Gruesome – Dimensions Of Horror

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Gruesome - Dimensions Of HorrorGerade mal zwölf Monate nach dem eher biederen, verkrampften Debütalbum „Savage Land“ legt die DEATH-Tributkapelle GRUESOME, bestehend aus einigen Semiprominenten US-Death-Metal-Musikern, ihr zweites Lebenszeichen in Form einer MLP mit sechs Tracks nach. Erstaunlicherweise hat sich stilistisch nicht viel getan, dennoch vermögen die gebotenen Stücke – natürlich, wie nicht anders zu erwarten, vorgetragen auf höchstem Niveau! – wesentlich mehr zu überzeugen, als es noch bei „Savage Land“ der Fall war. Dies liegt dabei nicht an irgendwelchen Kurskorrekturen, von denen es nämlich keine signifikanten gibt, sondern gefühlsmäßig wohl daran, dass GRUESOME scheinbar befreit von der zugegebenermaßen schweren Last, dem Erbe des Schuldiner-Frühwerkes irgendwie gerecht zu werden, sich losgesagt haben und wesentlich unverkrampfter und mehr aus dem Bauch heraus zur Schlachtbank gehen (und vermutlich auch als Band (zusammen-)gewachsen sind), denn wie beim Debüt empfunden, die Stücke wie am Reißbrett zusammengekleistert zu haben.

Wirkte „Savage Land“ über die ganze Strecke wie ein bemühtes Recycling, zwar abwechslungsreich und unterhaltsam, dafür allerdings überraschungs- und dank der Verkrampfung hitarm, so besteht „Dimensions Of Horror“ gleich aus sechs Hits in Folge, und dies, obwohl sowohl die musikalische Varianz herunter-, die ruppige Direktheit ganz im Sinne des frühen Originals aber herauf geschraubt wurde. Ungestüm im Rahmen der Vorgaben und doch stets eingängig und eben voll auf DEATH getrimmt, so kommt „Dimensions Of Horror“ daher, und verbreitet dabei überaus gute Laune und dürfte damit auch die gestellten Erwartungen befriedigen – oder, wie bei mir, sie übertreffen. Dennoch bleibt der leicht bittersüße Beigeschmack, trotz Knallern wie „Amputation“, ob es wirklich einer weiteren, wenn auch gutklassigen DEATH-Quasi-Coverband bedarf, gerade bei der aktuell zum Glück abflachenden Retro-Death-Metal-Welle. (Anm.:  Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass ich es natürlich cool finde, wenn neue und junge Bands sich geschätzter alter Sounds annehmen, aber 1:1 Kopien bleiben eben genau das und nicht mehr. Weiterhin würde ich mir mehr Bands wie NECROT und BONE SICKNESS wünschen, die sich stilistisch der wilden Demo-Phase von DEATH annehmen würden, die zu gerne links liegen gelassen wird. Nun ja…)

MLP/EP (Relapse)