarten? Hinter der Band stehen Mitglieder u.a. von Korghull The Exterminator, den guten Graveyard aus Spanien und den exzellenten Sheidim. Also alles keine Frischlinge und allesamt mit ordentlich Ahnung, wie schwarzer Metal zu klingen hat.

Entsprechend ist die Atmosphäre der 20 Minuten von „Burning Toches“ immer düster und driftet sehr häufig ins Schaurig-Morbide. Mal durch die Negative Plane-artigen Harmonien, mal durch die Grooves, die frühen Vampire nicht fremd sind. Natürlich darf da auch gerne der Name Niefelheim fallen.

Alles vorgetragen auf extrem hohem Niveau. In einem Moment rumpeln KROSSFYRE noch ordentlich, scheppern grobschlächtig, aber nie stumpf, durch das Uptempo, nur um im nächsten Moment den dicken Groove rauszuhauen. Mal eher getragen mit derben Friedhofsmelodien, im nächsten Moment etwas fetziger. Gerne auch mal polyphon mit zwei unterschiedlichen Gitarren-Harmonien und einem zusätzlichen Bass, der nicht nur stumpf den Rhythmus vorgibt. Ja, an manchen Stellen, wie beispielsweise im Titeltrack, darf der Tieftöner sogar melodieführend agieren.

So bauen sich die Lieder eigentlich immer schön auf, wechseln zwischen Ruppigkeit und Morbidität, explodieren abermals in totales Chaos oder spielen mit treibenden Beats. Immer düster, immer dreckig, immer ruppig und doch greifbar eingängig und mitreißend.

Einen Meilenstein liefern KROSSFYRE sicherlich mitnichten ab. Doch einen guten und kurzweiligen Einstand zwischen Speed, Thrash und Black Metal, der mit seiner Impulsivität und Harmonieführung mehr als gefällt, gar mitreißt und doch begeistern kann. Für mich persönlich eine starke Konkurrenz zu Possession, die ich definitiv im Auge behalten werde! Hoffentlich sind KROSSFYRE nicht nur ein Projekt der grandiosen Musiker sondern eine Band mit Zukunft.


6 Lieder / 20:09 Min.
15.09.2017 – Hells Headbangers Records (CD, LP, Download)

krossfyre.bandcamp.com
facebook.com/krossfyre666

facebook.com/hellsheadbangers
hellsheadbangers.bandcamp.com
hellsheadbangers.com

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Arroganz – Primitiv https://necroslaughter.de/2017/10/arroganz-pilgrim/ Mon, 23 Oct 2017 19:31:35 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16481 Read more »]]> Wenn man es genau betrachtet, ist „Primitiv“ ein sehr spannendes Album in der Entwicklung von ARROGANZ. Auf der einen Seite führt es den bisher eingeschlagenen Weg der Band fort, deutet aber gleichzeitig in eine sehr eigenständige, spannende Richtung. Wer bisher gefallen an der Band gefunden hat, wird sich vielleicht etwas umgewöhnen müssen. Und wer sich für neue, experimentelle Wege des extremen Metals interessiert, wird hier vielleicht auch noch die ein oder andere Kröte schlucken müssen. Doch das ändert nichts an der interessanten Ausrichtung, die „Primitiv“ einschlägt.

Im Groben mag man die ARROGANZ-Trademarks der früheren Alben wiedererkennen. Die Cottbuser packen Death Metal mit einer Menge Black Metal und Doom zusammen und brauen daraus wieder ihren Bastard. Doch in bewusster Reduktion und Ausdehnung bekommt das neue Album deutlich anderen Charakter, als es beispielsweise „Tod & Teufel“ hatte.

Der plakative Album-Titel mag da irre führen. Zumindest Teilweise. Denn das eröffnende „Pilgrim“ nimmt den provokanten Titel im ersten Moment für bare Münze und kloppt erstmal relativ stumpf daher. Schnell aber wechselt der Song in einen schönen düsteren Slow-Down und erzeugt eine dichte Atmosphäre, deutlich geführt von Bass-Melodien.

„Obliviate“: ist dann der erste richtig interessante Song. Die Grundstimmung ist wesentlich dichter, fast schon melancholisch. Immer wieder gibt es dieses Aufbegehren, nur um dann wieder zurück den zähen Doom zu verfallen. Ein schneller Uptempo-Part mit coolen Harmonien bildet genau so eine angenehme Wendung, wie der episch getragene Teil, wo dichte Gitarren-Teppiche wieder mit Bass-Melodien interagieren und fast schon in den Neologismus Post-Death Metal reicht.
Hier spielen ARROGANZ deutlich ihre Stärke von _“Primitiv“
aus: die ausufernden langsamen Momente, die mit geschickter Variation kohärent im Fluss sind; rituelle Momente mit grobschlächtiger Wut kombinieren. Da kann steht auch „Strait Paths & Grave Walls“ in wenig nach, birgt mit manch schrulligen Riffs und dem leicht progressiven Ende sogar noch kleine Überraschungen. Oder auch das Highlight „Cortege“ nährt mit ähnlichen Elementen, bringt mehr Psychedelic und auch etwas mehr Death Metal in das Gesamtbild. Dennoch erkennt man auch hier wieder diese Ausbrüche in Post-artige Gefilde.

Ja, auch das abschließende „Sepulchral Cold“ knüpft fast an diese Glanzleistungen von „Primitiv“ an. Doch hier wird wieder mehr mit reduzierten, archaischen und abermals fast rituellen Motiven gearbeitet, nahe an der Grenze zum Drone. Die Atmosphäre ist fast beklemmend und steigert sich zum Ende zwischen Vokaleffekten und Gangshouts immer weiter, um dann derbe zu Enden.

An sich alles spannende und eigenwillige Ideen, die ARROGANZ deutlich von der Masse abheben. Leider trüben dann doch einige eher generische Riffs die ansonsten hervorragenden Ideen zwischen reduziertem und atmosphärischen Doom und kauzigen Riffs. So sticht besonders das eher rohe und punkige „Another God Dead“ eher negativ zwischen den anderen Liedern heraus. Doch ansonsten sind die störenden Passagen eher selten und verteilt über die Gesamtspielzeit von 40 Minuten (auf gerade mal 6 Songs).

So ist der eingeschlagene Weg durchaus interessant und macht Lust auf das nächste Album von ARROGANZ, ob Atmosphäre und Dunkelheit noch weiter ausgebaut werden, das eigene Profil der Band intensivieren. Schade, dass das Artwork in seiner Reduktion und Langeweile nicht der dargebotenen Musik gerecht wird. Da war der Vorgänger schon ansprechender.

Wie bereits zuvor gibt es das Album auf CD, LP und als Download über FDA Records. Wer ein Magnetband haben mag, bekommt dies über Defying Dagger Records.


6 Lieder / 40:46 Min.
29.10.2017 – FDA Records (CD, LP, Download) / Defying Dagger Records (Tape)

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Myteri – Ruiner https://necroslaughter.de/2017/10/myteri-ruiner/ Sun, 15 Oct 2017 20:12:51 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16475 Read more »]]> Windrauschen, Donnergrollen. Eine melancholische, getragene Gitarre kündigt einen schwermütigen Auftakt an. Ein leichtes Aufbegehren – und dann die Explosion. Nach knapp zwei Minuten sind MYTERI der Lethargie überdrüssig und lassen all ihrer Wut und Hoffnungslosigkeit freien lauf, brettern konsequent im schnellen D-Beat durch die restlichen 35 Minuten von „Ruiner“. Immer ungezügelt und ungehobelt. Aber zu jeder Sekunde melodisch und melancholisch.

Es ist das zweite Album der schwedischen Crust-Band und schlichtweg grandios. Bereits das extrem gut gemachte Artwork mit den brennenden Kirchhöfen, und der Kapuzengestalt, präsentiert in sehr geschickten Kontrasten ist wunderschön. Und es zeigt MYTERIs Verständnis von Qualität. Entsprechend sind auch die Lieder alle auf einem erstklassigen Niveau. Wo andere Bands schnell in die Gefahr laufen, dass die Songs auf einem Album recht gleichförmig klingen, gibt es hier immer wieder spannende Wendungen, die „Ruiner“ abwechslungsreich und spannend gestalten.

Seien es bewusst langsamere Momente, die der dystopischen Atmosphäre mehr Raum verleihen, etwas von frühen Fall Of Efrafa in den Sound bringen. Oder die immer wieder auftauchenden polyphonen Harmonien. Oder gar treibendere, fast tribale Rhythmen, wie im Breakdown von „Hatets Fanbärare“ oder „Dädens Hav“.
Oder gar das Sahnestück auf „Ruiner“: „Lida I Tysthet“ erweitert das Klangbild zusätzlich durch Piano und Violinen – was wiederum Parallelen zu Morrow erschafft. Auch „Justitiemord“ wird mit der Violine hervorrangend erweitert und markiert eines der großen Highlights des Albums.

Aber wenn ich ehrlich bin, gibt es fast nur Hits auf „Ruiner“, kein einziger Song fällt unter das Niveau der anderen. MYTERI holzen zwar konsequent und rücksichtslos nach vorne, haben aber dennoch ein großartiges Feingefühl für spannenden Songstrukturen und – noch wichtiger – hervorragende Melodien.

Da wundert es mich auch gar nicht, dass das abschließende „Urholkningsprocessen“ plötzlich auf alle Crust- Hardcore- oder D-Beat-Elemnte verzichtet und eine epische, verspielte Post-Rock-Nummer ist. MYTERI wissen ganz genau was sie tun, beherrschen ihre Instrumente und wissen, was sie wollen. Darum konnten sie „Ruiner“ erst zu diesem beeindruckenden Album machen.

Wer Alpinist, Mässmörd oder Fall Of Efrafa hinterher trauert, seit Jahren auf neues Material von Tragedy wartet und wem Wolfbrigade doch etwas zu sehr Metal ist, wer Livstid und Unkind mag, der wird MYTERI lieben. Für mich das beste Neo-Crust-Album des Jahres!

