LLNN – Loss

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LLNN - LossAnfang des Jahres veröffentlichten die Dänen LLNN ihr Debütalbum „Loss“ nur digital via bandcamp. Nach der damaligen Erstlauschung tat ich dieses Werk als zwar nettes Post-Hardcore-/-Metal-Werk ab und verstaute es in der digitalen Rumpelkammer. Nun kündigen Pelagic Records ein physisches Release an, also Grund genug, den Dänen nochmal ein Öhrchen zu leihen. Und ja, und damit umso überraschender, beim Zweitversuch zündet „Loss“ vollkommen!

LLNN agieren im Spannungsfeld zwischen Post-Hardcore und Post Metal, ohne dabei sich allerdings in allzu süßlichen Texturen und ausufernden Epen zu verlieren. Natürlich bedient man sich bei den Übergöttern NEUROSIS, speziell bei „Through Silver In Blood“ – die Nähe ist unverkennbar. Dieses Album dürfte tatsächlich den Haupteinfluss von LLNN darstellen, denn genauso heftig und brachial, voll Verzweiflung und Wut gehen die Dänen zu Werke. Dabei ist „Loss“ mit einem kühlen, massiven Sound versehen, unterlegt mit Industrial- und Noise-Einflüssen, deren Symbiose mit zum Teil monolithisch-stoischen, riffgewaltigen Arrangements GODFLESH, jüngere CULT OF LUNA und C R O W N in Erinnerung rufen.

Ich muss zugeben, dass mich „Loss“ im Zweitversuch tatsächlich ziemlich umgehauen hat und noch immer plättet ob seiner Intensität. Dass dies im Erstanlauf nicht gelangt, mag vielleicht der tatsächlichen Übersättigung an Genre-Werken und einer sich langsam, aber sichereinstellenden Apathie geschuldet sein… ich weiß es nicht. Nun jedenfalls ist „Loss“ für mich einer DER Überraschungen des bisherigen Jahres und ich bin mir sicher, dass dieses Album nun mit Pelagic im Rücken ein ordentliches Publikum finden wird. Freunde mittlerer NEUROSIS MÜSSEN beide Ohren riskieren!

Digital/LP/CD (Eigentproduktion/Pelagic)