Dead – A Dirty Mind Is A Joy Forever

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Mehr Grind, mehr Rock! Deutschlands Sleazekings ziehen die Härteschraube wieder deutlicher an, ohne dabei auf die so typischen Zutaten aus den Rotzrock-, Stoner- und Doom-Ecken zu verzichten, und bieten ein Brett, dass vor allem Fans von Pungent Stench und finnischer Grindrock-Helden wie Xysma und Disgrace begeistern wird.

Doch da capo! Sechs Jahre sind seit dem letzten Album vergangen. „Hardnaked… But Dead“ fand ich zwar ordentlich, aber an den Vorgänger „In The Bondage Of Vice“ kam das Teil für mich einfach nicht heran. Nun gibt es „A Dirty Mind Is A Joy Forever“ und DEAD verbinden wieder einfach alles, was man haben will.

Direkt von Anfang an wird gnadenlos an die „You’ll never know pleasure…“ angeknüpft, dreckig, roh, brutal. Aber immer mit dieser Rotzigkeit und dem Groove, die beides wunderschöne Stilelemente, die DEAD von diesen Stümpern abheben, die plumpen Porngrind spielen. Das machen sie spätestens durch ihre eigenwilligen Ideen in der popkulturellen Anspielung „Call Of Beauty“ klar. Der ordinäre Pornograf hätte hier sicher ein plumpes „Call Of Booty“ rausgehauen. So aber nicht die Sleazekings mit Klasse, die musikalisch durchaus eher Reminiszenzen an Xysma oder Lubricant erlauben, was unter anderem auch in „Butcher Baby“ locker aus der Hüfte fortgesetzt wird.
Doch gleichzeitig wird hier auch wieder mehr Rotz’n Roll verwendet, der angepisste Gesang ist – genau wie im abschließenden „The Witch“ – eine schöne Antithese zum sonst eher eindimensionalen Genre.

Klar, Pungent Stench Momente dürfen bei einer Bizarro-Sleaze Party nicht fehlen. Darum haut nicht zuletzt „JSTNTHRFCKNGHNGVR“ genau in diese Kerbe. Doch auch vermeindliche Anspielungen auf modernere Ausrichtungen der Stilistik, wie beispielsweise Slam, inkorporieren DEAD geschickt in ihren Trademark-Sound. So bedient sich „Easy Meat“ locker dieses Stilmittels, bringt es aber durch geschickte Vermischung aus Groove und überraschenden Ausbrüchen in fiesestes Geschredder früher Carcass locker wieder in das eigen klanggewand.

Absoluter Ausnahme-Hit ist allerdings „Ass Metal“, das mit seiner Ruppigkeit frühe Carcass, und mit seiner Mitsingbarkeit durchaus auch Ghoul/Impaled locker gegeneinander ausspielt.

Doom, Groove, Rotzrock, Goregrind/Porngrind. Alles Namen, alles Schall und Rauch. DEAD sind zurück. DEAD scheißen auf Trends und Schubladen. DEAD schreiben keine SMS. Dafür rocken sie ordentlich und sind so schmutzig wie ein Dirty Sánchez. Und wo andere Bands mit Titten auf dem Cover vielleicht einfach nur vulgär wirken, bringt dieses „Eis Am Stiel“ Artwork genau die richtige Botschaft rüber: „Wir sind DEAD, fuck you!“


10 Lieder / 36 Min.
CD – FDA Rekotz – 2017

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