Wrong – Wrong

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Wrong - WrongUnd siehe da, die 90er kommen auch wieder… Nein! Ich meine nicht Grunge oder irgendwelche Abominationen dieser Zeit. Ich meine den guten, alten Noise Rock. Und WRONG, bestehend aus Ex-Capsule, –Kylesa– und –Torche-Muckern, machen keinen Hehl daraus, sich selbst genau in dieser Tradition zu sehen. Und gehen doch einige Babysteps weiter…

Riffs, Riffs, Riffs. Massive Riffs, Feedback und noisig-dissonante Leads. WRONG bieten ein Einmaleins typischer 90er-Noise-Rock-Schule. Reduzierte, dem Hardcore entlehnte Songstrukturen, voll und ganz auf simple, derb rockende, stoisch-repetitive Riffs konzentriert. Die Gitarren schallen vordergründig,  tief und mächtig, die Drums klöppeln schlicht, aber effektiv in die Magengegend, der Bass brummt fast schon gemütlich vor sich hin. Dabei sind WRONG zu jeder Sekunde hässlich und angepisst, beim flotten Uptempo, wie auch beim schmerzhaften Abbremsen und fiesen Feedback. Herrlich! Nicht ohne Grund kommen dem Hörer UNSANE, frühe HELMET, FLOOR, ruppige MELVINS oder FUDGE TUNNEL in den Sinn. Aber auch ENTOMBEDs dreckiger Groove der „To Ride…“-Scheibe, und gerade die wenigen melodischeren Songs haben einen Hauch von FLOOR und frühen KYLESA, was allerdings nicht weiter verwunderlich ist. Dies wiederum gibt dem alles niederwalzenden Album etwas an Abwechslung und Tiefe, die gerade wegen des ständig hohen Intensitätslevels womöglich ein zu schnelles Abstumpfen beim Lauschen gekonnt unterbindet.

Sicher, WRONG werden mit ihrem selbstbetitelten Debüt niemals einen Originalitätspreis gewinnen, aber dank des Mangels an zumindest populär vertretenen Bands dieses Schlages dürften die Amerikaner durchaus Freunde nicht nur unter Nostalgikern finden. Ich hoffe es inständig, denn für mich gehört „Wrong“ definitiv zu den bisher gefälligsten Scheiben des Jahres.

CD/LP (Relapse)