Purgatory – Omega Void Tribvnal


Purgatory - Omega Void TribunalMan muss PURGATORY einfach mögen. Seit mehr als 20 Jahren sind die sympathischen Ostdeutschen in der Szene präsent und liefern in unregelmäßigen Abständen mindestens gutklassige (früher) bis überaus tolle (die letzten Jahre) Alben ab. Man könnte glatt Konsistenz als ihr Markenzeichen feiern, auch wenn sich stilistisch nicht wenig seit den simpel rumpelnden Frühwerken getan hat. Die Tendenz zu zeitgemäßen (und damit meine ich nicht moderne, sondern in der Szene populäre), düsteren Todesbleisounds war schon länger vorhanden, doch so tiefschwarz wie auf dem nicht gerade pfiffig „Omega Void Tribvnal“ betitelten neuen Album gingen PURGATORY noch nie zur Sache. Und auch nicht so herausragend!

Fundamental für den Sound der Ostdeutschen waren einst vor allem VADER, welche heute nur selten im straighten Knüppelanteil zur Geltung kommen, jedoch ist gerade der INCANTATION-Einfluss über die letzten Alben immer mehr in den Vordergrund getreten, womit man sich nicht selten in der Nähe zu CRUCIAMENTUM oder auch GRAVE MIASMA bewegt. Düster-massives Walzen, fies berifft, geht einher mit furiosen Geschwindigkeitsausbrüchen und durchaus vorhandenen Melodieansätzen der schwärzesten Sorte. Gerade dann schimmern auch etwas BEHEMOTH zu ihren todesbleiernen Glanzzeiten anno dazumal durch. Dazu gesellen sich durchaus, wenn auch wenige neue Elemente wie Chöre, Samples und dunkle Spoken-Word-Passagen, die die infernale Grabesatmosphäre noch weiter gelungen intensivieren. Großartig!

Natürlich bin auch ich gewillt, PURGATORY hier ein überraschend gelungenes Album zu attestieren, allerdings finde ich so rein überhaupt nichts überraschend daran, dass „Omega Void Tribvnal“ eben ein solch starkes Werk wurde. Es war nach den letzten Alben und den stetigen Steigerungen fast schon abzusehen – selbst ganz ohne Kurskorrekturen. Was ich den Ostdeutschen allerdings gerne als Fazit auf’s Papier rotzen möchte, ist die Bekundung, mit ihrem achten Alben das bisher beste Death-Metal-Album aus deutschen Landen in diesem Jahr abgeliefert zu haben, ebenso wie eines der bisher besten Genrewerke der ersten beiden Quartale ‘16! Darauf ne Flasche Pfeffi!

CD/LP (War Anthem Rec.)