Pig’s Blood – Pig’s Blood


Rabiat, grobschlächtig und garstig. So kann man wohl am besten das Debütalbum von PIG’S BLOOD umschreiben. Mit einer fast schon stumpfen Eindimensionalität von Archgoat, hätte dieser grobe Knüppel durchaus auch auf Iron Bonehead erscheinen können und wäre bei den Fans des Labels wohl eingeschlagen wie eine Bombe. So kommt es auf dem wohl eher unbekannteren Godz Ov War aus Polen heraus, dürfte aber dennoch die gleiche Zielgruppe ansprechen und durchaus auch glücklich machen.

Mit ihrer Holzhammer-Methode ist die Band aus Milwaukee, Wisconsin allerdings nichts für Jedermann. Dafür sind weite Teile des gleichnamigen Albums doch recht ähnlich, viele Details gehen einfach im Feuersturm aus tiefergestimmten Gitarren, tief röchelnd und blubbernden Vocals und permantentem Geschepper von den Drums schlichtweg unter. So brettern die gut 36 Minuten der Scheibe fast schon monoton am Hörer vorbei, oder vielmehr: Durch ihn hindurch.

Aber auch nur fast. Denn PIG’S BLOOD haben doch zuweilen ein paar sehr nette Details versteckt. Manche Riffs erinnern durchaus in ihrer Boshaftigkeit an frühe Morbid Angel, hört alleine mal „There Will Be No Law“. Und wenn das Tempo mal kurzzeitig ordentlich gedrosselt wird, darf man auch gerne mal an Incantation denken. Oder artverwandte Bands in Richtung Grave Ritual, Encoffination, Father Befouled. Doch passiert diese finstere Drosselung lediglich in „Taste The Fucking Posion“. Das ist genau so ein seltener Moment der Eingängigkeit, wie der dicke Black Metal-Einschlag in „The Age Of Endless War“ oder die kurze Reminiszenz an frühen Grindcore aus dem eröffnendem „Misanthrope Absulute“.

Doch meinst sind PIG’S BLOOD einfach nur eine Abartigkeit aus tiefen, fast schon stumpfen Riffs, konsequent hohem Tempo mit ordentlichem Chaos-Potential und einem Wechselbad aus unterschiedlichen Röchel- und Grunzgeräuschen. Mal zwischen moderaten, aber dennoch fiesen Schreien und Keuchen, tiefem Bellen und oftmals auch mit Harmonizer, in noch tiefer gedrücktes Blubber – was durchaus wieder den anfänglichen Archgoat-Vergleich legitimiert.

Und dennoch ist diese Mischung aus fast repetitiver Stumpfheit und überraschenden Details ein durchaus gelungener Einstand geworden. Pur, dreckig, komprimiert auf die animalischste und archaichste Form des Death Metals holzen PIG’S BLOOD alles nieder und lassen so manche Frickelband doch eher wie ein Kasperle-Theater aussehen. Dass sie damit jedweden Freund der trendy Old School Revival Welle mit netten Melodien und eingängigen Riffs abschrecken werden, steht hingegen außer Frage.


10 Lieder / 36:16 Min.
Godz Ov War Productions – Digipak-CD / 30.06.2017

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