Pissgrave – Suicide Euphoria


Pissgrave - Suicide EuphoriaWillkommen zum asozialsten Death-Metal-Massaker des Jahres! Ja. Wirklich! Keine Frage, auch 2015 war nicht arm an Genreveröffentlichungen, von generisch bis brillant, doch an das Radikalmonument „Suicide Euphoria“ kommt zumindest in Sachen rabiatester Rigorosität kein Album heran. Nicht mal Revenges letztes Machwerk oder das Chaospamphlet von Tetragammacide. Nein. Nichts!

Suicide Euphoria“ ist konzentrierte Scheußlichkeit, geballte Abscheu und radikalste Gorepoesie. Und nebenbei mal DIE Überraschung des Jahres für mich. Tief verwurzelt im klassischen 90er Jahre US-Death-Metal treiben die vier Herren diesen Stil gekonnt auf die Spitze, nehmen vor allem alte Deicide und Cannibal Corpse, aber auch Incantation als Basis, reduzieren ohne jemals stumpf zu werden dies auf das Wesentliche und zerwüten dieses Konzentrat mit einer abscheugeladenen Inbrunst, die man sonst nur von Bands wie Blasphemy, alten Beherit (bis zum Meisterwerk „Drawing Down The Moon„), Conqueror oder auch Nuclear Death kennt. Dabei ist „Suicide Euphoria„, hat man sich erst einmal durch die extremen, angezerrten Vocals und den noisigen Klampfensound gequält, alles andere als ein weiteres plumpes Hau-Drauf-Album. Denn hinter dieser radikalen Schallmauer verbergen sich erstklassig geschriebene, abwechslungsreiche und spannende Songs, die alles bieten, was eine gelungen Schlachtplatte ausmacht. Furiose Blastbeats, treibendes Thrashen, derbes Abbremsen und fiese Soli, gelungen verpackt in eben knackige, nicht unkomplexe, ordentlich schnörkellos auf den Punkt geschriebene Songs, die dank der gemeinen Mischung aus Sound und Vokalakrobatik niemals in Easy Listening ausarten, jedoch auch nie in pures Chaos verfallen. PISSGRAVE bleiben trotz aller Extremität catchy genug. Und dennoch von der Intensität einer Kettensäge im Schritt. Derbe.

Natürlich ist das Artwork Mist. Hier hätte ich mir tatsächlich etwas Subtileres gewünscht, aber dennoch passt es irgendwo perfekt zur Musik. Ekelerregend. Abscheulich. Und eben radikal. Death-Metal-Puristen müssen hier einfach ein Ohr riskieren!

Infos:
Profound Lore – 2015
CD – 9 Lieder / 31:45 Min.

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https://profoundlorerecords.bandcamp.com/album/suicide-euphoria
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