Veröffentlicht wird die Scheibe am 20.10.2017 als Kooperation zwischen Alerta Antifascista (hier in Deutschland) und anderen Labels. Die insgesammt 1000 gepressten Platten sind dann 200 mal weiß-schwarz marmoriert, 300 mal grau-schwarz marmoriert und die restlichen Scheiben sind schwarz. Dazu gibt es einen Download-Code und ein Poster, verpackt im schweren Gatefold. Natürlich gibt es das Album auch als Download auf Bandcamp, wo man bereits heute die Lieder anhören kann.


12 Lieder / 38:07 Min.
20.10.2017 / Alerta Antifascista Records / Chaos Rural Records / Halvfabrikat Records / Phobia Records / Replenish Records / Svoboda Records

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Exhumed – Death Revenge https://necroslaughter.de/2017/10/exhumed-death-revenge/ Tue, 10 Oct 2017 20:08:26 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16470 Read more »]]> Mit ihrem sechsten Album versuchen sich EXHUMED an einem Konzeptwerk. „Death Revenge“ handelt um die Grabräuber aus Edinburgh, Schottland, die in den 1820ern Leichen plünderten und für medizinische Zwecke verhökerten. Eine makabere Epoche, die auch andere Künstler zuvor fasziniert und beeinflusst hat. Doch so morbid kauzig, wie beispielsweise Strange Facts In The Scalpel Case werden die Leute um Matt Harvey keineswegs. Wollen sie auch gar nicht. Vielmehr ist „Death Revenge“ ein logischer Showcase der typischen Bandmerkmale. Das hat seine Stärken, aber leider auch seine Schwächen.

Insgesamt wird das Album akustisch in drei Kapitel eingeteilt, jeweils eingeleitet durch ein instrumentales Interlude. Wo „Death Revenge Overture“ oder „Gravemakers Of Edinburgh“ mit ihren synthetischen Orchestern etwas deplaziert wirken, ist „The Anatomy Act Of 1832“ ein richtig episches Zwischenspiel. Das Hauptthema aus der orchestralen Einleitung wird von den Gitarren aufgegriffen und spielerisch entwickelt sich der Song immer weiter und nimmt coole Wendungen. Echt sehr fein gemacht, wenngleich es schon etwas konträr zu einigen doch eher punkigen anderen Songs auf dem Album steht.

Doch da ist für mich auch schon der Knackpunkt: Die starken Songs verstecken sich eher in der zweiten Albumhälfte. Der Auftakt in „Death Revenge“ ist durchaus gut gemacht, man bekommt die typischen EXHUMED-Trademarks locker aus der Hüfte entgegen geschossen. Carcass-Melodien, schöner Wechselgesang zwischen Schreien und kernigen Growls, etwas alte Death und schon laufen „Defenders Of The Grave“ oder „Lifeless“ gut durch. Doch trotz gelegentlicher Ausbrüche in schnelle Blastbeats fehlt irgendwie der typische Biss, das wunderschöne Chaos, was „Slaughtercult„, „Gore Metal“ oder auch „All Guts, No Glory“ so atemberaubend gemacht hat. Ja, „Nightwork“ klingt nach seinem Slayer-artigen Intro fast schon unspepktakulär für die Band.

Da ist „Dead End“ schon eher die klassische Nummer mit entsprechenden Riffs, fein ineinander gekotzten Vocals und dissonanter Stimmung. Hier passen die „Leprosy„-mäßigen Gitarren auch wunderbar rein und formen das erste Highlight des Albums. „Unspeakable“ nimmt dann eine überraschende Wendung und mischt die „Heartwork“ mit Ghoul, Gangshouts und haktisches Geballer inklusive. Hat hier der wieder zugekommene Ross Sewage vielleicht seinen Einfluss gehabt?
Wäre da nicht die Zäsur durch das Instrumental „Gravemakers Of Edinburgh„, käme nun endlich richtig Fahrt auf. Denn „The Harrowing“ drischt wieder richtig furios raus, haut locker coole Gitarrenläufe und Wechselgesänge zu furiosem Gebretter. Dass „A Funeral Party“ oder „Death Revenge“ schon EXHUMED-Prototypen sind, stört eigentlich nicht, im Gegenteil! So will ich EXHUMED hören! Und auch das eher melodische „Incarnadined Hands“ zeigt, dass sich Verspieltheit und Experimentierfreude nicht mit Gore Metal beißen müssen. Der Song hätte locker auch auf „Anatomy Is Destiny“ gepasst, was ich seinerzeit sträflich unterbewertet habe.

Somit ist „Death Revenge“ zwar ein gutes, insgesamt aber dennoch durchwachsenes Album. Klar, EXHUMED ballern auf hohem Niveau, haben ihren deutlichen Trademark-Sound und klingen immer nach EXHUMED. Doch mir persönlich ist die erste Hälfte der Scheibe irgendwie zu routiniert. Dafür befriedet mich dann die zweite Hälfte deutlich und birgt sogar einige richtig gute Hits. Nur die Zwischenspiele stören nach wie vor den Albenfluss deutlich.

Damit noch etwas Verwirrung und Sammelwut aufkommt, gibt es zwei Bonus-Tracks: „Death Revenge Underture“ (vermutlich wieder ein Instrumentales Outro) und „A Lesson In Violence„. Diese sind allerdings nicht auf CD oder LP enthalten, sondern nur im Download über Bandcamp. Vielleicht sind diese aber im beiliegenden Download-Code inkludiert, dass man als Vinyl-Fan doch in den Genuss der Lieder kommen kann.
Dann steht man allerdings vor der Entscheidung: In welcher Farbe will man seine Platte haben? Die schwarze LP ist auf 1200 Einheiten limitiert. Dann wird es immer rarer. Bei Relapse bekommt man die Aquq Blue („inside Clear with Red, Blood Red and Oxblood Splatter“, 400 Stück) oder die streng limitierte Picture (100 Stück). Bei dem schicken Artwork, das in klassischer Horrorfilm-Plakat gestaltet ist, sieht das vielleicht sogar ganz nett aus. Über Indie-Retailer wird dann exklusiv die „Beer with Red and Bone White Splatter“ verkauft, die auf 300 Exemplare begrenzt ist.


12 Lieder / 44.31 Min.
13.10.2017 / Relapse Records (CD/LP/Download)

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Haemorrhage – We Are The Gore https://necroslaughter.de/2017/10/haemorrhage-we-are-the-gore/ Mon, 09 Oct 2017 20:51:24 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16466 Read more »]]> HAEMORRHAGE melden sich mit ihrem siebten Album zurück. Nachdem „Hospital Carnage“ eher einen fahlen Beigeschmack hatte, zu sehr nach Selbstwiederholung und Handbremse geklungen hat, war ich nicht gerade gespannt auf „We Are The Gore„. Dazu ein Cover-Artwork, dass deutlich an die „Severed Survival“ von Autopsy erinnert, und ich war zusätzlich skeptisch. Teilweise sollten meine Zweifel bestätigt werden. Doch gleichzeitig überraschten die spanischen Pathologen doch wieder.

Der Auftakt in das neue Album ist eher belanglos. Goregrind mit deutlichem Death Metal-Einschlag. Das steht HAEMORRHAGE nicht sonderlich gut. Zugegeben, „Nauseating Employments“ oder „Gore Gourmet“ sind keine shlechten Songs, doch hätten sie einer Band wie Gorerotted besser gestanden. Auch wenn sich hin und wieder Slayer– oder Carcass-mäßige Soli auf der Platte finden, einige Riffs weiterhin näher am Metal denn Grindcore sind, läutet der Titeltrack doch eine kleine Wendung ein.

We Are The Gore“ ist ein reduzierte Punk-Nummer, Motorhead-artiger Refrain inklusive. Ein leichte Rückbesinnung auf die musikalischen Wurzeln? Die – mir leider unbekannte – EP „Punk Carnage“ hat dieses Bewusstsein ja in jüngster Vergangenheit nochmal bestätigt. So finden sich auch in „C.S.C“ oder „Prosector’s Revenge“ ebenfalls deutliche Bezüge auf das Genre. Dabei ist der Titel-Song aber nicht mal sonderlich spektakulär.

Erst ab „Transporting The Cadavers“ kommt wieder das klassische HAEMORRHAGE-Feeling auf. Nette Ausbrüche in Blastbeats, wütender Doppelgesang. genau so geht es mit „Bathed On Bile“ weiter, was allerdings auch direkt einen Ausblick auf einen weiter ausgeprägten Einfluss gibt: stumpfer Goregrind. In diesem Song noch durchaus gut verträglich aber in „Gynecrologist“ einfach nur langweilig und so klischee-mäßig, dass es fast jedwedes Profil der Band vermissen lässt.

Ein Glück war es dass aber dann auch schon mit den unpassenden Sperrenzchen. HAEMORRHAGE sind einfach keine Death Metal-, Punk- oder proto-prollo Goregrind-Band. HAEMORRHAGE funktionieren einfach am besten, wenn sie die Frühwerke von Carcass nehmen und ihren eigenen kauzigen Charme aufdrücken. Wenn sie eben Leichenhallen-Riffs mit ungezügeltem Geballer vermengen. Wenn sie Kotzen, Würgen, Keifen, alles zusammen, alles abwechselnd. Wenn sie eben genau wissen, wann der Pathologe auch mal um den Kadaver tanzen will und wann er den gesamten Kladderadatsch schlicht in die Abfalltonne brettern muss.

Und in dieser Mélange zeigt „We Are The Gore“ dann doch noch eine Reihe guter Songs, die alle Arthritis aus dem Vorgänger „Hospital Carnage“ rausprügeln. „Medical Maniacs„, „Miss Phlebotomy„, „C.S.C„, „Prosector’s Revenge“ oder „Organ Trader“ sind allesamt klassische Hits, die an „Grume„, „Morgue Sweet Home“ oder „Anatomical Inferno“ anknüpfen können.

