Church Of Necrolust – Church Of Necrolust


Church Of Necrolust - Church Of NecrolustMit der selbstbetitelten EP veröffentlichen CHURCH OF NECROLUST ihr erstes Lebenszeichen. So richtig hat das Quartett aus Klagenfurt am Wörthersee seinen Stil aber noch nicht gefunden. Irgendwo in der Schnittmenge zwischen Thrash, Black und Death Metal gibt es zwar immer wieder gute Momente, aber auch eben so viele Kinderkrankheiten.

Die Grundattitüde von „Church Of Necrolust“ stimmt schon mal. Das Teil ist ranzig. Alleine der fiese Gesang ist räudig wie Bolle; die Produktion hat Ecken und Kanten, was dem allgemeinen Vibe sehr zu Gute kommt. Dazu hier und dort ein paar fies-schöne Lead-Gitarren. Soweit alles in Ordnung.

Doch meist stolpern CHURCH OF NECROLUST über ihre eigenen Ambitionen. Die Songs könnten alle was kompakter sein. Einige Lieder verlieren sich schlicht schon mal in den etwas konstruierten Songstrukturen. Mehr als einmal wirkt ein neuer Teil irgendwie inhomogen an den Rest angeflanscht. So zerlegen sich „Broken By A Priest“ oder „Occult Ritual Possession“ mehr oder minder selbst.
Auch sind einige Momente noch nicht so recht ausgearbeitet. „The Necromancer’s Punishment“ hat ein eher beliebiges, ja fast schon langweiliges Riff im abschließenden Downtempo-Part, dafür aber wunderschön bösartige Leadgitarren im gleichen Moment.

Scheinbar ist die eigene Aufteilung der EP in zwei Teile auch eine klare Trennung zwischen älterem und neueren Material. Derweil „Part I: From Slaves Under God To Lords Of The Masses“ nicht überzeugen kann, und genannte Mängel aufweist, sind die besseren Songs deutlich in „Part II: The Putrid Path Of Necrology“. Kleinere Ausfälle, wie die genannte Diskrepanz in „The Necromancer’s Punishment“ sind zwar immer noch vorhanden. Doch bereits „The Seven Plagues Of Necroapocalypse“ überzeugt mit coolem Ravens Creed-Vibe und nettem Refrain. Auch das Solo zum Ende ist echt gut.
Nach einem eher schwachen Anfang bietet auch die eigene Hymne „Church Of Necrolust“ sehr hohen Ohrwurm-Faktor. Der Refrain geht schnell und griffig ins Gehör. Wie auch schon in den beiden Songs davor erinnern mich die Riffs und Harmonieführungen etwas an Deserted Fear – nur eben wesentlich dreckiger.

Zum ersten Album müssen CHURCH OF NECROLUST aber noch etwas an ihren Songs feilen. Wo die dreckige Attitüde genau so passt, wie einige Riffs in der hinteren Hälfte der EP durchaus gut sind, müssen die Lieder insgesamt etwas mehr auf den Punkt kommen. Wer dennoch schon mal reinhören mag, kann sich die EP in Gänze auf Bandcamp anhören.

Wer dann noch was in den Fingern halten mag, kann eine gebrannte CD bestellen. Der Rohling Das Teil ist nett mit dem Bandlogo bedruckt und im eher mageren Booklet sind alle Texte zum mitsingen. Gibt es für 8 Euro über das Bandcamp-Profil und sicher auch auf Nachfrage über Facebook.

(Eigenproduktion – Dezember 2015)