Cadaveric Incubator – Sermons Of The Devouring Dead

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Sonderlich aktiv waren CADAVERIC INCUBATOR bisher eigentlich nicht. In dreizehn Jahren bestehen, bringt die Band es bisher lediglich auf zwei Demos und eine Split. Dafür kommt mit „Sermons Of The Devouring Dead“ ein wunderschönes Stück stumpf-direkter Stilmix, der sich hervorragend zum Zerkloppen der eigenen Inneneinrichtung anbietet.

Mit (ehemaligen und Live-)Mitgliedern aus Slugathor, Torsofuck, Festerday oder Lantern finden sich entsprechend auch viele Einflüsse. Death Metal aus Schweden und Finnland treffen auf Grindcore und Goregrind der ersten Stunde und finden gelegentlich auch ein paar Zitate aus dem Thrash Metal, besonders bei Slayer, die manche Harmonie-Läufe und Walgesang-Soli deutlich inspirierten. Das alles wird ordentlich durchgerappelt und eingekocht auf das notwendigste.

Am Ende ist dieses Debüt direkt, zuweilen stumpf und strotzt an vielen Ecken nur so vor prototypischen Elementen. Doch die furiose Darbietung lässt genau so über die vermeintliche Eindimensionalität hinwegsehen, wie auch das gelegentliche Augenzwinkern der Band. Nicht selten wird ein neuer Song-Part lautstark als „Mosh!!!“ oder „Guitar!!!“ angekündigt.

Und dann kommen immer wieder überraschende Wendungen. Beginnt beispielsweise „Hideous Premonition“ recht stumpf mit Grind-Geballer, Harmonizer-Vocals inklusive, endet der Song plötzlich episch in einer extrem düster-finnischen Doom/Death Metal-Passage, die durch atmosphärische Keyboards getragen wird. Solche Überraschungen finden sich ein paar auf „Sermons Of The Devouring Dead„.

Doch auch die eher geradlinigen Songs haben genügend Unterhaltungsfaktor. Ob nun mehr im Grind verortet, mit Wechselgesang zwischen Growls, schön gemeinen Schreien und bereits erwähntem Harmonizer. Ob in geschickter Balance zwischen mitreißenden Uptempo-Grooves und schnellen Blastbeats. Ob nun mit finnisch-obskur-düsteren Riffs oder eher klassische-schwedischer Kettensägen-Gitarre.

Die große Erleuchtung oder Innovation bringen CADAVERIC INCUBATOR mit Nichten. Das wollen sie aber auch gar nicht. Sie wollen böllern, metzeln, grooven und zuweilen einfach mal etwas Dunkelheit heraufbeschwören – allerdings immer mit etwas Augenzwinkern. Das macht „Sermons Of The Devouring Dead“ zu einer halben Stunde richtig gutem, klassischen Death-Grind.


12 Lieder / 29:03 Min.
13. Oktober 2017 – Hells Headbangers (CD, LP, Download)

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