Implore – Depopulation

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Implore - DepopulateOk, ok, ich geb’s zu. Ich hatte nullkommanix Erwartungen an die Debüt-LP von IMPLORE. Ich kann nicht mal wirklich sagen warum. Die 7″ „Black Knell“ war ein kurzer, schmerzvoller Schlag in den Unterleib. Rabiat, reduziert, intensiv, auf dem perfekten Medium für diese Art von Musik. Aber auf Albenlänge reizen mich derlei Sounds die letzte Zeit kaum noch. Zu schnell ist man abgestumpft ob der gebotenen Intensität.

Mit seinen knapp was über 28 Minuten ist „Depopulation“ nun wirklich kein Langspieler geworden, was einiges an Bedenken schon mal reduzieren konnte. Und doch, nach hinten hinaus verliert die Scheibe etwas an Durchschlagskraft. Und dies, obwohl IMPLORE durchaus abwechslungsreich exekutieren. Ihren fett HM2-geschwängerter Mix aus Schweden-Grindcore der Marke Nasum und Entombed-orientiertem Death Metal, Nails, Deathrite und Trap Them nicht unähnlich, präsentieren die Herren bemüht abwechslungsreich. Rotziger Groove, wilde Blastbeats, derber Sludge mit fiesem Feedback – garniert mit derbem Brüllen. Die Songs sind zweckmäßig knapp gehalten, das Energielevel konsequent hoch. Und ich muss zugeben, nach Seite A reicht es mir damit schon – 15, 20 Minuten würden mir auch live hier völlig reichen. Das soll nun „Depopulation“ keineswegs schlecht machen, denn auch die B-Seite ist keineswegs schlecht, steht der A-Seite in nichts nach, aber bei diesem Stil ziehe ich einfach kurz und knapp vor und mir wäre es tatsächlich lieber gewesen, statt einem Longplayer zwei EPs vorliegen zu haben. Denn egal wie viel Abwechslung IMPLORE in ihre Songs packen, der Genretellerand bleibt meilenweit entfernt und bei allem Knüppeln besteht die Gefahr, einfach recht schnell schon die Fresse dich zu haben. So als nicht-mehr-ganz-so-Grind-Purist. Hier zeigen sich eben die Grenzen meines Geschmacks auf. Und genau das will ich hier nicht überbewerten, denn sonst haben IMPLORE nichts falsch gemacht.

Knüppelfetischisten kommen bei „Depopulation“ voll und ganz auf ihre Kosten, egal ob Grindcore-Anhänger, denen es vielleicht sogar zu clean und metallisch sein könnte, oder Death Metaller. Feingeister dagegen brauchen hier erst gar nicht reinzuhören, diese werden unter Garantie von dem Trio ratzfatz an die Wand geklatscht. Auch live. Und für die Bühne ist die Musik IMPLOREs wirklich mehr als geschaffen!

Infos:
Pelagic – 04.09.2015
CD / LP – 14 Lieder / 27:51 Min.

https://www.facebook.com/imploreband/
http://implore.bandcamp.com/releases

http://pelagic-records.com/
https://www.facebook.com/pelagicrecords/