Excoriate – …Of The Ghastly Stench


Da hat Nihilistic Holocaust mal wieder tief im obskuren Underground gegraben! Diesmal ist Gab auf EXCORIATE aus Chile gestoßen. Eine Band, die es bereits seit über 15 Jahren gibt, und die bisher neben zwei Demos und zwei Splits noch kein Album veröffentlicht hat. Natürlich sind die Mitglieder alle auch irgendwie in anderen Bands aktiv, wovon zumindest Demonic Rage sogar mir etwas sagt. Nun wurde Mitte letzten Jahres das dritte Demo „…Of The Ghastly Stench“ veröffentlicht. Wie bei Nihilistic Holocaust üblich, stilecht und standesgemäß als Tape.

Im Booklet der Kassette steht auch etwas ganz interessantes über den Entstehungsprozess: Die Songs wurden zwischen 2012 und 2014 aufgenommen, jeweils mit einem Jahr Abstand zwischen Drums, Gesang und Bass und schlussendlich den Gitarren. So ganz taufrisch ist das Material also auch nicht mehr, und im Endeffekt dann auch „nur“ EXCORIATEs Beteiligung an ihrer Split mit Horrifying – wo übrigens Raul Arancibia, der 2016 bei EXCORIATE einstieg, auch mitspielt – von 2015.

Wie dem auch sei, schlussendlich sind auf „…Of The Ghastly Stench“ drei Lieder, zuzüglich instrumentalem Intro mit einer Spieldauer von knapp 19 Minuten. „Teofisto“ ist dabei ein sehr interessanter Auftakt in die Demo. Mit coolen Bassläufen und Genre-untypischem Gitarrensound, klingt der Song sehr dynamisch, nach klassischem Doom Metal, der sich auf coole Art mit Death Metal verheiraten will. Diese Ehe wird dann auch in „Oh! Peaceful Derketa“ vollzogen. Düster, obskur und mit sehr coolen, polyphonen Melodien, bauen sich EXCORIATE eine eigenständige Mischung aus Doom und Death zusammen, die teilweise auch Einflüsse aus dem Black Metal aufweist. Am offensichtlichsten vielleicht noch im heiseren Gesang, aber nicht zuletzt in der düsteren und feindseeligen Atmosphäre. Diese Bausteine werden in „Ghostly Stench Of Mortal Remains“ sogar noch weiter ausgebaut, so dass ich mir schlussendlich gar nicht mal so sicher bin, ob die Lead-Gitarre mehr Bezüge auf finnischen Death Metal oder schwedischen Black Metal nimmt. Schlussendlich ist es aber auch egal, in der Mischung präsentieren EXCORIATE sehr fassettenreiche und eigenständige Songs.

Ein wenig schießen sie aber auch schon mal über das Ziel hinaus. Wenn die Einflüsse von Morgoth oder Pestilence zu sehr in thrashiges Ufta-Ufta verfallen. Klar, der Groove ist schon irgendwo cool. Aber die düstere, bösartige Atmosphäre steht der Band einfach besser, und sie haben es halt auch einfach besser drauf.
Und dazu könnten die Songs vielleicht etwas mehr auf den Punkt kommen. So cool die Riffs auch variiert und polyphon ausgeschmückt werden, so sehr wiederholen sich die Elemente am Ende aber auch selbst, ohne noch etwas essenzielles zum jeweiligen Track beizusteuern.

Gute, eigenständige Ideen hauen EXCORIATE auf „…Of The Ghastly Stench“ dennoch einfach so heraus. Dennoch zeigen sie gleichzeitig aber auch, dass sie noch etwas an diesen Ideen arbeiten müssen, um auf Albumlänge – und gegen das aktuelle Überangebot in der Stilistik – zu überzeugen. Wer aber Spaß an düsterem, obskuren Death Metal hat, darf gerne heute schon ein Ohr riskieren.


4 Lieder / 18:58 Min.
Nihilistic Holocaust (Tape) – 2017

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