Dennoch sei erwähnt: Auf diesem Album findet sich vergleichsweise selten der typische Gesang von Lugubrious. Schade! Denn dieses markante Geknarze hat immer viel zum Gesamtcharme der Band beigetragen. Nun wird es eher homöopathisch eingesetzt. Dafür wird nicht mit Soli gespart. Gelegentlich ist das zwar ganz nett und passend, an anderen Stellen hätte ich mir die Lieder mehr auf den Punkt gewünscht.

Ach. So ein durchwachsenes Bild. Wie ein Melanom, das sich fröhlich durch die Eingeweide frisst. Ein paar leckere Innereien findet man immer wieder. Doch an manchen Stellen ist die Sache einfach faulig. Doch ganz zum alten Eisen, wie ich es zur „Hospital Carnage“ getan habe, sollte man HAEMORRHAGE wohl doch noch nicht.

PS: Am Ende wartet noch ein kleines Easteregg als Hiddentrack.


14 Lieder / 35:11 Min.
06.10.2017 – Relapse Records (CD, LP, Download)

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Gravesite – Neverending Trail Of Skulls https://necroslaughter.de/2017/10/gravesite-neverending-trail-of-skulls/ Thu, 05 Oct 2017 19:44:45 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16458 Read more »]]> Eigentlich klingt das doch ganz spannend: „Horror Death Metal“ mit Mitgliedern von Undead Creep, Assumption, Haemophagus oder Morbo. Alles Bands, die mich durchaus überzeugen konnten. Warum sollte GRAVESITE da nicht auf meinen Geschmack treffen? In einer klassischen Mischung aus Exhumed/Carcass, Autopsy, Death und etwas Slayer, ist „Neverending Trails Of Skulls“ auch ein durchaus nettes Album geworden. Doch leider fehlt es etwas an der eigenständigen Schrulligkeit von Haemophagus oder dem eigenen Profil von Assumption, alsdass diese italienische Kombo mich vollends begeistern kann.

Dabei ist gerade der Opener und gleichzeitig namensgebende Song durchaus ein cooler Auftakt in die gut 40 Minuten des Albums. Exhumed-artiger Death-Grind mit schön rausgewürgten, aber dennoch tiefen Vocals. Furioses Geballer nimmt auf einmal eine überraschende Wendung in einen Autopsy-mäßigen Doom-Part.
An sich kann „Postmortem Fetal Extrusion“ mit dem verstärkten Thrash-Einschlag und klassischen Death Metal-Riffs alter amerikansicher Schule sogar noch einen drauflegen. Doch damit haben GRAVESITE schnell auch das meiste gesagt. Gelegentlich kommen die Doom-Death Metal-Momente stärker hervor, mal stehen eher die Slayer-Zitate im Vordergrund; gelegentlich sogar mit gedoppelten Gitarrenläufen, die jeweils an die großen Vorbilder angelehnt sind. Macht alles Spaß, ist alles gut gemacht. Aber es fehlt irgendwie am eigenen Profil der Band.

Da ist „Sewer Freaks“ schon eher eine herausragende Hit-Nummer. Auch wenn die Zutaten nicht sonderlich vom restlichen Album abweichen, ist es doch diese geradlinige Direktheit, die den Song besonders mitreißend machen.

In der Umsetzung vielleicht nicht so catchy, dafür aber mit angenehmen Ecken und Kanten, sind hingegen die abschließenden „Town Of The Re-Animated„, das einen schön vertrakten Rhythmus-Part einbaut, oder das leicht progressive „Swallowed In Darkness„. Hier werden mittlere Death und auch etwas Slayer schön herausgearbeitet und geben dem Ende von „Neverending Trail Of Skulls“ eine angenehme eigene Note.

Am Ende bleibt aber leider nur ein gutes, wenngleich verzichtbares Album.


8 Lieder / 40:05
01.08.2017 / Xtreem Music (CD, Download)

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Dråp – Rotten Till Allt Ont https://necroslaughter.de/2017/09/drap-rotten-till-allt-ont/ Sat, 30 Sep 2017 20:59:02 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16454 Read more »]]> DRÅP hauen mit ihrem zweiten Album „Rotten Till Allt Ont“ ein überraschendes Brett heraus. Es ist intensiv, es ist direkt, es ist extrem vielseitig. Und es ist verdammt gut!

Das Cover ist zum einen bereits ein erster Hinweis auf die Musik. Doch wird es gleichzeitig dem Gesamtbild nur annähernd gerecht. Die schwarz-weiße Collage huldigt definitiv dem Grindcore der frühen Tage. Das ist durchaus auch ein essentieller Bestandteil auf dem Album. Aber gleichzeitig auch nur ein Teil von vielen. Denn DRÅP bedienen sich aus skandinavischem Grindcore der Marke Nasum oder früher Afgrund, schwedischem Death Metal, Crust im Stil von Tragedy, Hardcore und einer Priese Neurosis. Das zusammengeworfen und astrein umgesetzt, macht aus „Rotten Till Allt Ont“ einen furiosen Hassklumpen!

So direkt viele Riffs auf Anhieb scheinen, so intelligent sind die Songs doch insgesamt strukturiert. Wenn beispielsweise in „Ärrvävnad“ plötzlich cool Harmonielinien über das derbe Geschnetzel gelegt werden. Oder wenn „Hat för en Livstid“ sich in einen wunderschön dissonanten Part auflöst, mit Doppelgesang fast angeschwärzt ist.
Eben diese dystopischen Dissonanzen durchziehen das Album immer und immer wieder. Auch in „Yttersta Domen„, das direkter mit diesem Neurosis-Vibe spielt. Oder auch dem epischen Schluss „Nederlag„, das wohl am eindrucksvollsten Nasum, Tragedy und die atmosphärischen Harmonieteppiche verschmilzt.
Ja, selbst das instrumentale Zwischenspiel „Eremit“ kann mit intensiver Entwicklung und düsterer Stimmung überzeugen.

Dabei müssen DRÅP nicht mal unbedingt immer nur im D- oder Blastbeat drauf losholzen. „Övervåld“ oder der Titteltrack funktionieren auch wunderbar mit treibendem Midtempo, spielen hier immer noch die hasserfüllte Garstigkeit der Band voll aus. Nur um schlussendlich wieder mit furiosem Grindcore einen Konterpunkt zu setzen.

Schlussendlich und trotz aller intelligenter Vermengung unterschiedlicher Bestandteile bedarf es eigentlich keiner weiteren Umschreibung. DRÅP sind angepisst und hoffnungslos. Und ihrer Wut lassen sie mit allen Mitteln einfach freien Lauf. Dabei klingen sie schlicht erfrischend. Ohne monoton in einer Genre-Schublade zu denken, vermischen sie die wütendsten Elemente aus diversen Stilistiken. Und das macht die gut 33 Minuten intensiver Musik abermals eindrucksvoll.


8 Lieder / 33:54 Min.
01.06.2017 – Xtreem Music (CD, LP, Download)

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Blackevil – The Ceremonial Fire https://necroslaughter.de/2017/09/blackevil-the-ceremonial-fire/ Tue, 12 Sep 2017 08:17:27 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16443 Read more »]]> BLACKEVIL sind ein Anachronismus; aber ein wunderbarer. Wo unter dem Deckmantel der „old school“ heute viele Generika agieren, ist die Band mit ehemaligen Mitgliedern aus Under That Spell und Nocturnal mitreißend anders. Nicht zu räudiger, wilder und wunderbar erfrischend abwechslungsreicher Black/Thrash zwischen traditionellen Heavy-Metal-Harmonien und angeschwärzter Raserei ist auf „The Cermeonial Fire“ Programm. Für die Spikes-&-Leather-&-Dosenbier-Fraktion unverzichtbar!

Klar, dieses Debüt tropft nur so vor Klischees. Alleine Bandname und Logo sprechen deutliche Sprache. Da ist das grandios-epische Artwork von Paolo Girardi fast schon eine spöttische Konterkarikatur. Aber auch nur fast, denn musikalische Finesse darf man der augenscheinlich direkten Mixtur aus Speed, Thrash und Black Metal durchaus nicht absprechen. Zu häufig finden sich geschickte Polyphonien und Variationen auf „The Ceremonial Fire“, alsdass man BLACKEVIL rein stumpfes Geholze vorhalten könnte oder gar dürfte.

Vielmehr ist es so, dass den klassischen Helden gehuldigt wird. Aus einer Zeit, in der die Genre-Grenzen noch nicht akribisch (durch den Musik-Journalismus) abgesteckt wurden, als die ersten Wellen aus Black Metal oder Thrash Metal einfach nur unter dem Banner „Heavy Metal“ liefen. Vielleicht in den Bausteinen nicht sonderlich originell. Aber in der Mischung, im Endergebnis über die komplette Spieldauer von fast einer dreiviertel Stunde extrem unterhaltsam und mit fetten Songs. Gar Hits, die man mit erhobener Faus mitbrüllen mag, muss. Egal ob man nun eher Priest, Sodom, Destruction oder Bathory als großen Backpatch auf seiner miefigen Kutte trägt, BLACKEVIL vereinen die größten Stärken in ihrem Sound.

Gelegentliche Ausbrüche in Blastbeats tragen zum Gesamt-Feeling genau so bei, wie das vornehmlich zähe Tempo von „Seven Bridges Seven Gates“ oder die eher punkigen Einschläge im Intro von „Bethlehemian Blasphemies“ oder dem Uptempo aus „Under The Black Sail Of The Burning Cross“. All diese Elemente fügen sich so harmonisch in das Gesamtbild, wie de Bathory-artige Epik aus zuletzt genanntem Song, polternder Rotzigkeit oder dem furiosem Speed/Thrash Metal Uptempo, das meist „The Ceremonial Fire“ dominiert. Dazu – wie gesagt – immer wieder packende polyphone Harmonien, griffige Melodien und mächtige Riffs. Das Album strotzt nur so vor mitreißenden Hooklines, sowohl an den Gitarren, wie auch den mitsingbaren Refrains.

