Engulfed – Engulfed In Obscurity

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So richtig guter Death Metal kommt dieses Mal aus der Türkei. Manch einer kennt vielleicht Hellsodomy oder Burial Invocation, deren (Ex-)Mitglieder auch in der Schnittmenge zu ENGULFED sind. Vielleicht kennt aber auch bereits jemand die erste EP der Band, „Through The Eternal Damnation“, die seinerzeit leider irgendwie an mir vorbeigerauscht ist. Schlussendlich ist nun aber das Debüt „Engulfed In Obscurity“ draußen und das ist ein richtig fetter Hammer!

Fast 50 Minuten Spielzeit und überlange Songs zwischen fünf bis mehr als sieben Minuten ist für dieses intensive Monster durchaus eine Herausforderung an den Hörer. Doch schaffen ENGULFED den schwierigen Spagat zwischen Ruppigkeit, Chaos, furiosen Ausbrüchen, unheilvoller Atmosphäre und geschickt kalkulierten Details so gut, dass die Spieldauer zu keiner Sekunde Langatmigkeiten aufweist.

Immer wieder durchziehen zähe, langsame Passagen die Songs, verbreiten einen schleimigen Vibe und bedrohliche Stimmung. Nur um dann fließend in ungezügelte Wut und rasende Blastbeats auszubrechen. Manche Gitarrenlinien sind obskur und extrem finster, derweil schon der nächste Song ein unglaublich griffiges Riff raushaut, dass es umgehend im Ohr stecken bleibt und auch Tage lang nicht mehr aus dem Kopf raus will. Doch zu keiner Sekunde sind ENGULFED cheesy oder gefällig. „Engulfed In Obscurity“ ist ein bitterböses, finsteres Album.

Wie aber bereits erwähnt: Die schier zügellose Wut und Garstigkeit ist wohl bedacht. Beispielsweise die geschickten Tempowechsel in „Inseminated With Demon Seed“ oder die wohl platzierten Breaks aus dem Anfang von „Invocation Of Death And Misery“ zeugen von Kalkül.
Auch die Ausarbeitung der Gitarrenlinien ist einfach ein Traum! Bereits das instrumentale Intro zeigt ein geschicktes Spiel zwischen Rhythmusgitarre und Lead. Spätestens ab „Conqueror From Beyond The Outer Gates“ arbeiten die Lieder immer wieder mit polyphonen Harmonieläufen und erzeugen so einen intensiven und atmosphärischen Klangteppich.
Dazu gibt es immer wieder Leads und Soli, die in ihren Melodien eine Geschichte erzählen und die Musik zum Gesang erweitern. Am schönsten gar in „Demonic Manifestion Of Devastation„, wo das Solo über zwei unterschiedlichen Hintergrundthemen wiederholt wird und somit eine komplett andere Stimmung bekommt. Oder vielleicht doch im Titeltrack, wo das Solo geschickt in das Haupt-Lead des Songs übergeht und wieder einmal zeigt, wie Geschickt ENGULFED die einzelnen Themen immer wieder aufgreift und variiert, um ihre Songs spannend und mitreißend zu gestalten?

Am Ende ist „Engulfed In Obscurity“ ein extrem gutes Death Metal Album geworden. Düster, unheilvoll, wütend und rasend. Und dennoch mit intelligenten Details und abwechslungsreichen Wendungen. Dazu stechen einige Songs noch positiv aus dem Gesamtbild heraus und sind echte Hits! „Invocation Of Death And Misery“ oder der Titeltrack sind extrem fett. Aber mein Liebling ist vielleicht doch „Mayhemic Flames Of Doom„. Einfach, weil das Hauptthema so extrem geil ist, dass ich es einfach nicht mehr aus dem Kopf bekomme…

Große Kaufempfehlung, für mich eine große Überraschung 2017!


2017 / 9 Lieder / 48 Min.
CD – Hellthrasher / Vinyl/Download – Blood Harvest

https://www.facebook.com/engulfedtr/
https://engulfed.bandcamp.com/album/engulfed-in-obscurity