Sisters Of Suffocation – Brutal Queen

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Sisters Of Suffocation - Brutal QueenHammerheart Records sind verzückt von SISTERS OF SUFFOCATION. Die junge Band aus Einhoven hat erst im April diesen Jahres ihren Einstand mit der EP „Brutal Queen“ gegeben. Seinerzeit komplett D.I.Y. auf CDr. Schnell war das Teil ausverkauft. Und das Label begeistert. So folgt just am 19.09.2016 das Re-Release als CD und für November ist auch schon die Vinyl-Edition geplant. Doch ist diese Instant-Liebe von Label zu Band gerechtfertigt? Ich sage mal einfach: Zum Teil.

Zunächst steht fest: Bahnbrechend sind SISTERS OF SUFFOCATION nicht. Doch man muss ihnen mehrere Faktoren extrem hoch anrechnen. Sie konzentrieren sich nicht stumpf auf eine Ausrichtung des Death Metals, sie reiten nicht stumpf auf der mittlerweile ausgelutschten OSDM-Welle, sie haben ihr Handwerk ordentlich drauf und zu guter Letzt: Sie schreiben gefällige Songs. Ja, wer auf finsteren Düster-Death steht, komplexe Strukturen liebt und infernalisches Geballer sucht, wird mit „Brutal Queen“ nicht glücklich. Doch ob das überhaupt die angesprochene Zielgruppe ist? Ich bezweifele es.

Klar, einige Riffs und Songstrukturen sind schon etwas platt. Einige Melodien sicherlich schon fies cheesy. Doch gerade gerade dadurch werden SISTERS OF SUFFOCATION mit Sicherheit eine breite Basis ansprechen und durchaus ihre eigene Fanbase erschaffen. Denn: „Brutal Queen“ hat durchaus seine Qualitäten!

Zunächst sind die Einflüsse divers. Stumpfer Oldschool Death Metal trifft auf hier auf leichte Black Metal Harmonien, ist hier mal deutlich melancholischer und atmosphärischer und überschreitet die bekannte Grenze zwischen Death- und Thrash Metal immer wieder mal. Und wenn man es nicht ganz so eng sieht, spielt „Host Of A Dead Fetus“ sogar ein wenig mit Slam Death Metal. Gerade der Auftakt, der im Vergleich zur restlichen EP auch recht dissonant ist, ein wenig sicherlich auch im stark rhythmus-orientierten Breakdown. Dass die Strophe mit dem Black Metal Riff extrem cheesy ist, liegt vielleicht nur an der Gesangsphrasierung, die nahe an den Gitarren liegt.

Vom Aufbau her, erinnert „Tales Of A Martyr“ sogar etwas an Cattle Decapitateds „Regret & The Grave“ – natürlich ohne die krassen Grind-Einflüsse und Gravity-Blasts. Aber Konstruktion und Atmosphäre erlauben mir diese Reminiszenz und erzeugen somit große Sympathie.

Wenn man also über die enorme Gefälligkeit dieser Death Metal-EP – was schon den Begriff „Gefälligkeit“ relativieren sollte – hinwegsehen kann, die Mischung aus eingängiger Melodik mit etwas Brutalität mag, My Cold Embrace, Illdisposed oder At The Gates mag, darf man SISTERS OF BRUTALITY durchaus mal antesten. Sicherlich ist die EP extrem cheesy. Doch gleichzeitig schon ein ordentliches Debüt.

Mal schauen, was die Zukunft bringt. Das erste Full-Length ist bereits für die zweite Hälfte von 2017 geplant. Solange gibt es aktuell den Stream von „Brutal Queen“ auf Bandcamp, ab Mitte des Monats als Digi-CD und, wie gesagt, ab November das Vinyl.

Hammerheart Records / 19 September 2016
5 Lieder / 19:11 Min.
Re-Release – CD (September) / LP (November)
https://sistersofsuffocation.bandcamp.com/
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