Wormed – Krighsu

 ,

Wormed - KrighsuScience-Fiction Themen sind im progressiven und technischen Death Metal nicht selten. Darum setzen WORMED auf ihrem dritten Album „Krighsu“ das Konzept um den gleichnamigen Protagonisten fort, dem letzten Mensch im gesamten Universum. Dabei erschaffen die Spanier wieder ein stimmiges Gesamtbild aus futuristischem Artwork, kosmischen Chaos und gleichzeitig transhumanistischer Perfektion an den Instrumenten.

Denn „Krighsu“ ist ein so präzises wie gleichzeitig inhumanes Album. Die Geschwindigkeit an der Doublebass ist zuweilen nur Hyperspeed. Die Breaks und Tempowechsel schlicht wahnwitzig, wenngleich so exakt, wie man es nur von einer Maschine erwartet. Entsprechend sind auch manche rhythmusorientierten Riffs und Stop’n Go-Momente mehr mechanisch denn menschlich. Dazu inhumane Laute, die man natürlich im brutalen Death Metal häufiger als „Vocals“ serviert bekommt. Und am Ende klingt alles im ersten Moment nach einem einzigen Chaos. Wirr, dissonant, einfach nur als vorbeirasender Hyperloop.

Doch würde eine so plakativ oberflächliche Einschätzung dem Können von WORMED nicht gerecht. Zugegeben, es fehlt häufig an griffigen Momenten. Mehr sind es die kleinen Details, die diesen kosmischen Brecher unterhaltsam machen. Und eben auch von einer puren Lärmwand abheben. Angefangen bei kleinen Elementen, wie überraschenden Synthie-Teppichen, die wohl dosiert hier und dort das Gesamtbild ergänzen. Gelegentliche Subbässe, die den Cyborg-Aspekt betonen. Das Wechselspiel zwischen Mürbender Dissonanz und plötzlicher Melodik, wie in „Molecular Winds“.

So finden sich in den häufig überladenen Songs doch einige echt hervorstechende Momente. Wenn man sich auf die Klangästhetik einlässt, bietet der extrem abgefuckte und vertrakte „Agliption Codex Cyborgization“ wirklich viel zu entdecken. Wenngleich der Name auch Programm ist. „The Singularitarianism“ versteckt geschickt ein paar Einflüsse aus dem Jazz oder „Computronium Pulsar Nanarchy“ spielt mit dem Wechselbad aus aberwitziger Geschwindigkeit und Groove. Oder das abgefahrene Brett „Zeroth-Energy Graviton“ ist einfach nur alles vernichtender Rabatz.

Easy-Listening? Nope! Griffiger Prog-Death, wie die ebenfalls Sci-Fi-inspirierten Obscura oder Spheron? Nope. Extrem abgedrehte Scheiße mit futuristischem Thema und übermenschlicher Verschmelzung von Presslufthammer auf Amphetaminen und Todesstern? Ja. Voll und ganz. Ein gutes Album? Ja. Aber auch anstrengend. Für Fans von Despondency und Origin ein gefundenes Fressen. Und für Fans der ersten beiden WORMED-Alben eh. Ihr seid gewarnt.

(Season Of Mist – 2016)