Revolting – Monolith Of Madness

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Bereits mit dem Vorgänger „Visages Of The Unspeakable“ haben sich REVOLTING etwas von ihrem überambitioniertem Veröffentlichungszyklus gelöst und hauen uns nicht mehr jedes Jahr ein neues Album um die Ohren. Vielleicht ist Mastermind Rogga Johansson mit seinen gefühlt 500 Projekten langsam aber sicher doch ausgelastet? Auf jeden Fall hat seinerzeit der Abstand von drei Jahren zwischen „Hymns Of Ghastly Horror“ und dem Nachfolger der Band sehr gut getan. Weitere drei Jahre später zeigt sich erneut: Die längere Reifezeit kam auch „Monolith Of Madness“ zu Gute!

Wo die die ersten Alben auf FDA Rekotz (damals noch nicht Records) seinerzeit visuell stark an Horrorfilme der 80er angelehnt waren, und „Visages Of The Unspeakable“ dem fleischlichen Fantasien von Clive Barker entsprungen sein mag, ziert das aktuelle Album eine Hommage an H.P. Lovecraft und seinem maritim-kosmischen Horror. Kultisten, die einen Monolithen anbeten, ein riesiges Tentakelmonster, das aus dem Meer emporsteigt. Und klein im Himmel fliegen kleine Hexen auf ihren Besen umher, was der Szenerie fast schon ein komisches Element hinzufügt.

Musikalisch sollen REVOLTING auf „Monolith Of Madness“ rauer als jemals zuvor sein. Klingt nach einem typischen Superlativ aus dem Beipackzettel für Werbezwecke. Doch irgendwie kann man das sogar fast unterschreiben. Klar, so richtig ruppig und dreckig werden REVOLTING wohl nie werden. Dafür ist alleine der Melodie-Anteil zu wichtig und zu hoch. Und auch die Produktion insgesamt zu „glatt“. Man merkt aber, dass deutlich mehr D-Beats und schnelle Skankbeats auf dem Album sind, immer wieder nahe an die Grenze zum Crust treten. Die meist sehr simplen und geradlinigen Riffs spielen dem natürlich auch zu.

Weiterhin sind Edge Of Sanity immer noch deutlich als Haupteinfluss für REVOLTING hörbar. Mehr als einmal hört man deutlich ein ähnliches Harmonie-Verständnis, gerade im melancholischen Anfang von „A Wedding For The Dead“. Und natürlich auch in vielen anderen Führungsmelodien. Doch an manchen Stellen erinnern mich Songstrukturen, Breaks und auch Gesangsphrasierungen deutlich an Fleshcrawl, durch den hohen Melodie-Anteil auch an die tschechische Version von Brutally Deceased. Oder in „Broomstick Legions“ durchaus auch Dawn Of Dreams. Klar, dass im schweren Stampfer „March Of The Revolter“ dann auch Bezüge zu mittleren Dismember auffallen könnten.

„Monolith Of Madness“ erfindet nichts neu. Es definiert nichtmal REVOLTING neu oder gar überraschend anders. Es sind immer noch simple, geradlinie Riffs, viele Leads und Soli. Diesmal vielleicht etwas zackiger und rotziger, gelegentlich sogar mit Blastbeats. An einigen Stellen vielleicht auch nicht zu 100% auf den Punkt (etwas weniger Wiederholung hätte dem ein oder anderen Song gut getan). Doch sind die Leads und die daraus resultierende Stimmung packend. Und so findet sich doch ein Haufen kurzweiliger und durchaus guter Songs auf dem Album.


10 Lieder / 36:35 Min.
FDA Records (CD, Download) – 19.01.2018

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