Totem Skin – Weltschmerz

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Totem Skin - WeltschmerzIch mag ja Bands, die unterschiedliche Genre zu einem eigenen Brei vermischen. Und wenn die Mischung dann auch noch so extrem fett ist, wie auf „Weltschmerz“, dann bin ich schlichtweg begeistert.

D-Beat-Uptempo trifft auf Hardcore unterschiedlichster Ausprägung. Mal eher düster und fatalistisch, wie bei Fall Of Efrafa, mal eher treibend und schnell wie bei Victims. Mal wird es tiefschwarz, schneidet Grenzen zum Black Metal an, Downfall Of Gaia nicht unähnlich. Dann wird es wiederum etwas verspielter, erinnert an Instinct Of Survival und deren Experimente mit Post-Punk. Dann kommt wieder die grobe Grindcore-Keule und trifft auf wunderschöne Crust-Melodien, wie sie Tragedy oder Wolfbrigade nicht besser hätten machen können. Kurzum: wunderschön. Zwar leicht melancholisch, tief dystopisch und ziemlich angepisst. Aber immer noch wunderschön!

Nörgler mögen nörgeln: TOTEM SKIN klingen nicht eigenständig. Doch das ist leider nicht ganz wahr. Natürlich kommen immer wieder die Reminiszenzen an die genannten Bands hoch. Doch die Mischung macht „Weltschmerz“ eben zu einem sehr süffigen Album. Besonders so Hits wie „Longing Leans And Beckons“, „The Mouth Of Man“ oder „Distand Visitant“ sind echt fette Nummern. Voller Tücken und Wendungen, durchfahren sie das gesamte Spektrum der Band.  Die anderen Tracks stehen der Intensität in wenig nach. Immer wieder treibende Intensität und dichte Atmosphäre.

Vielleicht ist die episch lange Nummer „I De Blindas Rike Är Den Enögde Kung“ ein wenig übertrieben. Bis der Gesang einsetzt, vergehen fast sieben Minuten. Klar, auch hier sind TOTEM SKIN immer noch ein Brecher. Aber etwas Straffung hätte dem Song gut getan. Aber scheiß drauf, im Gesamtbild von „Weltschmerz“ funktionieren alle Songs gut nebeneinander. Gerade, weil die Lieder teilweise fließend ineinander übergeben.

Das Artwork mag dagegen etwas in die Irre führen. In Art Noveau-Stil und Umsetzung erinnert es etwas an Baroness und deren Mitglied/Grafik-Menschen John Dyer Baizley. Stammt auf „Weltschmerz“ aber von Chris Panatier. Ungewöhnlich, aber dennoch irgendwo cool. Mal was anderes als die Genre-typischen Schädel und apokalyptischen Collagen.

Wie dem auch sei: Fesches Album. Läuft locker rein, frisst sich mit seinen Harmonien fest und landet gerne immer wieder auf dem Player. Empfehlung an die Crusties und andere Fans von düsterem Krach zwischen Metal, Hardcore, Punk und Grind.

(Halo of Flies / 2016)