Moss Upon The Skull – The Scourge Of Ages 12″ MLP

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Ein sehr interessantes Death-Metal-Release, eigenproduziert, mit professionellem Vinyl-Release mal wieder aus dem Qualitätshause Dawnbreed Records, liefern die Belgier MOSS UPON THE SKULL mit ihrer zweiten Veröffentlichung „The Scourge Of Ages“ ab. Unorthodox, eigenwillig, leicht psychedelisch, düster-atmosphärisch und progressiv. Progressiv allerdings nicht im Sinne moderner Griffbrettakrobatik, sondern eher in dem Sinne, wie es Carbonized oder Afflicted oder die frühen Cynic, Death und Atheist waren – ohne hier musikalisch die Bands hier in einen Topf werfen zu wollen.

Ausgestattet mit einem wunderbar organischen Sound, haben sich MOSS UPON THE SKULL eher gemäßigten Tempi verschrieben, agieren dabei überaus facetten- und einflussreich, dennoch stets – auch dank der dunklen, eigenwilligen Vocals und des Grabessounds – düster und kraftvoll. Hypnotische Dissonanzen treffen hier auf schweren Groove, schräge Riffs und komplexe, nie ins Chaotische abdriftende Strukturen auf wütende Ausbrüche. Eine gewisse Nähe zu Klassikern wie Gorguts, Nocturnus und Demilich oder „Soulside Journey“, aber auch jüngere Bands wie Diskord, Reptilian und Execration ist nicht zu überhören. Die gewisse Eigenwilligkeit, die gerade manche norwegische Death-Metal-Bands der letzten Jahre auszeichnet, ist auch hier gegeben.

Neben aller musikalischer Finesse gelingt es MOSS OPUN THE SKULL zu jeder Sekunde, das Gespür für eine eigentümlich fesselnde Atmosphäre nie aus den Augen zu verlieren. Natürlich versprüht „The Scourge Of Ages“ keineswegs die Grabesschwärze, die viele zeitgenössische Kombos auszeichnet, dafür aber, dass man stilistisch in deutlich progressiveren Gewässer zugange ist, ergibt sich ein überaus harmonisches Bild. Harmonisch auch, weil keines der Elemente übertrieben in den Vordergrund gerückt wird, weder nur auf Härte noch auf spielerische Spitzfindigkeiten gesetzt wird, stattdessen aber stimmige, ausgewogene, dafür vielleicht aufs erste Hören etwas unspektakuläre, bei weiterem Genuss allerdings überaus spannende Stücke wertgelegt wird. Spannend bleibt auch, ob MOSS UPON THE SKULL diesen Teilerfolg auch auf einem ganzen Album fortführen können.

Letztendlich zeigt „The Scouge Of Ages“ einmal mehr, wie man ohne altbacken und angestaubt oder wie eine müde Kopie zu klingen, Althergebrachtes noch immer spannend und in gewissem Maße eigenständig präsentieren kann. Somit kann ich ruhigen Gewissens hier ein deutliche Empfehlung an all jene aussprechen, die progressiven Death Metal noch immer gerne mit gelungenen Songs und Atmosphäre verbinden und nicht nur mit High-Speed-Gefrickel und Show-Off-Spiel.


12“ MLP (Dawnbreed Rec.)

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