Encrypted – The Purge

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Doppeleinstand aus NRW. Mit diesem Release veröffentlichen sowohl Band wie auch Label ihr erstes Lebenszeichen für ein breiteres Publikum. Doch derweil ENCRYPTED zuvor schon zwei Demos verbuchen konnten, ist es die erste Veröffentlichung von Star Spawn Societey. Allerdings verbirgt sich hinter diesem neuen Namen auch kein Unbekannter in der Szene. Vielmehr dürfte Betreiber Hacker einigen noch vom Unholy Terror Fanzine und seinem anderen Label Obscure Domain Productions bekannt sein. Entsprechend sollte direkt klar sein: Es gibt düsteren Death Metal!

Und da überrascht es nicht, dass ENCRYPTED durchaus deutliche Parallelen zu Desecresy haben und mich in „Doomed“ sogar ein wenig an jüngere Deteriorot erinnern. Nicht unbedingt die schlechtesten Referenzen für die junge Band aus Nordrhein Westfalen.

Doch von Anfang: „The Purge“ ist eine MCD mit vier Songs, wovon gerade mal „Era Of Nothingness“ vom letzten One-Track-Demo wiederverwertet wurde. Der Rest der gut 23 Minuten scheint neues Material zu sein, wenngleich ich hier leider nur mutmaßen kann, da mir die beiden Demos fehlen und ich mich auf die Interwebz-Recherchen verlassen muss.

Oppose“ bietet vielleicht einen etwas verfälschten Einstieg in das Mini-Album. Das Tempo ist tendenziell eher schneller als bei den folgenden Songs. Dennoch zeigen sich hier die ungefähren Stärken und Schwächen von „The Purge“. Zu ersterem gehören definitiv die durchaus eingängigen und dennoch sehr düsteren Riffs und der entsprechend passenden Gesang. Als kleines Manko kann man aber bereits das Drumming ausmachen. In „Oppose“ fällt erstmal der etwas sterile Sound negativ auf. Später sollen noch ein paar eher seelenlose Blastbeats etwas das Hörvergnügen trüben. (Gerade in den eher eher moderaten Blasts von „Order Of Purity“).

Doch betrachtet man „The Purge“ mit den kleinen Abstrichen eher als breiter veröffentlichte Demo, gehen die Defizite an den Drums durchaus in Ordnung. Denn das Gesamtbild zeigt eine sehr gute Richtung. Besonders die eher langsamen Momente sind die deutliche Stärke von ENCRYPTED und wissen zu gefallen. „Doomed“ ist irgendwie griffig, wird dem Namen gerecht und bringt mehr Doom in den Death Metal. Irgendwie majestätisch und doch unheilvoll stimmt die Atmosphäre hier. Gleiches kann man auch nur über „Era Of Nothingness“ sagen, das gleichsam mit coolen Leads aufwartet und wo die eher langsamen Blastbeats wieder diese Reminiszenz zu Desecresy auslöst. Gleiches gilt auch für die Harmonieführung von „Order Of Purity“, nur dass das Drumming hier stellenweise etwas gefühllos wirkt. Vielleicht wäre hier weniger Geschwindigkeit besser für den Vibe gewesen.

Dass an der ein oder anderen Stelle das Songwriting etwas zu gut gemeint war, schlägt kaum zu Buche. Hier und dort gibt es zwar immer noch einen Übergang oder ein Zwischenspiel, das irgendwie angeflanscht wirkt, doch das fällt echt nicht negativ ins Gewicht. Dafür sind die Riffs und Leads zu sehr in die richtige Richtung geschossen, spielen mit düsterer Atmosphäre und griffigen Harmonieabfolgen. Das Potential für ENCRYPTED ist deutlich erkennbar und lässt über die kleinen Mankos gerne hinwegsehen. Ich bin echt gespannt, wie sich die Band auf kommendem Material entwickelt und wie das ENCRYPTED auf voller Spielzeit wirkt!

 


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