Klar, „The Ceremonial Fire“ ist kein wegweisender Meilenstein. Dafür haben alle Einflüsse von BLACKEVIL im Vorfeld bereits alles wichtige zuvor gesagt. Dennoch ist es ein erfrischender Bastard. Furios, ungeschliffen, mal roh und brutal, an den richtigen Stellen aber auch verspielt und ausgelassen. Da sind Spielzeiten von jenseits der 4 Minuten absolut kein Manko für die einzelnen Songs. Vielmehr hat die Band verstanden, wie man aus dem klassischen Pop-Schema wunderbare Heavy Metal Hits machen kann. Abseits von spezifischen Schubladen wie Speed, Thrash oder Black. Wer sich hingegen mit den liebevollen Details nicht weiter auseinander setzen mag, bekommt dennoch seine Dosis Spikes, Beer’n Leather. Das macht „The Ceremonial Fire“ wiederum noch einmal so eindrucksvoll.


9 Lieder / 43:27 Min.
CD / LP / Download – 07 Juli 2017 // FDA Records

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From Beyond… – Ein Gespräch mit Ipp https://necroslaughter.de/2017/08/from-beyond-ein-gespraech-mit-ipp/ Tue, 29 Aug 2017 08:09:38 +0000 https://necroslaughter.de/?p=16411 Read more »]]>

Das From Beyond… war neben dem Soleil Tryste eines der schönsten Fanzines aus Deutschland. Wunderschöne Ästhetik, eigenständige Ideen und fantastische Gespräche. Leider zieht Herausgeber Ipp nach der sechsten Ausgabe nun einen Schlussstrich. Über die Hintergründe und sein beeindruckendes Werk wollte ich natürlich mehr wissen. Und so bekam ich die Ehre eines Gesprächs mit dem sympathisch-naiven Optimisten, der mich selber mit einigen Fragen aus der Reserve gelockt hat. Das Ergebnis ist eine tiefgehende und persönliche Unterhaltung, die ein paar interessante Einblicke gewährt und zum Nachdenken anregt.


Ahoi Ipp. Vielen Dank, dass Du mir noch dieses quasi posthume Gespräch zu Deinem „From Beyond“ gewährst. Beginnen wir vorweg doch erst mal gemütlich: Bist Du bisher zufrieden mit der Resonanz auf Deine finale Ausgabe?

Shalom Chris, vorab: Ich bin gespannt, wie es ist, auf der anderen Seite vom Fragenkatalog zu stehen – vielen Dank für diese Möglichkeit. Da ich das Heft immer nur für mich gemacht habe, waren Beurteilungen/Bewertungen von Dritten nur das Sahnehäubchen nach jeweils gut einem Jahr Arbeit. Aber Zuspruch suchte ich nie, eher konstruktive Kritik. Natürlich habe ich dennoch alle Reviews gelesen, die ich in die Finger bekam. Wichtiger war es aber hin und wieder einen anderen Blickwinkel aufgezeigt zu bekommen, den ich vorher gar nicht bedacht habe und so etwas bekommt man meistens nicht mit positiven Worten aufgezeigt.
Im Groß war es wie immer, den Kritikern gefiel das Heft und meine Stammleser nahmen das Heft dankbar an.

Was motivierte Dich seinerzeit, ein eigenes Magazin zu veröffentlichen? Wenn ich das richtig recherchiert habe, hattest Du ursprünglich für Leo und sein Fatal Underground geschrieben und von dort sogar vier Interviews in Deine erste Ausgabe „The Tombstone“ übernommen. Was hat Dich dazu bewogen, Dein eigenes Ding durchzuziehen?

Ich bin ein alter Bücherwurm und somit auch dem Papier verpflichtet. Schon während der Schulzeit riss ich mir jedes gedruckte Wort unter den Nagel und verschlang es – unabhängig ob Horror-Klassiker, Krimi oder Shampoo-Werbung. Als ich dann um die Jahrhundertwende den Metal lieben und schätzen lernte, führte zwangsläufig auch kein Weg an Fanzines vorbei. Eins führt zum anderen und schön während der Abiturzeit hatte ich Pläne ein eigenes Fanzine zu machen. Ein Name stand auch schon fest, erste Reviews waren geschrieben und – das war es. Eine Totgeburt, nur eine Idee. Es dauerte dann noch einige Jahre bis mir die Ausbildung die entsprechenden Werkzeuge zur Hand gab und ich das Thema neu aufgreifen konnte. Ich schrieb zunächst für ein regionales Heft, aber die Grenzen waren zu eng gesteckt und es machte keinen Spaß. Bei Leo war alles freier, unkomplizierter, aber ich wollte mehr machen als nur zu schreiben. Ich wollte gestalten und meine Idee der Musik und des Gesprächs visuell umsetzen. Text und Bild sollten eine Einheit bilden und die Gestaltung sollte indirekt einige Ideen der Musik bzw. Themen der Gespräche aufgreifen.
Das ich vier bereits veröffentlichte Interviews (namentlich Dead Congregation, Immolation, Drowned, Necros Christos) mit in die erste Ausgabe nahm, war meiner Ungeduld geschuldet. Diese Interviews waren nämlich schon allesamt in verschiedenen Ausgaben vom Fatal Underground erschienen, aber ich dachte, es wäre ein guter Aufhänger für den Start und ich wusste auf der anderen Seite nicht, wie lange es dauern würde, bis ich genug Bands für ein eigenständiges Heft haben würde.

Als Bücherwurm und mit dem Namen „From Beyond…“, welchen Einfluss hat Lovecraft auf Dich gehabt?

Gar keinen. Ich habe früher versucht einen Zugang zu seinen Werken zu finden, aber abgesehen von seinem Talent Ungesehenes unserem Geist zu überlassen, fand ich für mich nur wenig interessantes auf seinen Seiten. Es ist einfach nicht meines. Genau wie E.T.A. Hoffmann, Edgar Allan Poe und wie sie alle heißen.

Schade, dass Du nie einen Zugang zu Lovecraft, Hoffman, Poe oder Howard bekommen hast. Gerade Lovecraft hat mich mit seinen Visionen stark geprägt, nicht zuletzt deswegen ziert er auch in bereits 2 Tätowierungen meinen Körper und bekommt noch ein Portrait im Oktober spendiert. Sein Schreibstil ist etwas archaisch, pseudointellektuell und viele Geschichten sind nach einer ähnlichen Blaupause aufgebaut – wie beispielsweise auch bei Stephen King. Doch sind es gerade die unpopulären Kurzgeschichten, die anthropologisch durchaus interessant sind. Wenn ich Dir eine Geschichte empfehlen dürfte, so ist es „Der Außenseiter“, oder besser im Original „The Outsider“, die unter anderem auch frei verfügbar ist, da die Urheberrechte mittlerweile ausgelaufen sind.
Poe war durchaus elloquenter und poetischer, was mitunter auch zu wunderschöner Atmosphäre geführt hat. Doch alles Schwärmen von meiner Seite bringt nichts, wenn Dir persönlich der Zugang fehlt.

Ich habe von Poe einige Bücher hier – aber nur wegen der Bedeutung, die der Name innerhalb der Szene hat und weil eines davon sehr schön aussieht. Also wenn du deine Sammlung noch aufplustern willst, gib Bescheid, ich trauer den Büchern nicht nach, ha.
Bei Lovecraft gefiel mir sehr gut, das er nicht (!) beschrieben hat und das er somit alles dem Leser überlassen hast. Das war seine größte Stärke in meinen Augen, aber ich will bei Büchern etwas lernen und nicht abtauchen und mich von dieser Welt abkapseln. Vielleicht kommt das ja noch mit den Jahren, aber zur Zeit will ich mir nur bilden, bilden, bilden und nochmals bilden.
Aber ich notiere mir – ich kann persönlichen Empfehlungen selten nein sagen – „The Outsider“. Ich bin halt ein naiver Optimist.

Als Du Dich für den Namen „From Beyond“ entschieden hast, war Dir da die Existenz des norwegischen Fanzins gleichen Namens bewusst?
Auch gab es eine Zeit lang mal einen Blog mit dem gleichen Namen, der mir aber lediglich bei Recherchen zu Deinem Heft mal untergekommen ist… War es dieses Bewusstsein um die Gewöhnlichkeit der Phrase, die durchaus auch in Film und Literatur fußt, dass Du Dich für Beinamen zu Deinen jeweiligen Ausgaben entschieden hast?

Vergiss ja nicht das niederländische Label „From Beyond Productions“ oder das gleichnamige Album von Massacre oder die unzähligen Alben, die mein Heft bereits Jahre vor der Drucklegung mit mindestens einer Zeile in ihren Lyrics erwähnten. Unkreativ par excellence. Aber ja, ich kannte das norwegische Zine und hatte sogar die Möglichkeit mir Ausgabe 2 durchzulesen. Der Grund für den Zusatz war aber nicht, das ich einer Verwechslung vorbeugen wollte, nein, er sollte die ungefähre Richtung für das Heft vorgeben und mir weiteren Spielraum geben. Ich kann dir auch gar nicht mehr genau sagen, weshalb ich diesen Titel genommen habe – er liegt einfach gut auf der Zunge, finde ich. From beyond… das sagt alles und nichts.

