Gravesite – Neverending Trail Of Skulls

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Eigentlich klingt das doch ganz spannend: „Horror Death Metal“ mit Mitgliedern von Undead Creep, Assumption, Haemophagus oder Morbo. Alles Bands, die mich durchaus überzeugen konnten. Warum sollte GRAVESITE da nicht auf meinen Geschmack treffen? In einer klassischen Mischung aus Exhumed/Carcass, Autopsy, Death und etwas Slayer, ist „Neverending Trails Of Skulls“ auch ein durchaus nettes Album geworden. Doch leider fehlt es etwas an der eigenständigen Schrulligkeit von Haemophagus oder dem eigenen Profil von Assumption, alsdass diese italienische Kombo mich vollends begeistern kann.

Dabei ist gerade der Opener und gleichzeitig namensgebende Song durchaus ein cooler Auftakt in die gut 40 Minuten des Albums. Exhumed-artiger Death-Grind mit schön rausgewürgten, aber dennoch tiefen Vocals. Furioses Geballer nimmt auf einmal eine überraschende Wendung in einen Autopsy-mäßigen Doom-Part.
An sich kann „Postmortem Fetal Extrusion“ mit dem verstärkten Thrash-Einschlag und klassischen Death Metal-Riffs alter amerikansicher Schule sogar noch einen drauflegen. Doch damit haben GRAVESITE schnell auch das meiste gesagt. Gelegentlich kommen die Doom-Death Metal-Momente stärker hervor, mal stehen eher die Slayer-Zitate im Vordergrund; gelegentlich sogar mit gedoppelten Gitarrenläufen, die jeweils an die großen Vorbilder angelehnt sind. Macht alles Spaß, ist alles gut gemacht. Aber es fehlt irgendwie am eigenen Profil der Band.

Da ist „Sewer Freaks“ schon eher eine herausragende Hit-Nummer. Auch wenn die Zutaten nicht sonderlich vom restlichen Album abweichen, ist es doch diese geradlinige Direktheit, die den Song besonders mitreißend machen.

In der Umsetzung vielleicht nicht so catchy, dafür aber mit angenehmen Ecken und Kanten, sind hingegen die abschließenden „Town Of The Re-Animated„, das einen schön vertrakten Rhythmus-Part einbaut, oder das leicht progressive „Swallowed In Darkness„. Hier werden mittlere Death und auch etwas Slayer schön herausgearbeitet und geben dem Ende von „Neverending Trail Of Skulls“ eine angenehme eigene Note.

Am Ende bleibt aber leider nur ein gutes, wenngleich verzichtbares Album.


8 Lieder / 40:05
01.08.2017 / Xtreem Music (CD, Download)

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