Antrofagus – Methods Of Ressurection Through Evisceration

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Um ehrlich zu sein, ich hatte ANTROFAGUS nie so recht auf dem Schirm. Obwohl es sie bereits seit 1999 gibt. Allerdings ist die Band auch nie so wirklich aus den Hufen gekommen und haben ihr erstes Album auch erst 2012 veröffentlicht ließen sich zwischen ihrem ersten Album (1999) und dem Nachfolger mal eben 13 Jahre Zeit. Nun folgt mit „Methods Of Resurrection Through Evisceration“ das dritte Full-Length. Und in der aktuellen Trendbewegung zwischen Oldschool, Psychedelic und Okkult Death Metal, wirkt „M.O.R.T.E.“ fast schon ein wenig wie ein Anachronismus.

Wäre dieses Album in den 00er-Jahren dieses Jahrtausends veröffentlicht worden, wäre die Scheibe ordentlich abgefeiert worden. Brutaler Death Metal ohne sonderlich viele Schnörkel. Gelegentlich ein paar kleine Grooves und dezente Slams. Quasi wie nicht so prollige Devourment, die auf nicht ganz so übertrieben Defeated Sanity treffen. Und Namen wie Beheaded oder Hideous Divinity dürfen an dieser Stelle sicherlich auch fallen. Ein tierisches Brett, das den Hörer von Anfang bis Ende ordentlich durchföhnt und dennoch gelegentlich prägnante Erinnerungspunkte lässt.

Die stärksten Songs haben ANTROFAGUS schön in der Mitte des Albums eingebettet. Von „Chants For Abyzou“ bis „The Abyss“ folgt ein deftiger Nackenbrecher dem nächsten. Lediglich „Omnipotent Annihilation“ kommt nicht ganz an diese Qualität heran, überrascht dafür mit einem kurzen Cannibal Corpse-artigen Moment. Dazwischen gibt es fast nur stimmige Wechsel von sexy Groove mit mörderisch schneller Doublebass, dicken Slams, angedeuteter technischer Finesse und unheilvollen Einspielern in Riff und Soli. Gerade „The Abyss“ ist etwas „langsamer“, was allerdings beim prinzipiell hohem Tempo von „M.O.R.T.E.“ nur relativ ist. Die Harmonizer-Vocals am Anfang könnten dem ein oder anderen nicht gefallen. Dafür das beinahe majestätische Ende oder das morbide Solo umso mehr.

Das war aber auch das einzige Experiment mit Effekten auf dem Gesang. Sonst ist Tya zwar tief und kernig, liefert aber immer noch „menschlichen“ Gesang ab; gelegentlich verstärkt durch mehrere Spuren. Wer also tiefes Geblubber, Bree-Bree oder Frognoises sucht, ist hier genau so falsch, wie diejeningen, die hier lediglich für die Slams reinhören. ANTROFAGUS nutzt alle Elemente als Mittel zum Zweck.

So kann es auch mal vorkommen, dass ein Song wie „Quintesence Of Suffering“ vergleichsweise straight und fast schon gleichförmig durchfeuert. Damit kommt der Track nicht an die Qualität der Albummitte heran, findet aber dennoch Daseinsberechtigung auf dem Album. Und „Deception Of The Blood“ haut kurz vor Schluss noch mal ein paar nette Riffs heraus und präsentiert einen echt starken Song, der die kleinen Schwächen vom Vorgänger oder dem ebenfalls nicht so umwerfenden „Spawn Of Chaos“ gerne vergessen lässt.

Als Abschluss gibt es noch mit „Living The Fear“ ein ordentliches Malevolent Creation-Cover, das durchaus ins Gesamtbild passt, aber dennoch nicht gänzlich in den Stil von „M.O.R.T.E.“ assimiliert wurde.


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