Harm – The Evil


Harm - The EvilDie deutschen HARM melden sich mit ihrem zweiten Album „The Evil“ zurück. Diesmal mit neuem Label Final Gate Records. Und das Artwork stammt diesmal von ArtWars Mediadesign. Sonst hat sich bei den Berliner allerdings wenig geändert.

Wenn man genau hinhört, klingt „The Evil“ vielleicht ein wenig abwechslungsreicher als „Cadaver Christi„. Doch das ist der Band nicht unbedingt zum Vorteil.

Der Death’n Roll aus dem Titeltrack macht zugegebenermaßen eine sehr gute Figur. Schönes Tom G. Warrior/Hellhammer-Worship und mit dem leicht polternden Groove echt nett. Zumindest am Anfang, denn leider verläuft sich der Song etwas über die zu lang bemessene Spieldauer. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Auch der Opener „Vlad The Impaler“ versucht starker im Midtempo und doomigen Momenten zu punkten. Doch hier stört das untighte Schlagzeug sehr. Gleichermaßen wirken manche Downtempo-Breaks eher einen lieblosen Eindruck. „Dead Body Love“ hinterlässt mit seinem stumpfen Riff einen ähnlichen Eindruck. Klar, groovt irgendwie, aber ich persönlich fühle mich doch eher an eine Groovy Goregrind-Band erinnert, denn an dreckgen Swe-Death Sound.

Die Wiederverwertung von „God Forgives – My Chainsaw Not“ vom ersten Demo unterstreicht zusätzlich das Gefühl, dass HARM etwas die kreative Energie ausgeht. Ist „Gutted Like A Dear“ ebenfalls von der Kassette entliehen, damals nur als „Gutted Like A Deer“ betitelt? In Ermanglung der Demo kann ich aktuell leider nur mutmaßen.

Neben diesen kleinen Tiefpunkten, halten HARM aber dennoch locker ihren bisherigen Weg ein. Unterhaltsamer Death Metal. Flottes Uptempo, leichte Punk-Attitüde, keine Schnörkel. Läuft mitunter gut durch, wenngleich es auch an prägnanten Höhepunkten fehlt.

Lediglich die Produktion zieht das profane Hörvergnügen gelegentlich noch mal etwas nach unten. Am Anfang von „Undead World Crusade“, in den Blastbeats, klingen die Becken echt nur grauenvoll und was der Klang vom Bass-Interlude in „Dead Body Love“ soll, verstehe ich echt nicht. Total inhomogen und führt so manch andere Harmonieführung des Tieftöners, die echt weit im restlichen Sound versteckt wird, total ad absurdum. Schade.

(Final Gate Records / 2016)