Webzine-Special: Hateful-Metal.de

 

Hateful Metal Logo 2014

Der Deichgoat ist mit Possessed.de zwar ein Urgestein in der Webzine-Szene. Doch Hateful-Metal.de existiert sogar noch länger. Kai betreibt sein Zine bereits seit 2000. Dennoch scheint die Seite nicht annähernd so bekannt, wie andere Kollegen. Schade eigentlich, denn Hateful-Metal.de hat immer sehr gute Reviews. Grund genug, um dieses Webzine mal genauer vorzustellen…


1. Hallo Kai! Alles klar bei Dir? Erstmal vielen Dank, dass Du mir ein Interview gibst, und Dich mit Hateful-Metal.de meinen Lesern vorstellst! Krall Dir ein Bier, hau eine gute Platte auf den Teller und wir können loslegen.

Hallo Chris! Normalerweise bin ich derjenige, der sich Fragen ausdenken und stellen muss. Insofern kann ich mich diesmal ganz locker und entspannt zurück lehnen, Dir die Arbeit überlassen und gespannt auf die Fragen warten!

2. Hateful-Metal.de gibt es schon länger als den NecroSlaughter. Seit 2000 machst Du den Kram schon. Dennoch bin ich erst in den letzten Jahren auf Dein Magazin gestoßen. Schande über mein Haupt. Aber leider bin ich mir sicher, dass in der permanenten Reizüberflutung zwischen Facebook, Twitter, Tumblr und diversen Blogs, der ein oder andere meiner Leser Dein Magazin noch nicht kennen könnte. Darum Fast-Forward: Wie hat alles angefangen? Was war Deine Motivation ein eigenes Fanzine zu gründen und nicht bei einem bereits bestehenden mitzumachen? Warum hast Du Dich für ein Webzine entschieden, und nicht – wie in den Glorious Days – ein gedrucktes Magazin herausgebracht?

Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie damals alles anfing. Zunächst war es so, dass ich mit zwei Bekannten ganz spontan ein sehr kleines Webzine gründete, jeder von uns verfasste ein paar Rezensionen und das war es. Die Beiden verloren recht schnell das Interesse und Zeit, weshalb das noch junge Webzine nach kurzer Zeit eingestellt wurde. Doch ich hatte Blut geleckt und so machte ich alleine weiter und gründete Hateful Metal.

Ob die Motivation von Anfang an dieselbe war oder sich erst im Laufe der Jahre entwickelte, weiß ich ebenfalls nicht mehr so genau. In jedem Fall wollte ich aber etwas anderes machen als die etablierten Magazine und Webzines (von denen es noch nicht viele gab). Ich wollte damals über Platten und Bands schreiben die keine oder kaum Aufmerksamkeit bekamen, also den Untergrund fördern und stärken.

Ich war damals noch sehr jung und ich hatte weder Geld noch den Arsch in der Hose, um so etwas Großes wie ein Printmagazin zu bewerkstelligen. Außerdem fehlten mir zu der Zeit auch noch die Kontakte, obschon eine gedruckte Ausgabe durchaus ein fernes Ziel war.

3. Kurz umrissen: Was ist der Schwerpunkt von Hateful-Metal.de? Gefühlt überwiegt der Anteil Black Metal, aber immer wieder tauchen auch schon mal Death Metal-Geschichten bei Dir auf. Hast Du ein festes Konzept oder sind Dir Schubladen eigentlich egal und es geht Dir nur um Deinen persönlichen Geschmack?

Der Black Metal ist definitiv der Mittelpunkt, damit kenne ich mich am besten aus, damit fing alles an. Es gab aber schon immer Besprechungen von Death Metal, Thrash Metal oder Doom. Ein festes Konzept habe ich genre-spezifisch aber nicht, ich habe mich immer vorrangig von meinem persönlichen Geschmack leiten lassen und so gab es immer wieder Bands, die eher untypisch für Hateful Metal waren, einfach weil sie mir gefielen.

4. Machst Du Hateful-Metal.de alleine, oder hast Du Unterstützung? Wer ist denn noch in der Redaktion? Kennst Du Dich selber etwas mit dem Web-Kram aus, oder hast Du dafür Hilfe?

