Dakhma – Passageways to Daena (The Concomitant Blessings of Putrescing Impurity)

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dakhma-passageways-to-daenaPortal und Abyssal verschaffen dir nicht genug Albträume? Dann ist „Passageways To Daena“ genau das richtige. Denn DAKHMA erschaffen hier einen fast einstündigen Höllenritt! Abartig, garstig, extrem finster. Dabei abstrakte und dennoch irgendwie direkt. Cineastischer Horror? Ja, durchaus. Definitiv aber mehr Tod als der meiste Death Metal und mehr schwarz als vieler Black Metal. Intensiv, verstörend. Fragmentarisch und doch stimmig. Und ganz bestimmt nichts für den EMP-Käufer.

Gelegentlich hört man Riffs und Soli, die an die frühen Zeiten von Morbid Angel erinnern. Manche Strukturen erzeugen gar kleine Reminiszenzen an Immolation. Dann kommt gelegentlich schon mal mehr Black Metal durch, gerade wenn die Gitarren etwas entzerrter spielen, das Tempo mal eher stampfend gedrosselt wird. Dann wechselt jedoch alles wieder in extrem verzerrten Gesang, teilweise Anaal Nathrakh nicht unähnlich. Hier klingen die minimalistischen, tiefergestimmten Riffs wieder stark nach Portal. Doch immer wieder kommen extrem eingängige Harmonien dazu, ergänzen den schier wahnsinnigen Albtraum um prägnante Momente.

Dazu garnieren Elemente aus düsterstem Ambient und traditionell orientalische Passagen „Passageways To Daena“. Zuweilen erinnern diese Einflüsse aus dem Zarathustrismus an die rituellen Chorälen und perkussiven Ideen, derer sich auch Nile bedient.

Diese Mixtur macht DAKHMA zu einer extrem sperrigen und unbequemen Band. Über die Spieldauer von knapp einer Stunde ist „Passageways To Daena“ ein echt anstrengendes Album. Doch wenn man einmal in die tonale Nachtmahr eingetaucht ist, bietet das Album zwischen mürbender Monotonie und kalkulierter Kakophonie sehr finstere Abgründe zu entdecken. Wenngleich das Album weniger auf Dauerrotation in meinem Player landet, hat es dennoch so intensive Momente, dass es regelmäßig zwischen Portal, Abyssal, Aosoth oder Deathspell Omega abgespielt wird.

Derweil die erste Auflage von „Passageways To Daena“ wohl in Eigenproduktion erschien, gibt es nun eine erweiterte Fassung von Godz Ov War Productions. Im netten Digipak wird das eigentliche Album noch um das Bathory-Cover „Call From The Grave“ und einen weiteren Song ergänzt; somit hat es nun eine Gesamtspieldauer von fast 70 Minuten.

Das Cover ist recht geradlinig, lässt dennoch an Dreckigkeit nicht mangeln. Dagegen ist „Rite Of Daebaaman“ noch abstrakter als alles Material zuvor. Rituelles Drumming, krachiger Low-Fi-Sound, Nile-Momente (orientalische Choräle und Perkussionen), fieser Black Metal und epische Klangwände verschmelzen zu 10 Minuten unheilvoller Collage. Für Besitzer der ersten Pressung lohnt die Dreingabe wohl weniger. Einsteiger in DAKHMA bekommen hier aber einen hervorragenden Eindruck, wie die Band aus dem Grundprinzip „Passageways To Daena“ in unterschiedliche Richtungen ausbrechen kann. Wohlige Albträume wünsche ich.

(CD / Godz Ov War Productions / Re-Release 2016 / 67:26 Min.)

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