Lifetaker – Thanatos


LIFETAKER sind eine sehr junge und noch unbekannte Band. So unbekannt, dass man es fast schon „mysteriös“ nennen mag. Eine Facebook-Seite existiert gerade mal seit Mitte März. Das Bandcamp-Profil ist noch nicht aktiv und die Homepage noch ohne Inhalt, einfach nur weißes Informationsrauschen. Es gibt keinen Eintrag bei Metal-Archives.com. Lediglich ein Bandfoto findet man auf Facebook. Und den Hinweis: Die Debüt-EP „Thanatos“ erscheint am 01.05.2018. Dabei haben LIFETAKER musikalisch durchaus Potential auf sich aufmerksam zu machen. Und Potential zu polarisieren…

Sieben Songs in knapp dreizehn Minuten. Die Spieldauer von „Thanatos“ sagt bereits eine Menge, tendenziell gibt es hier Grindcore. Aber auch nur tendenziell, denn LIFETAKER holzen nicht einfach nur klassisch daher, sondern nehmen noch einige andere Einflüsse in ihren Sound auf.

Beispielsweise das Intro „Keres“ spielt Instrumental irgendwo im Post-Rock. Atmosphärisch, melodisch, ruhig, langsam aufbauend. Der erzeugte Kontrast lässt „Feral Ritual“ nur noch harscher erscheinen. Brutale Blastbeats, dissonante Riffs, fieser Wechselgesang. Stilistisch nicht weit entfernt von Vermin Womb.
Doch bereits das folgende „Epitaph“ nimmt eine Wendung, überträgt die weiterhin unheilvollen Dissonanzen und Spapnnnungsbögen in ein zähes, schleppendes Tempo, erlaubt vielleicht eher einen Vergleich mit Bitterness Exhumed, der sich in „Rome“ oder „Todesdrang“ noch verhärten sollte.
Dazu gesellen sich dann ab „Trenches“ immer wieder Tendenzen zum Deathcore. Rhythmus-orientierte Riffs, slammende Grooves, zischende China-Becken, ein fieser Breakdown am Ende von „Revenant“.

Diesen modernen Einschlag, den LIFETAKER hier nehmen, muss man mögen. Doch eigentlich sind die Elemente auf „Thanatos“ nicht sonderlich hervorstechend, sondern fügen sich recht homogen in das düstere Soundbild. Die bessere Figur macht die EP allerdings in den schnellen Blastbeats mit den finsteren Riffs. Beispielsweise am Anfang von „Revenant“ oder „Todesdrang“. Oder durchgängig in „Feral Ritual“. Wenn sich LIFETAKER in diese Richtung entwickeln, wird das Debütalbum richtig fett.


7 Lieder / 12:56 Min.
Eigenproduktion – CD – 01.05.2018

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