Vastum – Hole Below

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Vastum - Down BelowNochmal eine Kante wetziger, nochmal eine Idee fieser (was alleine gemessen an „Patricidal Lust schon eine Leistung für sich ist), und nochmal eine herbe Kelle dunkler, so kommen San Franciscos VASTUM mit ihrem dritten Longplayer daher.

Zwar ist die Grundgeschwindigkeit VASTUMs mittlerweile eher auf Doom geeicht, dennoch bietet „Hole Below“ weitestgehend die zu erwartende Kost: fieser, weitestgehend schleppend-walzender Death Metal altertümlicher Prägung, der immer mal wieder mit flotten Midtempo-Ausbrüchen auftrumpfen kann, sonst aber eher langsam meuchelt. Dabei legen VASTUM ihr Augenmerk vor allem auf eine atmosphärische Variante ihres Todesbleis. Nicht nur die leicht hallige, rohe, aber überaus brutale Produktion, der verhallte, kehlige Grunzgesang sowie in den Hintergrund gemischte, obskur wirkende, teilweise sakrale Spoken-Word- und Ambient-Passagen hüllen „Hole Below“ in ein neblig-dunkles Gewand, vor allem aber die langsamen, mitunter stampfenden Doom-Anteile sind es, die wahrlich schwarze Löcher in die Stimmung des Zuhörers reißen. Dazu veredeln die Herren und die Dame aus der Hippie-Hauptstadt ihr Schaffen mit wunderbaren creepy Leadgitarren. VASTUM gelingt es dabei mehr als erfolgreich mit einfachsten Mitteln eine Stimmung vergleichbar derjenigen der Meilensteine „Embrace The Death“, „Sodomize The Goat“ oder „Grave Damnation“ (um mal ein Beispiel aus einer anderen Epoche aufzugreifen) zu erschaffen. Überhaupt mag man nicht nur wegen den Vocals das eine um das andere Mal beim Genuss von „Hole Below“ an eine reduzierte Variante von Necros Christos denken. Die musikalische Nähe ist unverkennbar, ohne dass VASTUM nur ein einziges Mal nach einer Kopie klingen würden.

Damit setzen sich VASTUM ein weiteres Mal quer zu im Genre populären Strömungen. Allzu typische Schwedenreferenzen (höchstens der derbe Doom von Eternal Darkness oder Runemagick), Autopsy-Zitate oder Incantation-Worship sucht man auf „Hole Below“ heuer vergebens. Allenfalls frühester britischer Death/Doom und ebensolcher aus den Niederlanden lassen sich erkennen, ebenso Goatlord, Winter oder die eine oder andere finnische Göttergabe. Dabei agieren VASTUM so grimmig und übelgelaunt wie kaum eine andere Band in diesen Tagen. Alleine dafür sollte „Hole Below“ schon einen Platz auf den Besten-Listen des vergangenen Jahres innehaben. Dem ist leider nicht der Fall, deswegen kann ich nur an alle Death- und Doom-Metal-Freunde (ggfls. auch Black-Metal-Sonnenkinder, die die letzten Werke von The Ruins Of Beverast zu schätzen wissen) appellieren, dieser großartigen, offensichtlich unterbewerteten Scheibe einfach in diesem Jahr noch eine Chance zu geben!

Infos:
20 Buck Spin – 2015
CD – 6 Lieder / 37:05 Min.

http://vastum.bandcamp.com/
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