Yacøpsæ / Corrosive – Verfaulte Durchschauung (Split 6″)


Yacopsae - Corrosive - Verfaulte DurchschauungYACØPSÆ sind ein Urgestein aus der deutschen Hardcore/Power Violence-Szene. Seit 1990 lärmt die Band unablässig herum, bespielt kleinere und größere Festivals und hat sich nicht zuletzt mit einer ordentlichen Anzahl (Split-)EPs einen relativ bekannten Namen erarbeitet.
Ein sogar noch älteres Urgestein sind CORROSIVE, die bereits seit 1986 ihren Krach fabrizieren. Nur durch eine wesentlich geringere Veröffentlichungsrate, ist diese Band deutlich unbekannter als ihre hamburger Kollegen.
Vereint in gemeinsamen Jahren in der Szene und der Liebe zum schnellen Punkrock, finden sich beide Bands nun auf einer Split zusammen.

Both bands doing that Ü40 Punk Violence shit for a long time, but it’s always great fun!

(Zitat aus dem Textbeileger der EP)

Für schnelle und kurze Songs, braucht man auch nicht viel Platz auf dem Vinyl. So ist die reguläre Platte auf 6″ runtergeschnitten. Dennoch bieten die insgesamt 5 Minuten genug Spielzeit, dass beide Bands jeweils zwei Songs unterbringen können.

Auftakt machen YACØPSÆ, auch wenn die Scheibe nicht in klassische A- und B-Seite aufgeteilt ist. Vielmehr steht die Band zuoberst auf der Rückseite der Hülle. Im Endeffekt machen YACØPSÆ genau das, was man kennt und erwartet. Wildes Geballer, fiese Breaks, Interludes vom verzerrten Bass, hier mal etwas Doom-Punk, in „Verfault“ ein richtig dystopischer Crust-Part. Dazu die polarisierende Stimme von Stoffel (nicht wahr Rayk?). Soweit, so gut. Dem Fan wird es gefallen. Bis auf den coolen Crust-Part rauschen die zweieinhalb Minuten dennoch irgendwie vorbei.

Mit einer ähnlichen Attitüde gehen CORROSIVE in ihren fast drei Minuten ans Werk. Allerdings ohne die furiosen Geschwindigkeitsattacken, die bei ihren Splitpartnern für ordentlich Dampf auf dem Kessel sorgen. Gerade der Opener „Durchschauung“ klingt eher nach ordentlich schnellem Deutschpunk. Geht soweit klar, wäre der Songaufbau nicht so unspektakulär.
Ähnlich versandet auch „Schwarze Seele„, das im düster schleppenden Punk schon einen coolen Vibe hat. Doch leider passiert in diesem Song irgendwie gar nichts.

So mag die Scheibe eher was für die Fans beider Bands etwas sein. Denn für Sechs Euro (bei Power It Up) bietet die EP nicht gerade viel Unterhaltung. Allerhöchstens körperliche Ertüchtigung, wenn man wieder zum Plattenspieler laufen muss, weil die eine Seite schneller zuende ist, als man sich auf das Sofa setzen kann.

Etwas absurd wirkt darüber hinaus, dass es die „Verfaulte Weltanschauung“ noch im Versionenwahnsinn gibt. Neben der regulären schwarzen 6″ in 300 Einheiten, gibt es noch die gelbe Record Store Day-Version mit einer Auflage von 200 Stück. Alleine da wundert man sich, wie Punkrock mit so einer verkommerzialisierten Abzocke wie dem RSD vereinbar ist. Doch das ist noch nicht genug! Es gibt auch noch eine limited Black 7″, die handnummeriert und auf dem Whitelabel bestempelt ist. Davon sind wohl 102 Scheiben im Umlauf. Zusammen gibt es alle Varianten als „Collector DIE HARD Pack“ für 23 Euro bei Fucking Kill! Records. Ursprünglich sollte dieses Paket nur im März erhältlich sein. Doch scheinbar verkaufte sich die Geschichte doch etwas schlechter als erwartet. So finden sich zum Zeitpunkt der Review noch 5 Exemplare auf der Bandcamp-Seite des Labels. Wer also Interesse hat, nur zu! Die limitierten Versionen gibt es einzeln für jeweils 8 Euro bei Power It Up, beziehungsweise die RSD-Edition für 7 bei Fucking Kill! Records.

Natürlich kann man auch in die vier Songs wie einem zusammengeschnippelten Teaser auf Bandcamp reinhören. Sollten Freunde von Power Violence und Fastcore durchaus mal machen, sofern die EP nicht bereits im heimischen Regal steht. So richtig essenziell ist die Split dennoch nicht.

Infos:
Fucking Kill! Records / Power It Up – 31.03.2015
6″/7″ – Split-EP – 4 Lieder / 5:17 Min.

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