Krachmanifest Ausgabe 1

 

Nachdem das Hammerheart-Fanzine nicht mehr ist, haben die beiden ehemaligen Autoren Katja und Rayk nun ihr eigenes Ding. Rayk hat zwar zuvor bereits auch fleißig hier bei NecroSlaughter.de mitgeschrieben, aber es geht halt nichts über ein richtiges, gedrucktes Fanzine. Und für den ersten Wurf, macht das KRACHMANIFEST einen sehr guten Eindruck.

Auf 88 Seiten, inklusve Einband, überzeugt diese erste Ausgabe mit einem kohärenten Design und aufgeräumten, gut lesbaren Layout. Ohne verkrampft einen Cut’n Paste Look zu erzwischen, sind die Texte in zweispaltiger Anordnung mit gut lesbarer Schriftgröße. Bilder lockern alles ein wenig auf, mal mit mehr und mal mit weniger Bezug zum untermalten Text. Bei den Interviews finden unterschiedliche Schriftarten ihren Einsatz, was das gesamte Heft noch etwas abwechslungsreicher macht, als es die stilistische Mischung ohnehin schon erlaubt. Dabei wird glücklicherweise auf unleserliche Fraktalschriften verzichtet, die so manch anderem Fanzine schon eine Kooperation mit dem örtlichen Optiker einbringen könnten.

Thematisch ist das KRACHMANIFEST breit aufgestellt. Von Black Metal mit Sarinvomit, Wode oder Sun Worship über Death Metal mit Cryptic Brood oder Graveyard zu Grindcore bei Plastic Surgery Disaster, Violent Frustration oder Fiend wird die Palette der extremen Metal-Spielarten gut abgedeckt. Dazu gibt es noch als Special ein Interview mit Rødel Records und den Machern vom Masters Of The Unicorn-Festival, das natürlich auch einen ausführlichen Bericht spendiert bekommen hat. Dazu gibt es noch Konzert-Reviews für das Wir Sind Dei Toten Fest, Necrosabbat Ritual oder die Revel In Flesh Release-Show.

Die obligatorischen Reviews wurden auf zwei Stellen im Heft aufgeteilt. Weiter vorne gibt es die „Krachkonserven“ A bis I und weiter hinten folglich J bis Z, denen dann noch ein paar Besprechungen von anderen Fanzines folgen. Insgesamt mussten 88 Tonträger und 6 Magazine auf die Richtbank und bieten sogar eine noch weitere Bandbreite. Von Ramones-artigem Punk über Black/Death Metal zu Grind/Powerviolence/Hardcore ist eine Menge zu entdecken dabei.

Wer Katja und Rayk bereits vom Hammerheart oder hier kennt, weiß, dass die Fragen immer sehr ausgiebig und detailverliebt sind. Folglich kommen richtig interessante (Wode, Graveyard, Cryptic Brood), lockere (Masters Of The Unicorn) und intensive (Plastic Surgery Disaster, Rødel Records) Gespräche dabei rum. Leider liegt nicht alles in der Macht der beiden Macher, sondern ist auch etwas vom anderen Gesprächspartner abhängig. So fand ich das Gespräch mit Sun Worship nicht so mitreißend und Sarinvomit haben sich als komplette Luftpumpen dargestellt – da vergeht mir direkt die Lust, mich überhaupt irgendwie mit der Band zu beschäftigen.

Doch von so kleinen Wermutstropfen lässt sich der Gesamteindruck nicht trüben. Das erste KRACHMANIFEST ist ein gut gemachtes und kurzweiliges Fanzine geworden. Für den äußerst fairen Preis von gerade mal 3 Euro zuzüglich Versand, sollte man schnellstmöglich seine Ausgabe bestellen. Denn viele sind wohl nicht mehr da und die erste Auflage echt limitiert. Wer kein Glück mehr hat, sollte aber definitiv ein Auge auf die nächste Ausgabe haben!

Kontakt: krachmanifest@gmx.de

Infos auf http://www.adnoctum.de