„The Tombstone“, „The Gloom“, „The Cerecloth“, „The Devils Tongue“, „The Coffinlid“ und „The Deathbed“, das sind eben die erwähnten Beinamen. Und so wie ich Deine Arbeiten kennengelernt habe, vermute ich dahinter doch eher ein ausgeklügeltes Konzept denn willkürlicher Nomenklatur…

Es war kein Konzept. Das Wort hat im Laufe der Zeit einen faden Beigeschmack bekommen. Es klingt so gewollt hochtrabend und wichtigtuerisch. Bei mir entstand vieles aus dem Bauch heraus und war nicht durchdacht. Es hat sich glücklicherweise häufig aber zu einem Ganzem zusammengefügt. Die Zusätze im Titel schlagen in genau die gleiche Kerbe. Sie sollten schon im Titel eine grobe Marschrichtung dazulegen oder auch nur eine Motivation für mich ein, aber kein tief ergreifendes „Konzept“ darstellen. Im Detail sieht es wie folgt aus:

#1… the tombstone
Der Anfang, klischeehaft. Metal und Friedhof. Das passte. Plump und direkt. Es waren die ersten Schritte.
#2… the gloom
Ein Wortspiel. Die erste Seite bei dieser Ausgabe war ein Bogen Transparent-Papier auf dem „from beyond…“ stand, dahinter das Deckblatt mit „the gloom“. Ich mag solche Spielereien und ich hätte damit mehr experimentieren sollen.
#3… the devils tonque
Der Titel sollte eine Mahnung an mich selber sein – sei die Zunge vom Teufel. Sei unnachgiebig. Frag nach – bohr nach – sei kritisch – lass dich nicht abwimmeln – sei ein Arsch. Es war also eine Aufforderung an mich selber. Vom Klang her übrigens für mich immer noch der beste Titel. Mit dieser Ausgabe wurden auch sämtliche Fotos von Dritten aus dem „from beyond…“ verbannt.
#4… the cerecloth
Der Hinweis auf das baldige Ende. Bereits hier habe ich schon etwas mit mir gehadert. Durch die Blume wurde es also bereits angekündigt.
#5… the coffinlid
Eine dezente Hommage an Denial of God und ihr großartiges zweites Album „Death and the Beyond“.
#6… the deathbed
Der Titel sollte zu verstehen geben, das es definitiv keine Rückkehr mehr gibt.
Das „from beyond…“ ist tot.

Leider durfte ich Dein Magazin erst mit „The Coffinlid“ kennenlernen (auch wenn ich mir posthum noch weitere Ausgaben zulegen konnte). Doch meine Recherchen brachten hervor, dass Du mit diversen Größen und Formaten experimentiert hast. War das auch ein Teil Deines Konzepts, dass Du Dich nicht selber wiederholen wolltest, vielleicht sogar geplant, dass jede Ausgabe individuell ist, oder eben schlicht ein Experiment, was wohl für „From Beyond“ am besten funktioniert?

Das Heft sollte von Anfang an, „anders“ sein und das nicht nur inhaltlich. Der einfachste Weg war daher, mit dem Format zu spielen. Da ich mir meine beruflichen Sporen in einem Copyshop verdient habe, konnte ich mich dahingehend austoben und viel herum experimentieren. Das hatte Vor-, aber auch Nachteile. Frag mich zum Beispiel nicht, warum ich bei Ausgabe #3 die untere rechte Kante im ganzen Heft abgeschnitten habe (wie früher beim Hausaufgabenheft) – ich konnte es einfach. Das ganze Heft war streckenweise mein großes eigenes Versuchslabor. Ich habe zum Beispiel gelernt, dass man im DIN A4 Querformat zwar gut gestalten kann, aber es ist gleichzeitig äußerst schwer zu lesen ist, weil es arg durchhängt auf Grund seiner Gesamtlänge, Beweis: Ausgabe #2.
Oder das man besser aufpassen muss und den Druckdatenguide richtig lesen sollte, bevor man zum ersten Mal etwas in eine professionelle Offsetdruckerei gibt, Beweis: Ausgabe #4

Meine Leser kenne vielleicht das „The Cerecloth“ nicht. Welche Fehler hast Du gemacht, als Du die Druckanweisungen ignoriert hast und in wie fern sieht man das im fertigen Heft?

Gestalterische Kleinigkeiten, die mich stören, aber kein Beinbruch darstellen. Schau dir beispielsweise das Helheim-Interview und den dort platzierten Rahmen an. Links und rechts ist er angeschnitten, oben und hinten schwankt er arg. Nicht schön, aber höchstwahrscheinlich sieht man es nicht, wenn man nicht weiß, wie es hätte aussehen können. Das zieht sich halt durch das ganze Heft. Auch ist das Papier an sich viel zu dick. Die oberen und unteren Kanten beim Umschlag haben beim Zuschnitt auf das Endformat sehr gelitten und sind eingerissen und schagen zu sehr auf, wenn das Heft plan liegen sollte.

Wenn ich älteren Kritiken glauben darf, haftete dem „From Beyond“ seit Anbeginn diese besondere Ästhetik an. Professionelles und aufgeräumtes Layout, qualitativ hochwertige Darstellung des Memento Mori und diese gewisse Individualität. Da stellt sich zunächst die Frage: Machst Du beruflich was mit Design oder Layout? Oder hast Du Dir das alles selber angeeignet, um „From Beyond“ exakt so zu präsentieren, wie Du es Dir vorgestellt hast?

Yeap, ich habe den wunderbaren Beruf des „Gestaltungstechnischen Assistenten“ gelernt und mich danach als Mediengestalter unter Lohn und Brot gestellt. Ein Beruf der nicht viel abwirft, aber Spaß macht – auch wenn es mir nicht im Blut liegt. Meine Verlobte meinte mal, meine Hochzeitskarten sehen aus wie Trauerkarten – vermutlich ist das einer der Gründe, warum ich mittlerweile Digitaldrucker in der brandenburgischen Pampa bin. Natürlich wäre es klasse sagen zu können, das ich mir alles autodidaktisch beigebracht habe, nur um meine Vision vom eigenen Fanzine zu realisieren, aber dem ist nicht so. Das schöne ist aber, das jedes Heft für sich genommen anders aussieht und man meine Weiterentwicklung sehr gut verfolgen kann.

Vielfach wurde Dein kleiner Clou angesprochen: Das Cutout in der letzten Ausgabe, wo ein Loch im Cover den Einblick auf den Fanzine-Namen auf der hinter liegenden Seite offenbart. Wie bist Du auf diese Idee gekommen? Wolltest Du Dein letztes Heft noch mal zu was Besonderem machen?

Von allen Seiten heißt es immer, Metal muss dreckig sein, schmutzig und laut, Ecken und Kanten haben. Warum sollte ein Heft da nicht unangenehm in der Hand liegen, gar störend sein?
Außerdem ist es mal wieder ein schönes Spiel mit dem Titel. Gut ein halbes Jahr vor der Veröffentlichung spukte mir der Gedanke bereits durch den Kopf und ab der gleichen Sekunde hatte ich etwas Bammel, das mir jemand anderes zuvor kommt und die Idee anderweitig umsetzt.
Kleine Nebenanekdote: Überraschend viele Leser haben sich bei mir beschwert, weil ihr Postbote das Heft kaputt gemacht hat.

Es müsste an ein Wunder grenzen, wenn der Postbote ausgerechnet an so einer neuralgischen Stelle einen Defekt im Heft hinterlässt… Da muss ich natürlich direkt mal nachfragen: Wie viel Zeit musstest Du in Layout und Design für „The Deathbed“ stecken? Hattest Du mittlerweile nach fünf vorherigen Ausgaben eine gewisse Routine, oder gab es immer noch Raum für Verbesserung, den Du nutzen wolltest?

Nach Ausgabe #4 war ich ehrlich gesagt ausgelaugt und brauchte eine Pause. Ich hatte arg zu kämpfen mit mir um ein anständiges Layout auf die Reihe zu bekommen. Deswegen hat Nici die komplette gestalterische Arbeit für die Folgeausgabe übernommen und ich konnte mich vollends auf den Inhalt konzentrieren und sie hat den visuellen Aspekt ausgearbeitet. Bei Ausgabe #6 wiederum gab es Zeitprobleme bei ihr und ich musste mir in den Hintern treten. Insgesamt hat es rund 3 Monate gedauert, bis ich diesen Aspekt ausgearbeitet habe. Und nein, Routine war nicht dabei. Ich habe immer wieder die gleichen, aber auch viele neue Fehler gemacht.

Wo wir gerade bei der Zeitfrage sind: All Deine Interviews sind immer über einen längeren Zeitraum entstanden. Das merkt man den Gesprächen auch an. Es ist nicht einfach der generische Fragenkatalog, der auf der einen Seite kompiliert und auf der anderen abgearbeitet wird. Vielmehr sind Deine Interviews immer fließende Dialoge. Wie bist Du an die Fragen ran gegangen? Hast Du immer eine Frage nach der nächsten an Deine Gäste geschickt und bist dynamisch auf die Antworten eingegangen? Oder hattest Du bereits im Vorfeld ein festes Skelett an Fragen, die Du bei Bedarf erweitert hast?

Zuerst kam die Frage. Wenn ich genug gute Fragen für eine Band hatte – in der Regel waren es fünf bis acht -, schrieb ich die Band an, ob sie überhaupt Interesse an einem Gespräch hätte. Falls nein, werden die Fragen verworfen, falls ja, werden die Fragen ggf. übersetzt. Die ersten Antworten warfen dann normalerweise weitere Fragen auf und so entwickelte sich mit der Zeit ein Word-Dokument, das wie ein normales Gespräch aussah, wenn man nötige Fingerspitzengefühl an den Tag legte. Bei einer Band habe ich versuchsweise probiert das Interview Frage für Frage per eMail zu stellen, aber das zog sich unangenehm in die Länge und ich war zu sehr fokussiert auf die bestehende Frage. Es hat keinen Spaß gemacht.

Hast Du für Deine Fragen eine gewisse Blaupause gehabt, die Du für jedes Gespräch eingehalten hast? Insgesamt wirken Deine Interviews sehr stringent…

Nein, aber im Kern wiederholt sich vieles, wenn man es genauer betrachtet. Auch einer der Gründe, warum das Heft das zeitliche segnen musste. Die Kernthemen war die Musik an sich, der visuelle Aspekt und hin und wieder das Auftreten der Band. Um diese Kernthemen habe ich dann meine Frage gebaut und versucht alles zu strukturieren.