Hateful Metal Logo altIch mache alles alleine und habe mir mein bescheidenes Wissen über HTML, Webseiten-Design, Blog- und Webseiten-Software selbst beigebracht. Rund vierzehn Jahre lang machte ich alles mit schlichtestem HTML, ich war aber über gewisse Einschränkungen die das mit sich brachte unzufrieden und überlegte, wie ich das ändern könnte. Ich stieg zunächst auf die Blogger-Plattform um, blieb dort eine Weile und verließ sie dann in Richtung WordPress, wo ich noch immer bin. Hilfe hatte ich lediglich bei einem Logo, welches mich viele Jahre begleitete.

5. Ich kann mir vorstellen, der ein oder andere wird das Design von Hateful-Metal.de etwas zu minimalistisch finden. Du verzichtest auf jedwedes schmückende Element und legst den Fokus klar auf den eigentlichen Beitrag. Gefällt mir sehr gut. War dieser Minimalismus bewusst gewählt, oder liegt es an mangelndem Wissen um Theme-Entwicklung unter WordPress?

Sowohl als auch. Hateful Metal war immer sehr schlicht und aufgeräumt gestaltet. Wie Du richtig erkannt hast, lege ich großen Wert auf den eigentlichen Inhalt. Inhalt und Unabhängigkeit stehen bei mir an oberster Stelle, weshalb es auch keine Werbung oder ähnliches gibt. Trotzdem ist die Optik zugleich auch meinem Unvermögen, irgendetwas mit kreativer Gestaltung und Grafik zu machen, geschuldet. Mit WordPress und seinen Themes kenne ich mich bestenfalls rudimentär aus. Auch wenn ich bessere Fähigkeiten und mehr Wissen hätte, an der schlichten Optik würde ich nur sehr dezent und im Detail etwas ändern.

6. Wie ist Deine persönliche Haltung zu Webzines? Liest Du andere Webzines oder bevorzugst Du das klassisch gedruckte Magazin? Oder schließen sich beide Formen für Dich nicht unbedingt gegenseitig aus? Gibt es vielleicht Webzines oder Blogs, Die Du uns ans Herz legen magst?

Grundsätzlich sehe ich Webzines nicht kritischer als die klassischen Printmedien. Der große Vorteil von Webzines ist ihre Schnelligkeit und Aktualität, da können Druckerzeugnisse nicht mithalten. Allerdings kann jeder Depp ein Webzine aufziehen, weshalb die Qualität vieler Webzines doch recht mau ist. Printmagazine finde ich sehr unterstützenswert, es gibt sehr feine Fanzines, die voller Leidenschaft aufopferungsvoll von den Machern in mühevoller Heimarbeit gestemmt werden. Wenn ich gedruckte Magazine lese, dann sind es kleine Publikationen wie das „Grave Wave Magazine“ aus der Schweiz oder „From Beyond…“ aus Brandenburg. Die Printausgaben bekannter Magazine interessieren mich hingegen gar nicht.

Hateful Metal Startbildschirm 2014

7. Wie ist allgemein Deine Akzeptanz von digitalen Medien? Früher hat man an Magazine noch physische Promos rausgeschickt, wenngleich die Rezensionsexemplare oft auch abgespeckt und lieblos waren. Heute bekommt man eigentlich alles digital. Auch haben viele kleine Bands nicht mehr die Kohle für eine physische Demo, sondern veröffentlichen ihren Kram erstmal über Bandcamp, o.ä. Kaufst oder konsumierst Du Musik heute auch privat von MP3, oder bevorzugst Du immer noch CD, LP und Kassette?

Ich bevorzuge ganz eindeutig physische Tonträger! Allerdings stehe ich dem digitalen Verbreitungsweg wohlgesonnen gegenüber. Häufig nutze ich Angebote wie Bandcamp, Soundcloud oder auch Spotify um mich mit neuen Bands und Alben vertraut zu machen. Wenn mir ein Werk richtig gut gefällt, mich geradezu elektrisiert, oder ich die Menschen dahinter sympathisch finde, kaufe ich das Album – egal ob Download oder Tonträger.

Ich stehe ja total auf gut gemachte Kassetten, da finde ich es großartig, wenn Bands oder Plattenfirmen ihre Werke via Bandcamp anbieten. Da kann ich mir die Kassette bestellen und bekomme das Teil noch zusätzlich als Flac-Download. So kann ich die Kassette schonen und die Musik überall hin mitnehmen, einen „Walk-Man“ habe ich nämlich schon längst nicht mehr.

