Massgrav – Stockholm Rockers


„This war will be won by meateaters“! Und in diesem Sinne lassen sich die kontroversen Schweden MASSGRAV erneut nicht die Wurst vom Brot ziehen. Im Gegenteil, „Stockholm Rockers“ ist einmal mehr ein mächtig großer Stinkefinger, ein mörderisches „Fuck You“! An alles und jeden. Alleine das abgefuckte Cover zeigt die abgewichste Attitüde der Band. Es ist so unglaublich scheiße, dass es schon wieder richtig gut ist. Venezianische Nasenmasken, mottenzerfressene Mäntel, darunter die ollsten Straßenklamotten. Super schlecht fotografiert, nicht mal annähernd die Flucht symmetrisch. Es tut in den Augen weh und ist wider aller Genre-Klischees. Eigentlich ein dicker Traum und gleichzeitig doch totaler Rotz.

Gut, dass MASSGRAV musikalisch zwar auch angepisst jedem ans Bein pissen wollen, aber hier durchaus „professioneller“ ans Werk gehen, als mit dem (wohl bewusst dilettantischen) Artwork zu dieser Platte. Ja, man muss der Band wahrlich anerkennen, dass sie allesamt technisch unglaublich Fit an ihren Instrumenten sind. Das Timing ist immer perfekt, die Breaks mörderisch präzise und von der Geschwindigkeit der Blastbeats braucht man gar nicht erst anfangen, die ist schier wahnwitzig und lässt manche Grindcore-Band immer noch alt aussehen. Naja, vielleicht Dead Instruments oder Brutal Truth nicht unbedingt. Doch wen interessiert’s?

MASSGRAV wollen ja auch keinen Grindcore machen. Nein. Punkrock? Ich bin mir da auch nicht so sicher. Rock’n Roll machen sie! Das ganz bestimmt. Schnellen Rock’n Roll. Abgefuckten Rock’n Roll. Zuweilen hektischen und chaotischen Rock’n Roll. Wie Zeke auf Koks. Zugegeben, mit einigen Zitaten aus dem Punk-Rock, vielleicht angelehnt an Active Minds auf Speed. Vielleicht mit ein ein paar Zitaten aus dem Crust. Wie Diskonto auf MDMA. Und dann doch mit klitzekleinen Versatzstücken aus Powerviolence, Grindcore, Fastcore oder Thrashcore. Doch was redet dieser verfickte Schreiber da eigentlich wieder für einen Mumpitz? MASSGRAV brettern schlichtweg in knapp 26 Minuten durch 24 Songs.

Dabei ist das Verhältnis zwischen Chaos und Hektik und ein paar ziemlich griffigen Harmonien und tanzbaren Parts richtig gut ausgewogen. Klar, im Endeffekt kennt man das alles auch schon von den früheren Sachen der Band. Aber wisst ihr was? FUCK YOU!! MASSGRAV rocken ordentlich. Nach wie vor. Und ich würde sogar sagen, „Stockholm Rockers“ gefällt mir bisher sogar am besten. MASSGRAV sind „still the kings“.


25 Lieder / 26irgendwas, ihr Ficker!
28.10.2017 – Selfmade God Recods (CD, LP, Download)

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