Fürwahr. Aber: Ist heute nicht Vieles leider nur noch eine Kopie einer Kopie einer Kopie? Auf der anderen Seite sagte bereits Picasso: „good artists copy great artists steal“. Und so sehe ich gerade beim From Beyond keine Stagnation oder Gleichförmigkeit, sondern eine Variation um ein tieferliegendes Konzept. Ob nun bewusst oder unbewusst.

Beim visuellen Aspekt lief einiges bewusst, der Rest kam von woanders her – das kann ich dir nicht mehr genau erklären.

Ich habe es leider nur in den letzten zwei Ausgaben mitbekommen. Aber Deine doch eher energische und unkonventionelle Art der Fragestellung trifft nicht immer auf Gegenliebe. Bestes Beispiel dafür ist wohl das ALTARAGE-Interview im „The Deathbed“. Und ich kenne das leider auch selber zu gut. Man steckt eine Menge Arbeit in ein Interview und am Ende wird es gar nicht, oder so unbefriedigend beantwortet. Das frustriert. Dennoch hast Du – meiner Meinung nach – das Beste aus dem Gespräch mit ALTARAGE raus geholt und es visuell zu einem echten Leckerbissen verwandelt. Chapeau!
Wie geht es Dir dabei, wenn Deine Mühe so im Sande verläuft? Welches war das für Dich persönlich entäuschendste Interview?

Das Album verkaufen und mit der Schulter zucken. Da war ich bockig wie ein Kleinkind und bereue meinen Schritt auch nicht.
Altarage würde ich im Nachhinein nicht zwingend als Enttäuschung bezeichnen. Es war eine andere Art von Interview: Ablehnung zu erfahren und falsch verstanden zu werden.

Altarage hast Du nicht als Enttäuschung empfunden und dennoch bockig reagiert?

Yeap, ich wollte das letzte Wort haben, ha. Man muss nicht alle Handlungen verstehen.

Wie bist Du auf die Idee mit der anatomischen Beschriftung als visuelle Untermalung für dieses Desaster gekommen? Aus antiquarischer Literatur um Skolopender zieren einige solche Darstellungen mein Interieuer. Entsprechend war ich gänzlich verzückt von Deiner Präsentation und musste sie direkt meiner Frau unter die Nase reiben, die Design studiert hat und ebenfalls hell auf begeistert war.

Die Idee habe ich indirekt dem Cover der 2015’ner Demo „MMXV“ entliehen. Da sah man auch nur einen Knochen – ich vermute ein Wirbel. Ich wollte aber einen Schritt weiter gehen, da ich es etwas mau fand, nur die Dachsschädel abzulichten und die Fragen daneben zu stellen. Ich hatte eh das Gefühl, das die Band sehr analytisch beim komponieren vorgeht, quasi alles am Schreibtisch entsteht – vom Gegenteil werde ich wohl nie überzeugt werden – und so führte eins zum anderen.
Mir war es immer wichtig, das jedes Interview anders aussieht und nicht immer nur nach Schema F aufgebaut wird. Die Gestaltung sollte genauso in Erinnerung bleiben, wie das geschriebene Wort.

Dich haben die ruppigen Antworten von ALTARAGE nicht davon überzeugen können, dass sie nicht analytisch arbeiten? Oder klingt da wieder diese kindliche Bockigkeit durch?

Ich kann nur spekulieren. Erstaunlicherweise hat die Band übrigens sogar einen Hinweis für das Heft auf ihre Facebook-Seite gestellt.

Wir Menschen sind gewohnt, uns an das schlechte zu Erinnern. Dabei gibt es auch so viel Gutes, was uns widerfährt, obgleich es scheinbar nicht immer so präsent ist. So rekapituliere doch bitte nochmal Dein Schaffen bisher und sag mir: Was waren deine persönlichen Highlights für das „From Beyond…“? Ich las, Du hättest in Ausgabe 1 die mächtigen IMMOLATION gehabt, was für mich ein kleiner Traum gewesen wäre…

Schreib Ross Dolan doch einfach mal an. Ich habe auch nichts anderes gemacht. Man muss es einfach machen, um herauszufinden, ob es funktioniert oder nicht.
Persönliche Highlights, nun ja, jedes Heft war ein Highlight für mich, wie du dir sicherlich denken kannst. Der ganze Entstehungsprozess an sich war toll und war ausreichend Motivation für mich in der Vergangenheit. Ganz klar sticht das Gespräch mit Kaamos hervor, aber eher weil die Band für mich recht nahe an die Definition von Death Metal kommt, wie ich sie zu deuten versucht habe. Aber ansonsten, beinahe jede Band war ein Höhepunkt für mich, weil ich fast alle aus persönlichem Interesse angeschrieben habe – auch Immolation, ha.

KAAMOS kommen also an Deine Definition von Death Metal ran? Wie definierst Du denn Death Metal?

Falls dir die „Curse of Aeon“-EP kein Begriff ist, solltest du das schleunigst ändern. Kaamos hatten das Talent, das sie nicht nur vordergründig laut und brutal waren, sondern viel mehr in den leisen Tönen. Du spürst direkt, das die Lieder nicht eindimensional aufgebaut wurden, also Abschnitt für Abschnitt aneinander gereiht sind, sondern organisch zusammenwuchsen. Der innere Fluss war immer fordernd und mitreißend.
Dazu dieser großartige Schriftzug, die Gestaltung der Alben und Eps und das Sahnehäubchen: Man zog mehrmals den Hut vor dem großen Gustave Doré. Und ganz einfach: Ich glaube der Band.

Meine Recherchen sagen: Du hast immer den Fokus auf eher wenige Bands gelegt. Im Maximum hattest Du acht Bands in einer Ausgabe. War die Qualität der Gespräche für Dich wichtiger als die Masse an Interviewpartnern? Nun, so wie ich das „From Beyond…“ kennengelernt habe, ist dies mehr oder minder eine obsolete Frage. Dennoch hast Du ja auch mit dem Umfang deines Magazins experimentiert…

Ich würde es nicht experimentieren nennen, denn die Anzahl an Gesprächspartner war immer dem Zufall geschuldet. Wenn ich genug Fragen hatte, ging eine Interviewanfrage raus, wenn nicht, dann nicht. Gerne hätte ich bei einigen Heften mehr Bands präsentiert, aber zum jeweiligen Zeitpunkt war nicht mehr möglich. Aber Qualität stand dennoch stets vor Quantität. Und wie gesagt, ich habe das Heft für mich gemacht, mit Fragen die mich interessiert haben und nicht mit dem Hintergedanken Band X zu befragen, nur damit der Name im Zusammenhang mit dem Heft erscheint.

Zum Umfang Deines Heftest gehörte für zwei Ausgaben auch ein separates Fotobuch mit Bildern von Nicole Dau, die gleichsam auch für die Bebilderung des regulären Magazins zuständig war und auch für das wunderschöne Soleil Tryste Fotos beigesteuert hat. Wenn ich meinen Recherchen glauben darf, ist Nici Deine Frau. War eine Zusammenarbeit da von Anfang an selbstverständlich? Haben die Fotobände nicht vielleicht den ein oder anderen Metalhead, der sich lediglich für die Musik interessiert überfordert? Ist dieses Konzept deswegen nicht weiter fortgeführt worden?

Der Vollständigkeitshalber: Bei Ausgabe #3 vom Soleil Tryste gab Nici den beiden Herren auch ein kurzes Interview. Nici und ich sind verlobt, aber noch nicht verheiratet. Und ja, die Zusammenarbeit war eine Selbstverständlichkeit für mich. Nicht weil wir uns eine Wohnung teilen, sondern weil ich finde, dass sie eine talentierte und ehrgeizige Fotografien ist und ihre Bilder sehr gut die Grundstimmung vom Heft wiedergeben – auch wenn es dem ein oder anderen zu klischeehaft erscheinen mag. Die Idee des Fotobüchlein haben wir für Ausgabe #5 ein wenig abgewandelt und Nici hat das komplette Heft gestalten. Das bedeutet mehr Platz und somit größere Fotos. Diese Arbeitsweise würde ich jederzeit wieder anvisieren – wenn die Zeit da ist.

Heißt das, dass Du noch nicht komplett mit dem Thema „Fanzine“ abgeschlossen hast?

Vielleicht, reden wir in zwei, drei oder acht Jahren noch einmal darüber.

Neben den Fotografien aus dem Memento Mori hast Du auch diverse Essays in Dein Heft aufgenommen. Von der Entwicklung von Friedhöfen zu Teufelssichtungen zu Totenleuchten oder der Totenkrone. Ich fand diese Aufklärung über Mythen und Brauchtümer extrem interessant, hatte mich zuvor doch nie genau mit eben solchen beschäftigt. Wie kam Dir die Idee für eben diese Geschichten im „From Beyond“? Klar, es passt gänzlich zur nekromantischen Attitüde des Magazins, ist gleichsam für die typische Metal-Gazette eher ungewöhnlich…

Die Sepulkralkultur interessiert mich persönlich sehr stark und dieses Wissen, wollte ich teilen und nicht nur für mich selber behalten. Ich lese sehr viel, allen voran Sachbücher aus verschiedenen Fachbüchern, da mir ausgedachte Geschichten, egal wie gut sie sein mögen, nicht so viel geben. Wenn ich etwas mache, will ich dadurch etwas lernen und nicht nur Zeit totschlagen und „entspannen“. Übrigens wäre so etwas wohl in den frühen 90igern in jedem Fanzine unter der Rubrik „Studium der okkulten Künste“ gelaufen.
Dazu kommt noch das ich nicht gerne Musik-Kritiken schreibe bzw. denke, das ich nicht sonderlich gut darin bin. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt brauchte das Heft eine Auflockerung von seinem strengen Interview-Verlauf. Reviews sind eine leichte Alternative, aber liegt mir nicht. Somit führte eines zum anderen. Klar, es ist nicht typisch, nichts was man erwarten würde, aber gerade das macht es spannend und passte zur Ausrichtung des Heftes.

