Teething – We Will Regret This Someday

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Ich muss zugeben: So sehr ich Grindcore zum Beginn vom NecroSlaughter noch geliebt habe, so sehr rauscht das Genre mittlerweile genau so an mir vorbei, wie viele Alben in Höchstgeschwindigkeit am Hörer. So richtig begeistern konnte mich in den letzten Jahren kaum ein Album. Klar, ein paar richtige Perlen gab es immer wieder, aber auch viel Belangloses oder eine Kopie einer Kopie einer Kopie.

So sind in meinem großen Desinteresse TEETHING bislang an mir vorbeigegangen. Dabei waren die Spanier seit 2012 scheinbar richtig aktiv, haben Splits und Sampler-Beiträge rausgehauen. Mitunter auch mit den großartigen Feastem. Dennoch habe ich nichts von mitbekommen. Nun kommt das Debütalbum. Naja, „Album“. 12 Songs in knapp 23 Minuten. Immer noch länger als das Sakatat-Album, dennoch von „Full-Length“ oder „Long-Player“ ein bisschen entfernt.

Das macht aber gar nichts! Denn in der dargebotenen Intensität ist „We Will Regret This Someday“ genau richtig. Denn von Anfang bis Ende ist das Teil volle Power, volle Aggression und volle Wut. Nicht unbedingt immer mit schnellen Blastbeats. Doch dadurch bekommen die Songs sogar noch mehr Nachdruck und sind nicht minder durchschlagskräftig.

Vielmehr macht gerade dieser Abwechslungsreichtum TEETHING so interessant! Klassischer Grindcore trifft stimmig auf metallischen Hardcore, spielt mit einigen Momenten aus Punk und Crust und scheut auch gelegentlich moderne Einflüsse nicht. Alles super gut aufeinander abgestimmt und immer zu 110% rausgeprügelt.

Wenn denn unbedingt Namedropping sein muss, würde ich die Rotzigkeit von Gallows, die Wut von Intestinal Disease und die Abgefucktheit von Trash Talk in den Thermomix werfen und ordentlich durchrühren, dann käme „We Will Regret This Someday“ dabei raus. Eventuell. Vielleicht. Denn TEETHING bringen immer wieder ihren eigenen Charakter ein.

Dabei mag ich besonders, dass der Gesang extrem variabel ist. Moderate Growls, wütende Schreie, heisere Shouts, sogar Spoken-Word-Passagen durchziehen das Album. Genau so wie gezielt gesetzte Tempo-Wechsel oder Zäsuren, Groove, extremer Mosh und furioses Geballer. Dazu immer richtig geile Riffs an den richtigen Stellen und auch die nötige Portion Humor. Alleine der Mike-Check als Opener lässt mich schmunzeln.

Eigentlich ist dieses Review schon länger als dieses Debüt selber. Hört es euch im Bandcamp-Player an und kauft euch das Teil. CD gibt es von Selfmade God Records. Vinyl über Dead Heros.
Als kernigen Pressespruch hinterlasse ich euch noch: Zeitgenössischer Grindcore mit deutlichen Wurzeln in den Anfängen der Stilistik und dem Mut Thrashcore, Hardcore und moderne Einflüsse geschickt zu einem Klumpen Hass zu verschmelzen. Fuck you!


12 Lieder / 23:23 Min.
CD (Selfmade God Records) / LP (Dead Heros Records) / Tape (Tu Pa Tu Tu Pa Records) / 2017

https://teething.bandcamp.com/
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