Derelyction – Surrounded By Death

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Derelyction - Surrounded By DeathWhat you see is what you get! DERELYCTION machen bereits mit dem Cover von „Surrounded By Death“ ganz klar, was den Hörer erwartet: Dreckiger, apokalyptischer Crustcore. Endzeitstimmung ohne Beschönigung. Roher, wenngleich differenzierter Sound, leicht hektisches Geschepper. Also eigentlich alles, was der Crustie mit seiner Nietenweste und seinen Dreadlocks liebt. Doch auch für den Metalhead gibt es einige Momente auf dem Langspieler.

Stilistisch spielen DERELYCTION irgendwo zwischen Apalachian Terror Unit, Moribund Scum und Children Of Technology. Vielleicht mag der ein oder andere bei der Kombination aus Thrash/Speed Metal und Crust auch an Toxic Holocaust denken. Nur sind die gießener Punks noch eine Nummer räudiger. Räudiger als alle genannten Bands. Manchmal mit dem Tempo sogar etwas in Grindcore-artigen Blastbeats. Doch überwiegend im gehobenen Uptempo.

Einige Passagen erinnern mehr als deutlich auch an frühe Slayer. „Rise Of The Machines“ oder „Derelyction“ sind da wohl die besten Beispiele. An anderen Stellen wird dem Tom G. Warrior „Ugh“ aber genau so Tribut gezollt, wie „Colors Fade“ wohl genialster Wolfbrigade Worship ist.

Für den Schöngeist klingen die zehn Lieder vielleicht etwas zu eintönig. Dafür sind atmosphärische Aufbauten und Zwischenspiele zu selten platziert und wirken an der ein oder anderen Stelle etwas hölzern in die Songs eingeschoben. Doch wer derben Crustcore hören will, will es meist auch direkt auf die Zwölf, ohne große Umschweife. Da könnten DERELYCTION vielleicht ein paar Songs noch was straffen, im großen und ganzen läuft „Surrounded By Death“ aber sehr gut durch. Und immer wieder reißen einige coole Leads und Soli die Songs sogar richtig heraus und schaffen gut mitgröhlbare Hits.

Der Titeltrack, „Left To Die“, „Rise Of The Machines“, „Like Moths To The Flame“ oder der Überhammer „Colors Fade“ haben zwar schon mal diesen Proto-Crust-Touch, machen gleichzeitig aber auch immer Spaß. Sowohl für Crustpunks wie auch Metalheads. Entsprechend darf sich diese Schnittmenge gerne mal dem Bandcamp-Stream von „Surrounded By Death“ hingeben, etwas die Butze zerlegen und anschließend die Scheibe bei einem der beteiligten Labels oder der Band direkt bestellen. Kommt – wie gesagt – mit schön klischee-triefendem Artwork, inklusive vieler Totenköpfe auf dem Vinyl-Sticker, klassisch schwarzem Vinyl und Textblatt, damit ihr auch brav mitsingen könnt. Download-Code gibt es übrigens nicht. Denn: Real Punks listen to Vinyl! Die neueren Scheiben haben auch einen Download-Code dabei. Für den modernen Punk mit MP3-Player für unterwegs (;

(LP – PoGohai Records, Violent Heartbeat, Dingleberry Records, Left Hand Path Records, Riot Records – 2016)