Reviews mögen oftmals beliebig sein. Das nervt mich auch häufig am Metal-„Journalismus“. Aber wird daraus nicht auch das Interesse geboren, es anders zu machen? Die Analyse eines Albums in Gänze kann durchaus auch poetisch, synästhetisch, intelligent sein, ohne in die Klischees abzudriften…

Ja, natürlich kann man es als Ansporn nehmen, einen anderen Weg einzuschlagen. Aber mein persönliches Hauptaugenmerk lag immer bei einem guten und vorallem informativen Gespräch.
Ich hatte auch nie das Gefühl, sonderlich gut darin zu sein Kritiken zu schreiben. Auch einer der Gründe warum ich viele Promo-Anfrage von Labels und Bands abgelehnt habe, war das mir oftmals nie die passenden Worte zur Musik einfallen wollten und ich nicht über „Standard“ schreiben wollte. Wie machst du das bei deinem Webzine, beurteilst du alles, was bei dir eintrifft oder bist du wählerisch?

Puh, das ist eine sehr gute Frage. Anfangs habe ich alles besprochen. Teilweise auch zu Gutwillig. Mittlerweile bin ich aber ziemlich abgestumpft. Beim NecroSlaughter mache ich noch vieles aus reinem Gefallen, kurzweilige Unterhaltung, Freundschaftsdienste an bekannte Bands und Labels. Teilweise auch kritischer, aber durchaus immer noch wohlwollend, dass die Kritik immer konstruktiv bleibt. Hingegen auf TheNocturnalSilence herrscht Enthusiasmus und Begeisterung. Da kommt keine eingesandte Promo zum Tragen, sondern lediglich die Musik, die mich absolut mitreißen kann. Egal aus welchem Genre, Black, Death, Doom, IDM, Synthwave. Das ist eben mein Eskapismus aus der Gebetsmühle von fast 15 Jahren Webzine.
Dennoch ändert das nichts daran, dass der Promoverteiler für mich beinahe jede Woche wächst. In Zeiten von MP3 kostet eine PR-Agentur nichts weiter, als einen Mailverteiler. Und entsprechend wird der mit Adressen gefüttert um „Coverage“ zu erzeugen. Man wird zugemüllt mit allem möglichen Schrott, hat auf einmal Punkrock und Indie-Alben physisch im Briefkasten und wird 7 Mal gefragt, wann denn endlich das Review kommt und ob ich denn auch ein Interview mache. Da muss man selektieren. Ob man will oder nicht. Doch der Wille wird eigentlich täglich größer (;

Gutwilliges Besprechen von Veröffentlichungen – genau um diesen Punkt habe ich mich persönlich immer gedrückt. Ich halte Kontakt mit einigen befreundete Bands, deren Musik mir aber nicht zusagt – da ist mir der Mensch wichtiger. Ich will ihnen auch nicht zwingend vor de Kopf stoßen und eine miese Kritik verfassen, nur weil sie mir was gegeben hat. Dafür ist Musik auch zu emotional. Nur weil ich es nicht mag, musst du es ja nicht auch bescheiden finden. So kann ich jeden unbefangen mit der Musik arbeiten lassen.
Bekommst du auch regelmäßig Promo-Mails von Iron Bonehead, WTC, Blood Harvest, Svart und Co.? Ich weiß nicht, wer mich auf deren Verteiler gesetzt hat, aber täglich muss ich meinen Spam-Ordner leeren, weil wieder was von deren PR-Heinis eingetrudelt ist. Selten ist da was gutes dabei, ich höre es mir gar nicht mehr an, weil viele Bands ja nach einem Augenzwinkern schon wieder verschwunden sind.

Naja, es ist wohl keine persönliche Anschrift, sondern wohl er durch den Verteiler, wo das Rückantwortfeld noch nicht ausgefüllt ist. Business, nicht mehr und nicht weniger…
Aber kommen wir zurück zum From Beyond. Ein ebenfalls eher ungewöhnlicher Aspekt ist Dein synästhetischer Ansatz. Du beschreibst sehr stark Assoziationen, Bilder und Gefühle, die Du beim Musikkonsum wahrnimmst. Bist Du wirklich einer der wenigen Synästhetiker, oder resultiert Deine Wahrnehmung mehr aus dem intensiven und bewussten Auseinandersetzen mit der Musik?

Letzteres, vermutlich. In meinem Kopf stelle ich Assoziationen her, sei es durch Farbe, durch ein Wort, durch ein Klang, aber ich sehe keine Farben beim hören. Ich versuche ständig (unterbewusst) einen Moment zu visualisieren, vielem ein Bild zu geben. Manchmal funktioniert es, aber nicht immer. Ich denke aber auch, das man Musik besser mit Bildern beschreiben kann, also mit „Das knallt, Alter!“. Die Atmosphäre war und ist der Schlüssel für mich.

Und wenn wir schon mal in der Kategorie „Was macht das From Beyond anders“ sind, müssen wir auch auf die anthropologischen und philosophischen Aspekte Deiner Gespräche eingehen. Hattest Du etwas in der Art studiert, oder woher rührt Dein Interesse für diese Themenbereiche? In manchen Interviews macht es den Anschein, als ob Du zuweilen etwas zu viel Gehalt in manchen Texten und zierenden Elementen aus Booklet und visueller Ästhetik hinein interpretiert hast. Ja, gelegentlich erscheint Deine Herangehensweise erfrischen – verzeih mir die pejorative Vokabel – naiv, als ob jede Metalband wirklich etwas durchdachtes zu sagen hätte. Dabei habe ich eher den Anschein, dass viele Bands doch geradliniger und impulsiver agieren, als man es selber vermutet…

Ich habe die Gespräche immer nur für mich selber geführt und da mich weder die aktuellen Top-5 eines Musikers interessieren oder wo und wie ein Album eingespielt wurde, sondern eher solche „Nebensächlichkeiten“, die dem großen Ganzen dienen. Deshalb frage ich auch danach. Ich will verstehen, was der Musiker zu sagen versuchte. Zwangsläufig kommt man da auch ins philosophieren. Ich habe mittlerweile ein Problem erkannt, nämlich das nicht alle Bands einer tiefgründigen Idee folgen sondern einfach nur Symbole wie Accessoires tragen. Dadurch wird man pessimistisch und eher ablehnend was der Musik abträglich ist – „Naiv“ verstehe ich übrigens als Kompliment. Ich bin in vielen Punkten sehr unbefangen, bis ich eines besseren belehrt werde.

Für Dich ist also etwas mehr Substanz notwendig, um das Bild für Dich komplett zu machen? Darf eine Band für Dich nicht mit okkulten Symbolen kokettieren, wenn sie deren Bedeutung nicht verstehen oder verinnerlicht haben? Musik als reine Unterhaltung hat einen anderen Stellenwert?

Naja, es kommt drauf an. Eine Band sollte den Arsch in der Hose haben und dazu stehen, wenn sie einfach nur ein Image bedienen wollen. Aber sie sollten sich dann nicht verstecken. Das ist ja nichts schlimmes. Musik ist Unterhaltung und das sollte einfach deutlich ausgesprochen werden. Musik ist Unterhaltung. Es ist kein magisches Ritual. Du beschwörst mit einem Live-Gig vor 10 leicht angesäuselten Männern keine blasphemische Stimmung und ehrst schon gar keinen namenlosen Dämonen. Du unterhälst 10 leicht angesäuselte Männer. Wenn eine Band aber einer Idee hat und diese sinnvoll umsetzt und nicht nur ein gewisses Symbol trägt, damit sie es ihrem Idol gleich tun, es gerade angesagt ist oder es einfach schick ist, wenn man sich sinnvoll Gedanken gemacht hat (ich bin der letzte, der das beurteilen wird) und etwas besonderes hat, dann ist das zu begrüßen. Aber um deine Frage zu beantworten: Ja, eine Band sollte sich nicht mit okkulten Symbolen schmücken, wenn sie deren Bedeutung nicht versteht. Das verbietet allein der Anstand, man schmückt sich nicht mit fremden Federn.
Es gibt einige Bands, die ich nur der Musik wegen höre. Aber ich möchte gerne immer etwas mehr haben.

Ich mag Deinen Ansatz, dass Du Musik sowohl als Unterhaltung genießen kannst, aber durchaus das größere Interesse an etwas Substanziellerem hast. Ähnlich sehe ich das auch. Mal kann ein Burger den kleinen Hunger befriedigen, doch kulinarische Genüsse sind eben anders – wobei sich das heute durchaus auch vereinen lässt, auch musikalisch.

Genau richtig, man muss es trennen können. Unterhaltung und Mehrwert. Aber man soll nicht so tun als ob. Das ist falsch sich selbst gegenüber und seinen Zuhörern.

Wo Deine Gespräche sehr philosophisch sind, nach einer Bestätigung Deiner Wahrnehmung streben und des Pudels Kern einer Band abtasten, quasi zentraler Bestandteil des „From Beyond“s sind, scheinen Kritiken für Dich eher von niederem Interesse. „The Coffinlid“ entbehrt sich jener gänzlich und im Schwanengesang „The Deathbed“ finden sich auch nur „Musik-Tipps“. Welchen Stellenwert haben Reviews für Dich in der heutigen Zeit? Wo sich doch eigentlich jeder selber ein Bild über Bandcamp, Spotify und notfalls Youtube bilden kann…

Reviews haben keine Bedeutung für mich. Allerdings, gibt es Bands und Alben, die meiner Meinung nach eine größere Aufmerksamkeit verdient hätten, weil sie mich begeistern können, aber der springende Funke für ein Interview fehlt. Versuch mal rund um eine einzige Frage ein interessantes Gespräch aufzubauen. Da fragt man zwangsläufig nach Sachen, die sich quasi im FAQ, der Band befinden und macht die Band selber uninteressant.
Für diesen Fall sind Reviews eine gute Alternative. Ich habe aber bewusst versucht diese Rubrik so kurz wie möglich zu halten. Liest wer all die detaillierten Texte, die der Musik die Magie nehmen? Hin und wieder (…) tendiere ich ja auch dazu Musik bis ins Detail zu seziere, aber eine schriftliche Analyse, wo Musik mit banalen Worten auseinander gepflückt wird (flottes Intro, gefolgt von Gitarrengeschredder, Chorus, Bridge etc.) habe ich früher schon nicht lesen wollen.

