Morfin – Consumed By Evil

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MORFIN sind mit ihrem zweiten Album am Start, und diesmal haben sie alle bisherigen Kritikpunkte ausgebügelt. Als Ergebnis ist „Consumed By Evil“ exzellenter Oldschool-Worship – vorausgesetzt, man limitiert dieses Schlagwort auf die US-amerikanische Ausprägung des Death Metals: Death, Gorguts, die neuen Vertreter Skeletal Remains und die niederländische Niederlassung Pestilence ihn ihren Frühtagen.

Bereits „Inoculation“ hat die Marschrichtung natürlich vorgegeben. Doch fanden sich auf dem Debüt noch einige Längen und Holprigkeiten, besonders in den Soli. „Consumed By Evil“ reduziert nun alles auf den Punkt. Gerade die Gitarren-Soli sind nun furios und sehr cool eingesetzt. Ansonsten bleibt es aber dabei, dass dieses Album primär die Leute anspricht, die „Scream Bloody Gore“ oder „Leprosy“ ordentlich abgefeiert haben.

Denn MORFIN bieten mit ihrem zweiten Output nicht mehr und nicht weniger. Frühen amerikanischen Death Metal mit leichtem Einschlag aus dem Thrash. Sehr gut umgesetzt. Dass man dies heute schon 1000 Mal gehört hat, ist an dieser Stelle durchaus egal. Und auch so kleine Innovationen, wie ein Blastbeat über dem trocken-angestaubten Riff in „Carcinogenic Parasite“ bringt da wenig an neuen Impulsen. Ja, seien wir ehrlich: Wenn wir Death weitergedacht hören wollen, hören wir Obscura oder Decrepit Birth. MORFIN bedient da eher die niederen, primitiven Gelüste: Schlichter Death Metal, volle Suppe auf die 12. Roh, ungezügelt und voller Feuer.

Unter diesem Aspekt ist „Consumed By Evil“ ein kurzweiliges und unterhaltsames Album geworden. Direkt, brutal und doch mit raffinierten Details garniert. Alleine die ehe subtil eingebrachten Bassläufe sind echt pfiffig. Doch ob man deswegen direkt hintereinander die zwei Instrumentals „Illusions Of Horror“ und „Posthumous“ braucht, bezweifel ich. Klar, die beiden Songs zeigen schön die Fähigkeiten der Saiten-Fraktion. Aber im Albumfluss könnte ich genau so gut darauf verzichten.

Ansonsten kann ich über „Consumed By Evil“ nur wenig meckern und maulen. Okay, die geklimperten Gitarren von „Embodiment“ oder im Intro von „Illusions Of Horror“ sind lauter als der Rest vom Song und auch an sich ist die Produktion eher etwas matschig und schwachbrüstig. Ist aber egal. Der Vibe der Scheibe stimmt. Und da stört mich auch null, dass MORFIN lediglich ein sehr guter Worship der alten Schule ist! Da haben beispielsweise Gruesome durchaus belangloseres Material herausgehauen.
Deswegen gibt es für „Consumed By Evil“ durchaus eine dicke Empfehlung für alle Fans alter Death, alter Gorguts und alter Pestilence.

Das ganze gibt es wieder in einem traditionellen Artwork, wenngleich diesmal weniger im Locke denn mehr im Seagrave-Style, auf CD, klassischer Vinyl und für den digitalen Nomaden auch als Download. Choose your Destiny – und lasst euch vom Opa nicht einreden, was das einzig wahre Format für euch sei. Music is beautiful, in all shapes :*