Breed Of Bacchus – Occulus


Sech Jahre nach ihrem Debüt „Liberalia“ melden sich BREED OF BACCHUS wieder mit einem neuen Album zurück. Wieder sind sie angepisst und lassen sich nicht einfach so in eine langweilige Schublade packen. Dafür haben sie aber ihre ruppige Herangehensweise deutlich verfeinert und hauen mit „Oculus“ mal locker ein richtig fesches Grind-Album raus.

Ja, Grindcore kann man wohl am besten als Oberbegriff für dieses Album verwenden. Doch so ganz fügen sich BREED OF BACCHUS auch nicht in eine Sub-Strömung des Genres. Im Gegenteil, hier wird aus allen Richtungen etwas genommen und in die gut 32 Minuten von „Oculus“ gedrückt. Etwas mehr Thrash wie bei PLF? Klar, gibt es in „Teile„. Doch etwas klassischer? Puh, da gibt es direkt die volle Breitseite! Von klassischen Napalm Death in „9 Heads, 9 Lives“ zu mittleren Napalm Death in „The Fatal Consequence Of Tolerance“ zu etwas Terrorizer im „Bonaparte Syndrom“ und bei „Murder On The Clitwalk“ erkennt man sogar deutlich Brutal Truth heraus. Und der Feinschmecker findet vielleicht sogar etwas Bremer Schule im Opener des Albums und einige dissonante Ideen (vgl. Kill The Client, et. al.) im bereits genanntem „The Fatal Consequence Of Tolerance„.

Damit aber nicht genug, warum alleine im Grindcore wildern? Genau! Deswegen bedienen sich BREED OF BACCHUS auch fröhlich im (schweden) Death Metal, Thrash, deuten zum Anfang vom Ende, also „Bleibad“ auch mal etwas Doom an, und schmeißen immer wieder ordentlich Deutschpunk und Crustcore dazu. Letzteres gerade in den Uptempos. Der Punk dominiert meist in den Gesangslinien und kritischen Texten. Doch gelegentlich könnte auch die ein oder andere Instrumental-Passage von einem „Schlachtrufe BRD“-Sampler stammen. Und dann gibt es plötzlich einen Slam-Breakdown, verspielte Bass-Interludes, geschickte Stop’n Go Momente und und und.

So viele Einflüsse – und doch fügen BREED OF BACCHUS alles immer stimmig zu einem großen Ganzen zusammen. Jeder Song hat dieses gewisse Etwas, das die Band unverkennbar macht. Dazu ist „Oculus“ immer angepisst und wütend. Eine explosive Mischung, 13 Songs purer Energie. Mich wundert eigentlich, dass dieser furiose Grind noch nicht bei Unundeux untergekommen ist!

Wer mag, bekommt „Oculus“ als Download auf Bandcamp. Dabei könnt ihr selber bestimmen, was ihr für das Album zahlen wollt, entsprechend könntet ihr es auch kostenlos abgreifen. Wer es dann physisch haben mag, kann bei der Band ein schickes Digipak bestellen. Neben den meist deutschen Texten gibt es – wie auch schon beim Debüt – wieder eine kurze englische Erklärung der behandelten Thematik im Booklet.


13 Lieder / 31:22 Min.
Eigenproduktion – CD Digipak – 2017

breedofbacchus.bandcamp.com/
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