Trotzdem gibt es auch Dinge, die ich kritisch betrachte. Die Digitalisierung von Musik macht sie nicht nur schnell verfügbar, es macht sie auch beliebig. Es ist unfassbar, wie viele Anfragen und Links mit Downloads ich bekomme! Es ist absolut nicht möglich, mich mit allen digitalen Rezensionsexemplaren zu befassen, weshalb ich sehr stark selektiere. Da geht natürlich auch mal etwas Interessantes unter.

8. Oft habe ich das Gefühl, das viele Leute in der Metal-Szene stark an der Nostalgie um Kassetten, Schallplatten und Fanzines in Cut’n Paste Optik festhalten und sich gerne vorschnell auch dem Internet verschließen. Häufig wird der digitale Nexus primär zum Meckern verwendet, dass früher alles besser gewesen sei. Was denkst Du, warum dem so ist?

Soweit ich das beurteilen kann, sind die Gründe dafür extrem vielfältig. Wie so oft sind es Angst und Ablehnung des Neuen. Alles was anders ist, wird zunächst skeptisch betrachtet. Gerade im Black Metal ist (war) der Wunsch vieler nach Abgrenzung und Selbsterhöhung groß. Man wollte elitär, unnahbar und unerreichbar sein (Da schließe ich mich selbst gar nicht aus). Im Internet ist es aber nahezu unmöglich, für sich zu bleiben und Dinge geheim zu halten, analog konnte man so etwas viel leichter umsetzen. Das Internet wurde geradezu verteufelt. Außerdem dachten nicht wenige Leute, dass alles Digitale nicht echt, nicht true, und nur von und für „Kinder“ und „Trendläufer“ sei. Diese Ansichten haben sich inzwischen angepasst und sind heute nicht mehr so radikal, aber eine gewisse Sehnsucht und Nostalgie ist geblieben. Aber so ist es ja bei allen Dingen des Menschlichen. Man muss sich doch nur die Generation unserer Großeltern anschauen, die oftmals am Alten festhält und häufig die Meinung vertritt, dass früher alles besser gewesen sei – was nachweislich falsch ist.

Ich denke, dieses Verhalten ist ganz gewöhnlich und menschlich, wenn man dies mit Kreativität und Extravaganz, die es im Metal ja zuhauf gibt, verbindet, treibt es mitunter seltsame Blüten. Außerdem, meckern ist doch schick! Negatives bekommt immer mehr Aufmerksamkeit als positives. Etwas Scheiße zu finden und zu erniedrigen fällt leicht, Anerkennung und Wertschätzung zu zeigen hingegen nicht, und es erfordert eine gewisse Reife, die sicher nicht jeder hat.

9. Primär gibt es bei Dir Reviews. Interviews kommen eher selten vor. Warum? Machst Du Interviews nur, wenn Dich ein Album so richtig umhaut? Oder siehst Du das Format eher für Printzines denn Webzines?

Interviews sind extrem zeitintensiv. Leider habe ich sehr wenig Zeit und der Stapel von Promos nimmt auch nicht ab. Und da es auch schon öfters mal vorkam, dass eine Band das Interview nachträglich entfernen ließ oder die Fragen einfach unbeantwortet blieben, habe ich eine gewisse Aversion dagegen entwickelt Interviews zu führen. Die wenige Zeit die ich für Hateful Metal zur Verfügung habe, möchte ich sinnvoll nutzen, wobei die Trendkurve zu mehr Gesprächen seit einem Jahr aber steil nach oben zeigt…! Ha ha…

10. Konzertberichte gibt es bei Dir gar keine. Hat das einen bestimmten Grund?

Ja, Konzertberichte interessieren mich einfach nicht.

