Harmony Dies – Indecent Paths Of A Ramifying Darkness


Harmony Dies - Indecent Paths Of A Ramifying DarknessDass die Berliner HARMONY DIES nach über 13 (!) Jahren seit ihrem letzten Album so stark zurückkehren, hätte ich jetzt so auch nicht erwartet. In der Vergangenheit hatte es so einige Male in der Besetzung gerappelt, aber die neue und somit aktuelle Besetzung hätte definitiv nicht besser ausfallen können. Die Karten sind neu gemischt, und ich habe den Eindruck, dass die Berliner nicht nur stärker und ausgereifter, sondern auch ein gutes Stück wütender zurück sind. Und eines ist zum Glück ebenfalls beim Alten geblieben: die Leidenschaft zur brutalen Musik und die Einstellung zum Underground.

Die Jungs zocken nach wie vor immer noch herrlich rotzigen Old School Death Metal, der mit einer gesunden Portion Abwechslung serviert wird, ohne dass es konfus anmutet. Respekt. Obwohl HARMONY DIES nie wirklich von der Bildflache verschwunden waren, kann man dennoch nach so einer langen Durststrecke von einer geglückten Reunion sprechen. Und glaubt mir, die sechs neuen Songs gehen dermaßen energisch nach vorne ab, der Gesang von Chris repräsentiert den guten alten Death Metal genau in der brachialen, rohen Form, wie man es erwartet.

Gleich der Eröffnungstrack „Threshold to Enrage“ ist eine richtige Kampfansage, und die Berliner enttäuschen nicht im Geringsten, denn neben richtigen fetten, sehr intensiv bolzenden Blastbeats gibt es auch verdammte Killer-Riffs, die mal so richtig Laune machen und auch auf Dauer im Ohr hängen bleiben. Trotz des enormen Tempos, was einerseits von Schlagzeuger Robert als auch von den beiden Gitarristen vorgelegt wird, verheddern sich HARMONY DIES nicht in wirre, komplizierte Songstrukturen.
Beim Song „Tank HD #6“ schielt man mal Richtung Thrash, was gerade bei der Klampfe gut rauszuhören ist, das passt perfekt zum Song und bereichert diesen zudem.

Indecent Paths…“ ist pure fucking Oldschoolness, roh, urwüchsig und frei von all diesem nervigen neumodischen Mumpitz. HARMONY DIES achten stets darauf, nie ins Stumpfe abzudriften, was ihn auch bestens gelingt. Wer auf ehrlichen Death Metal steht, welcher sich weder der schwedischen Machart anbiedert noch zu sehr mit dem Amisound liebäugelt, der muss hier einfach zugreifen.
HARMONY DIES treten den besten Beweis an, dass Death Metal keineswegs kompliziert oder gar hoch technisch sein muss, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Berliner werden auch oft als „Brutal Death Metal“ umschrieben, aber ich finde, beim Begriff „Brutal“ Death Metal muss man eher an neuere Schule und Frognoise-Gesang denken, was hier eben zum Glück nicht zutrifft. HARMONY DIES sind schon verdammt lange dabei, und meiner Meinung nach braucht ranziger alter Death Metal keinen Klospülungsgesang. Klar will ich bei Death Metal tiefen Growlgesang hören, aber eben ohne lächerliche technische Hilfsmittel, und genau das bekommt man hier!

Viel authentischer lässt sich Death Metal wohl nicht zocken. Saustarkes Comeback, und ich hoffe, dass die Jungs möglichst oft die Möglichkeit haben, ihren Death Metal live unters Volk zu bringen.

Anspieltipp? Äh, wie wär’s mit allen sechs Liedern??!! Oh Yeah!! Ich mag diesen knorrigen, verratzten Death Metal ohnehin, der übrigens so viel mehr bietet als das, was sich so manch andere auf die Fahne schreiben. Wer mit „Indecent Paths“ nichts anfangen kann, der ist entweder kein Death Metal Kenner oder hat einfach keine Ahnung. Punkt. Unterstützt diese Art von rohem Death Metal, indem ihr euch das Teil hier kauft, versteht ihr? Kaufen, nicht runterladen, denn auch das ist Underground! Oh, ich glaub, ich bin gerade ein wenig verliebt. Geiles Geschoss, was in jede gut sortierte Death Metal Sammlung gehört. Gibt’s als Digipack CD und auch als MC. Jetzt fehlt nur noch die Vinyl-Version.

Info:
Defying Danger Rec. VÖ 3.3.2016
Digipack CD, – 6 Songs/26:44

https://harmonydies.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/harmonydies/
http://www.harmony-dies.de/

http://www.defyingdanger.de
https://www.facebook.com/defyingdanger