Refusal – We Rot Within


Refusal - We Rot WithinWow, das ist mal eine fette Ansage! Das war das erste, was mir nach der ersten Runde von „We Rot Within“ einfiel. Ich bin immer ein wenig skeptisch, wenn es um die berühmt berüchtigten Waschzettel namens Promozettel geht, denn allzu oft steht da einfach nur übertriebener Schmarrn drin. Bei FDA Rekotz hat der Infozettel aber zum Glück noch Hand und Fuß.

Viel zu viele Bands aus der Death Metal Branche werden zu schnell mit Grindcore verglichen, und das nur, weil die Gesangslage entweder unverständlich ist oder man einen schnellen Blastbeat-Schlagzeuger in den Reihen hat. Mann, was für ein Rotz. Fuck diesen Werbe-Schwachsinn.

Ausnahmen bestätigen die Regel, denn bei REFUSAL trifft der Infotext einfach den Nagel auf den Kopf: Was die Finnen auf „We Rot Within“ an aberwitzigen Death/Grind Torpedos abfeuern, ist schlicht und ergreifend der Hammer, ultrabrutales Gerödel, das alles auf einem fucking hohen Niveau, dass sich gewisse alt eingesessene Bands tierischst ins Zeug legen müssen, um mit diesem Mörderteil mitzuhalten. Auf insgesamt neun Attacken wird einem gezeigt, dass die heutige Szene frischer denn je ist, und dass diese Art von Death/Grind auch von sehr jungen Burschen verstanden wird. Ich weiß ums Verrecken nicht, wann ich das letzte Mal von einem Album dieser Stilrichtig so gnadenlos überrollt wurde wie es hier der Fall ist. Rico von FDA hat den richtigen Riecher gehabt, sich dieser Finnen anzunehmen, und das Potential der Jungs erkannt.

Jeder dieser Songs tritt dir unsanft und ohne jedwede Vorankündigung in einem Blastbeat-artigen Geschwindigkeitsrausch permanent in den Arsch und verprügelt dich mit Leichtigkeit nach Strich und Faden. Man merkt den Jungs an, dass sie sowohl mit Metal aufgewachsen sind, aber eben auch starke Einflüsse aus dem Grindcore mitbringen, was man allen voran am Schlagzeugstil als auch beim Gesang hin und wieder merkt. Höllisch geiler, abartiger Shit, was einem hier geboten wird.

Ganz egal, welchen Song du auch anwählst, hier stimmt einfach alles. Jeder Break, jedes Riff sitzt, und das an der richtigen Stelle. Der Gesang pendelt locker und ohne Geholper geschickt zwischen wüsten Death Metal Shouts und aggressivem Grindcore-Geschrei. Wer aber denkt, die Finnen können nur schroten, der irrt, denn REFUSAL bringen auch an der Klampfe Geschick mit und zeigen Talent: hier mal ein wenig Groove, dort mal ein paar technische Spielereien, um im nächsten Augenblick von einem thrashigen Part eingeholt zu werden, und für ein paar Sekunden geht man sogar auch mal vom Gaspedal runter. Sauber.

Das ist mit Abstand das rabiateste Gerät, was zurzeit aus dem Hause FDA Rekotz kommt. Alle, die auf mörderisch schnellen Blastbeat Death Metal stehen und sich nicht in die Hose machen wegen den Grindcore Einflüssen, bekommen hier eine amtliche Vollbedienung. REFUSAL ist sozusagen ein Hybrid aus Death Metal und Grindcore. Jeder Song ist ein wahrer Brocken. Hier einen Song heraus zu fischen, ist totaler Quatsch, da jeder einfach nur gnadenlos alles nieder drischt und einem das Adrenalin aus dem Ohren läuft. Jetzt heißt es nur noch, diese Finnen live zu sehen. Ich verneige mich mit Respekt und verbleibe mit „Paljon kiitoksia REFUSAL„. Lasst euch diese Scheibe nicht entgehen!

Infos:
FDA Rekotz / 21.01.2016
CD – 9 Lieder / 32:16 Min.

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