Hateful Metal Startbildschirm 2004

11. Wie schaut es mit anderen Formaten? Hörbeispiele, Bandempfehlungen mit Bandcamp-Playern, News? Seit einem Jahr pflegst Du ja eine Liste mit Deinen „Alben Des Monats“…

In diesem Bereich verändert sich immer wieder mal etwas. Die Rubrik „Album des Monats“ habe ich vor rund einem Jahr, bei dem Umstieg auf WordPress, eingeführt. Neu ist sie aber nicht. Die gab es schon mal früher, zu den alten HTML-Zeiten. Da war das Angebot ohnehin etwas vielfältiger als heute, was unter anderem auch daran liegt, dass ich nicht mehr die Zeit habe und mich mit WordPress auch nicht so gut auskenne. Aber mal schauen, irgendwann habe ich sicherlich Lust etwas Neues zu machen und Ideen sind einige vorhanden.

12. Zum Internet gehören ja nicht nur die eigenen Webzines, sondern auch soziale Medien. Heute sogar mehr denn je! Seitdem Myspace tot ist, konkurrieren Twitter, Facebook, Google+, Tumblr und noch unzählige weitere Dienste um die Aufmerksamkeit des Nutzers. Bist Du in diesen Netzwerken aktiv oder nutzt Du sie für Hateful-Metal.de? Oder gehst Du eher den „klassischen“ Weg und diskutierst fleißig in Foren, wie dem Nuclear War Now oder Deaf Forever?

Inzwischen nutze ich diese sogenannten Sozialen Medien, auch wenn ich relativ spät damit anfing. Lange Zeit waren sie mir einen Dorn im Auge. In diesem Punkt verschloss ich mich dem Zeitgeist und hielt an alten Vorstellungen fest und meckerte über das Neue. Irgendwann veränderte ich meine Sicht auf manche Dinge und fing an, die Möglichkeiten dieser Angebote zu erkennen und zu verwenden. Allerdings bin ich viel zu faul um sie optimal zu nutzen, ich verwende sie lediglich als Link-Schleudern für die Abonnenten.

Foren benutze ich überhaupt nicht. Das hat keinen bestimmten Grund, es hat sich irgendwie einfach nie ergeben und ich bin viel zu faul um mich da aktiv zu beteiligen.

13. Ein Webzine hat nicht nur seine guten Seiten wie Promos von aktuellen Veröffentlichungen oder die eigene Befriedigung durch hohe Klickzahlen. Es gibt ja auch negative Aspekte, wie nörgelnde Fans, denen ein Review nicht gefällt, und die deswegen direkt ausfallend werden, Labels, die einem unsäglichen Pop-Kram schicken und dann dauernd nachfragen, wo das Review bleibt oder eben auch schon mal schlicht die Tücken der Technik, die häufig nicht so will, wie man selber gerne möchte. Was sind Deine persönlichen Highlights, Tiefpunkte und gemachten Erfahrungen aus den 16 Jahren Hateful-Metal.de?

Hmm, schwierig da eine konkrete Antwort zu finden. In 16 Jahren passiert viel und echte Tiefpunkte oder Niederschläge gab es eigentlich keine. Natürlich gibt es Dinge die nervig sind, wie die unverständliche Tatsache Kram zugeschickt zu bekommen, der absolut inkompatibel zu Hateful Metal ist. Schade und enttäuschend ist es dann auch zwei oder drei Mal gewesen, von einem Label wortlos und abrupt „fallen gelassen“ zu werden, obwohl die Kooperation über lange Zeit (Jahre) sehr gut war. Wieso die Gegenseite plötzlich kein Interesse mehr daran hatte, mir Promos zu schicken, weiß ich jedoch nicht. Ist nicht wirklich schlimm, aber schon merkwürdig und mit fadem Beigeschmack.

Echte Höhepunkte gab es eigentlich auch keine. Ich habe unheimlich viel großartige Musik kennengelernt, an die ich sonst niemals gekommen wäre! Außerdem haben sich sehr interessante Kontakte und Bekanntschaften ergeben, etwas Besseres kann ich mir gar nicht vorstellen.

hateful-metal.de-2016

14. Machst Du eigentlich „nur“ Hateful-Metal.de, oder hast Du noch andere Baustellen? Spielst Du in einer Band, hast ein eigenes kleines Label oder betreibst einen Distro? Hier ist die passende Werbefläche, um Dich etwas bekannter zu machen, haha!

Ich betrieb mal für kurze Zeit ein winziges Kassetten-Label. Es gab aber nur eine einzige Veröffentlichung, ehe ich den Laden aus Zeit- und Geldgründen einstampfen musste. Lust und Interesse sind aber nach wie vor vorhanden. Ansonsten betreibe ich noch ein anderes, sehr kleines Webzine, wo ich mich mit Musik beschäftige die nicht zu Hateful Metal passt.

