Vile – II


Es muss um 2003 gewesen sein. Irgendwie bin ich an die „Depopulate“ von Vile gekommen. Und dann lief das Teil auf Dauerrotation. Schneller, brutaler und teilweise schon irgendwie anspruchsvoller Death Metal. Seinerzeit voll im Zeitgeist und voll im damaligen Trademark-Sound von Unique Leader Records. Entsprechend stutzte ich schon, als ich auf einmal eine EP von einer Band mit Namen VILE in meinem Briefkasten hatte. Ein bisschen Recherche und Originalität könnte man in Zeiten des Internets wohl erwarten, oder?

Naja, zumindest mit der Originalität heißt es bei VILE Nomen est Omen. Nicht etwa, dass sie klingen würden wie ihre Namensvettern aus Kalifornien. Eher im Gegenteil. Klar, VILE aus Hannoversch Münden versuchen brutal zu sein. Und ja, es gelingt ihnen sogar in Teilen von „Torment“ oder „Liekvolk“. Doch eher mit dem Holzhammer, denn mit anspruchsvollen oder gar technischen Riffs.
Aber es muss ja nicht immer Gefrickel sein! So erzeugen VILE in den genannten Songs durchaus eine düstere Atmosphäre und streuen sogar ein paar richtig schöne, unheilvolle Harmonien ein. Deutliche Pluspunkte in diesen beiden, eher Blastbeat-getriebenen Songs.

Doch die angedeutete Qualität aus Opener und Abschluss dieser zweiten EP können VILE leider nicht durchgängig halten. Nein, „Absolution“ und „Haters, Be Hated“ knicken sogar richtig ein. „Absolution“ ist schlicht etwas gesichtslos zwischen Cannibal Corpse-Riffing und Bolt Thrower-Groove. Mit einer ziemlich belanglosen Gesangslinie, die mir mit ihrer Beliebigkeit aber irgendwie ordentlich auf den Senkel geht.
„Haters, Be Hated“ versucht sich eher auf stumpfen Six Feed Under-Groove und langweilt damit so richtig. Dabei klingt der Song auch noch ultra prollig. Sorry, aber absolut nicht meine Welt.

Verpackt werden diese gut 16 Minuten eher beliebigem Death Metal eigentlich ganz nett. Das monochrome Cover hätte sowohl zu einer War Metal Band wie auch einem Crustpunk-Album gepasst. Gefällt mir. Ein Booklet gibt es allerdings keins. Hinter dem Cover ist nur das Bandbild. Der Tonträger selber ist ein professionell vervielfältigte, schwarze CD ohne Beschriftung, halt in Vinyl-Optik.
Digital werden natürlich auch die entsprechenden Download-Portale und Streaming-Dienste bedient.


4 Lieder / 16:40 Min.
Eigenproduktion / 2018

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