The Hyle – The Hyle

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The Hyle - The HyleManchmal kommen sie wieder. Und wenn sie das erste Mal nur auf Tape und limitiert auf wenige Einheiten da waren – umso besser! Das gilt in diesem Fall besonders für das großartige Demo von Dänemarks THE HYLE. Psychedelischer Doom Metal der massif-en Sorte, lavaartig walzend, fies wetzend, zugedröhnt und abgehoben, mit viel angestaubtem Horrorfeeling und irgendwo tiefschwarz.

Natürlich klingeln bei so einer Beschreibung gleich alle Electric-Wizard-Alarmglocken. Und so abwegig ist das gar nicht, jedoch gehen THE HYLE wesentlich entspannter, wärmer und weniger extrem als die Zauberer noch zu „Dopethrone“-Zeiten vor. Vielmehr haben THE HYLE hier den klassischen, knarzigen Black-Sabbath-Anteil wesentlich höher angesetzt, achten dabei allerdings auch auf in den Genrekonventionen angelegte Abwechslung und Dynamik. Trotz überwiegend repetitivem Riffing bleibt die Chose durchaus spannend.

Andererseits setzen THE HYLE wiederum gerade bei der Leadgitarrenarbeit und bei den Vocals ganz andere Akzente als die britischen Zauberer. Letztere sind zwar kaum weinerlich, jedoch schwer emotional vorgetragen, ohne in die Knabenchorsphären von Pallbearer vorzudringen, bleiben klassisch und wirken auf eine angenehme, zurückhaltende Weise geheimnisvoll und trotz der Betonung des melodischen Elements düster. Weniger zurückhaltend sind die zwar wenigen, aber wunderbar klassischen, leicht bluesigen, tottraurigen Leads in ebenso butterweichem, tiefem Sound. Ergreifend als Bezeichnung heranzuziehen, mag vielleicht etwas hochgegriffen sein, doch aber fesselnd und dem sonst so düsteren Treiben angenehm entfliehend. Wunderbar. Auch hier tritt die deutlich klassischere Ausrichtung von THE HYLE wieder zu Tage, die man bei den Zauberern viel weniger gelungen auf den Post-„We Live„-Werken antreffen kann.

Besonders hervorheben möchte ich abschließend noch die gelungene Einbindung von (recht langen) Samples in die Songs, die das allgemeine Hammer-Horror-Feeling noch einmal mehr unterstreichen. Gerade beim Opener „Lucifero“ läuft es mir immer wieder an diesen Stellen eiskalt den Rücken herunter.

Wie bereits erwähnt, so handelt es sich bei dieser Scheibe um ein Reissue des ausverkauften Demotapes von 2014. Limitiertes Vinyl und CDs sind via den holländischen Schwesterlabels Wolfsbane Rec. und Dawnbreed Rec. jüngst erschienen – in gewohnter Qualität. Ein Bild des durchaus als Album verkaufbaren Teils kann man sich auf Bandcamp machen. Freunden von Black Sabbath, Electric Wizard, Pallbearer, Windhand oder Pombagira sei dieses Highlight bedenkenlos ans Herz gelegt.

Demo by The Hyle

Infos
Dawnbreed Rec. (CD; lim. 250) / Wolfsbane Rec. (12“) / Caligari Rec. Tape. (Ausverkauft)
(Demo-Reissue) – CD / 12″ EP / Tape

https://thehyle.bandcamp.com/