15. Ein unangenehmes Thema, aber leider immer wieder extrem wichtig: Politik im Metal. Gerade, wenn man sich mit extremen Black Metal auseinandersetzt, tritt man häufig in so manch braunen Sumpf. Und auf der anderen Seite entwickelt sich aus der linken Szene auch eine starke musikalische Bewegung. Häufig endet das im Internet oder auch im klassischen Magazinformat schnell in dumpfen Beschimpfungen. Wie stehst Du mit Hateful-Metal.de zu Politik in der Musik? Ist Dir das egal, solange Dich der Sound anspricht, oder ziehst Du schon irgendwo eine Grenze, fühlst Dich als meinungsbildendes Medium samt seinen Verpflichtungen?

In der Tat, dies ist ein sehr schwieriges und kompliziertes Thema. In den ersten Jahren hat mich die politische Einstellung einer Band überhaupt nicht interessiert. Hateful Metal war von Anfang an absolut unpolitisch. Für mich war damals ganz klar die Musik das eigentliche Thema, alles andere war unwichtig und egal. Wenn mir ein Album gefiel, habe ich es besprochen, egal ob die Band rechts war und dem braunen Rand zuzuordnen war oder nicht. Diese gleichgültige Einstellung war für mich in gewisser Weise ein Ausdruck von Intoleranz, Nihilismus und Misanthropie, überdies war es natürlich auch provokativ. Irgendwann fing ich aber an meine Einstellung diesbezüglich zu hinterfragen und veränderte mein Gebaren. Inzwischen bedauere ich mein Verhalten und empfinde es als Fehler, der einen oder anderen Band als Plattform zur Verfügung gestanden zu haben, zumal ich persönlich links bin. Ideen wie Rassismus und Faschismus finde ich einfach nur töricht und dumm, genauso ist mir alles Völkische fremd und zuwider.

16. Würdest Du, mit Deinen persönlichen Erfahrungen, heute noch irgendjemanden Empfehlen, ein eigenes Webzine zu starten? Oder ist das Format mittlerweile ein Auslaufmodell? News zu den interessanten Bands bekommt man auf Facebook, auf Bandcamp kann man sich selber eine Meinung bilden und macht den Rezensenten obsolet. Oder denkst Du, dass wir Nachwuchs brauchen, der abseits der großen Webzines noch eine eigene Meinung verbreitet?

Ich habe schon häufig darüber nachgedacht Hateful Metal einfach sein zu lassen. Im digitalen Zeitalter, wo im Grunde alles sofort verfügbar ist, braucht man eigentlich niemanden mehr, der einem sagt wie ein Album ist. Bevor man eine ellenlange Rezension liest, hört man einfach selbst rein. Die Musik ist ja nur wenige Klicks entfernt. Trotzdem habe ich nie aufgehört, da ich immer wieder versuche den Fokus auf Veröffentlichungen zu legen, die woanders nicht unbedingt vorgestellt werden. Kassetten und kleine Bands waren mir schon immer ein großes Anliegen.
Diese Form der Spezialisierung ist sehr wichtig, wenn man sich dazu entschließt ein Webzine aufzumachen. Man muss sich eine Nische suchen und diese anständig besetzen. Es gibt genug Webzines, die alles und jeden rezensieren und dabei nichtssagende Texte vom Stapel lassen, und wo große Bands und Labels per se gut abschneiden, während kleine Gruppen oft schlecht davon kommen. Das will doch niemand mehr lesen!

17. Kai, vielen Dank für Deine Zeit und Deine Antworten. Ich wünsche Dir mit Hateful-Metal.de noch viel Erfolg. Lass Dich nicht unterkriegen und bleib uns noch lange erhalten! Vielleicht sieht man sich ja mal auf ein Bierchen auf irgendeinem Konzert oder Festival. Die letzten Worte dieses Interviews gehören Dir!

Chris, vielen Dank für Dein Interesse an Hateful Metal und die vielen guten Fragen. Mir hat das Interview sehr viel Spaß gemacht! Mach‘ Du so weiter mit NecroSlaughter!

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