Planks – Perished Bodies


Planks - Perished BodiesMacht es gut, PLANKS. Ich werde euch ehrlich vermissen. Es gibt selten eine ähnliche Band, die sich so spannend entwickelt, Genre-Grenzen so geschickt über Bord geworfen und dennoch ihren eigenen Stil immer weiter perfektioniert hat, wie ihr. Dennoch respektiere ich euer Ende. Gerade, weil euer Schwannengesang mich erneut in wütend-traurige Klangwelten entführt.

Perished Bodies“ ist ein bittersüßer Abschied. Losgelöst von gängigen Normvorstellungen verströmen diese knapp 50 Minuten Melancholie, Fatalismus, Resignation und furiose Wut. Alles aber sehr kontrolliert und (selbst-)bewusst. Fans früherer Werke werden vielleicht brachiale Ausbrüche in Blastbeats vermissen. Doch diese plakative Form der Extremität braucht dieses Abschiedsalbum gar nicht, um dennoch brutal und energiegeladen zu sein. Gerade „Only Now“ ist so unglaublich kraftvoll, dass es mich schlichtweg immer wieder an die Wand drückt. Gerade das dezente Spiel mit der Dynamik ist so geschickt subtil, dass die Intelligenz hinter dem Song nicht dessen Brutalität überlagert. Dennoch sind eben solche kleinen Details der wichtige Schlüssel zur Genialität von „Perished Bodies„.

Diverse Trademarks von PLANKS finden sich diesem letzten Opus. Gelegentlich hört man noch diese tief schwarzen Riffs, die an Black Metal erinnern und Reminiszenzen an die Tombs, die Brüder im Geiste, aufkommen lassen. Gelegentlich kommen noch die etwas roheren Wurzeln aus den Frühtagen durch, als finsterer Hardcore PLANKS‚ Sound prägte. Und die Zusammenarbeit mit Junius hat auch schwer seine Male auf „Bliss In All Sorrows Found“ gelassen. Dazu wieder dieser deutliche Schlag Post-Punk, durchaus von Killing Joke beeinflusst, der bereits seit frühen Tagen gelegentlich bei PLANKS durchschimmerte. Kurzum: PLANKS bewegen sich immer noch in ihrem eigenen Stil, der diverse Male als Gloomcore tituliert wurde.

Wer bisher die gesamte Entwicklung von PLANKS spannend fand, wird auf „Perished Bodies“ viel zu entdecken haben und an dem Album großen gefallen finden. Vielleicht vermisse ich gelegentlich noch die wütenden Ausbrüche von der „The Darkest Of Grays“ oder „Solicit To Fall„, doch insgesamt ist es mir auch egal. Denn PLANKS transportieren nach wie vor diese wütende, verzweifelte Attitüde, womit sie mich von der ersten Sekunde gefangen nahmen. Dazu birgt der Abgesang auch noch mächtige Hits. Neben benanntem „Only Now“ ist „She Is Alone“ wohl der hervorstechendste Song. Mit Gastgesang von Leonie von den großartigen Svffer, gibt es hier ein ganz besonderes Duett. Erst eher fragil und düster, später kraftvoll und fatalistisch. Instrumental wie vokal einfach ein dickes Brett.

PLANKS, ich werde euch vermissen. Hardcore, Doom, Gloomcore. Wie immer man auch eure Musik nennt. Ihr wart immer einen Schritt voraus. Ihr habt immer eine eigene Identität gehabt und dennoch gezeigt wo eure Wurzeln sind. Sei es nun Hardcore, Post-Punk, Grind oder Black Metal. Genre-Grenzen waren euch fremd. Und ihr wart immer enttäuscht von dieser Welt und hatten enorme Wut auf einfach alles. Das habt ihr immer (selbst-)bewusst im richtigen Ton ausgedrückt. Davor ziehe ich meinen Hut. Und empfehle euch immer weiter. Egal ob nun eure Frühphase, die man schnell und einfach mit „Left Us As Ghost“ abgrasen kann, seien es die extremeren „Solicit To Fall“ oder „Darkest Of Gray„, sei es das eher Post-Punk und Black Metal beeinflusste „Funeral Mouth“ , oder eben euer letzer Atemzug „Perished Bodies„. Mit all euren Fassetten habt ihr immer den richtigen Soundtrack geschrieben. Und dafür danke ich euch.

 

Infos:
Golden Antenna Records – 2015
CD / LP – 9 Lieder / 49:48 Min.

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