Blackevil – The Ceremonial Fire

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BLACKEVIL sind ein Anachronismus; aber ein wunderbarer. Wo unter dem Deckmantel der „old school“ heute viele Generika agieren, ist die Band mit ehemaligen Mitgliedern aus Under That Spell und Nocturnal mitreißend anders. Nicht zu räudiger, wilder und wunderbar erfrischend abwechslungsreicher Black/Thrash zwischen traditionellen Heavy-Metal-Harmonien und angeschwärzter Raserei ist auf „The Cermeonial Fire“ Programm. Für die Spikes-&-Leather-&-Dosenbier-Fraktion unverzichtbar!

Klar, dieses Debüt tropft nur so vor Klischees. Alleine Bandname und Logo sprechen deutliche Sprache. Da ist das grandios-epische Artwork von Paolo Girardi fast schon eine spöttische Konterkarikatur. Aber auch nur fast, denn musikalische Finesse darf man der augenscheinlich direkten Mixtur aus Speed, Thrash und Black Metal durchaus nicht absprechen. Zu häufig finden sich geschickte Polyphonien und Variationen auf „The Ceremonial Fire“, alsdass man BLACKEVIL rein stumpfes Geholze vorhalten könnte oder gar dürfte.

Vielmehr ist es so, dass den klassischen Helden gehuldigt wird. Aus einer Zeit, in der die Genre-Grenzen noch nicht akribisch (durch den Musik-Journalismus) abgesteckt wurden, als die ersten Wellen aus Black Metal oder Thrash Metal einfach nur unter dem Banner „Heavy Metal“ liefen. Vielleicht in den Bausteinen nicht sonderlich originell. Aber in der Mischung, im Endergebnis über die komplette Spieldauer von fast einer dreiviertel Stunde extrem unterhaltsam und mit fetten Songs. Gar Hits, die man mit erhobener Faus mitbrüllen mag, muss. Egal ob man nun eher Priest, Sodom, Destruction oder Bathory als großen Backpatch auf seiner miefigen Kutte trägt, BLACKEVIL vereinen die größten Stärken in ihrem Sound.

Gelegentliche Ausbrüche in Blastbeats tragen zum Gesamt-Feeling genau so bei, wie das vornehmlich zähe Tempo von „Seven Bridges Seven Gates“ oder die eher punkigen Einschläge im Intro von „Bethlehemian Blasphemies“ oder dem Uptempo aus „Under The Black Sail Of The Burning Cross“. All diese Elemente fügen sich so harmonisch in das Gesamtbild, wie de Bathory-artige Epik aus zuletzt genanntem Song, polternder Rotzigkeit oder dem furiosem Speed/Thrash Metal Uptempo, das meist „The Ceremonial Fire“ dominiert. Dazu – wie gesagt – immer wieder packende polyphone Harmonien, griffige Melodien und mächtige Riffs. Das Album strotzt nur so vor mitreißenden Hooklines, sowohl an den Gitarren, wie auch den mitsingbaren Refrains.

Klar, „The Ceremonial Fire“ ist kein wegweisender Meilenstein. Dafür haben alle Einflüsse von BLACKEVIL im Vorfeld bereits alles wichtige zuvor gesagt. Dennoch ist es ein erfrischender Bastard. Furios, ungeschliffen, mal roh und brutal, an den richtigen Stellen aber auch verspielt und ausgelassen. Da sind Spielzeiten von jenseits der 4 Minuten absolut kein Manko für die einzelnen Songs. Vielmehr hat die Band verstanden, wie man aus dem klassischen Pop-Schema wunderbare Heavy Metal Hits machen kann. Abseits von spezifischen Schubladen wie Speed, Thrash oder Black. Wer sich hingegen mit den liebevollen Details nicht weiter auseinander setzen mag, bekommt dennoch seine Dosis Spikes, Beer’n Leather. Das macht „The Ceremonial Fire“ wiederum noch einmal so eindrucksvoll.


9 Lieder / 43:27 Min.
CD / LP / Download – 07 Juli 2017 // FDA Records

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