Ultha – Pain Cleanses Every Doubt


Ultha - Pain Cleanses Every DoubtLange hat es gedauert. Sowohl dieses Review (Sorry Matt!), wie auch das Erscheinen dieses lang erwarteten Debüts. ULTHA sind bereits seit den ersten Demo-Aufnahmen, die seinerzeit auf Soundcloud veröffentlicht wurden, ein heißer Tipp. Nicht zu unrecht! Natürlich schürt das Name-Dropping hinter der Band hohe Erwartungen, wenn nicht sogar Vorschusslorbeeren. Mitglieder aus unterschiedlichen Bands und Genres haben sich für eine Black Metal Band vereint; aus Goldust, Atka und Planks.

Die Antizipation war bereits vor Veröffentlichung groß. Die Konzerte in kleinen AZs, denen ich beiwohnen durfte, waren immer ausverkauft. Und auch live konnten mich ULTHA bisher immer überzeugen. Ein mächtiges Brett, dargeboten von souveränen Musikern, denen man die Bühnenerfahrung deutlich anmerkt. Und diese geballte Kraft konnte das Quartett gleichsam konservieren.

Gerade mal vier Songs. Doch dank Überlänge von meist über 10 Minuten dennoch in einer Gesamtspieldauer von fast 40 Minuten. Dabei passiert viel. Obwohl gerade der Opener „Crystalline Pyre“ sich exzessiv in repititivem Monotonismus versucht. Doch eigentlich ist diese Aussage extrem infam. Trotz fast permanent präsentem Hauptthema, wird der Song extrem spannend variiert. Genau wie der Rest von „Pain Cleanses Every Doubt„.

Die Einflüsse ziehen ULTHA aus unterschiedlichen Lagern. Einen Moment hört man verspielte, aber dennoch bitter-kalte Harmonien aus dem skandinavischen Black Metal. Im nächsten finden einige epische Momente aus dem Cascadian-Style genau so ihre Berechtigung, wie im nächsten Augenblick Einflüsse aus dem angeschwärztem Hardcore homogen in die exzessive Mischung einfließen. So kann man dieses Debüt vielleicht zwischen alter Schule, Weakling und der Black Metal Hochphase von Tombs einordnen. Nicht zuletzt durch den markanten Gesang von Ralph, gibt es aber auch durchaus Reminiszenzen an die schnellen oder kalten Momente der verblichenen Planks. Dominierend ist allerdings der extrem nekrotische Gesang von Bassist Chris, der die garstige Grundattitüde von ULTHA permanent in ein eigenes Licht rückt. Richtig fies und übelst gut.

Einen schlechten Song gibt auf „Pain Cleanes Every Doubt“ einfach nicht. Immer wieder entwickeln sich die Lieder, teilweise in überraschenden Wendungen oder intelligenten Transpositionen in spannende Richtungen. Mal ruhiger und melancholischer wie in „Perpetual Resurrection“ oder „Death Created Time To Grow The Things It Kills„, mal brachialer, auf den ersten Blick gar grobschlächtiger wie im Opener oder Abschlusstrack. Doch immer wieder finden sich Elemente, die ULTHA wiedererkennbar machen. Als hätte die Band bereits auf diesem Debüt ihren Trademark-Sound gefunden.

In dieser Mischung ist „Pain Cleanes Every Doubt“ schlichtweg ein starkes Debüt. Kalt, brachial, melancholisch und dezent verspielt. Handwerklich äußerst gut gemacht und mit beeindruckend transparenter Produktion. Kurzum ein leuchtender Stern in der neuen Black Metal Bewegung.

CD-Freunde bekommen das schicke Digipak von Ecocentric Records. Vinyl-Liebhaber könnten mit der zweiten Auflage via Vendetta Glück haben. Die Platte kommt freilich mit Download-Code. Beides extrem liebevoll aufgemachte Veröffentlichungen, die definitiv Unterstützung verdienen!

Infos:
Vendetta (LP) / Ecocentric Records (CD) – 2015
CD/LP – 4 Lieder / 38:53 Min.

https://ultha.bandcamp.com/album/pain-cleanses-every-doubt
http://ultha.bigcartel.com/
https://www.facebook.com/templeofultha/

https://www.facebook.com/vendetta-113775778703319/
http://www.bisaufsmesser.com/

https://www.facebook.com/Ecocentric.Records/
http://www.ecocentricrecords.com/