Infesting Swarm – Desolation Road


Infesting Swarm - Desolation RoadINFESTING SWARM sind eine der Bands, die mich von Anfang an nicht einfach nur begeistern, sondern eben auch fesseln konnten. Bei einem Stapel Promo-CDs war auch eben jenes Album „Desolation Road“ dabei. Da mir die Paderborner rein gar nichts sagten, war ich gespannt, was mich denn erwarten würde.

Desolation Road“ war dann das Album, was sich in qualitativer Hinsicht positiv von allen anderen Bands absetzen und somit hervorstechen konnte, denn gerade ihr ganz eigener kreativer Stil machte Lust auf mehr. Mittlerweile habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich dieses Album nun schon hörte, und selbst heute entdecke ich immer wieder ein paar versteckte neue Details.

INFESTING SWARM’s Stil findet man aufgrund ihrer gelungenen Abwechslung in keiner Schublade, denn sie bewegen sich geschickt im melodischen, aber auch harschen Death Metal, der des Öfteren mit Post Black Metal Einflüssen getränkt wird. Genauso findet man erhabene epische Passagen, die dem Album einen ganz besonderen, eigenen, ja, teils mystischen Charakter verleihen. All das mündet in einen wahren Strudel an hymnisch anmutenden Melodien, die ihresgleichen suchen.

Die Songs agieren spieltechnisch auf hohem Niveau, was wahrlich beeindruckend für ein Debüt ist. Man merkt INFESTING SWARM an, dass hier keine Neulinge am Werk sind, denn Songs wie z.B. „Year of no Light„, „Der Lauf der Zeit“ oder auch den begnadeten Titelsong, der sich zum Ende hin in ein infernalisches, morbides Blastbeatbrett nebst einzigartiger beklemmender Atmosphäre verwandelt, schreibt man mal nicht so nebenbei. Aber im Grunde genommen sollte man auch die restlichen Songs nennen, denn sie bestechen alle durch eine unglaubliche Dynamik, die sich durchs ganze Album zieht.

Die Mischung aus Raserei, kalten, melancholischen Melodien, die einen des Öftern kurz runterziehen und zum Nachdenken bewegen, ist einfach grandios. Der klare und druckvolle, manchmal recht kalt wirkende Sound passt hier perfekt zum Gesamtbild, ohne dass es künstlich erzwungen klingt.
Desweitern soll hier Sänger Tim erwähnt werden, der hier einen ausgezeichneten Job macht, denn der versteht es, den Songs Leben einzuhauchen, ganz egal ob er tief growlt oder zwischen fiesen Black Metal Parts und Death Metal hin und her wechselt.
Die Gitarrenfraktion hat ebenfalls so einige Asse im Ärmel, denn sie haben mindestens genauso viel Potential und Talent wie die alt eingesessenen großen Bands.

Auf „Desolation Road“ findet man keinen einzigen schwachen Song oder gar Lückenfüller, denn dafür ist der Qualitätsstandard einfach zu hoch, um sich mit halbgaren Songs zu begnügen. Wer sich eine Mischung aus neueren Hypocrisy und Post Black Metal vorstellen kann, der bekommt eine ungefähre Ahnung, was hier in knapp einer Stunde passiert.
Wer immer noch der altbackenen Meinung ist, im Metal sei alles gesagt und man würde nichts Neues mehr kreieren können, dem beweisen INFESTING SWARM genau das Gegenteil. Ich bin wirklich begeistert von dieser Platte, die genügend Argumente auftischt, um locker überzeugen zu können, vorausgesetzt, man lässt sich auf diese Art von atmosphärischem Black Metal ein und denkt nicht zu eingleisig.

Infos:
Art of Propaganda / 2015
CD – 8 Songs/ 57:32 Min

https://www.facebook.com/infestingswarmofficial/
https://artofpropaganda.bandcamp.com/album/desolation-road

http://www.art-of-propaganda.de/
https://www.facebook.com/Art-Of-Propaganda-334865459898333/