Insulter – Crypts Of Satan

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Insulter - Crypts Of SatanObgleich schon seit 2005 unterwegs, markiert „Crypts Of Satan“ das erste Album von INSULTER. Dennoch klingt die Scheibe volle Suppe nach mittleren 80ern. Thrash Metal mit mannigfaltigen Einflüssen, voller Feuer und mit echt feschen Songs.

Klar, der ein oder andere Moment ist schon ziemlicher Proto-Thrash. Fans von Kreator, Sodom, Destruction werden da aber sicher voll drauf stehen und das ein oder andere Auge zudrücken. Gerade, weil so Nummern wie der Titeltrack eben voller Inbrunst daher bölltert und hier und dort schon mal kleine Akzente mit Blastbeats setzt. Gleiches gilt für das schwere „Destroy All Holiness“, das nicht ganz so tief im Teutonensumpf wildert, da ist „Demon Reborn“ schon etwas klischeebelasteter. Gelegentlich finden sich auch Spuren der japanischen Sabbat. Und man mag hinter dem Namen „Satanic Bier“ vielleicht auch Einflüsse von Tankard vermuten – immerhin legt dies auch die Herkunft von INSULTER nahe: Friedrichsdorf in der Nähe von Frankfurt am Main. Doch obgleich ein schicker, schnörkelloser Saufsong, ist die musikalische Nähe doch eher an Sodom.

Interessanter sind aber die Einflüsse aus dem Black Metal, die etwas an Bathory oder Desaster erinnern. Mal kommen diese Elemente eher dezenter durch, beispielsweise „Rites Of Possession“. Nicht zuletzt durch den verhallten Gesang. Doch richtig gut sind erst die Nummern, wo die Gitarren noch mehr kalte Harmonieführung ausbauen. „Black Blood Desecration“ ist im Zusammenspiel ein wunderschön aufgebauter Song. Vielleicht etwas zu lang und nudelt das ein oder andere Thema etwas durch. Aber die Richtung stimmt. Bester Song ist allerdings „Into Battle“, das eine extrem gute Atmosphäre hat.

Kleine Details würzen „Crypts Of Satan“ dann zusätzlich. Seien es coole Fills an den Drums, die immer wieder hervorragenden Gitarren, die auch deutlich Bezüge auf Speed und klassischen Heavy Metal nehmen oder der wohl platzierte, knarzige Bass. Auch die dezent eingesetzten Synthies in „Rites Of Possession“ sind genau richtig platziert worden, um den Song am Schluss noch mal interessanter zu gestalten.

INSULTER debütieren mit einem furiosen Thrash Metal Album, das aber nicht einfach stumpf daher bolzt, sondern sich geschickt Rosinen aus unterschiedlichen Pöttchen pickt. Wer sich selber einen Eindruck machen will, kann auf der Bandcamp-Seite von Witches Brew mal reinhören. Über das Label gibt es „Crypts Of Satan“ auch als CD, limitiert auf 700 Einheiten. Bei Left Hand Path Records bekommt man die Vinyl, die es nur 300 Mal gibt.

2016 – CD (Witches Brew) / LP (Left Hand Path Records)
8 Lieder / 31:17 Min.
https://www.facebook.com/InsulterGermany
https://www.facebook.com/LHPRecords/
http://witchesbrewthrashes.eu/
https://witchesbrewthrashes.bandcamp.com/album/crypts-of-satan