Ich schätze mal, dass Du jemand bist, der das große Ganze haben mag. Musik mit einem schönen Artwork, ein Booklet mit Texten und Linernotes, Bandbilder und Symbole, Zitate und Referenzen zu großen Gedanken. Entsprechend vermute ich ach einfach mal, dass eine rein digitale Kopie für Dich nicht in Frage kommt?

Yeap, richtig erkannt. Musik ist nicht nur Musik. Musik ist Wort, Bild und Ton, Luft und Atem. Ein gutes Album kann durch ein grausiges Artwork ruiniert werden. Andersrum geht es natürlich auch, ein mitreißendes Bild kann schlechte Musik auch nicht retten. Obwohl sicherlich auch hier ein paar Alben im Regel stehen, die ich nur behalte, weil mir das Artwork gefällt.
Früher lag unweit meiner Schule ein wunderbarer Second-Hand-Laden, der diesen Namen noch verdient hat. Dort habe ich auch meine erste LP gekauft, lange bevor ich einen Plattenspieler hatte – nur wegen dem Cover.

Stilistisch war das „From Beyond“ meist in einer Schnittmenge aus düsterem Death Metal, Black Metal und Doom. Doch es gab auch immer wieder Ausflüge, wie beispielsweise das Tusen Ar Under Jord-Gespräch. Wie würdest Du Deinen persönlichen Geschmack verorten? Bist Du nur im Metal zu Hause, oder magst Du auch Musik über die Genre-Grenzen hinaus?

Ich würde gerne sagen, das ich fern ab von Schubladen agiere, aber ich bevorzuge ganz klar Death- und Doom-Metal. Alles was mich dennoch begeistert, nehme ich ohne Scheuklappen an und halte es fest. Schau dir beispielsweise das aktuelle Album von Dan Terminus an. Das ist ein vor Farben strotzendes Cover, direkt aus einem Regenbogen geschnitten und es klingt wie der Soundtrack zu einem unveröffentlichten Anime-Weltraum-Film aus den 80igern. Nicht alles ist gelungen auf der CD, aber es hat mich in seinen Bann gezogen. Oder „Black Mountain Transmitter“, die es geschafft haben, das Bäume zu zittern begannen – zumindest vor meinem Auge.
Ach und, ich finde nicht, das ich sonderlich viele Black-Metal-Bands im Heft hatte.

Sechs Ausgaben „From Beyond…“. Und nun ist leider Schluss. Warum? Lohnt sich die ganze Arbeit für Dich nicht mehr? War die unheilige Zahl 6 von Anbeginn das Konzept für Dich? Oder bist Du einfach der Meinung, dass Du nichts mehr sagen kannst?

Ich hatte meinen Spaß, also hat es sich immer gelohnt für mich oder wie würdest du herausfinden, ob es sich „gelohnt“ hat? Das es sechs Ausgaben wurde, ist letztlich auch nur dem Zufall geschuldet. Du darfst da nicht zu viel herein interpretieren.

Wenn Dich heute jemand fragen würde, würdest Du ihm raten selber ein Magazin zu machen? Egal ob nun gedruckt oder als Webzine? Ist für Dich die Zeit der Fanzines vorüber? Oder siehst Du den Markt generell an Publikationen – auch im Internet – als übersättigt, belanglos, beliebig?

Mach ein Fanzine, aber mach es mit Herz. Alles andere spürt man und es ist Zeitverschwendung – für beide Seite. Einst hatte ich ein Zine aus Malaysia in der Hand, die Bandauswahl lass sich vielversprechend, der optische Eindruck war es ebenfalls, aber, herrje, die „Gespräche“ waren eine Katastrophe. Lobeshymnen ohne Inhalt. Man merkte, das der Macher einfach nur Band XYZ auf seiner Liste abhaken wollte und dann zur nächsten weiterging. Getreu dem Motto, „Ich habe ein Interview gemacht mit (beliebigen Namen einfügen)“.
Die Zeit für gedruckte Fanzines neigt sich mal wieder dem Ende entgegen, aber sie wird wieder kommen und danach flaut es wieder ab und danach kommt wieder ein Schwung und dann folgt wieder das Absterben – es wiederholt sich alles, beginnt von vorne und endet. Einfach zurücklehnen und entspannen. Das würde ich eh den meisten raten: Einfach zurücklehnen, das Ego zurückstellen und einmal tief durchatmen.

Wie bereits gesagt: Alles ist eine Kopie einer Kopie einer Kopie. Und gerade im aktuellen Retro-Hype sollten doch Fanzines begehrt sein wie nie, oder? Ich meine, viel gedrucktes gibt es im Moment eh nicht…. Und es gibt immer noch die Alternative in diesem Internet. Selbst da kann man Qualität veröffentlichen, wenn man nicht der tausendste langweilige Blogspot-Kandidat oder NecroSlaughter-Klon wird…

Zwangsläufig wird alles eine Kopie sein, weil vieles (alles?) schon gesagt und getan wurde.
Der Retro-Hype bezieht sich nur auf die Musik und nicht auf das geschriebene Wort. Ich kann es verstehen, weil vielen offensichtlich der reine Unterhaltungswert der Musik genügt.
Ich verteufel nicht das Internet, wichtig ist nur das Herzblut. Und das will ich spüren.

Ich sehe das etwas anders. Natürlich sind gerade Leseenthusiasten nie vom gedruckten Wort abgekommen, doch in der Musik gibt es die deutliche Tendenz zum Anachronismus. Siehe alleine die Renaissance von Tapes. Ich mag das Format, aber primär aus meiner Sicht als Musiker. Es ist billig in der Herstellung, kann leicht limitiert werden, damit man nicht auf 500 gepressten CDs sitzen bleibt, und sieht dennoch besser aus als eine schlecht gebrannte CDr. Als Konsument mag die Haptik zwar schön sein, aber die Tonqualität ist eher miserabel. Dennoch gibt es da die ganzen 19-jährigen Metalheads, die so tun, als ob sie selber das Tapetrading in den 80ern erfunden hätten und begeistert Fanzines lesen. Gerade so Obskuritäten aus Malaysien, Indonesien und Südamerika, wo man kaum eine der War/Beast Metal Bands auch nur ansatzweise hier in Zentraleuropa mal gehört hat. Trveneß und so.

Ehrlich gesagt habe ich mich vom Tape-Wahn auch etwas anfixen lassen. Ich mag Tapes, sie sind klein und handlich und eine Herausforderung für gute Gestaltung. Ganz allgemein: Ein Demo sollte auf Tape erscheinen, da bin ich irgendwie stur. Ich bin zwar nicht so alt, aber damals begann auch vieles mit Tapes bei mir bzw. hat sich daraus entwickelt. Knackige 20 Minuten auf Tape sind mir lieber als 60 Minuten die sich hinziehen auf CD.

Ipp, ich kann nur wiederholen: Es war mir eine Ehre, Dich mit unserem Gespräch im NecroSlaughter zu haben. Ich habe immensen Respekt vor Deinem Schaffen, Deiner Arbeit und Deiner Einzigartigkeit. Ich hoffe, ich höre in Zukunft noch mal was von Dir. Am liebsten mit einem neuen Konzept von Dir. Anderenfalls stehen Dir auch immer meine Pforten bei NecroSlaughter.de und TheNocturnalSilence.de offen, wenn Du mal einen Gastbeitrag digital verbreiten magst. Doch egal, wie es kommt: Ich wünsche Dir nur das Beste für Deine Zukunft. Da dieses Interview nun an Ende ist, gehören die letzten Worte Dir…

Danke, aber ich sehe das „from beyond…“ weiterhin in einem anderen Licht. Ich denke, jeder kann ein gutes Fanzine veröffentlichen, wenn er sich intensiv mit seinem Gegenüber auseinandersetzt und die Standard-Fragen vermeidet.

Sei unbequem.

Die letzten Worte waren eigentlich Dein. Doch wirfst Du abschließend noch eine Frage auf: In welchem Licht siehst Du das From Beyond? Ein Licht abseits der Trivialität des Internets? Oder gar Gehaltvoller als der olle NecroSlaughter? – Was ich durchaus verstehen kann, haha! Was ist aber nun Deine Wahrnehmung vom „From Beyond“?

Die vielleicht letzten Worten von mir: Es ist schwierig seine eigene Arbeit zu beurteilen. In meinen Augen war das „from beyond…“ ein Fanzine. Es war nicht überragend, aber es hatte ein paar gute Ideen, aber auch seine Fehler. Als „Schöpfer“ beurteilst du deine Arbeit anders, da müsstest du mir zustimmen.
Natürlich war die Freude groß, als das erste gedruckte Heft in der Hand lag, aber das Gefühl musste bald der Ernüchterung weichen. Unterm Strich war es ein Fanzine mit einigen – ja, gut, soviel gestehe ich mir ein – guten Fragen. Aber es war nie, wie manche meinten, das am besten aussehenste Zine der Welt oder die Speerspitze der deutsche Fanzine-Zunft. Das konnte ich nicht nachvollziehen und fand es übertrieben. Es war mein Hobby, das mir Spaß bereitete.

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