Human Waste – Aesthetics Of Disgust


Drei Jahre nach ihrem beachtlichen Debüt, liefern HUMAN WASTE aus der Karls-Stadt endlich den Nachfolger ab. Dieses mal auch über einen Verlag, Rising Nemesis Records hat sich der Aachener angenommen und publiziert „Aesthetics Of Disgust“ sowohl als Download wie auch noch auf CD. Durchaus eine probate Heimat für die Band, wenngleich sie sich doch etwas vom restlichen Katalog des Labels unterscheiden.

Klar, Stilveränderungen gab es bei HUMAN WASTE nun keine großartigen. Und von einer Band, die sich nach einer Suffocation-EP benannt hat, kann man wohl nach wie vor Brutalen Death Metal verlangen. Doch meist eben eher klassisch, eben im Stile der Namenspaten. Dennoch kann man auf „Aesthetics Of Disgust“ auch eine deutliche Weiterentwicklung beobachten.

Ich persönlich hätte mit deutlich mehr Slam gerechnet. Doch bis auf den einen Moment „Slamming The Door“, das in 30 Sekunden eigentlich alles Zusammenfasst, was man über Devourment und ihr Erbe, über Staubsauger und Handkanten wissen muss, sind die Einflüsse aus diesem Sub-Genre allerdings so dezent und homogen in den Stil von HUMAN WASTE verflochten. Meist fallen diese Momente nicht mehr auf, als einige eher zeitgenössische Elemente, wie beispielsweise rhythmus-orientiertere Riffs oder Pattern, die ein klein wenig an Benighted oder Aborted erinnern. Aber auch nur so ein wenig in „Injected Hated“.
Nein, zu modern oder prollig ist „Aesthetics Of Disgust“ nicht geworden. Da bleiben sich HUMAN WASTE eher ihrer rotzigen Seite treu und hauen weiterhin fluffige D-Beats und Crust-Riffs raus und zwinkern damit schon wieder eher in Richtung Vomitory.

Dennoch ist es aber diese Mischung aus traditionellen Wurzeln im Brutal Death Metal mit einigen moderneren Elementen und einem gewissen technischen wie schreiberischem Wahnwitz, der HUMAN WASTE auch sehr nahe an die leider verblichenen Jack Slater bringt. Abgedrehte kleine Details an den Gitarren und verdammt abwechslungsreiche Vocals inklusive. Dass bei HUMAN WASTE nun wohl auch kaputter Humor um Scheiß-Bier oder zugeschlagene Türen dazu kommt, ist dann wohl ein zusätzlicher Punkt in der B-Note.

Doch diesem Humor zum Trotz, sollte man „Aesthetics Of Disgust“ immer noch ernst nehmen! Denn musikalisch sind HUMAN WASTE nach wie vor brutal, versiert und ziemlich düster. An einigen Stellen wird die Atmosphäre richtig dicht und finster, an anderen sind die Breaks richtig gut und präzise platziert. Dazu einige richtig griffige Riffs, tanzbare Groove oder schnelle Blastbeats. Genau so, wie Brutal Death Metal sein sollte und eben auch Spaß macht.


11 Lieder / 39:47 Min.
Rising Nemesis Records – CD, Download – 19.01.2018

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