Possession – Exorkizein

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Nachdem POSSESSION bereits mit ihrem Demo und der „Anneliese“-EP im Untergrund ordentlich auf sich aufmerksam gemacht haben, und seit Bandgründung jedes Jahr kontinuierlich kleine Appetithappen unter’s Volk geworfen haben, wurde es letztes Jahr vergleichsweise Still. Der Grund war scheinbar die Arbeiten am ersten Full-Length „Exorkizein“, das im April diese Jahres veröffentlicht wurde. Und Die Belgier setzten konsequent den bisher eingeschlagenen Weg fort.

An nicht wenigen Stellen wird die Band ihrem Namen mehr als Gerecht! Nicht zuletzt klingt der Gesang wie besessen, wahnsinnig, schlichtweg furios. Die Unterlegung mit Hall trägt zu dieser markerschütternden Wahrnehmung deutlich und positiv bei.
Doch sind es nicht alleine die herausgewürgten Texte, die gar dämonisch anmuten. Auch musikalisch sind POSSESSION häufig fuchsteufels wild. Gerade im zügellosen Geschrote, irgendwo zwischen Black und Death Metal oder auch im Solo von „Infestation – Manifestation – Possession“, das klingt wie der Pazuzu.

Aber wenngleich diese dämonische Bessessenheit ein wichtiger Aspekt an POSSESSION ist, kalkulieren sie dennoch sehr geschickt deren Darbietung. Selten ist eine wilde Raserei blankes Chaos. Vielmehr ist das derbe Gepolter die energetische Entladung, kanalisiert auf einen Fixpunkt in der Songstruktur. Alsbald kommt immer die richtige Auflösung. In bewussten Minimalismus, wie in „Sacerdotium“. In ein richtig griffiges Riff, wie in „Infestation…“. Oder gar wieder in dreckigsten Rock, wie im grandiosen „Take The Oath“.

Zwischen scheinbar haltlosem Chaos und direkter Eingängigkeit erschaffen POSSESSION immer eine bedrohliche Atmosphäre. Selbst so thrashige Momente, wie inmitten von „Beast Of Prey“, haben einen echt spooky Vibe.

Soweit hat die Band auf ihrem ersten Album schon mal alles richtig gemacht. Sie verschmelzen gekonnt Wildheit mit dreckigstem Rock’n Roll, bleiben aber Konsequent ihrer Besessenheit treu. Doch erst zum Schluss haut „Exorkizein“ den größten Hit heraus: „Preacher’s Death“ kombiniert diese Rockigkeit mit absolut finsterer Atmosphäre, spielt etwas mit Post-Punk und blendet den Hörer mit psychedelischen Passagen. Dennoch ist es nur ein weiteres dreckiges Biest, das einen beeindruckenden Blick auf zukünftige dämonische Inkarnationen der Band gewährt. Boogie Woogie!


7 Lieder / 41:25 Min.
2017 – Invictus Productions (CD) / Iron Bonehead Productions (LP/Tape)

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