Endseeker – Corrosive Revelation

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Endseeker - Corrosive RevelationEine recht gelungene Sache legen ENDSEEKER mit ihrer Debüt-MLP „Corrosive Revelation“ vor. Schnörkellos, gerade aus und auf den Punkt geschriebene Songs, weitestgehend ungezwungen, eingängig, allerdings bemüht, dabei nicht in Beliebigkeit abzudriften, und mit dem richtigen Bauchgefühl für Easy-Listening-Schwedentod versehen, knallen diese gut 20 Minuten ordentlich in die Lauscher – auch dank dem angemessenen, zugegebenermaßen arg glatten und genrekonformen Sound. Den Tellerrand meiden die Hamburger dabei konsequenter als ich tierische Produkte, was in dieser gebotenen Kürze keinesfalls stört; das musikalische Terrain ist hier klar definiert und mit Recken wie (vor allem) Dismember und [hier bitte eine nahezu beliebige frühneunziger Sunlight-Band einfügen] auf der einen Seite und zeitgenössischeren Tribut-Kapellen wie Bloodbath oder Entrails (beide langweilig, aber ohne irgendwelches Namedropping geht es wohl nicht) auf der anderen zweckmäßig knapp abgesteckt.

An sich ziemlich unspannend und unspektakulär. Hätten ENDSEEKER nicht ein passables Händchen für eben ziemlich knallige Songs. Man merkt den Machern wohl ihre handwerkliche Erfahrung an: Ballast wird vermieden; allzu simples Vorgehen ebenso, Kopflastigkeit allerdings konsequenterweise auch. Dafür legen die Hamburger ihr Augenmerk auf knappe Eingängigkeit. Die Songs flutschen dem liebgewonnenen Sound wegen nahezu ohne Gleithilfe in die Gehörgänge und fressen sich dank (fast schon zu) coolen Hooks und zwingenden Grooves und gerade so viel Abwechslung, dass man die Birne getrost im Standby-Modus lassen kann, ordentlich fest. Leider schrammt dabei „Consumed By Desire“ etwas die Bloodbath’sche Cheesiness: etwas mehr Rotz und Dreck darf’s dann schon sein. „Deployment Of The Aroused“ macht das aber locker wieder gut – und darf ohne Zweifel als der gelungenste Song der MLP angesehen werden, nicht nur wegen der dort extrem knalligen Vokalakrobatik. Das Entombed-Cover allerdings ist nicht mehr als eine nette Dreingabe, hätte aber wegen mir nicht sein müssen. Die Eigengewächse können problemlos für sich selbst stehen; und die Einflüsse der Band sind derartig evident, dass man den Hörer nicht noch mit der Nase darauf stoßen muss. Aber gut…

Dennoch können ENDSEEKER mit „Corrosive Revelation“ alles in allem ein ordentliches Debüt für sich verbuchen. Ein übrigens toll von Riddick becovertes. Jedoch soll nicht darüber hinweggesehen werden, dass der Wirkungsgrad dieser Hamburger Mischung seine Grenzen hat, denn gerade in der würzigen Kürze offenbart sich die MLP als überaus kurzweiliger Freizeitspass – wobei ich finde, ein Song weniger hätte es auch getan. Länger hätte das Ding keinesfalls werden dürfen – und ob „Corrosive Revelation“ auf Albumlänge überhaupt funktioniert hätte, ist wieder eine ganz andere Frage. Ich bin jedenfalls ob der drei wirklich gelungenen Songs gespannt, inwiefern ENDSEEKER sich in Zukunft schlagen werden. Schwedentodfans sollten definitiv ihre Öhrchen riskieren.

Infos:
FDA Rekotz – 13.11.2015
MCD – 5 Lieder / 20:03 Min.

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