Vrtra – My Bones Hold a Stillness LP

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Eine der ganz großen Überraschungen der letzten Monate ist VRTRAs Debütwerk „My Bones Behold A Stillness“. Gut 30 Minuten purste, massivste Dunkelheit irgendwo im Bermudadreieck von modernem, dissonanten Black Metal, Death Metal, Post Metal und etwas hintergründigem Noise. Hypnotisch, fesselnd und überwältigend gut!

Getrieben vom kraftvollen Schlagzeugspiel, preschen, wetzen und walzen sich VRTRA durch die drei Songs ihres Debüts. Stets um Varianz bemüht, artet „My Bones Hold A Stillness“ niemals in irgendeine Richtung aus, versucht mit fiesen Breaks und noch gemeineren Ausbrüchen zu überraschen und mit seiner allumfassenden Schwere dem Hörer den Atem zu rauben. Zwar gelingt das (noch) nicht ganz so mächtige, wie es die Stilnachbarn DRAGGED INTO SUNLIGHT sind, aber allzu weit ist VRTRAs Schwarzbrühe davon auch nicht entfernt. Die Dissonanzen bohren sich schmerzhaft in die Gehörgange, so mancher Doom-Ausbruch reißt schlicht in die Tiefe, erdrückt. „My Bones Hold A Stillness“ ist eine massive Wand, die unaufhörlich auf dich niederbricht. Allerdings nicht ohne genügend Raum für gemäßigte, auch melodische Momente zu lassen, die – neben den überaus facettenreichen Vocals – deutlich für Abwechslung sorgen, dabei aber niemals zu sehr in den Vordergrund treten, dennoch aber die rabenschwarze Atmosphäre weiter vertiefen.

Sicher kann man nun die Einflussspannweite nun auf die ohnehin tonangebenden Bands reduzieren, jedoch wäre hier Namedropping schlicht verschwendete Zeit. VRTRAs Werk bedient sich zwar aus gegebenen Pools, kann aber, nicht nur für ein eigenproduziertes Debüt, absolut für sich alleine stehen. Dies gilt im Übrigen auch für die überaus gelungene, differenzierte, allerdings dennoch kraftvolle Produktion, die mich wiederum an die oben genannten Briten erinnert. Überhaupt: Alles an „My Bones Hold A Stillness“ wirkt ausgereift und wohl durchdacht und professionell zu Ende gebracht. Dies aber bestätigt nur noch den ohnehin schon bleibenden, positiven Eindruck, denn diese Band bereits hinterlassen hat.

Positiv anzumerken bleibt abschließend noch das wie üblich gelungene Vinyl-Release (180gr schwarzes Gold, siebbedrucktes Sleeve, handnummeriert), in Europa getätigt durch Dawnbreed Records, bei dem das großartige, schlichte Artwork noch besser und prominenter zur Geltung kommen kann. Für Interessenten und Fans gilt hier: zugreifen. Für Europa wurden nur 200 Exemplare gepresst und eine CD-Auflage wohl noch nicht in Sicht ist. Glaubt mir, es lohnt sich! Für mich eines DER Debütreleaes 2016!


LP (EU-Version: Dawnbreed Rec.; Lim. 200)

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