Gadget – The Great Destroyer

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Gadget - The Great DestroyerSchon ein bisschen unerwartet kam mir „The Great Destroyer„, GADGETs drittes Werk nach sechsjähriger Pause nach der Split-LP mit Phobia, unter. Das soll sich nun keineswegs beklagenswert lesen, denn es war keine unfreudige Überraschung, zählen doch die Schweden für mich zu den besten Nasum-Klonen überhaupt. „Remote“ war seinerzeit (2003) ein roher Knaller, dem nur ein laues Lüftchen in Form einer Split-7″ zwei Jahre zuvor vorwegging. Und auch noch heute hat „Remote“ nichts an Durchschlagskraft verloren, wie ich letztens erst erstaunt beim durchhören alter Tapes im Auto erleben durfte. Auch Album #2 namens „The Funeral March“ ging konsequent den Nasum’schen Weg weiter. Etwas artikulierter, etwas moderner, keineswegs weniger wild. Und nun, im Jahre 12 nach Mieszkos viel zu frühem Tod, sind GADGET zurück, mit dem großen Vernichter.

Und genau das ist dieses Album auch geworden: vernichtend. Schweden-Grindcore in Reinkultur, voll auf mittlere Nasum getrimmt. Die Produktion ist roh und direkt, keineswegs aber irgendwo Keller oder Kinderzimmer oder Garage, sondern völlig angemessen fett. Dafür sorgt alleine schon das Können von Blackmon nicht nur hinter den Drums, auch hinter den Reglern. Dieser Sound verhilft den kurzen, schmerzvollen Brechern zum nötigen Druck, möglichst alles niedermähend aus den Boxen zu knallen. Blast, knappe Grooves, treibender Thrash, noch immer nur minimal metal-verhaftet, dafür stets mit ein paar Zehen im D-Beat und Hardcore, krakeelt und zetert man 17 Male über die Übel der Welt – einmal mit lautstarker Unterstützung von Napalms Krümelmonster Barney.

GADGET legen stiltypisch Wert auf eingepferchte Abwechslung, immer konsequent regelkonform, jedoch zu keiner Sekunde stumpfer als nötig, allerdings aber auch meilenweit abseits von Genre-Chirurgen wie Discordance Axis. Nein, mit Skalpellen wird hier nicht gemeuchelt, aber auch nicht mit der groben Axt. Jedoch selbstbewusst und genrebewusst eben typisch schwedisch und sogar so gut, wie ich es seit Jahren von keiner entsprechend soundtechnisch regional angesiedelten Band hören durfte. Bravo!

Infos:
Relapse Records – 11.03.2016
CD/LP – 17 Lieder / 26:32 Min.

https://gadgetband.bandcamp.com/
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