Krachmanifest – Ausgabe 2

 

Ui, das ging allerdings schnell. Nachdem erst im Januar diesen Jahres die erste Ausgabe des Krachmanifests erschienen ist, hauen Katja und Rayk noch vor Jahresende ihr zweites Heft heraus. Diesmal verstärkt durch den alten Bekannten Gerste, der zuvor das Campaign For Musical Destruction herausbrachte – wo der Krawall-Freund Rayk seinerzeit auch veröffentlicht hat. Das rasche Tempo zwischen den beiden Ausgaben ist also sicherlich auch in der Routine der beteiligten Autoren geschuldet.

Und so knüpft Heft Nummer 2 nahtlos an die erste Ausgabe an. Nur dieses Mal noch etwas dicker. Ein sauberes, aufgeräumtes Layout trifft auf ein Bisschen Spirit der Cut’n Paste-Tradition, zeigt sich aber immer augenfreundlich und gut lesbar. Hauptfokus liegt wieder auf den ausführlichen und unterhaltsamen Gesprächen mit den Bands und der Booking-Agentur D.I.Die Booking, die u.a. das Blastphemy-Festival im Thübinger Eppelhaus veranstalten. Und dieses mal wird das Krachmanifest auch nicht Opfer eines Totalausfalls, wie ihn Sarinvomit in der ersten Ausgabe abgeliefert haben. Im Gegenteil, die Gesprächspartner waren immer enthusiastisch und redefreudig. Das ergänzt die gut formulierten Fragen zu interessanten Gesprächen. Stilistisch geht es wieder weit gefächert über (fast) alle Sub-Genre der extremen Musik: Von Grindcore (Bolesno Grinje, Embalming Theatre, Nasmörk, Six-Score, Territion) über Black Metal (Nekrarchon, Hermann) zu Death Metal (Kriegszittern, Incarceration, Demored, Miasmal Sabbath) hin zu den Genre-Hybriden Age Of Woe.

Entsprechend bunt sind auch die 90 Reviews, die wieder in zwei alphabetisch sortierte Teile im Heft verteilt sind. Das lockert das Gesamtbild auf und spannt sich querbeet über alle Trägermedien, CD, LP, EP und sogar digitale Downloads, wie auch Schubladen. Hauptsache es kracht. Und die hier gebotene Diversität erweitert das Spektrum des Krachmanifests zusätzlich zu den Interviews – wie eigentlich schon in Ausgabe 1. Dabei nehmen die Schreiber kein Blatt vor dem Mund und sagen offen, ehrlich und locker von der Seele, was sie über die jeweiligen Veröffentlichungen denken. Entsprechend wird sogar ein Tonträger mit einer Toilettenschüssel illustriert. Und zum Schluss gibt es noch eine Presseschau zu anderen, noch druckenden Kollegen. Dreizehn Fanzines werden ausgiebig unter die Lupe genommen, bevor die Partizipanten ihre „Krachfavoriten“ (sprich: Playlisten) zum Besten geben.

Damit aber nicht genug, denn bekanntlich sind die Beteiligten freudige Konzert- und Festival-Besucher, die ihre Erlebnisse gerne ausgiebig, ja, zuweilen fast intim mit dem Leser teilen. So gibt es Berichte von den Festivals Braincrusher, Grind The Nazi Scum und dem In Flammen Open Air, ebenso wie dem Metal Ov Death-Konzert mit Into Coffin, Cryptic Brood, Repuked und Revel In Flesh.

Alle Autoren haben gleichermaßen Enthusiasmus und Herzblut in das Heft gesteckt. So muss man schon genau hinschauen, wer gerade welches Gespräch führt oder welche Kritik verfasst hat. Das macht das Krachmanifest zu einem sehr stimmigen Endprodukt. Dazu ein sehr cooles Cover von Robert Zimmermann, das durchaus auch als Graphic Novel oder Tattoo-Motiv eine gute Figur machen würde.

Das neue Dreigespann und vor allen Dingen die Hauptakteure Katja und Rayk haben ihren Einstand deutlich übertroffen und sind auf dem besten Wege eines der spannendsten Fanzines für extremen Metal in der (zugegebenermaßen mittlerweile recht ausgedünnten) deutschen Szene zu werden. Ich bin jetzt schon auf das nächste Heft gespannt. Und wenn die Drei hier wieder so viel Gas geben, wird es wohl auch nicht zu lange auf sich warten lassen.


Auflage: 200 Exemplare

Interviews: Age of Woe, Bolesno Grinje, Demored, Embalming Theatre, Hermann, Incarceration, Kriegszittern, Miasmal Sabbath, Nasmörk, Nekrarchon, Six-Score, Territion, D.I.Die Booking

Specials: Konzertberichte Braincrusher Festival, Grind The Nazi Scum, Metal Ov Death, In Flammen Open Air, Reviews

Umfang: 92 Seiten
Aufmachung: schwarz-weiß gedrucktes Fanzine
Preis: 3,50 € (zzgl. P&V)

Kontakt: krachmanifest@gmx.net
Infos auf http://www.adnoctum.de