Eraserhead – Remnants Of Decadence


Eraserhead - Remnants Of DecadenceERASERHEAD spuken schon eine ganze Weile im Underground herum. Der ein oder andere hat die Limburger sicherlich seit Gründung 2008 schon mal gesehen. Nun kommt schlussendlich am 23.09.2016 das Debüt-Album heraus. Ein paar Kinderkrankheiten finden sich aber immer noch auf „Remnants Of Decadence“.

Kurz gesagt: ERASERHEAD dürfen gerne etwas mehr auf den Punkt kommen. Über die Gesamtspielzeit der 47 Minuten finden sich einfach zu viele Längen, alsdass das Debüt ordentlich einschlagen kann. Gerade im kleinen verlieren sich viele Songs immer wieder in den aneinander gereihten Passagen. Einige davon sind sogar recht unpassend in die Lieder eingefügt.

Traurigstes Beispiel ist das eigentlich gute „Carnivores“. Eher atypisch mit dickem D-Beat und rotzigem Thrash, beginnt die Nummer fesch. Der Benton-artige Gesang passt gut zum Grindcore-artigen Geballer. Doch dann kommt eine relativ konfuse Wendung, die zumindest für mich keinen Sinn macht und unstimmig wirkt. Da hilft auch ein besonnenes Da capo nicht mehr viel, sondern nudelt den eigentlich coolen Anfang eher aus. Ebenso ist diese ultima Ration keine Rettung für „Rise And Fall Bellerophon“, das mit seinem Slam-mäßigen Schrammel-Part eh etwas unbeholfen wirkt und sich gleichermaßen wieder in einer unharmonischen Aneinanderreihung verliert. Dabei hat der Song echt griffig, fast cheesy angefangen und gutes Potential angedeutet. Gar grauenvoll ist der stumpfe Übergang zum Outro vom Epos „Unintentional“. Die Grundidee, einen Song über Deutschland vom Mauerbau zum Mauerfall zu machen, ist eigentlich ziemlich originell. Doch wirken die Samples mitten im Song genau so unpassend, wie der Bass-Übergang und der gänzlich andere Part. Über den eher grob angehefteten Schluss hatte ich ja bereits meine Meinung veräußert…

Doch will ich „Remnants Of Decadence“ auch nicht schlechter machen, als es eigentlich ist. Klar, es gibt noch ungehobelte Kinderkrankheiten. Und bis zum Weg an die Spitze des deutschen Death Metals ist es für ERASERHEAD vielleicht noch ein weiter Weg. Gute Ideen finden sich dennoch bereits auf diesem Debüt. Viele Riffs sind sehr Headbangig-tauglich. Einige Momente erinnern durchaus an die Hochphase von Obscenity. Gelegentlich klingt auch schon mal was Deicide (nicht zuletzt beim Benton-Style-Gesang) oder Entombed zu späteren Zeiten durch. Also durchaus unterhaltsam. Und dass die Jungs technisch auch was drauf haben, hört man immer wieder an den vielen Soli, netten Leads oder teilweise schnell gespielten Riffs und Doublebass-Passagen.

Schlussendlich fehlt ERASERHEAD nur ein ordentlicher Feinschliff. Kompaktere Songs, Besinnung auf das Wesentliche und dann könnte der Nachfolger schon ein richtig gutes Album werden.

Bret Hard Records / 23.09.2016
10 Lieder / 47 Min.
https://www.facebook.com/eraserheadofficial
http://www.brethard.de/artist/eraserhead/